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11.02.2026
14:11 Uhr
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Franziska Preuß verpasst erste Einzelmedaille +++ Drittes Gold für Franjo von Allmen +++ Snowboarder erleidet Halswirbelbrüche +++ US-Sportler hält emotionale Rede +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Die Halfpipe-Qualifikation bei den Olympischen Spielen in Italien ist von einem weiteren heftigen Sturz überschattet worden. Die chinesische Snowboarderin Liu Jiayu überschlug sich gegen Ende ihres zweiten Versuchs und blieb regungslos im Schnee liegen. Rettungskräfte eilten herbei und kümmerten sich für mehrere Minuten um die Athletin. Es herrschte Stille, ehe die 33 Jahre alte Ex-Weltmeisterin unter Applaus mit einem Schlitten abtransportiert wurde.Über Jiayus Gesundheitszustand ist derzeit nichts bekannt. Es ist nicht der erste folgenschwere Sturz, auch Cameron Bolton aus Australien war in der Halfpipe zu Fall gekommen. Bei ihm waren zwei Wirbelbrüche diagnostiziert worden.Das deutsche Trio verpasste indes den Einzug in das Finale. Nach zwei Versuchen in der Qualifikation fehlten Leilani Ettel auf dem 13. Platz 7,75 Punkte für das Weiterkommen. Bei den Spielen 2022 in Peking hatte sie das Finale erreicht und den elften Rang belegt. „Natürlich ist es extrem schade, dass es jetzt so knapp war. Ich wäre sehr gerne auch im Finale gefahren. Aber ich habe mich so gut auf dem Board gefühlt, wie seit zwei Jahren nicht mehr - das spornt mich an\", sagte die 24-Jährige.Nur die besten zwölf Starterinnen dürfen weiter auf Medaillen im Livigno Snow Park hoffen. Leilanis sechs Jahre jüngere Schwester Kona Ettel (18.) scheiterte ebenso wie auch Anne Hedrich (21.).Als Favoritin geht die zweimalige Halfpipe-Olympiasiegerin Chloe Kim in das Finale am Donnerstag (19.30 Uhr). Mit einer weiteren Goldmedaille wäre sie die erste Snowboarderin mit drei Olympiasiegen. (dpa)
Das deutsche Team wird bei den Paralympics in Mailand und Cortina d'Ampezzo mit dem drittgrößten Aufgebot seiner Geschichte antreten. Für die Spiele der Behindertensportler nominierte das Nationale Paralympics Komitee vorerst 38 Athleten und Athletinnen. Durch sogenannte Wildcards könnten noch weitere Startplätze hinzukommen, teilte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) mit.„Es ist eine Mannschaft mit vielen spannenden Charakteren und Geschichten, gleichzeitig ist es eine Mannschaft mit Potential und Perspektive. Mit Blick auf die Anzahl an Gesamtmedaillen wollen wir es unter die besten sechs Nationen schaffen“, erklärte Leistungssport-Chef Marc Möllmann, der auch erstmals Chef de Mission sein wird.Bei den Winter-Paralympics vom 6. bis 15. März sind deutsche Sportler zum ersten Mal in fünf Sportarten dabei. Lediglich das Rollstuhl-Curling findet ohne deutsche Beteiligung statt. Insgesamt werden 79 Entscheidungen in sechs Sportarten fallen.Bereits ihre sechsten Winter-Paralympics bestreitet die alpine Skifahrerin Andrea Rothfuss. Die 36-Jährige hatte in Sotschi 2014 Slalom-Gold gewonnen. Erfahrenste Athletin ist Andrea Eskau, die zum insgesamt neunten Mal bei Paralympics startet. Die 54 Jahre alte Rollstuhlsportlerin holte sowohl im Sommer mit dem Handbike als auch im Winter im Skilanglauf und Biathlon insgesamt acht Goldmedaillen.Neben den Sportlern nominierte der DBS sieben Guides. Zum Aufgebot gehören überdies 49 Mitglieder des Funktionsteams aus Trainern, Ärzten, Betreuern und Physiotherapeuten. (dpa)
Wayne Lemley war begeistert. Was diese wilden Ski-Freestyler da bei den Winterspielen 2002 in Salt Lake City auf die Buckelpiste zauberten, sollten seine Kinder auch irgendwann lernen. Und so stellte der Pilot später seine Tochter Elizabeth mit nur neun Monaten erstmals auf Ski. Heute, rund 19 Jahre später, hat auch Elizabeth Lemley den Pilotenschein – und ist Olympiasiegerin auf der Buckelpiste.Die 20-jährige US-Amerikanerin setzte sich im Livigno Snow Park vor ihrer Teamkollegin Jaelin Kauf durch, der Weltmeisterin und Olympia-Zweiten von Peking. Dritte wurde Perrine Laffont aus Frankreich, die Olympiasiegerin von 2018 und sechsmalige Weltmeisterin. Peking-Siegerin Jakara Anthony aus Australien patzte schwer und wurde Achte.Lemleys Sieg ist eine Überraschung, aber keine Sensation. Sie stand 2024 schon bei Jugend-Olympia ganz oben, ehe ein Kreuzbandriss sie ausbremste. Erst im vergangenen Dezember kehrte sie auf die Weltcup-Bühne zurück, jetzt sprang sie ganz nach oben. (sid)
Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat den Fall der positiv getesteten italienischen Biathletin Rebecca Passler abgewiesen. Zuständig sei weiterhin die italienische Anti-Doping-Behörde, teilte der Cas mit. Dort könne die vorläufige Suspendierung noch immer angefochten werden. Die Frist läuft am Donnerstag ab. Ein Start von Passler bei ihren Heim-Spielen in Italien wird damit immer unwahrscheinlicher.Passler war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar positiv auf Letrozol getestet worden. Anschließend wurde sie vor den Winterspielen vorläufig suspendiert. Passler hatte gefordert, die Suspendierung wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in ihrer Heimat Antholz zu ermöglichen. In der Hoffnung auf eine schnelle Entscheidung reichte sie einen Antrag bei der Ad-hoc-Abteilung des Cas für die Winterspiele ein.Mit dem Medikament Letrozol kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Die Biathletin argumentierte, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. Die frühere Junioren-Weltmeisterin startet seit Ende 2021 im Weltcup. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy. (dpa)
Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß muss nach zwei späten Schießfehlern weiter auf ihre erste olympische Einzelmedaille warten. Die 31-Jährige hatte bei den Winterspielen in Antholz über 15 Kilometer lange die Chance auf Gold, belegte am Ende aber den zehnten Platz. Ihr Rückstand betrug im Ziel 2:19,9 Minuten. Beste Deutsche wurde die Thüringerin Vanessa Voigt, die wie schon vor vier Jahren in Peking den vierten Rang belegte.Den Olympiasieg sicherte sich Julia Simon (1 Fehler) aus Frankreich vor ihrer Teamkollegin Lou Jeanmonnot (2). Bronze sicherte sich sensationell die Bulgarin Lora Hristova (0). Dahinter fehlten Voigt nach einem fehlerfreien Auftritt nur 13 Sekunden auf Bronze. In Peking waren es 2022 sogar nur 1,3 Sekunden gewesen.Kurz vor ihrem Karriereende hatte Preuß zum Olympia-Auftakt am Sonntag mit der deutschen Mixed-Staffel Bronze gewonnen. Nach drei perfekten Schießeinlagen patzte die Bayerin ausgerechnet bei den letzten fünf Schüssen. Am Dienstag waren auch die Männer im Einzel leer ausgegangen, Philipp Nawrath war als bester Deutscher Fünfter geworden. Das bislang letzte deutsche Edelmetall im Frauen-Einzel hatte Denise Herrmann-Wick vor vier Jahren mit Gold in Peking gewonnen. In diesem Rennen hatte Vanessa Voigt als Vierte Bronze verpasst. Auch Preuß war 2018 in Pyeongchang Vierte geworden, Bronze schnappte ihr damals in Südkorea Teamkollegin Laura Dahlmeier weg. (dpa)
Die deutschen Eishockey-Frauen müssen länger als von ihnen erhofft auf den Termin ihres Viertelfinals warten. Wie der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) mitteilte, sollen die Spiele der Runde der besten acht Teams erst nach dem auf Donnerstag verlegten letzten Vorrundenspiel Kanada gegen Finnland angesetzt werden.Nach ursprünglichem Spielplan hätte Deutschland als Zweiter der Gruppe B am Freitag wieder spielen müssen. Laut DEB findet das K.-o.-Spiel mit großer Wahrscheinlichkeit gegen Kanada nun jedoch erst am Samstag statt. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es heute aber noch nicht. Das Vorrundenspiel Kanadas gegen Finnland war verlegt worden, weil es in der vergangenen Woche bei den Finninnen einen Norovirus-Ausbruch gegeben hatte.Da Kanada am Dienstag überraschend deutlich 0:5 gegen die USA verloren hatte, ist immer noch nicht ganz klar, gegen wen das deutsche Team im Viertelfinale antreten muss. Ein Duell mit Olympiasieger Kanada ist aber sehr wahrscheinlich. „Wir haben da nichts zu verlieren“, sagte Laura Kluge, die am Dienstag den 2:1-Siegtreffer im letzten Vorrundenspiel gegen Italien erzielt hatte.Die Angreiferin von Boston Fleet aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL ist aktuell Top-Scorerin des gesamten olympischen Turniers der Frauen. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ist erstmals seit 2014 wieder bei Olympischen Winterspielen dabei. (dpa)
Die deutschen Nordischen Kombinierer haben eine Medaille verpasst. Johannes Rydzek belegte als Bester aus dem Team von Bundestrainer Eric Frenzel den achten Platz. Vinzenz Geiger, der zunächst aussichtsreich im Rennen lag, brach bei sehr schwierigen Bedingungen auf der letzten Runde ein und lief nur als Zehnter ins Ziel.Zum Olympiasieger krönte sich nach einem Sprung von der Normalschanze und dem entscheidenden Skilanglaufrennen über zehn Kilometer der Norweger Jens Luraas Oftebro. Silber sicherte sich Johannes Lamparter aus Österreich. Bronze ging im italienischen Tesero überraschend an den Finnen Eero Hirvonen. Als dritter Deutscher lief Julian Schmid auf Rang 14.Geiger, der vor vier Jahren bei den Winterspielen in Peking im Normalschanzen-Einzel furios Gold gewonnen hatte, war diesmal nach dem Skispringen als Achter und mit einem Rückstand von 29 Sekunden auf den führenden Esten Kristjan Ilves ins Rennen gegangen. Rydzek mit 42 und Schmid mit 43 Sekunden Rückstand auf die Spitze schienen im Kampf um das Podest ebenfalls nicht chancenlos. Die Hoffnungen erfüllten sich jedoch nicht.Die Kombinierer kämpfen bei diesen Winterspielen auch um ihre Olympia-Zukunft. Als einzige Sportart bei dem Großereignis findet die Kombination ohne Frauen statt. Noch ist offen, ob für die nächste Ausgabe des Großereignisses Athletinnen aufgenommen werden oder ob die Kombination vielleicht sogar ganz aus dem Programm genommen wird. Seit Monaten werben Sportlerinnen, Sportler und Funktionäre um die traditionsreiche Disziplin.„Wir haben einfach den geilsten Sport der Welt. So ist es einfach“, sagte Geiger nach dem Skispringen in Predazzo, bei dem für die Kombination ungewöhnlich viele Zuschauer vor Ort waren. Auf der anspruchsvollen Laufstrecke lieferten er und seine Konkurrenten dann ein packendes Rennen. (dpa)
Der Konflikt zwischen dem ukrainischen Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) spitzt sich zu und könnte beim Rennen am Donnerstag eskalieren. Während das IOC auf seiner Position beharrt, Heraskewytschs Helm mit den Bildern getöteter Sportler verstoße gegen die Richtlinien, sieht das der 27-Jährige anders. „Das IOC hat die Situation um den 'Helm des Gedenkens' zu einem absurden Theaterstück gemacht“, sagte Heraskewytsch am Mittwoch.IOC-Sprecher Mark Adams hatte zuvor betont: „Wir werden den Athleten heute abermals kontaktieren und ihm die vielen Möglichkeiten aufzeigen, seine Trauer auszudrücken, wie wir es bereits besprochen haben.“ Die Konsequenz von Disziplinarmaßnamen sprach Adams nicht direkt aus, sie geht aber aus der IOC-Charta hervor.Heraskewytsch könne außerhalb des Wettkampfs „seinen Helm tragen, er kann seinen Helm zeigen, er kann damit durch die Mixed Zone gehen, er kann mit Leuten reden“, erklärte Adams und betonte: „Wir werden mit ihm sprechen, um ihm zu erklären, dass es im Interesse aller liegt, dass er an Wettkämpfen teilnimmt und seine Meinung äußern kann.“ Auf die Frage, ob und wann konkret eine Disqualifikation ausgesprochen würde, ging er nicht sein. Dies sei „hypothetisch“.Heraskewytsch, Fahnenträger seines Landes bei den Winterspielen in Norditalien, ist seit Tagen auf Konfrontationskurs mit dem IOC, um seinem kriegsgebeutelten Land Sichtbarkeit zu verschaffen. Er trug den Helm am Montag, Dienstag und auch am Mittwoch in den Trainingseinheiten und bekräftigte, er werde den Kopfschutz auch im olympischen Wettkampf an diesem Donnerstag (9.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und Eurosport) einsetzen. Dies ist laut der IOC-Regel 50.2 verboten, wonach die Meinungsfreiheit gewissen Einschränkungen unterliegt.Das Spielfeld, das sogenannte „field of play“, sei „heilig“, unterstrich Adams und verwies auf unterzeichnete Erklärungen durch Tausende Athleten. Heraskewytsch betonte, er verstoße gegen keine IOC-Regel und warf dem IOC „Doppelmoral“ vor. Er verwies auf den US-Eiskunstläufer Maxim Naumov, der am Dienstagabend nach seinem Kurzprogramm mit einem Bild seiner bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Eltern gedacht hatte.„Das war eine sehr emotionale, sehr menschliche, spontane Geste, und ich denke, jeder würde jemanden verstehen, der seine Eltern auf so tragische Weise verloren hat. In gewisser Weise unterstreicht sie genau das, was wir sagen wollen“, sagte Adams und fügte hinzu: Heraskewytsch könne „genau dasselbe tun“. (sid)
Die deutschen Snowboarderinnen haben auf der Halfpipe den Finaleinzug verpasst. Nach zwei Versuchen in der Qualifikation fehlten Leilani Ettel auf dem 13. Platz 7,75 Punkte für das Weiterkommen. Bei den Spielen 2022 in Peking erreichte sie das Finale und belegte den elften Rang. „Natürlich ist es extrem schade, dass es jetzt so knapp war. Ich wäre sehr gerne auch im Finale gefahren. Aber ich habe mich so gut auf dem Board gefühlt, wie seit zwei Jahren nicht mehr – das spornt mich an“, sagte die 24-Jährige. Nur die besten zwölf Starterinnen dürfen weiter auf Medaillen im Livigno Snow Park hoffen. Leilanis sechs Jahre jüngere Schwester Kona Ettel (18.) scheiterte ebenso wie auch Anne Hedrich (21.). Die zweimalige Halfpipe-Olympiasiegerin Chloe Kim aus den USA geht derweil als Favoritin in das Finale am Donnerstag (19.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, in der ARD und bei Eurosport). Mit einer weiteren Goldmedaille wäre sie die erste Snowboarderin mit drei Olympiasiegen. (dpa)
Mit „norwegischem Spirit“ für Deutschland: Die in Oslo geborene Skilangläuferin Theresa Fürstenberg erhält kurzfristig einen Startplatz im DSV-Team für das olympische Freistil-Rennen über zehn Kilometer am Donnerstag. „Sie reist an und wird das in Angriff nehmen. Sie freut sich riesig“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder.Die 23 Jahre alte Fürstenberg hatte sich als Ersatzläuferin in der Heimat bereit gehalten. „Ihr Papa ist Norweger, die Mama Deutsche. Sie ist in Norwegen aufgewachsen. Sie hat den Spirit, den man in Norwegen in die Wiege gelegt bekommt, mitgenommen“, sagte Schlickenrieder. Fürstenberg hatte bis 2022 als Norwegerin an Juniorenrennen teilgenommen.Da Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler ebenso wie Katherine Sauerbrey auf das Rennen (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia 2026, im ZDF und bei Eurosport) verzichtet, erhält Fürstenberg eine Chance. „Es geht darum, Erfahrung zu sammeln und ihre gute Saison mit einem Olympia-Auftritt zu krönen. Das ist das Schönste, wenn man unverhofft zu so einem Einsatz kommt. Da nimmt man auch in Kauf, dass es eine Dreiecksfahrerei gibt“, sagte Schlickenrieder. Fürstenberg wird nach ihrem Olympiastart zum zweitklassigen Continental Cup im tschechischen Nove Mesto reisen.Hennig Dotzler verzichtet dagegen auf das Rennen in dem von ihr weniger geliebten freien Stil. „Sie hat im Skiathlon gesehen, dass ihr der Skating-Teil schwer gefallen ist. Also volle Konzentration auf die Staffel“, sagte Schlickenrieder. (dpa)
Franjo von Allmen hat bei den Olympischen Winterspielen in Italien auch den Super-G gewonnen. Es ist nach Gold in der Abfahrt und in der Team-Kombination schon seine dritte Goldmedaille. Dem 24 Jahre alten Schweizer reichten 0,13 Sekunden Vorsprung auf den Amerikaner Ryan Cochran-Siegle zum Sieg. Der Ski-Star Marco Odermatt, der im Weltcup Sieg um Sieg sammelt und auch vor diesen Spielen als Favorit galt, musste sich seinem Kollegen wie schon in der Abfahrt geschlagen geben. Odermatt wurde Dritter und gewann damit seine zweite Medaille bei diesen Winterspielen, schon in der Kombination hatte er gemeinsam mit Loic Meillard Bronze errungen. Der Deutsche Simon Jocher landete auf Rang 21.Von Allmen ist nach dem Österreicher Toni Sailer (1956) und Jean-Claude Killy aus Frankreich (1968) erst der dritte männliche Skirennfahrer und der erste seit 58 Jahren, der dreimal Gold bei denselben Winterspielen gewonnen hat. Bei den Frauen ist dies nur der Kroatin Janica Kostelic (2002) gelungen. Fast schon ungläubig saß von Allmen im Zielbereich auf der Position des Führenden und zuckte grinsend mit den Schultern, als ein Konkurrent nach dem anderen langsamer war. Auch Odermatt, der souverän die Weltcupwertung im Super-G anführt, blieb um 0,28 Sekunden hinter seinem Landsmann. Dem dreimaligen Weltmeister bleibt nun noch der Riesenslalom als große Chance auf Olympia-Gold in Bormio.
Während Johan-Olav Botn und Sturla Holm Lägreid bei Feuerwerk und einem Stückchen Siegerkuchen ihren sportlich herausragenden Olympia-Tag ausklingen ließen, brodelte es im heimischen Norwegen. „Es war eine falsche Handlung, wir sahen einen reuigen Jungen, der dort stand“, sagte der zurückgetretene Rekordweltmeister und heutige TV-Experte Johannes Thingnes Bö: „Sowohl Zeit, Ort als auch Timing sind leider völlig falsch.“Mit seiner Kritik nahm die norwegische Biathlon-Ikone Lägreid ins Visier, der nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Einzel live im Fernsehen unter Tränen von einem Seitensprung berichtet hatte. Das Geständnis verbreitete sich schnell und sorgte dafür, dass der hochemotionale Olympiasieg seines Landsmanns Botn in den Hintergrund rückte. „Bei Sturla liegen die Gefühle offen zutage. Er kann sie nicht verbergen“, sagte Bö, der nicht als einziger scharfe Worte wählte. Auch Petter Northug, Langlauf-Legende der Norweger, missfiel Lägreids Auftritt. Während Botn Erfolg habe, „wenn es darauf ankommt“ und seinen kurz vor Weihnachten verstorbenen Freund Sivert Guttorm Bakken „ehre“, schrieb Northug bei X, habe sich Lägreid stattdessen darauf konzentriert, „mit wem er geschlafen hat und mit wem nicht und wirkt dabei wie eine Figur aus 'Ex on the Beach'“.Er wolle dem Sieger „nicht die Show stehlen“, sagte Lägreid auf der Pressekonferenz entschuldigend in Richtung Botn. Er hoffe, „dass es nur die nächsten ein, zwei Tage ein Thema ist“, die Goldmedaille seines Teamkollegen sei dagegen „für immer“. Botn ließ sich zumindest äußerlich keinen Ärger anmerken, Lägreid könne „in der Mixed Zone tun, was er will. Ich entscheide nicht darüber, worüber er sprechen möchte.“ Für ihn sei es „in erster Linie ein persönlicher und emotionaler Sieg für mich selbst“. (sid)
Der australische Snowboarder Cameron Bolton hat sich mehreren Medienberichten zufolge im Training bei den Olympischen Winterspielen in der Halfpipe zwei Halswirbel gebrochen. Der australische Verband bestätigte eine Verletzung sowie das Olympia-Aus des 35-Jährigen auf seinem Instagram-Kanal.Zunächst dachte Bolton noch, sein Sturz sei glimpflich ausgegangen. Er habe die erste Nacht noch im Hotel verbracht. Am Morgen nach dem Unfall seien die Nackenschmerzen aber stärker geworden. Daraufhin sei Bolton mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden. Dort seien zwei Frakturen festgestellt worden.Alisa Camplin, sogenannter Chef de Mission des australischen Teams, erklärte, Bolton sei trotz der Schwere der Verletzung guter Dinge und werde von seiner Frau begleitet. „Cam wollte seinen Teamkollegen klarmachen, was passiert ist, dass es ihm gut geht und er gut versorgt wird“, sagte Camplin in Livigno. Bei den Weltmeisterschaften in der Schweiz im vergangenen Jahr gewann Bolton mit seiner Kollegin Mia Clift die Silbermedaille im Mixed-Wettbewerb beim Snowboardcross.Es ist bereits die vierte Verletzung, die das australische Team trifft. Die Favoritin im Aerials-Wettbewerb, Laura Peel, erlitt vor den Olympischen Spielen eine Knieverletzung, genau wie die Freestyle-Skifahrerin Daisy Thomas. Die Snowboarderin Misaki Vaughan musste ihren Start ebenfalls absagen, nachdem sie am Montag beim Training einen Schlag auf den Kopf erlitten hatte. (dpa)
Berührender Moment beim olympischen Eiskunstlauf: Der US-Amerikaner Maxim Naumov hat mit einem Familienfoto an seine vor einem Jahr tödlich verunglückten Eltern erinnert. Nach seinem Auftritt im Kurzprogramm in Mailand hielt der 24-Jährige ein Bild in die Kamera, das ihn als dreijährigen Jungen bei seinem ersten Gang aufs Eis mit seinen Eltern zeigt. Die ehemaligen Paarlauf-Weltmeister Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow, die ihren Sohn auch trainiert und auf eine Teilnahme bei Olympischen Winterspielen vorbereitet hatten, waren im Januar 2025 bei einem Absturz eines Passagierflugzeugs in Washington gestorben.„Ich hatte das Gefühl, dass sie mich heute begleitet haben“, sagte Naumov. „Ich konnte ihre Unterstützung förmlich spüren, fast wie eine Schachfigur auf einem Schachbrett, von einem Element zum nächsten.“ Nach der Schlussfigur seines Kurzprogramms schaute Naumov andächtig nach oben und kniff dann die Augen zusammen. „Ich landete am Ende auf den Knien und wusste dann nicht, ob ich weinen, lächeln oder lachen sollte. Alles, was ich machen konnte, war nach oben zu blicken und zu sagen: „Schaut, was wir gerade geschafft haben“.“Naumov sagte, er hätte sich gewünscht, mit ihnen gemeinsam in der sogenannten „Kiss-and-Cry“-Zone, wo die Eiskunstläufer mit ihren Coaches auf die Bewertungen warten, auf die Anzeigetafel zu schauen und diesen Moment zu erleben. „Sie verdienen es, direkt neben mir zu sitzen, so wie sie es immer getan haben.“ Der US-Amerikaner belegte im Kurzprogramm Platz 14 und qualifizierte sich somit für die Kür am Freitag (19.00 Uhr), deutlich in Führung liegt der amerikanische Eiskunstlauf-Star Ilia Malinin.Naumovs Eltern waren im Paarlauf für Russland startend bei Olympischen Winterspielen Fünfte (1992) und Vierte (1994) geworden und hatten dann 1994 mit dem Titel bei den Weltmeisterschaften ihren größten Erfolg gefeiert. Später arbeiteten sie in den USA als Trainer.Bei dem Flugzeugabsturz waren 67 Passagiere ums Leben gekommen, darunter auch 14 Menschen, die von den US-Meisterschaften im Eiskunstlauf und einem Nachwuchstrainingscamp von Wichita (Kansas) nach Washington fliegen wollten. (dpa)