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19.02.2026
13:18 Uhr
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Bundespräsident Steinmeier gegen Olympische Spiele in Deutschland 2036 +++ Skibergsteigerin Paller wird Vierte +++ Rai-Sportchef tritt zurück +++ Draisaitl äußert sich nach Aus +++ alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würde es begrüßen, wenn Deutschland die Olympischen Sommerspiele und Paralympischen Sommerspiele 2040 oder 2044 ausrichten könnte. Olympia in Deutschland im Jahr 2036 lehnt er aber aus historischen Gründen ab: 1936, also genau 100 Jahre zuvor, war das nationalsozialistische Deutschland Ausrichter der Sommerspiele. Die Nazis missbrauchten die Spiele hemmungslos für ihre Propaganda. Steinmeier sehe das Jahr 2036 als „historisch problematisch“ für eine deutsche Olympia-Bewerbung an, sagte ein Sprecher in Berlin. Er hoffe aber, dass Deutschland die Spiele in den Jahren 2040 oder 2044 ausrichten könne. Zuvor hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.Die letzten Olympischen Spiele in Deutschland fanden im Sommer 1972 in München statt. Nun wollen für 2036, 2040 oder 2044 wiederum München sowie Hamburg, Berlin und die Region Rhein-Ruhr für Sommerspiele kandidieren. Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet im September, welchen nationalen Bewerber er ins Rennen schickt.Die Sommerspiele 2028 sind nach Los Angeles vergeben, 2032 ist Brisbane der Gastgeber. Für 2036 gilt Asien als aussichtsreich bei der Vergabe durch das Internationale Olympische Komitee, Indien und Qatar haben Interesse angemeldet. (dpa)
Tatjana Paller hat bei der Olympia-Premiere der Skibergsteigerinnen den vierten Platz im Sprint belegt. Die 30-Jährige erreichte das Finale, die historisch erste Goldmedaille gewann aber Marianne Fatton aus der Schweiz. Silber ging an die Französin Emily Harrop, Dritte wurde Ana Alonso Rodriguez aus Spanien. Paller fehlten trotz einer Aufholjagd in der Abfahrt etwas mehr als drei Sekunden zu Bronze.Angenommen wurde die Neuerung im olympischen Wettkampfprogramm gut. Die Stimmung auf der Tribüne und an der Piste sei ausgelassen und spürbar besser gewesen als bei einem Weltcup, meinte ein Sprecher des deutschen Teams. Angestachelt von der Atmosphäre erreichte Paller als Zweite ihres Vorlaufs das Halbfinale, in dem sie in einem engen Kampf ebenfalls einen guten Eindruck hinterließ und abermals direkt weiterkam.Skibergsteigen hat den Ursprung im Skitourengehen. Die Athletinnen und Athleten laufen mit ihren Skiern einen Hang hoch. Um dabei nicht rückwärts zu rutschen, sind Felle unten an die Skiflächen gespannt. Für ein kurzes Stück müssen sie auch Treppen steigen, auf diesem Streckenabschnitt werden die Skier abgeschnallt. Oben angekommen werden die Felle an den Skiern entfernt und es geht eine kurze Abfahrt hinunter.Frühzeitig waren indes Helena Euringer als Fünfte und Finn Hösch auf Rang vier in ihren Vorläufen gescheitert. „Vorwiegend überwiegt die Freude, das ist ein unvergesslicher Tag“, sagte Hösch, dem fast vier Sekunden für das direkte Weiterkommen gefehlt hatten. „Das Ergebnis weiß ich sportlich einzusortieren. Ich weiß, dass es nicht an der Laufleistung gelegen hat, sondern, dass es eine falsche taktische Entscheidung mit der Fellwahl war.“ (dpa)
Das hätte übel enden können: Der Nordische Kombinierer Benjamin Loomis ist bei den Olympischen Winterspielen nur knapp einem harten Crash entgangen. Der 27-Jährige aus den USA wurde beim Skispringen des Teamsprints in der Anlaufspur von einem Schneebläser getroffen. „Ich hatte Glück, dass es nur meine Schulter traf. Hätte es mich im Gesicht getroffen, wäre es ganz anders ausgegangen“, sagt Loomis dem norwegischen Sender NRK. Die Bläser standen bei starkem Schneefall an der Schanze, um die Spur freizuhalten. Fast alle zogen rechtzeitig zurück, doch einer war unaufmerksam. Loomis vollendete den Sprung und landete nach 116 Metern. Lasse Ottesen, Renndirektor des Weltverbands Fis, sagte zu dem Zwischenfall: „Ein extremer Tag. Die Crew hat hervorragende Arbeit geleistet. Es ist sehr bedauerlich, dass es zu einem Zwischenfall mit Loomis kam“, Ottesen ergänzte: „Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert, so etwas sollte aber nicht vorkommen. Die betreffende Person hat sich bei der Jury entschuldigt, und die Fis hat sich bei den USA entschuldigt.“ (dpa)
Sie lallte betrunken in einer Live-Schalte bei Olympia: Die TV-Reporterin Danika Mason hat um Entschuldigung für einen Alkohol-Aussetzer im australischen Fernsehen gebeten. „Ich möchte kurz den Moment nutzen, wenn das okay ist, um mich zu entschuldigen“, sagte Mason am Tag nach dem Geschehen. „Ich hätte nichts trinken sollen und erst recht nicht unter diesen Bedingungen: Es ist kalt, wir sind in großer Höhe, und dass ich nichts zu Abend gegessen hatte, hat wahrscheinlich auch nicht geholfen.“Mason war am Mittwochmorgen im Rahmen einer Show des australischen Senders Channel9 live aus Livigno zugeschaltet. Dabei redete sie auffällig langsam und recht zusammenhangslos über die Kaffeepreise in Italien, Leguane und Lindsey Vonn, später legte sie sich noch hin, um einen Schneeengel zu machen. „Mir ist das ein bisschen peinlich. Ich habe eine Situation komplett falsch eingeschätzt“, sagte Mason hinterher.Studio-Moderator Karl Stefanovic hatte unmittelbar nach dem Lall-Auftritt zunächst zu seiner Kollegin Jayne Azzopardi gesagt, die verwaschene Aussprache der Reporterin habe möglicherweise mit der eisigen Kälte in Livigno zu tun, sie habe Masons Lippen beeinträchtigt. Doch es war der Alkohol.Schon Tage zuvor hatte Mason bei einer Reportage aus einem Nachtclub berichtet, einige Limoncello von Italienern bekommen zu haben. In Australien kam nach der Lall-Schalte Kritik auf: Die Produzenten des Senders hätten Mason in ihrer Verfassung nicht auf Sendung gehen lassen sollen. Doch die Betroffene selbst nahm die Schuld auf sich. „Ich möchte die volle Verantwortung übernehmen. Das entspricht nicht dem Anspruch, den ich an mich selbst habe. Deshalb: Es tut mir wirklich leid. Und danke auch an alle für die Nachrichten, die ich bekommen habe.“ (dpa)
Wegen einer ganzen Serie von Fehlern bei der Live-Übertragung der Olympia-Eröffnungsfeier in Mailand hat der Sportchef des italienischen Fernsehsenders Rai, Paolo Petrecca, seinen Posten verloren. Der 61-Jährige reichte nach viel Kritik seinen Rücktritt ein, wie die Rai mitteilte. Im eigenen Sender hatten die Gewerkschaften nach der Sendung vor zwei Wochen von einer „Blamage“ gesprochen. Zudem drohten sie mit Streik.Bei der Eröffnung der Winterspiele im San-Siro-Stadion hatte der Journalist reihenweise Leute verwechselt oder nicht erkannt. So brachte Petrecca US-Popdiva Mariah Carey, die einen großen Auftritt hatte, und die italienische Schauspielerin Matilda De Angelis durcheinander. Die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, die auf der Ehrentribüne neben Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella saß, hielt er für dessen Tochter. Als das brasilianische Team ins Stadion kam, stellte er fest, dass Brasilianer eben „den Tanz im Blut“ hätten.Petrecca hatte den Platz des eigentlich vorgesehenen Kommentators übernommen, den er wegen einer angeblichen Indiskretion nicht ans Mikrofon lassen wollte. Früher leitete er den Nachrichtenkanal Rai24. Politisch wird er im Lager von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verortet. Die Opposition wirft der rechten Regierung bereits seit langem vor, Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Sender zu nehmen. Sie nennt die Rai „Telemeloni“. Mehrere bekannte Journalisten haben den Sender seit Melonis Amtsantritt verlassen.In Italien war es allerdings auch früher schon nicht ungewöhnlich, dass sich Parteien bei dem Sender einmischen. Auch Regierungen anderer Couleur nahmen Einfluss auf die Besetzung wichtiger Posten. Die Abschlussfeier am Sonntagabend in Verona wird nun ein anderer Journalist für die Rai kommentieren. (dpa)
Die deutschen Curler haben sich mit einem Erfolgserlebnis von den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo verabschiedet. Im neunten und letzten Spiel der Round Robin gewann das Team um Skip Marc Muskatewitz mit 6:4 gegen China, das Aus war schon vor dem Duell besiegelt gewesen. Mit vier Siegen und fünf Niederlagen verpassten die Europameister von 2024 in der Besetzung Muskatewitz (30), Benjamin Kapp (23), Felix Messenzehl (22) und Johannes Scheuerl (23) auf Rang sieben das vor dem Turnier erklärte Ziel Halbfinale. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die beiden Niederlagen am Dienstag gegen die zuvor noch sieglosen Tschechen (7:9) und die Schweiz (4:8) gewesen. „Ich bin enorm stolz“, sagte Muskatewitz in der ARD dennoch mit Blick auf die letzte Woche. Als jüngste Mannschaft im Turnier habe er mit seinen Teamkollegen „draußen alles gelassen“ und sei nun „super happy“ mit dem versöhnlichen Abschluss. „Wir haben es total genossen. Die deutschen Fans waren unglaublich, die ganze Woche, heute nochmal besonders“, sagte Scheuerl: „Das ist für uns etwas extrem Besonderes, wir sind mega dankbar für alles.“ Und doch gab es auch „ein bisschen Enttäuschung, weil wir gemerkt haben, dass wir ganz vorne mitspielen können“, sagte Kapp. Der kleinen Hype, den die deutschen Curler in der Heimat ausgelöst haben, sei „wunderschön, weil wir treten sonst viel im Schatten rum“, sagte Messenzehl. Unterstützung gab es unter anderem vom ehemaligen Fußball-Weltmeister Mats Hummels. „Wir haben schon einiges mitbekommen. Wir genießen das, wenn wir auf Social Media positive Kommentare über das Curling lesen, und auch die Nachrichten, die wir von Fans bekommen haben. Das werden wir alle nie vergessen“, so Messenzehl. Im Halbfinale treffen die Schweizer, die alle neun Spiele im Modus jeder gegen jeden gewinnen konnten, bereits am Abend (19.05 Uhr/ARD und Eurosport) auf Weltmeister Großbritannien, zeitgleich duellieren sich im Cortina Curling Stadium Rekord-Olympiasieger Kanada und Norwegen. Am Samstag im Spiel um Platz drei und Sonntag im großen Finale geht es dann um die Medaillen. (sid)
Nach dem bitteren Olympia-Viertelfinalaus hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die Heimreise angetreten. Bereits um 6.00 Uhr verließen an diesem Donnerstag die ersten Shuttle das Olympische Dorf, teilte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) mit, die letzten Mitglieder von Team und Staff brechen am Nachmittag auf. Für Kapitän Leon Draisaitl und seine bereits ausgeschiedenen NHL-Kollegen hob am Mailänder Flughafen Malpensa eine Maschine nach Nordamerika ab. Die nordamerikanische Profiliga nimmt am 25. Februar den Spielbetrieb wieder auf. „Es war nicht das Turnier, das wir uns erhofft hatten, aber dennoch ein unvergessliches Erlebnis voller schöner Erinnerungen“, schrieb Draisaitl bei Instagram: „Danke, Mailand! Und vielen Dank an alle für eure Unterstützung.“ Für den 30-Jährigen hatten seine ersten Winterspiele mit einer besonderen Ehre begonnen: Draisaitl wurde von den deutschen Sportfans und den Mitgliedern der deutschen Olympiamannschaft zum Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier gewählt.Für das prominent besetzte deutsche Team mit sieben Profis mit NHL-Verträgen lief es nicht wie erhofft: Gegen die Slowakei, einen Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe, war im Viertelfinale nach einem 2:6 Endstation. Um die Medaillen wird ab Freitag gespielt, am Sonntag steigt das Finale. Draisaitl erzielte zwei Tore und fünf Vorlagen, damit war der frühere NHL-MVP Topscorer der deutschen Auswahl.Die Konstellation der Mannschaft bei den Winterspielen in Italien sei „historisch“ gewesen, hatte Bundestrainer Kreis (Vertrag bis ins Jahr 2027) vor dem Slowakei-Spiel gesagt: „Es sind alles Kumpels. Diese Mannschaft wird so wohl nicht wieder zusammenspielen.“ Bei der Weltmeisterschaft im Mai in der Schweiz, inmitten der NHL-Play-offs, wird das deutsche Team ein anderes Gesicht haben. Draisaitl hatte vor dem Olympia-Turnier, für das die NHL eigens pausiert, zuletzt vor sieben Jahren für Deutschland gespielt. (sid)
Bei dichtem Schneefall in Bormio haben die Skibergsteiger ihre Olympia-Premiere gegeben. Während sich Tatjana Paller als deutsche Medaillenhoffnung mit Rang zwei in ihrem Vorlauf für das Halbfinale qualifizierte, schied Helena Euringer in ihrem Durchgang als Fünfte aus. Bei den Männern startete Finn Hösch als einziger deutscher Athlet. Der 23-Jährige schied als Vierter seines Vorlaufs jedoch ebenfalls früh aus. Ihm fehlten für das direkte Weiterkommen fast vier Sekunden. Skibergsteigen hat den Ursprung im Skitourengehen. Die Athletinnen und Athleten laufen mit ihren Skiern einen Hang hoch. Um dabei nicht rückwärts zu rutschen, sind Felle unten an die Skiflächen gespannt. Für ein kurzes Stück müssen sie auch Treppen steigen, auf diesem Streckenabschnitt werden die Skier abgeschnallt. Oben angekommen werden die Felle an den Skiern entfernt und es geht eine kurze Abfahrt hinunter. (dpa)
Die deutschen Nordischen Kombinierer gehen als Führende ins letzte Langlaufrennen ihrer Disziplin bei den Olympischen Winterspielen in Italien und haben gute Gold-Chancen. Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger starten im Team Sprint 13 Sekunden vor den zweitplatzierten Norwegern. Beim Skispringen im dichten Schneetreiben sprang Rydzek 123 Meter weit. Geiger landete in Predazzo nach 122,5 Metern. Das entscheidende Langlaufrennen ist für 14 Uhr in Tesero angesetzt. Für die deutschen Kombinierer ist es die letzte Chance, ein Olympia-Debakel zu verhindern. Schaffen es Rydzek und Geiger nicht auf das Podest, wären es für den Deutschen Skiverband die ersten Winterspiele seit 1998, bei denen er ohne Edelmetall in der Disziplin nach Hause fahren würde. (dpa)
Italien als Gastgeber der bevorstehenden Paralympics-Winterspiele sperrt sich gegen die Zulassung von Sportlern aus Russland und Belarus. „Die italienische Regierung bringt ihre absolute Ablehnung gegenüber der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees zum Ausdruck, sechs russische und vier belarussische Athleten zur Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Mailand-Cortina 2026 zuzulassen“, heißt es in einer Erklärung von Außenminister Antonio Tajani. Zuvor schon hatte die Ukraine angekündigt, der Eröffnungsfeier am 6. März in Verona fernzubleiben.Die Ukraine wehrt sich schon seit vier Jahren gegen eine russische Invasion. Vor diesem Hintergrund dürfen bei den derzeit laufenden Olympischen Winterspielen nur Einzelsportler aus Russland unter neutraler Flagge dabei sein. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte dagegen im September überraschend entschieden, die Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und seines Verbündeten Belarus aufzuheben.Nach aktuellen Planungen sollen die Behindertensportler aus Russland und Belarus bei der Eröffnungsfeier auch unter eigener Flagge sowie eigener Hymne einlaufen dürfen. Dazu heißt es in der Erklärung des italienischen Außenministers, die auch von Sportminister Andrea Abodi unterzeichnet ist: „Die anhaltende Verletzung des Waffenstillstands sowie der olympischen und paralympischen Ideale durch Russland, unterstützt von Belarus, ist mit der Teilnahme ihrer Athleten unvereinbar, es sei denn als neutrale Einzelathleten.“Vor kurzem hatte das IPC bestätigt, dass bei den Paralympics sechs Startplätze an russische Athleten vergeben worden seien. Belarus darf vier Teilnehmer entsenden. Zugleich verwies das Komitee darauf, dass die endgültige Entscheidung bei den italienischen Organisatoren und Behörden liege.Eine Sprecherin des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) hatte dazu erklärt: „Stand jetzt kann ich sagen, dass wir auf uns schauen und uns auf den Sport fokussieren.“ Zuvor hatte der DBS die Russland-Entscheidung des IPC wiederholt kritisiert. (dpa)
Im Wirbel um negative Äußerungen über einen israelischen Bobfahrer fordert Israels Olympisches Komitee (OCI) die Prüfung des weiteren Einsatzes eines Schweizers TV-Reporters bei den Winterspielen. In einem Beschwerdebrief an den Sender RTS und die Europäische Rundfunkunion schrieb das OCI, es erwarte eine öffentliche Entschuldigung für die Aussagen des Journalisten über den Athleten Adam Edelman während einer Live-Übertragung. Der Reporter hatte dem Bobpiloten vorgeworfen, einen „Genozid in Gaza“ zu befürworten und auf öffentliche Äußerungen Edelmans etwa in sozialen Netzwerken verwiesen. „Die während der Übertragung gemachten Äußerungen waren einseitig, politisch und hetzerisch und hatten auf einer olympischen Bühne nichts zu suchen“, schrieb OCI-Geschäftsführer Gili Lustig laut Medienberichten in dem Brief. Die Aussagen hätten Edelman persönlich in Gefahr gebracht, erklärte Lustig. Daher werde neben einer Entschuldigung „eine sofortige Überprüfung der weiteren Beteiligung des Kommentators an Olympia-bezogenen Übertragungen erwartet, einschließlich der Erwägung einer Suspendierung des Kommentators von der Olympia-Berichterstattung“, wie es in dem Schreiben weiter heißt. Der Sender RTS hatte die Aufzeichnung des Beitrags zuvor schon von seiner Webseite genommen, den Mitarbeiter aber verteidigt. „Unser Journalist wollte die Politik des IOC (Internationalen Olympischen Komitees) bezüglich der Äußerungen des betroffenen Athleten hinterfragen“, teilte der Sender mit. „Allerdings ist eine solche Information, obwohl sachlich richtig, aufgrund ihrer Länge für einen Sportkommentar ungeeignet.“ RTS ist der französischsprachige Arm des öffentlichen Rundfunks. Edelman reagierte auf dem Kurznachrichtendienst X in mehreren Posts gelassen und mit Ironie. Er beklagte die mangelhafte Vorbereitung des Reporters auf seinen Kommentar. „Du hast nur eine Chance, deinen Hass bei den Olympischen Spielen rauszulassen, und du weißt nicht einmal, an wie vielen Olympischen Spielen ich teilgenommen habe? Ich verdiene besseren Hass“, schrieb Edelman. (dpa)
Nach dem neuerlichen Drama am Schießstand hat sich das deutsche Biathlon-Team geschlossen hinter Franziska Preuß gestellt. „Ich möchte jetzt nicht ihr die Schuld zuweisen, dass es mit der Medaille nicht funktioniert hat“, sagte Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer nach dem vierten Platz in der Staffel: „Wir können nur als Team gewinnen oder als Team verlieren.“ Preuß war als zweite Läuferin des Deutschen Skiverbands (DSV) in das Rennen gegangen, kam als Führende zum Stehendschießen, das ihr bislang immer wieder bei den Olympischen Winterspielen große Probleme bereitet hatte. Und auch in der Staffel versagten der Bayerin die Nerven, mit einer Strafrunde fiel Deutschland weit zurück. Preuß war im Anschluss untröstlich. „Wir haben leider auf der Strecke auch schon gesehen, dass sie nicht ganz so locker, entspannt ist“, sagte Mehringer über Preuß, die „natürlich fertig“ sei: „Sie hat ihr Bestes gemacht, hat versucht, dranzubleiben. Keiner hat aufgegeben, auch Franzi nicht.“ Preuß habe dem DSV-Team „ich weiß nicht wie viele Staffeln gewonnen“ oder sei „erfolgreich ins Ziel gelaufen“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling: „Heute war es halt mal andersherum.“ Gerade wegen der vielen Rückschläge in Antholz „ist es uns wichtig, dass sie jetzt den Resetknopf drückt, der Massenstart steht noch an“, sagte Mehringer mit Blick auf das abschließende Medaillenrennen am Samstag (14.15 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia, in der ARD und auf Eurosport): „Aber den vielleicht mal ohne große Erwartungshaltung angehen, eher mehr genießen.“ Und dann würde er sich freuen, wenn Preuß „das letzte olympische Rennen nochmal gut absolviert“. (dpa)
Der deutsche Eisschnelllauf-Hoffnungsträger Finn Sonnekalb ist bereit für den Einsatz auf seiner Paradestrecke 1500 m bei den Olympischen Winterspielen in Mailand. „Mir geht's echt deutlich besser. Ich würde sagen, dass ich fast wieder bei 100 Prozent bin“, sagte der 18-Jährige vor seinem zweiten und letzten Einsatz am Donnerstag (ab 16.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia, in der ARD und auf Eurosport) in Norditalien. „Es ist nur noch in der Früh, wo ich es ab und zu merke, aber sonst ist eigentlich wirklich alles weg. Ich denke, ich bin jetzt in einer guten Form und kann vielleicht etwas Gutes liefern.“ Sonnekalb hatte sich vor seinem Olympia-Debüt in der ersten Woche einen Infekt eingefangen und das 1000-m-Rennen angeschlagen auf dem zwölften Platz beendet. Er sei nun zuversichtlich, „in einer guten Form“ am Start stehen zu können, so der Erfurter. Die Mittelstrecke 1500 m ist die Königsdisziplin Sonnekalbs. Bislang warten die deutschen Eisschnellläufer in Mailand auf eine Medaille. Bereits bei den vergangenen drei Winterspielen 2014, 2018 und 2022 waren sie ohne Podestplatzierung geblieben. (sid)
Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) will das Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Winterspielen in Mailand in einer umfangreichen Analyse aufarbeiten und wird sich dabei auch mit taktischen Entscheidungen von Bundestrainer Harold Kreis befassen. „Wir werden alles genau anschauen“, sagte Sportdirektor Christian Künast nach dem 2:6 gegen die Slowakei: „Wir wollten natürlich mehr und wir hätten uns gefreut, wenn es weitergegangen wäre.“ Ein Thema dürfte die Eiszeitverteilung während der fünf Spiele in Mailand werden. Gerade die Offensivstars aus der NHL wie Kapitän Leon Draisaitl, Tim Stützle und John-Jason Peterka trugen eine Hauptlast. Man habe durch die Reihenzusammenstellung auf dem Eis den Eindruck gewinnen können, dass der Fokus auf den Top-Stars gelegen habe. Die besten Spieler müssten zwar die meiste Eiszeit erhalten, „und das wurde versucht. Dass es am Ende vielleicht doch die ein oder andere Sekunde zu viel war, das kann man schon diskutieren, absolut“, sagte Künast. Kreis akzeptierte die Kritik. „Die Frage ist vielleicht berechtigt, ob ich sie zu viel eingesetzt habe“, sagte Kreis: „Aber dass alle die gleiche Eiszeit bekommen, das wird es nicht geben.“ Künast versicherte, dass das Team dennoch eine Gruppe gebildet habe, „die zusammen an einem Strang gezogen hat“. Als Verband habe man das Ziel, mit den Männer- sowie dem Frauenteam ins Viertelfinale zu kommen, erreicht. Man dürfe aber auch nicht sagen, „dass wir haben alles richtig gemacht haben“, sagte Künast. (sid)