FAZ 08.02.2026
13:02 Uhr

Liveblog Olympia 2026: 0,04 Sekunden fehlen Aicher – Sorgen um Lindsey Vonn


Erste deutsche Medaille bei Winterspielen 2026 +++ US-Star stürzt schwer +++ Georg Hackl im Krankenhaus +++ Keine Medaille für Snowboarderin Hofmeister +++ Alle Olympia-2026-News im Liveblog.

Liveblog Olympia 2026: 0,04 Sekunden fehlen Aicher – Sorgen um Lindsey Vonn

Snowboard-Hoffnung Ramona Hofmeister hat eine Medaille im Parallel-Riesenslalom verpasst. Die 29-Jährige, die nach einer Verletzung erst Anfang Januar ihr Comeback gegeben hatte, schied nach einem Sturz im Viertelfinale gegen die Tschechin Zuzana Maderova aus und verpasste damit ihre zweite Olympia-Medaille. 2018 hatte Hofmeister in Pyeongchang Bronze geholt, vor vier Jahren war sie in Peking auch nicht über das Viertelfinale hinausgekommen.Neben Hofmeister scheiterte überraschend auch die Tschechin Ester Ledecka, zuletzt zweimal in Folge Olympiasiegerin, in der Runde der letzten acht. Cheyenne Loch, die ebenfalls gegen Maderova verloren hatte, und Elias Huber waren im Achtelfinale ausgeschieden. Melanie Hochreiter und Mathilda Schied hatten genau wie der WM-Zweite Stefan Baumeister, Max Kühnhauser und Yannik Angenend die Qualifikation nicht überstanden.Hofmeister war nach einem Bruch des Sprungbeins im September erst Anfang des Jahres in den Weltcup zurückgekehrt. Bei ihrem Comeback fuhr sie direkt auf Platz eins, in vier weiteren Rennen vor Olympia folgten ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang. Druck habe sie in Italien „mit dieser Story im Gepäck“ nicht verspürt, betonte sie zuletzt.Am Sonntag hatte Hofmeister bereits im Achtelfinale zittern müssen. Gegen die 16 Jahre alte Bulgarin Malena Samfirowa lag die viermalige Gesamtweltcupsiegerin lange in Führung, bevor die Teenagerin noch einmal aufholte und sich im Ziel nur um 0,02 Sekunden geschlagen geben musste. (sid)

Norwegens Skilanglaufstar Johannes Hösflot Kläbo hat seine Rekordjagd mit Gold im Skiathlon eröffnet. Der 29 Jahre alte Rekordweltmeister triumphierte in Lago di Tesero im Skiathlon und holte seinen sechsten Olympiasieg.Kläbo war beim Rennen über jeweils 10 Kilometer in der klassischen und freien Technik im Finale wie erwartet eine Klasse für sich und setzte sich am letzten kleinen Abstieg aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe ab. Silber holte überraschend der Franzose Mathis Deloges (+2,1 Sekunden) vor Norwegens WM-Zweiten Martin Löwström Nyenget (+2,2). Bester Deutscher war Friedrich Moch auf Platz 26.Kläbo könnte der große Abräumer der Spiele werden. „Er ist so perfekt, dass es unmenschlich wirkt“, sagte die Schwedin Frida Karlsson, die am Samstag den Frauen-Skiathlon gewonnen hatte. Im Sprint sowie beim Teamsprint und in der Staffel wäre alles andere als Gold eine Riesenüberraschung, auch über 10 und 50 Kilometer ist er der Favorit. Bei der WM 2025 in Trondheim gewann Kläbo alle sechs Langlauf-Titel der Männer. Mit drei weiteren Goldmedaillen in Tesero würde Kläbo an seinen Landsleuten Marit Björgen, Björn Dählie und Ole Einar Björndalen (alle achtmal Gold) als Wintersportler mit den meisten Olympiasiegen vorbeiziehen. Gut möglich, dass Kläbo sogar die legendäre Bestmarke von Eric Heiden erreicht oder übertrifft. Der US-Eisschnellläufer gewann 1980 in Lake Placid als bislang einziger Wintersportler fünfmal Olympia-Gold in einem Jahr.  Der frühere Tour-de-Ski-Zweite Moch lief auf der schweren Strecke ein mutiges Rennen und zunächst in der Spitzengruppe mit, letztlich hatte er 2:25,3 Minuten Rückstand. Florian Notz wurde 28., Jakob Moch kam auf Platz 33.Ein bemerkenswertes Rennen zeigte der als neutraler Athlet zugelassene Russe Saweli Korosteljew. Der frühere Junioren-Weltmeister, der erst seit Dezember wieder im Weltcup starten darf, kämpfte lange um eine Medaille und wurde Vierter. Peking-Olympiasieger Alexander Bolschunow war hingegen nicht am Start. Der Weltverband FIS hatte dem Russen den Status als neutraler Athlet verweigert, Bolschunow versuchte vergeblich, vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS sein Startrecht zu erstreiten. (sid)

Als Max Langenhan am Samstag im Eiskanal von Cortina den Grundstein zu einer möglichen Goldmedaille legte, konnte niemand mit dem Rodel-Weltmeister mithalten – bis auf einen kleinen, fliegenden Begleiter. Eine Drohne verfolgte die Rennrodler im nagelneuen Sliding Centre durch die ersten engen Kurven und lieferte spektakuläre Bilder, sorgte aber auch für ein gut hörbares Surren. Auch im Ski alpin folgten Drohnen den Abfahrern und erweckten Eindrücke wie aus einem Videospiel. „Wir sehen das als eine Weiterentwicklung des Sports. Ich denke, die Erwartungshaltung aller ist es heutzutage, beim Konsum einer Sportveranstaltung, insbesondere der Olympischen Spiele, diese Art von Erlebnis zu haben“, sagte IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Das Internationale Olympische Komitee strebe „stets danach, das beste Seherlebnis zu bieten – egal ob im Stadion oder außerhalb“. Die Sportler seien dadurch „nicht wesentlich“ beeinträchtigt, führte Ducrey aus. Anna Riccardi, die Sportdirektorin der Spiele von Mailand/Cortina, verwies auf beständigen Austausch mit den Athletinnen und Athleten. Auch seien die Drohnen bei „verschiedenen Veranstaltungen“ im Vorfeld getestet worden: „Bisher haben wir keine Beschwerden erhalten, die zu einem zukünftigen Verzicht auf Drohnen führen könnten.“ (sid)

Rodel-Ikone Georg Hackl ist an der neu gebauten Bahn am Cortina Sliding Centre gestürzt und hat eine Verletzung erlitten. Das bestätigte der Rodel-Weltverband FIL der Deutschen Presse-Agentur. Laut einer lettischen FIL-Ärztin hat sich Hackl die Schulter ausgekugelt und ist derzeit in einer Klinik. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Unfall während des Trainings der Frauen berichtet. Der 59 Jahre alte „Schorsch“ Hackl, der 2022 vom deutschen Verband zu den Österreichern wechselte, ist mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen der erfolgreichster Rodler der olympischen Geschichte. „Ich wollte mir das Training meiner Rodler anschauen. Ich bin auf einen Weg gegangen und ein wenig hochgeklettert, um auf die Bahn zu gucken. Das ist ja mein Job. Dummerweise ist unter mir etwas weggebrochen und ich bin aus 1,80 Meter auch auf den Kopf gefallen“, sagte Hackl der „Bild“-Zeitung. Ob er beim ersten großen Gold-Duell bei den Männern zwischen Max Langenhan und dem Österreicher Jonas Müller am Sonntagabend an der Bahn sein kann, ist fraglich. (dpa)

Snowboard-Hoffnung Ramona Hofmeister hat vor den entscheidenden Rennen im Parallel-Riesenslalom noch Luft nach oben. Die 29-Jährige aus Bischofswiesen kam in der Qualifikation nach einem durchwachsenen ersten von zwei Läufen auf den siebten Rang und verpasste damit eine optimale Ausgangslage für den Kampf um die Medaillen.Auch Cheyenne Loch schaffte als 15. gerade noch den Sprung unter die besten 16, Melanie Hochreiter und Mathilda Scheid schieden aus. Die zweifache Olympiasiegerin Ester Ledecka (Tschechien) unterstrich als Erste derweil ihre Gold-Ambitionen.  „Mit der ersten Runde war ich nicht ganz zufrieden. Im Finale ist aber alles drin, ich freue mich drauf“, sagte Hofmeister im ZDF. Nach der Qualifikation fahren die Athletinnen – beginnend mit dem Achtelfinale – in direkten Duellen gegeneinander. Nur die Siegerin zieht in die nächste Runde ein. Die Finalläufe starten um 13.00 Uhr.Hofmeister, die 2018 in Pyeongchang Olympia-Bronze geholt hatte, war nach einem Bruch des Sprungbeins im September erst Anfang des Jahres in den Weltcup zurückgekehrt. Bei ihrem Comeback fuhr sie direkt auf Platz eins, in vier weiteren Rennen vor Olympia folgten ein weiterer Sieg sowie je ein zweiter und ein dritter Rang. (dpa)

Der niederländische Eisschnelllauf-Star Jutta Leerdam hat im Rahmen der Winterspiele vor Journalisten für Aufregung gesorgt. Die 27-Jährige lehnte zwei Tage vor der Medaillenentscheidung über die 1000 Meter am Montag in Mailand nach einem Interview mit der niederländischen Rundfunkanstalt NOS weitere Gespräche mit schreibenden Journalisten ab, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.Leerdam, die auf ihren eigenen Social-Media-Kanälen sehr aktiv ist, hatte sich zuvor schon geweigert, mit der Presse zu sprechen. Daraufhin hatte die niederländische Sportpresse Beschwerde eingelegt. Leerdam ruderte zunächst zurück und kündigte an, am Samstag mit den Medien zu reden. Sie habe ihre Entscheidung revidiert, weil sie „keine große Welle daraus machen wollte“, erklärte sie in einem NOS-Interview. Doch dann gab es wieder die Rolle rückwärts.Leerdam ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten bei diesen Winterspielen – und das nicht nur aufgrund ihrer Erfolge. Allein auf Instagram hat die siebenmalige Weltmeisterin rund fünf Millionen Follower. Zudem ist sie die Verlobte des US-Influencers Jake Paul, der auch für seine Boxkämpfe – zuletzt gegen den ehemaligen Weltmeister Anthony Joshua – bekannt ist.„Vor einer Weltmeisterschaft spreche ich auch öfter nicht mit den Medien. Ich habe nicht besonders viel zu erzählen, bin voll fokussiert und arbeite jeden Tag daran, auf dem Eis besser zu werden. Ich arbeite auf diesen Wettkampf hin, also habe ich eigentlich nicht sehr viel zu sagen“, wurde Leerdam von der NOS zitiert.Schon vor wenigen Tagen hatte Leerdam für Aufsehen gesorgt, als sie anders als ihre Teamkolleginnen mit einem Privatjet zu den Spielen gereist war. Auch das hatte Kritik in ihrem Heimatland zur Folge. (dpa)

Das israelische Bob-Team ist gut eine Woche vor den olympischen Rennen in Cortina Opfer eines Diebstahls geworden. „Während des Trainings wurde in das Apartment eingebrochen, Ausrüstung im Wert von Tausenden Dollar sowie Pässe wurden gestohlen“, schrieb Bob-Pilot Adam Edelman am Samstag auf der Plattform \"X\": „Was für eine Saison.“ Das Team habe noch am selben Tag die folgende Trainingseinheit dennoch absolvieren können.Der Einbruch habe sich „vor den Spielen in einer Unterkunft“ ereignet, sagte IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams am Sonntag: „Es lag damit nicht in unserem Zuständigkeitsbereich.“ Edelman wird im Zweier- (16./17. Februar) und im Viererbob (21./22. Februar) antreten, es sind besondere Rennen für den israelischen Sport: Erstmals ist das Land auf olympischer Bühne im Bobsport vertreten, 2022 noch hatte Edelman die Qualifikation knapp verpasst. Die persönliche Geschichte des 34-Jährigen ist ebenfalls außergewöhnlich. Der gebürtige Amerikaner nahm bereits an den Winterspielen 2018 teil, damals noch als Skeleton-Pilot. Edelman ist der erste Israeli, der sich in zwei verschiedenen Sportarten für Olympische Spiele qualifiziert hat. Noch Ende Januar fehlte dem Team das nötige Geld für Flüge und Equipment für die Teilnahme in Cortina d'Ampezzo, letztlich kam die Summe über einen Spendenaufruf zusammen. (dpa)

Nach Krawallen in Mailand rund um die Winterspiele hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni scharfe Kritik geübt. Beteiligte an den Ausschreitungen nannte sie in den sozialen Medien „Feinde Italiens und der Italiener“. Sie sorgten dafür, dass die Bilder der Krawalle „im Fernsehen auf der halben Welt“ gezeigt werden, schrieb die rechte Regierungschefin weiter und stellte einen Beitrag des US-Senders Fox dazu.Am Samstagabend hatte sich in der norditalienischen Metropole ein Protestmarsch von mehr als 3000 Menschen in Richtung des olympischen Dorfes aufgemacht. Dabei warfen Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails in Richtung der Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab dabei sechs Festnahmen.Meloni erwähnte auch einen Vorfall auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn im Norden des Landes. An drei Stellen des Netzes waren am Samstag Beschädigungen entdeckt worden, was für erhebliche Probleme im Bahnverkehr sorgte. Ermittler schließen nicht aus, dass es sich wie zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris dabei um Sabotageakte handeln könnte.„Tausende und Abertausende Italiener arbeiten in diesen Stunden daran, dass während der Olympischen Spiele alles funktioniert“, schrieb Meloni in ihrem Instagram-Post. Viele von ihnen seien als Freiwillige unterwegs, „weil sie möchten, dass ihre Nation einen guten Eindruck macht, bewundert und respektiert wird“. Ihnen gegenüber stünden die von ihr als Feinde bezeichneten Leute, die „gegen die Olympischen Spiele“ demonstrierten, so die Politikerin. (dpa)

Gibt es heute die erste deutsche Medaille bei diesen Winterspielen? Gut möglich. Denn es gibt einige Chancen. In insgesamt acht Wettbewerben fallen an diesem Sonntag die Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze.

Im Kampf gegen ihre vorläufige Dopingsperre bekommt die italienische Biathletin Rebecca Passler bei den Winterspielen im eigenen Land moralische Unterstützung von ihren Teamkolleginnen. „Ich habe ihr natürlich eine Nachricht geschrieben, weil ich ihr in diesem schwierigen Moment nahe sein wollte“, sagte die frühere Weltmeisterin Dorothea Wierer in Antholz. Passler sei eine „tolle Person“, die Unterstützung verdient, ergänzte die 35-Jährige, die zweimal den Gesamtweltcup gewann. „Mehr können wir im Moment nicht tun. Wir können nur abwarten und ihr eine große Umarmung schicken.“Die 24 Jahre alte Passler will ihre Sperre nicht akzeptieren und reichte beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einen entsprechenden Antrag dagegen ein. Schon am kommenden Dienstag wird sie deswegen angehört. Das teilte die Ad-hoc-Kammer des Cas bei den Winterspielen in Mailand mit. (dpa)

Die Winterspiele machen auch italienische Schlager wieder populär, die ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Am ersten Tag wurde an vielen Wettkampfstätten von den Zuschauern vor allem „Nel blu, dipinto di blu“ mitgesungen, das international besser als „Volare“ bekannt ist.Das Lied aus dem Jahr 1958 – im Original von Domenico Modugno und Johnny Dorelli – war auch Bestandteil der zentralen Eröffnungsfeier im San-Siro-Stadion in Mailand. Allerdings gab es an der Interpretation durch die US-Popdiva Mariah Carey einige Kritik. Auch dass der italienische Text für die Amerikanerin in Lautsprache auf dem Teleprompter lief, sorgte für Spott.Bei den Wettkämpfen war des Öfteren auch der Klassiker „Azzurro“ von Adriano Celentano zu hören. Bei den Eisschnelllauf-Wettbewerben spielte ihn eine Blasmusik-Band aus den Niederlanden. Bei der Eröffnungsfeier hatten sich die Organisatoren für einen anderen Celentano-Song entschieden, den Titel „Prisencolinensinainciusol“, der sich zwar sehr englisch anhört, aber in einer erfundenen Sprache geschrieben ist.Celentano kommt aus Mailand. Zur Eröffnung der Spiele in seiner Heimatstadt trat der inzwischen 88-Jährige aber nicht in Erscheinung. Am Rande der Wettkämpfe liefen auch oft auch „Felicità“ von Al Bano und Romina Power sowie „Sarà perché ti amo“ von Ricchi e Poveri vom Band. (dpa)

Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin hat im Teamwettbewerb den ersten Rückschlag bei den Olympischen Spielen in Italien hinnehmen müssen. Das US-Wunderkind belegte im Kurzprogramm mit 98,00 Punkten nur den zweiten Platz und hatte mehr als zehn Zähler Rückstand auf den Japaner Yuma Kagiyama, der mit einer fulminanten Darbietung auf 108,67 Punkte kam. Malinin, der wegen seiner vielen Vierfachsprünge auch als „Vierfach-Gott“ bezeichnet wird, zeigte in Mailand ungewöhnliche Schwächen – unter anderem beim dreifachen Axel. Auf Gold-Kurs ist der 21-Jährige mit den USA aber trotzdem. Zur Halbzeit führt der Topfavorit mit 34 Punkten knapp vor Japan (33 Punkte). Den dritten Platz belegt nach dem Rhythmustanz im Eistanz sowie den Kurzprogrammen bei den Paaren, Frauen und Männern mit 28 Zählern Gastgeber Italien. Insgesamt zehn Nationen nahmen am Wettbewerb teil. Dabei werden für die Gesamtpunktzahl die Platzierungen zusammengerechnet – für einen Sieg gibt es die meisten Punkte, für den letzten Platz die wenigsten. Für die Kürprogramme qualifizierten sich die besten fünf Teams. Die Entscheidung fällt am Sonntagabend (21.55 Uhr) mit der Kür der Männer. Das deutsche Team hatte sich nicht qualifiziert. (dpa)

Katharina Schmid zuckte enttäuscht mit den Schultern, Selina Freitag lächelte gequält: Die deutschen Skispringerinnen haben ausgerechnet zum Olympia-Auftakt einen der schwächsten Wettkämpfe der Saison abgeliefert. Beim überraschenden Sieg der Norwegerin Anna Odine Ström war mehr als Rang sieben für Freitag nicht drin, die erhoffte Medaille weit entfernt. „Ich hatte ein bisschen Pech, es war bei mir vielleicht nicht ganz so locker“, sagte Schmid, die bei der Eröffnungsfeier 24 Stunden zuvor an gleicher Stelle die deutsche Fahne getragen hatte. Für die zweimalige Olympia-Zweite stand am Ende Rang 16 auf der Normalschanze von Predazzo. Zweitbeste Deutsche war Agnes Reisch auf Rang neun. Nicht zu schlagen war Ström, die mit Flügen auf 100,0 und 101,0 m Topfavoritin Nika Prevc auf Rang zwei verwies. Nozomi Maruyama aus Japan holte Bronze. Weltmeisterin Prevc brach nach dem Wettkampf in Tränen aus, denn Teil eins der erwarteten Prevc-Festspiele in Italien ist misslungen. Bruder Domen kann es am Montag an gleicher Stelle besser machen. Für das DSV-Team endete derweil eine beeindruckende Serie: Bei der vierten Olympia-Entscheidung der Geschichte stand erstmals keine Deutsche auf dem Podest. Carina Vogt hatte bei der Premiere 2014 Gold gewonnen, 2018 und 2022 holte Schmid jeweils Silber. „Ich glaube, im Moment bin ich ein bisschen enttäuscht“, sagte Schmid nach dem mäßigen Start in das letzte Großereignis ihrer Karriere. Reisch sah das ähnlich: „ich habe meine Leistung gezeigt – aber ich habe mir schon ein höheres Ziel gesetzt als Platz neun.“ Juliane Seyfarth verpasste als 32. sogar den zweiten Durchgang. Bundestrainer Heinz Kuttin hatte sich nach den starken Vorleistungen durchaus mehr erhofft. „Selina und Agnes sind richtig gut drauf, beide haben richtig gute Medaillenchancen“, hatte der Österreicher vor dem Wettkampf gesagt. Reisch, Freitag und Schmid hatten in dieser Saison alle schon das Podest erreicht. Doch auf dem kleinen Bakken reichte es nicht zum großen Wurf, schon nach dem ersten Durchgang waren die Chancen quasi dahin. Reisch und Freitag empfahlen sich aber zumindest für einen Platz im Mixed am Dienstag, in diesem geht jede Nation mit zwei Männern und zwei Frauen an den Start. Freitag und Co. haben in Italien noch zwei weitere Medaillenchancen: Nach dem Mixed wird am 15. Februar erstmals eine Olympiasiegerin von der Großschanze gekürt. (sid)