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11.02.2026
20:24 Uhr
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Silber für Rodel-Duo Eitberger und Matschina +++ „Absurdes Theaterstück“: Ukrainer kritisiert das IOC +++ Franziska Preuß verpasst erste Einzelmedaille +++ Drittes Gold für Franjo von Allmen +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Tobias Wendl und Tobias Arlt haben für die nächste deutsche Rodel-Medaille bei den Olympischen Winterspielen gesorgt. Das Duo fuhr im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo im Doppelsitzer auf den dritten Platz. Gold ging an die Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner, Platz zwei sicherten sich die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl.Für das deutsche Team war es die vierte Rodel-Medaille nach den Olympiasiegen von Max Langenhan und Julia Taubitz im Einsitzer sowie der Silbermedaille von Dajana Eitberger und Magdalena Matschina im Doppelsitzer der Frauen.Eggert/Müller auf Platz vierIn einem hochspannenden Wettbewerb im neu gebauten Cortina Sliding Centre hatten Wendl und Arlt nur 0,09 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Italiener. Für das Erfolgsduo war damit die nächste Medaille perfekt, auch wenn sich der Traum vom siebten Olympia-Gold nicht erfüllte. Das zweite deutsche Duo Toni Eggert und Florian Müller landete auf Platz vier.Bereits im ersten Durchgang entwickelte sich ein ganz enges Rennen um die Top-Platzierungen. Die ersten sieben Teams lagen nur gut 16 Hundertstelsekunden auseinander. Im zweiten Durchgang setzte sich der Krimi fort, die Amerikaner Marcus Müller und Ansel Haugsjaa waren lange auf Gold-Kurs, ehe sie auf den letzten Metern auf Platz sechs rutschten. (dpa)
Der deutsche Eisschnelllauf-Shootingstar Finn Sonnekalb hat ein durchwachsenes Olympia-Debüt gefeiert. Der 18-Jährige aus Erfurt, der zuletzt mit einem Infekt zu kämpfen hatte, lief am Mittwoch auf seiner Nebenstrecke 1000 m in 1:08,80 Minuten auf den zwölften Platz und verpasste eine Top-10-Platzierung.Sonnekalb, in Mailand jüngstes männliches Mitglied des Team D und in seiner Königsdisziplin 1500 m (19. Februar) mit Außenseiterchancen, blieb deutlich hinter den Medaillenrängen zurück. US-Sprint-Star Jordan Stolz lief in olympischem Rekord (1:06,28) zu Gold. Das Podium komplettierten der niederländische Vize-Weltmeister Jenning de Boo (1:06,78) und Ning Zhongyan aus China (1:07,34). Die beiden weiteren deutschen Starter Moritz Klein (Erfurt) und Hendrik Dombek (München/beide 1:09,19) auf den Plätzen 15 und 16 trennten nur drei Tausendstelsekunden. Sonnekalb ging im 13. von 15 Paaren auf das Eis – ein Startplatz, der seine guten Vorleistungen im olympischen Winter widerspiegelte. Ins Duell mit Cooper McLeod aus den USA, dem WM-Dritten über die Kurzdistanz 500 m, startete Sonnekalb auf der Innenbahn. Nach einem nicht idealen Angang (16,77 Sekunden) steigerte sich Sonnekalb im Rennverlauf. In die vorderen Ränge lief er trotzdem nicht mehr.Sonnekalb trägt trotz seines jungen Alters bereits die Hoffnungen der arg gebeutelten Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Verband war bei den Olympischen Winterspielen 2014, 2018 und 2022 ohne Podestplatzierung geblieben. Strukturelle Probleme bestehen offenbar weiterhin. Laut eines Beitrags der ARD wächst der Unmut unter den Athleten gegenüber der Verbandsspitze und DESG-Präsident Matthias Große, dem Lebensgefährten der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein.Die 53-Jährige steht anders als vor vier Jahren in Peking nicht mehr auf dem Eis. Stattdessen hat die DESG nun wieder einen Rohdiamanten in ihren Reihen – trotz des holprigen Olympia-Starts: Sonnekalb feierte bei den Olympischen Jugendspielen in Gangwon 2024 sowie der Junioren-WM im Februar 2025 je drei Titel. In seiner ersten Weltcup-Saison im Seniorenbereich lief der deutsche Meister über 1000 m und 1500 m dreimal aufs Podium.Den ersten Olympia-Auftritt seines Sohnes verfolgte in Mailand auch Vater Gerrit Schädler. Der Senior war am Montag nach sieben Tagen und 1000 Kilometern auf dem Rad in der Mode-Metropole eingetroffen und hatte damit seine Wettschulden eingelöst. „Im Jahr 2024 habe ich ihm gesagt: Wenn du es schaffst, 2026 nach Mailand zu kommen, dann komme ich mit dem Rad runtergefahren. Das muss ich jetzt einlösen\", hatte Schädler vor Beginn seiner Tour von Erfurt aus über die Alpen dem MDR gesagt. (sid)
Das Internationale Olympische Komitee verteidigt den Verkauf eines T-Shirts mit einem Motiv zu den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin gegen Kritik. Im Onlineshop wird das Shirt im Rahmen der sogenannten „Heritage Collection“ mit Artikeln, die Plakate früherer Olympischer Spiele zeigen, angeboten und ist derzeit ausverkauft. Auf dem Shirt ist unter den olympischen Ringen eine männliche Figur mit Lorbeerkranz über der Quadriga des Brandenburger Tors sowie unter anderem der Aufdruck „Germany Berlin 1936 Olympic Games“ zu sehen.Klara Schedlich, Sprecherin für Sportpolitik der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, wirft dem IOC vor, „dass es seine eigene Geschichte offenbar nicht ausreichend reflektiert“. Sie forderte, den Verkauf zu stoppen. „Die Olympischen Spiele 1936 waren ein zentrales Propagandainstrument des NS-Regimes. Das T-Shirt erweckt optisch den Eindruck, an diese Ästhetik anzuknüpfen.“ Ohne kritische Einordnung sei „diese Bildwahl problematisch und für ein T-Shirt ungeeignet.“Das IOC betonte, dass man „selbstverständlich die historische Problematik der „NS-Propaganda“ im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin“ anerkenne. „Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass in Berlin 4.483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Wettbewerben um Medaillen kämpften.“ Der historische Zusammenhang dieser Spiele werde weiter im olympischen Museum in Lausanne erklärt. Die Anzahl der vom IOC produzierten T-Shirts zur Ausgabe von 1936 sei limitiert, „weshalb sie derzeit ausverkauft sind“. (dpa)
Die deutschen Rennrodlerinnen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina haben den historischen ersten Olympiasieg im Doppelsitzer der Frauen knapp verpasst. Bei der Premiere des Wettbewerbs auf der größten Bühne gewann das Duo am Mittwochabend Silber, Gold ging an die Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer. Die Weltmeisterinnen und Topfavoritinnen Selina Egle und Lara Kipp aus Österreich mussten sich nach einem engen Rennen mit Bronze begnügen. Anders als im Einsitzer gibt es bei den Doppelsitzern nur zwei Läufe.Im Frauen-Doppel riss damit auch der deutsche Gold-Lauf der vergangenen Tage im Cortina Sliding Centre: Max Langenhan und Julia Taubitz hatten jeweils Einzelgold gewonnen, nun wurde das deutsche Rodel-Team in Norditalien erstmals geschlagen. In der Staffel am Donnerstag bekommen Eitberger/Matschina aber noch eine weitere Chance auf Edelmetall.Und für die 35 Jahre alte Eitberger ist auch Silber ein später Höhenpunkt der erfolgreichen Karriere - errungen gewissermaßen auf dem zweiten Bildungsweg. Schon im Einsitzer gehörte sie jahrelang zur Weltspitze, gewann bereits 2018 in Pyeongchang Olympia-Silber. Zur Saison 2023/2024 wechselte sie dann auf den Doppelsitzer, bildet seit nun zwei Wintern ein Duo mit der 15 Jahre jüngeren Matschina. Eitberger, Mutter eines fünfjährigen Sohnes, wird ihre Karriere nach der Saison beenden.Dieser letzte große Wettbewerb für sie war indes ein überschaubarer. In Cortina gingen nur elf Duos an den Start - und die Weltmeisterinnen von 2022 und 2023 fehlten: Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal hatten die interne Qualifikation im engen Zweikampf mit Eitberger/Matschina verpasst. Jede Nation durfte für die Premiere des Events nur einen Schlitten ins Rennen schicken. „Ich finde es ein bisschen traurig, dass das IOC da nicht mehr Startplätze zur Verfügung stellt\", sagte Bundestrainer Patric Leitner über das Fehlen der Weltcup-Dritten: „Das sollte man wirklich mal überdenken, ob das dann noch ein würdiges Rennen ist.\" (sid)
Den deutschen Rennrodlern Tobias Wendl und Tobias Arlt droht bei den Olympischen Spielen eine herbe Enttäuschung. Das seit 2014 bei Olympia ungeschlagene Doppelsitzer-Duo aus Bayern liegt in Cortina d'Ampezzo nach dem ersten Lauf nur auf Rang fünf. Der Rückstand auf die überraschend führenden US-Amerikaner Marcus Mueller und Ansel Haugsjaa beträgt 0,101 Sekunden. Rekordweltmeister Toni Eggert und Florian Müller lauern auf Rang vier (+0,097).Eine Silbermedaille würde Wendl und Arlt schon reichen, um an Deutschlands Rekord-Winterolympionikin Natalie Geisenberger (6x Gold, 1x Bronze) vorbeizuziehen. Doch das mit drei Weltcupsiegen in Folge angereiste Duo will eigentlich mehr: Seit Sotschi 2014 sind die beiden 38-Jährigen bei Olympia im Doppelsitzer und in der Teamstaffel mit Deutschland ungeschlagen. Nach den Triumphen von Max Langenhan und Julia Taubitz droht den deutschen Rodlern im Eiskanal nun die erste Niederlage. Zweiter eines extrem engen Rennens sind die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl (+0,003), die Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner (+0,017) liegen auf Bronzekurs.Für Wendl/Arlt ist ein weiterer Rekord in Gefahr: Mit den Goldmedaillen sieben und acht könnten sie mit den norwegischen Ikonen Ole Einar Björndalen (Biathlon), Björn Dählie und Marit Björgen (beide Langlauf) als erfolgreichste Winterolympioniken gleichziehen. Rekorde treiben das Duo aber nicht mehr an. „Wir wollen eine geile Show liefern\", hatte Wendl vor dem Rennen gesagt – der erste Lauf war aber nicht perfekt. Im Training hatte sich zudem gezeigt, dass das Material der Bayern nicht optimal läuft.Die Weltmeister Paul Gubitz und Hannes Orlamünder sind in Cortina derweil nur Zuschauer: In der internen Qualifikation hatte es hinter Wendl/Arlt und Eggert/Müller nur zu Rang drei gereicht. (sid)
Vinzenz Geiger hat den Besuch von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry bei der Nordischen Kombination nach einem persönlichen Gespräch sehr positiv bewertet. Coventry, die bei der ersten Entscheidung der um die Olympia-Zukunft kämpfenden Sportart im Langlaufstadion dabei war, habe laut Geiger „geschwärmt“.Der Oberstdorfer sagte: „Sie hat geschwärmt, dass es super aufregend war. Dass wir es leicht aussehen lassen haben. Ihr haben die Zuschauer gefallen. Sie hat sehr positiv geklungen. Ich hoffe, mal dass es ein positives Zeichen für unseren Sport ist.“ Er nehme ein „positives Gefühl mit“, sagte der 28-Jährige.Ski-Weltverbandspräsident Johan Eliasch, der das Rennen gemeinsam mit Coventry in Tesero verfolgte, sah das ähnlich. „Sie war sehr enthusiastisch. Sie hatte großes Interesse und ist oft von ihrem Platz aufgestanden und hat applaudiert. Ich denke, ihr hat gefallen, was sie gesehen hat“, sagte er. Auch Julian Schmid, der bei dem Gespräch ebenfalls dabei war, äußerte sich zuversichtlich. Er sprach nach dem Olympiasieg des Norwegers Jens Luraas Oftebro, bei dem Johannes Rydzek als bester Deutscher Achter wurde, von „Werbung für unseren Sport“.Rydzek sah das genauso. Hätte er mit Coventry gesprochen, hätte er der 42-Jährigen allerdings nach eigenen Angaben mit Blick auf die bei den Winterspielen fehlenden Frauen auch gesagt, „dass das leider nur die halbe Kombination heute war. Der andere Teil sitzt leider daheim vor dem Fernseher und drückt uns die Daumen. Sie hätten es genauso verdient.“ Als einzige Sportart bei den Winterspielen sind in der Kombination keine Frauen zugelassen. Noch ist offen, ob für die nächste Ausgabe des Großereignisses Athletinnen aufgenommen werden oder ob die Kombination vielleicht sogar ganz aus dem Programm genommen wird.„Es ist kein Szenario möglich, dass Frauen nicht dabei sein werden“, sagte Eliasch. „Ich garantiere, dass ich um die Sportart kämpfen werde. Wir werden alles Mögliche tun, damit diese Sportart im Kalender bleibt - für eine lange Zeit.“ Die Entscheidung trifft allerdings das IOC. Sie soll in der Sommerpause fallen. (dpa)