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05.03.2026
18:55 Uhr
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Aserbaidschan droht Iran nach Drohneneinschlag mit Vergeltung +++ Israel ruft Bewohner in Beiruter Vororten zur Flucht auf – Angriff erwartet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Wadephul: Bundesregierung plant auch Sonderflug aus Riad Die Bundesregierung will nach drei Sonderflügen aus dem Oman auch aus der saudischen Hauptstadt Riad in der Nahost-Region gestrandete Deutsche in die Heimat zurückbringen. Das kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf Instagram an.Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Papier des Auswärtigen Amts zur Information des Bundestages soll der Flug aus Saudi-Arabien am Sonntagnachmittag mit einer gecharterten Maschine der Fluggesellschaft Sundair organisiert werden. Zur Vorbereitung der Ausreise sollen besonders verletzliche Deutsche wie Schwangere, Kranke oder Ältere auf dem Landweg aus dem Golfemirat Katar nach Riad gebracht werden.In dem Papier des Außenministeriums heißt es zudem, bislang gebe es auf der Krisenvorsorgeliste Elefand mehr als 35.000 Einträge in der Region. Nicht alle der Deutschen, die sich dort registriert hätten, wollten aber ausreisen. Es gebe auch Deutsche, die die Region bereits verlassen hätten. Wadephul appellierte an die Betroffenen, die bereits zurück in Deutschland sind, sich wieder aus der Liste auszutragen.
Iranische Staatsmedien melden Angriff auf US-Flugzeugträger Von den Revolutionsgarden gestartete Drohnen haben iranischen Staatsmedien zufolge den US-Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ getroffen. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen am Donnerstag, ohne genauere Angaben zu machen. Das Pentagon äußerte sich bislang nicht dazu, hatte zuletzt aber ähnliche Meldungen der Iraner sofort dementiert. Die Revolutionsgarden hatten bereits am Sonntag erklärt, als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran den US-Flugzeugträger im Persischen Golf attackiert und getroffen zu haben, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. „Der US-Flugzeugträger 'USS Abraham Lincoln' wurde von vier ballistischen Raketen getroffen“, teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen Medien mit. Das Pentagon erklärte jedoch umgehend, dass die „abgefeuerten Raketen nicht einmal in die Nähe“ des Schiffes gekommen seien. Die Revolutionsgarden hatten zuvor Vergeltung für die US-israelischen Angriffe angedroht und „die heftigste Offensive in der Geschichte der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran“ angekündigt.
Selenskyj: USA haben Ukraine um Unterstützung bei Drohnenabwehr in Golfregion gebeten Die USA haben die Ukraine nach Angaben Kiews um Unterstützung bei der Abwehr iranischer Drohnen gebeten. „Wir haben eine Anfrage der Vereinigten Staaten erhalten, im Nahen Osten spezifische Unterstützung zum Schutz vor 'Schahed' zu leisten“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag im Onlinedienst X mit Blick auf die Kampfdrohnen aus iranischer Produktion. Er habe angeordnet, dafür „die notwendigen Mittel“ und „ukrainische Spezialisten“ zur Verfügung zu stellen.
Macron will Libanon vor Eskalation im Irankrieg schützenFrankreichs Präsident Emmanuel Macron will verhindern, dass Libanon noch weiter in den Irankrieg hereingezogen wird. Er habe mit den Verantwortlichen in Libanon auf höchster Ebene Gespräche geführt, um einen Plan zur Beendigung der Angriffe auszuarbeiten, die die proiranische Hizbullah-Miliz in Libanon und Israel derzeit auf beiden Seiten der Grenze ausführten, teilte Macron auf der Plattform X mit.Die libanesischen Behörden hätten zugesagt, die Kontrolle über die Stellungen der Hizbullah zu übernehmen und die Sicherheit auf dem gesamten Staatsgebiet vollständig zu gewährleisten. „Ich werde sie dabei nach Kräften unterstützen“, erklärte Macron. Frankreich werde seine Zusammenarbeit mit den libanesischen Streitkräften verstärken und ihnen gepanzerte Transportfahrzeuge sowie operative und logistische Unterstützung zur Verfügung stellen.
Araghchi: Iran strebt weder Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA anIran strebt nach Angaben von Außenminister Abbas Araghchi derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. „Wir fordern keine Waffenruhe“, sagte Araghchi am Donnerstag dem US-Sender NBC News. „Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten.“„Wir haben zweimal mit ihnen verhandelt, und jedes Mal haben sie uns mitten in den Verhandlungen angegriffen“, sagte Araghchi weiter. Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg zwischen beiden Staaten eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert.Mit Blick auf eine mögliche Bodenoffensive gegen Iran sagte Araghchi, ein solcher Schritt würde für die Feinde Teherans mit einer „Katastrophe“ enden. „Wir warten auf sie“, betonte der iranische Außenminister. „Wir sind zuversichtlich, dass wir ihnen die Stirn bieten können.“ Mehrere US-Medien hatten zuvor berichtet, dass die USA kurdische Milizen mit Waffen unterstützen wollen, um einen Aufstand in Iran zu provozieren. Dies wurde vom Weißen Haus dementiert. Zu der für den Welthandel wichtige Straße von Hormus sagte Araghchi, Iran habe „derzeit nicht die Absicht“, die Meerenge abzusperren. „Aber wenn der Krieg weitergeht, werden wir jedes Szenario in Betracht ziehen.“
Israels UN-Botschafter: Zu früh für DiplomatieIsrael ist derzeit nicht bereit für Verhandlungen über ein Ende des Konflikts mit dem Iran. Für Diplomatie sei es noch zu früh, sagte der israelische UN-Botschafter Danny Danon in New York. „Wir müssen den Job zu Ende bringen. Wir müssen die Terrormaschine zerschlagen.“ Das werde „Tage oder Wochen“ dauern, aber nicht Monate, so der Diplomat. Wenn die Führung im Iran „weitermacht“, sei es nur eine Frage der Zeit, bis man wieder an den gleichen Punkt käme. Israels erklärtes Ziel im Iran ist es, das iranische Raketen- und Atomprogramm zu zerstören. Israel sieht darin eine existenzielle Bedrohung. Das Land setzt zudem auf einen Umsturz der Führung im Iran durch die iranische Bevölkerung im Zuge der Angriffe.
Selenskyj: USA haben uns um Hilfe gebetenDie USA haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge um Hilfe beim Umgang mit Drohnen im Krieg gegen den Iran gebeten. „Wir haben von den Vereinigten Staaten eine Anfrage nach konkreter Unterstützung beim Schutz vor Shahed im Nahen Osten erhalten“, schrieb Selenskyj am Donnerstag auf der Plattform X. Die Ukraine hat Erfahrung mit der Abwehr von Drohnen des iranischen Typs Shahed, die Russland seit langem im Krieg gegen sein Nachbarland einsetzt. „Ich habe die Anweisung gegeben, die notwendigen Mittel bereitzustellen und die Anwesenheit ukrainischer Spezialisten sicherzustellen, die die erforderliche Sicherheit gewährleisten können“, schrieb Selenskyj. US-Präsident Donald Trump sagte dazu in einem Interview mit der Agentur Reuters auf eine entsprechende Frage: „Selbstverständlich werde ich jede Hilfe von jedem Land annehmen.“
Iran: Haben mehr als 500 Raketen und 2000 Drohnen abgefeuert Iran hat seit Kriegsbeginn am Samstag eigenen Angaben zufolge mehr als 500 ballistische Raketen und Marschflugkörper abgefeuert. Weiterhin seien mindestens 2.000 Kampfdrohnen verschiedener Typen von iranischem Boden gestartet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen „informierte militärische Quelle“. Die Agentur steht der mächtigen Revolutionsgarde nahe.Etwa 40 Prozent der Angriffe erfolgten dem Bericht zufolge gegen Ziele in Israel. Am Samstag hatte der jüdische Staat gemeinsam mit den USA den Krieg gegen Iran begonnen. Die restlichen rund 60 Prozent der iranischen Attacken richteten sich gegen „amerikanische Ziele“. Neben Israel attackieren Irans Streitkräfte auch Stellungen in den Golfstaaten, darunter Bahrain, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak sowie Saudi-Arabien, wo die USA Stützpunkte unterhalten.Am Donnerstag meldeten iranische Medien außerdem den Einsatz einer der Raketen mit der größten Zerstörungskraft in ihrem Arsenal. Eine ballistische Rakete vom Typ „Chorramschahr 4“ mit einem eine Tonne schweren Gefechtskopf sei auf eine Luftwaffenbasis in Tel Aviv gefeuert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.
Massenschlägerei in Wien bei Gedenken für KhameneiIn Wien ist es nach einer Gedenkveranstaltung für den getöteten obersten Führers der Islamischen Republik Iran, Ali Khamenei, zu einer Massenschlägerei gekommen. Österreichischen Medienberichten zufolge hatten sich zahlreiche Anhänger Khameneis in einem islamischen Zentrum in Wien-Floridsdorf zu einer Trauerkundgebung versammelt, während Gegner des Teheraner Regimes auf der anderen Straßenseite demonstrierten.Der Polizei gelang es zunächst, beide Seiten zu trennen und zu verhindern, dass einzelne Personen die Straßenseite wechselten. Kurz nach Ende der Kundgebung gingen jedoch mehrere Notrufe ein, weil rund 70 Personen zum Ort des Geschehens zurückgekehrt waren und mit Stöcken und Holzlatten aufeinander einprügelten. Nach Polizeiangaben konnten die Beamten mit Hilfe der Spezialeinheit WEGA die Situation rasch wieder unter Kontrolle bringen. Insgesamt wurden neun Personen verletzt, sieben von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zahlreiche Verdächtige flüchteten jedoch offenbar. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Raufhandels ein.
Sri Lanka bringt Besatzung von iranischem Schiff in Sicherheit Sri Lanka hat nach Angaben von Präsident Anura Kumara Dissanayake mit der Evakuierung eines iranischen Schiffes vor seiner Küste begonnen. Es befänden sich insgesamt 208 Menschen an Bord, sagte das Staatsoberhaupt am Donnerstag. Nach der Rettung der Mannschaft solle das Schiff in den Hafen von Trincomalee gebracht werden. Man habe sich nach ausführlichen Gesprächen dazu entschlossen, der Besatzung zu helfen. Erst am Mittwoch war die iranische Fregatte „IRIS Dena“ in der Region durch Torpedobeschuss eines amerikanischen U-Boots versenkt worden. Dabei kamen 87 Menschen ums Leben.
Baku droht Iran mit VergeltungNach dem Einschlag mehrerer mutmaßlich iranischer Drohnen in Aserbaidschan hat die Führung in Baku mit Vergeltung gedroht. „Wir werden diesen unprovozierten Terrorakt und die Aggression gegen Aserbaidschan nicht dulden“, sagte Präsident Ilham Alijew bei einem Treffen des Sicherheitsrates. „Unsere Streitkräfte wurden angewiesen, geeignete Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten und umzusetzen.“ Eine iranische Drohne hatte nach Angaben des aserbaidschanischen Außenministeriums am Donnerstag ein Terminalgebäude des Flughafens der an den Iran grenzenden aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan getroffen. Eine weitere Drohne schlug demnach in der Nähe einer Schule im Ort Schekerabad ein. Einer Klinik in Nachitschewan zufolge wurden „vier Personen mit Schädel-Hirn-Traumata ins Krankenhaus eingeliefert“. Die Regierung in Teheran wies eine Verwicklung zurück und beschuldigte seinerseits Israel. Man greife die Nachbarländer nicht an, sagte der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi. Als Reaktion auf den Vorfall sperrte Aserbaidschan seinen südlichen Luftraum und stoppte den Frachtverkehr an der Grenze zum Iran.
Bahrain: Feuer in Raffinerie nach Raketenangriff In Bahrain ist örtlichen Behördenangaben zufolge nach einem iranischen Raketenangriff ein Feuer in einer Raffinerie ausgebrochen. Der Brand in der Anlage von Bapco Energies sei jedoch unter Kontrolle, teilt das Nationale Kommunikationszentrum mit. Der Betrieb der Raffinerie laufe weiter, es gebe keine Verletzten.
Mehrheit der Deutschen hält Angriff auf Iran für nicht gerechtfertigt Die Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger hält den Angriff Israels und der USA auf den Iran für nicht gerechtfertigt. Wie der aktuelle „Deutschlandtrend“ der ARD ergab, halten 58 Prozent der Befragten den am Samstag begonnenen Militärangriff für nicht gerechtfertigt, 25 Prozent sehen ihn als gerechtfertigt an. 17 Prozent hatten keine Meinung oder machten keine Angaben dazu.Damit ist die Zustimmung zu dem Angriff allerdings größer als zur Militäraktion der USA gegen Venezuela Anfang Januar. Damals hatten zwölf Prozent diese als gerechtfertigt eingestuft, wie die ARD am Donnerstag weiter mitteilte.Rund drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) empfinden die politische Lage in der Welt für die Menschen in Deutschland zudem aktuell als sehr bedrohlich oder bedrohlich. Das sind 23 Prozentpunkte mehr als Anfang Februar 2022 und damit vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine. Rund 75 Prozent der Befragten haben außerdem Sorge, der Irankrieg könnte auf noch mehr Länder übergreifen.