FAZ 08.02.2026
15:20 Uhr

Liveblog Olympia 2026: Bronze für die deutsche Mixed-Staffel im Biathlon


Drama um Lindsey Vonn +++ Emma Aicher fehlen 0,04 Sekunden zu Gold in der Abfahrt +++ Keine Medaille für Snowboarderin Hofmeister +++ Georg Hackl in Klinik +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: Bronze für die deutsche Mixed-Staffel im Biathlon

Ski-Star Lindsey Vonn hat sich beim Sturz in der Olympia-Abfahrt womöglich schwer verletzt. „Anscheinend soll es ein Bruch im Unterschenkel sein“, sagte der Speed-Trainer der US-Amerikanerinnen, Alex Hödlmoser, dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Man wisse aber noch nichts Genaueres, die 41-Jährige werde weiter untersucht.Vonn war nach ihrem heftigen Sturz auf der Piste Olimpia delle Tofane in Cortina d'Ampezzo vor Schmerzen schreiend liegen geblieben, lange behandelt und schließlich per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden.„Das war definitiv das Letzte, was wir sehen wollten“, sagte Vonns Schwester Karin Kildow dem Sender NBC. „Wenn so etwas passiert, hofft man sofort, dass es ihr gut geht, und es war beängstigend. Wenn man sieht, wie die Tragen aufgestellt werden, ist das kein gutes Zeichen.“ Vonn werde weiter medizinisch untersucht, so Kildow. Die Familie habe keine weiteren Informationen erhalten.Vonn, die erst vor gut einer Woche nach eigenen Angaben unter anderem einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten hatte, war in der Abfahrt schon nach gut 13 Sekunden zu Fall gekommen und heftig auf der Piste aufgeschlagen. Statt mit einer möglichen weiteren Olympia-Medaille endete das famose Comeback der einstigen Speed-Queen mit einer Tragödie. Das Rennen wurde lange unterbrochen, den Sieg sicherte sich letztlich Vonns Teamkollegin Breezy Johnson vor der Deutschen Emma Aicher und der Italienerin Sofia Goggia. (dpa)

Ein Sturz im Parallel-Riesenslalom hat Snowboarderin Ramona Hofmeister die Chance auf eine Medaille gekostet. Die 29-Jährige schied im Viertelfinale aus. Durchaus überraschend war in der Runde der besten acht Starterinnen auch für die dreifache Olympiasiegerin Ester Ledecka aus der Tschechischen Republik Endstation. Die Goldmedaille sicherte sich Hofmeisters Lauf-Gegnerin und Ledeckas Landsfrau Zuzana Maderova. Bei den Männern wiederholte der 40-jährige Benjamin Karl seinen Olympiasieg. Unmittelbar nach der Überquerung der Ziellinie riss sich der Österreicher die Klamotten vom Oberkörper und spannte die Muskeln an. Hofmeister galt nach ihrem starken Comeback indes als Medaillenanwärterin. Im September hatte sie sich einen Sprunggelenkbruch zugezogen. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr in den Weltcup glänzte sie mit zwei Siegen in Scuol und Bansko und schürte damit die Hoffnungen auf ihre zweite Olympia-Medaille nach Bronze bei den Spielen 2018. „Man muss stolz drauf sein, dass man das jetzt geschafft“, sagte Hofmeister darüber, dass sie überhaupt rechtzeitig fit wurde. „Aber wenn man jetzt schon dabei ist, sich auch gut fühlt und auch das Gefühl hat, dass mehr drin gewesen wäre, dann ist das natürlich erstmal schade.“ Bereits zuvor waren Cheyenne Loch und Elias Huber im Achtelfinale gescheitert. Die K.-o.-Runde verpassten bei den Männern Stefan Baumeister (18.), Max Kühnhauser (24.) und Yannik Angenend (25.). Bei den Frauen war für Melanie Hochreiter (20.) sowie Mathilda Scheid (26.) früh Schluss. (dpa)

Norwegens Skilanglaufstar Johannes Hösflot Kläbo hat seine Rekordjagd mit Gold im Skiathlon eröffnet. Der 29 Jahre alte Rekordweltmeister triumphierte in Lago di Tesero im Skiathlon und holte seinen sechsten Olympiasieg.Kläbo war beim Rennen über jeweils 10 Kilometer in der klassischen und freien Technik im Finale wie erwartet eine Klasse für sich und setzte sich am letzten kleinen Abstieg aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe ab. Silber holte überraschend der Franzose Mathis Deloges (+2,1 Sekunden) vor Norwegens WM-Zweiten Martin Löwström Nyenget (+2,2). Bester Deutscher war Friedrich Moch auf Platz 26.Kläbo könnte der große Abräumer der Spiele werden. „Er ist so perfekt, dass es unmenschlich wirkt“, sagte die Schwedin Frida Karlsson, die am Samstag den Frauen-Skiathlon gewonnen hatte. Im Sprint sowie beim Teamsprint und in der Staffel wäre alles andere als Gold eine Riesenüberraschung, auch über 10 und 50 Kilometer ist er der Favorit. Bei der WM 2025 in Trondheim gewann Kläbo alle sechs Langlauf-Titel der Männer. Mit drei weiteren Goldmedaillen in Tesero würde Kläbo an seinen Landsleuten Marit Björgen, Björn Dählie und Ole Einar Björndalen (alle achtmal Gold) als Wintersportler mit den meisten Olympiasiegen vorbeiziehen. Gut möglich, dass Kläbo sogar die legendäre Bestmarke von Eric Heiden erreicht oder übertrifft. Der US-Eisschnellläufer gewann 1980 in Lake Placid als bislang einziger Wintersportler fünfmal Olympia-Gold in einem Jahr.  Der frühere Tour-de-Ski-Zweite Moch lief auf der schweren Strecke ein mutiges Rennen und zunächst in der Spitzengruppe mit, letztlich hatte er 2:25,3 Minuten Rückstand. Florian Notz wurde 28., Jakob Moch kam auf Platz 33.Ein bemerkenswertes Rennen zeigte der als neutraler Athlet zugelassene Russe Saweli Korosteljew. Der frühere Junioren-Weltmeister, der erst seit Dezember wieder im Weltcup starten darf, kämpfte lange um eine Medaille und wurde Vierter. Peking-Olympiasieger Alexander Bolschunow war hingegen nicht am Start. Der Weltverband FIS hatte dem Russen den Status als neutraler Athlet verweigert, Bolschunow versuchte vergeblich, vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS sein Startrecht zu erstreiten. (sid)

Skirennläuferin Emma Aicher hat die erste Medaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Bei der Abfahrt der Frauen, die von einem schweren Sturz von Lindsey Vonn überschattet wurde, fuhr sie hinter Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA zu Silber, ihr Rückstand betrug nur 0,04 Sekunden. Bronze ging an die Italienerin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden), Super-G-Olympiasiegerin von 2018.„Es hat sich wild angefühlt, über jedem Sprung hat es mich aufgerissen, ich habe gar nicht gemacht, was ich machen wollte, aber es ist ja zum Glück nochmal gutgegangen“, sagte Aicher im ZDF. Tatsächlich war das 22 Jahre alte Multitalent im oberen Streckenabschnitt sogar schneller gewesen als Johnson, die noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen hat – nun aber zweimal Gold. Für Aicher ist es die zweite Olympia-Medaille nach Silber 2022 mit dem Team. Aicher gewann auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Abfahrts-Olympiasieg von „Gold-Rosi“ Mittermaier als erste deutsche Skirennläuferin seit den Spielen von Sotschi 2014 eine Einzel-Medaille. Damals holte Maria Höfl-Riesch Gold (Kombination) und Silber (Super-G), Viktoria Rebensburg fuhr zu Bronze (Riesenslalom). Vor vier Jahren in Peking wurden die deutschen Alpinen Zweite im Team-Wettbewerb. (sid)

Heftiger Unfall statt Medaillen-Krönung: Ski-Star Lindsey Vonn ist bei der Abfahrt schwer gestürzt. Die 41 Jahre alte Amerikanerin kam schon im Anfangsteil der Strecke zu Fall, überschlug sich und blieb liegen. Bei der TV-Übertragung war zu hören, wie Vonn vor Schmerzen schrie. Helfer und Sanitäter eilten zu ihr und bereiteten einen Abtransport der Sportlerin vor. Ein Helikopter holte sie per Seilwinde ab.Vonn war im zweiten Winter nach ihrem Comeback die beste Abfahrerin der Saison, hatte sich aber just vor den Spielen in Mailand und Cortina nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss zugezogen. Sie wagte dennoch einen Start.Dann aber hakte sie bei einem Sprung mit dem Arm an einem Tor ein und verlor in der Luft die Kontrolle. Sie schlug heftig auf der Piste auf, ihre Knie schienen sich dabei zu verdrehen. Vonn fuhr mit einer Teilprothese im rechten Knie, das linke Knie – jenes mit dem Kreuzbandriss – wurde von einer Schiene gestützt.Nach dem Sturz hielten im Ziel in der Cortina d'Ampezzo die Zuschauerinnen und Zuschauer den Atem an. Unter ihnen waren auch Vonns Vater und ihre Schwester. Auch Rap-Star Snoop Dogg war in die Dolomiten gekommen. „Sie hat das Risiko oben definitiv schon genommen. Das war die Angst, die ich hatte, dass sie für dieses eine Rennen so versucht, übers Limit drüber zu gehen“, sagte der frühere Profi Felix Neureuther in der ARD. „Wenn du so schwer verletzt warst und auch ohne Kreuzband fährst, musst du auch mental über dich hinauswachsen, dass du eine Chance hast.“ „Das war definitiv das Letzte, was wir sehen wollten“, sagte Vonns Schwester Karin Kildow bei Peacock: „Sie gibt immer 110 Prozent, niemals weniger. Ich weiß, dass sie ihr ganzes Herzblut hineingesteckt hat, und manchmal passieren eben solche Dinge. Es ist ein sehr gefährlicher Sport.“ Die Familie freue sich darüber, „dass alle ihr die Daumen drücken und sind dankbar für die Unterstützung“, so Kildow. Eine Diagnose nach ihrem Sturz gab es zunächst nicht. Das Rennen war für längere Zeit unterbrochen. „Ich habe gleich weggeschaut“, sagte Emma Aicher. Die beste deutsche Rennfahrerin lag zu dem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz und hatte damit beste Chancen auf eine Medaille. Aicher fehlten nach einer wilden Fahrt nur 0,04 Sekunden auf die Führenden Breezy Johnson aus den USA. (dpa/sid)

Als Max Langenhan am Samstag im Eiskanal von Cortina den Grundstein zu einer möglichen Goldmedaille legte, konnte niemand mit dem Rodel-Weltmeister mithalten – bis auf einen kleinen, fliegenden Begleiter. Eine Drohne verfolgte die Rennrodler im nagelneuen Sliding Centre durch die ersten engen Kurven und lieferte spektakuläre Bilder, sorgte aber auch für ein gut hörbares Surren. Auch im Ski alpin folgten Drohnen den Abfahrern und erweckten Eindrücke wie aus einem Videospiel. „Wir sehen das als eine Weiterentwicklung des Sports. Ich denke, die Erwartungshaltung aller ist es heutzutage, beim Konsum einer Sportveranstaltung, insbesondere der Olympischen Spiele, diese Art von Erlebnis zu haben“, sagte IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Das Internationale Olympische Komitee strebe „stets danach, das beste Seherlebnis zu bieten – egal ob im Stadion oder außerhalb“. Die Sportler seien dadurch „nicht wesentlich“ beeinträchtigt, führte Ducrey aus. Anna Riccardi, die Sportdirektorin der Spiele von Mailand/Cortina, verwies auf beständigen Austausch mit den Athletinnen und Athleten. Auch seien die Drohnen bei „verschiedenen Veranstaltungen“ im Vorfeld getestet worden: „Bisher haben wir keine Beschwerden erhalten, die zu einem zukünftigen Verzicht auf Drohnen führen könnten.“ (sid)

Rodel-Ikone Georg Hackl ist an der neu gebauten Bahn am Cortina Sliding Centre gestürzt und hat eine Verletzung erlitten. Das bestätigte der Rodel-Weltverband FIL der Deutschen Presse-Agentur. Laut einer lettischen FIL-Ärztin hat sich Hackl die Schulter ausgekugelt und ist derzeit in einer Klinik. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Unfall während des Trainings der Frauen berichtet. Der 59 Jahre alte „Schorsch“ Hackl, der 2022 vom deutschen Verband zu den Österreichern wechselte, ist mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen der erfolgreichster Rodler der olympischen Geschichte. „Ich wollte mir das Training meiner Rodler anschauen. Ich bin auf einen Weg gegangen und ein wenig hochgeklettert, um auf die Bahn zu gucken. Das ist ja mein Job. Dummerweise ist unter mir etwas weggebrochen und ich bin aus 1,80 Meter auch auf den Kopf gefallen“, sagte Hackl der „Bild“-Zeitung. Ob er beim ersten großen Gold-Duell bei den Männern zwischen Max Langenhan und dem Österreicher Jonas Müller am Sonntagabend an der Bahn sein kann, ist fraglich. (dpa)

Snowboard-Hoffnung Ramona Hofmeister hat vor den entscheidenden Rennen im Parallel-Riesenslalom noch Luft nach oben. Die 29-Jährige aus Bischofswiesen kam in der Qualifikation nach einem durchwachsenen ersten von zwei Läufen auf den siebten Rang und verpasste damit eine optimale Ausgangslage für den Kampf um die Medaillen.Auch Cheyenne Loch schaffte als 15. gerade noch den Sprung unter die besten 16, Melanie Hochreiter und Mathilda Scheid schieden aus. Die zweifache Olympiasiegerin Ester Ledecka (Tschechien) unterstrich als Erste derweil ihre Gold-Ambitionen.  „Mit der ersten Runde war ich nicht ganz zufrieden. Im Finale ist aber alles drin, ich freue mich drauf“, sagte Hofmeister im ZDF. Nach der Qualifikation fahren die Athletinnen – beginnend mit dem Achtelfinale – in direkten Duellen gegeneinander. Nur die Siegerin zieht in die nächste Runde ein. Die Finalläufe starten um 13.00 Uhr.Hofmeister, die 2018 in Pyeongchang Olympia-Bronze geholt hatte, war nach einem Bruch des Sprungbeins im September erst Anfang des Jahres in den Weltcup zurückgekehrt. Bei ihrem Comeback fuhr sie direkt auf Platz eins, in vier weiteren Rennen vor Olympia folgten ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang. (dpa)

Der niederländische Eisschnelllauf-Star Jutta Leerdam hat im Rahmen der Winterspiele vor Journalisten für Aufregung gesorgt. Die 27-Jährige lehnte zwei Tage vor der Medaillenentscheidung über die 1000 Meter am Montag in Mailand nach einem Interview mit der niederländischen Rundfunkanstalt NOS weitere Gespräche mit schreibenden Journalisten ab, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.Leerdam, die auf ihren eigenen Social-Media-Kanälen sehr aktiv ist, hatte sich zuvor schon geweigert, mit der Presse zu sprechen. Daraufhin hatte die niederländische Sportpresse Beschwerde eingelegt. Leerdam ruderte zunächst zurück und kündigte an, am Samstag mit den Medien zu reden. Sie habe ihre Entscheidung revidiert, weil sie „keine große Welle daraus machen wollte“, erklärte sie in einem NOS-Interview. Doch dann gab es wieder die Rolle rückwärts.Leerdam ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten bei diesen Winterspielen – und das nicht nur aufgrund ihrer Erfolge. Allein auf Instagram hat die siebenmalige Weltmeisterin rund fünf Millionen Follower. Zudem ist sie die Verlobte des US-Influencers Jake Paul, der auch für seine Boxkämpfe – zuletzt gegen den ehemaligen Weltmeister Anthony Joshua – bekannt ist.„Vor einer Weltmeisterschaft spreche ich auch öfter nicht mit den Medien. Ich habe nicht besonders viel zu erzählen, bin voll fokussiert und arbeite jeden Tag daran, auf dem Eis besser zu werden. Ich arbeite auf diesen Wettkampf hin, also habe ich eigentlich nicht sehr viel zu sagen“, wurde Leerdam von der NOS zitiert.Schon vor wenigen Tagen hatte Leerdam für Aufsehen gesorgt, als sie anders als ihre Teamkolleginnen mit einem Privatjet zu den Spielen gereist war. Auch das hatte Kritik in ihrem Heimatland zur Folge. (dpa)

Das israelische Bob-Team ist gut eine Woche vor den olympischen Rennen in Cortina Opfer eines Diebstahls geworden. „Während des Trainings wurde in das Apartment eingebrochen, Ausrüstung im Wert von Tausenden Dollar sowie Pässe wurden gestohlen“, schrieb Bob-Pilot Adam Edelman am Samstag auf der Plattform \"X\": „Was für eine Saison.“ Das Team habe noch am selben Tag die folgende Trainingseinheit dennoch absolvieren können.Der Einbruch habe sich „vor den Spielen in einer Unterkunft“ ereignet, sagte IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams am Sonntag: „Es lag damit nicht in unserem Zuständigkeitsbereich.“ Edelman wird im Zweier- (16./17. Februar) und im Viererbob (21./22. Februar) antreten, es sind besondere Rennen für den israelischen Sport: Erstmals ist das Land auf olympischer Bühne im Bobsport vertreten, 2022 noch hatte Edelman die Qualifikation knapp verpasst. Die persönliche Geschichte des 34-Jährigen ist ebenfalls außergewöhnlich. Der gebürtige Amerikaner nahm bereits an den Winterspielen 2018 teil, damals noch als Skeleton-Pilot. Edelman ist der erste Israeli, der sich in zwei verschiedenen Sportarten für Olympische Spiele qualifiziert hat. Noch Ende Januar fehlte dem Team das nötige Geld für Flüge und Equipment für die Teilnahme in Cortina d'Ampezzo, letztlich kam die Summe über einen Spendenaufruf zusammen. (dpa)

Nach Krawallen in Mailand rund um die Winterspiele hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni scharfe Kritik geübt. Beteiligte an den Ausschreitungen nannte sie in den sozialen Medien „Feinde Italiens und der Italiener“. Sie sorgten dafür, dass die Bilder der Krawalle „im Fernsehen auf der halben Welt“ gezeigt werden, schrieb die rechte Regierungschefin weiter und stellte einen Beitrag des US-Senders Fox dazu.Am Samstagabend hatte sich in der norditalienischen Metropole ein Protestmarsch von mehr als 3000 Menschen in Richtung des olympischen Dorfes aufgemacht. Dabei warfen Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung der Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab dabei sechs Festnahmen.Meloni erwähnte auch einen Vorfall auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn im Norden des Landes. An drei Stellen des Netzes waren am Samstag Beschädigungen entdeckt worden, was für erhebliche Probleme im Bahnverkehr sorgte. Ermittler schließen nicht aus, dass es sich wie zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris dabei um Sabotageakte handeln könnte.„Tausende und Abertausende Italiener arbeiten in diesen Stunden daran, dass während der Olympischen Spiele alles funktioniert“, schrieb Meloni in ihrem Instagram-Post. Viele von ihnen seien als Freiwillige unterwegs, „weil sie möchten, dass ihre Nation einen guten Eindruck macht, bewundert und respektiert wird“. Ihnen gegenüber stünden die von ihr als Feinde bezeichneten Leute, die „gegen die Olympischen Spiele“ demonstrierten, so die Politikerin. (dpa)

Gibt es heute die erste deutsche Medaille bei diesen Winterspielen? Gut möglich. Denn es gibt einige Chancen. In insgesamt acht Wettbewerben fallen an diesem Sonntag die Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze.

Im Kampf gegen ihre vorläufige Dopingsperre bekommt die italienische Biathletin Rebecca Passler bei den Winterspielen im eigenen Land moralische Unterstützung von ihren Teamkolleginnen. „Ich habe ihr natürlich eine Nachricht geschrieben, weil ich ihr in diesem schwierigen Moment nahe sein wollte“, sagte die frühere Weltmeisterin Dorothea Wierer in Antholz. Passler sei eine „tolle Person“, die Unterstützung verdient, ergänzte die 35-Jährige, die zweimal den Gesamtweltcup gewann. „Mehr können wir im Moment nicht tun. Wir können nur abwarten und ihr eine große Umarmung schicken.“Die 24 Jahre alte Passler will ihre Sperre nicht akzeptieren und reichte beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einen entsprechenden Antrag dagegen ein. Schon am kommenden Dienstag wird sie deswegen angehört. Das teilte die Ad-hoc-Kammer des Cas bei den Winterspielen in Mailand mit. (dpa)

Die Winterspiele machen auch italienische Schlager wieder populär, die ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Am ersten Tag wurde an vielen Wettkampfstätten von den Zuschauern vor allem „Nel blu, dipinto di blu“ mitgesungen, das international besser als „Volare“ bekannt ist.Das Lied aus dem Jahr 1958 – im Original von Domenico Modugno und Johnny Dorelli – war auch Bestandteil der zentralen Eröffnungsfeier im San-Siro-Stadion in Mailand. Allerdings gab es an der Interpretation durch die US-Popdiva Mariah Carey einige Kritik. Auch dass der italienische Text für die Amerikanerin in Lautsprache auf dem Teleprompter lief, sorgte für Spott.Bei den Wettkämpfen war des Öfteren auch der Klassiker „Azzurro“ von Adriano Celentano zu hören. Bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben spielte ihn eine Blasmusik-Band aus den Niederlanden. Bei der Eröffnungsfeier hatten sich die Organisatoren für einen anderen Celentano-Song entschieden, den Titel „Prisencolinensinainciusol“, der sich zwar sehr englisch anhört, aber in einer erfundenen Sprache geschrieben ist.Celentano kommt aus Mailand. Zur Eröffnung der Spiele in seiner Heimatstadt trat der inzwischen 88-Jährige aber nicht in Erscheinung. Am Rande der Wettkämpfe liefen auch oft auch „Felicità“ von Al Bano und Romina Power sowie „Sarà perché ti amo“ von Ricchi e Poveri vom Band. (dpa)