FAZ 07.03.2026
21:41 Uhr

Liveblog Irankrieg: USA und Israel greifen Irans Ölreserven an


Netanjahu: Israel setzt Angriffe auf Iran fort +++ Großbritannien bereitet Einsatz von Flugzeugträger vor +++ Royal Navy bereitet laut Bericht HMS Prince of Wales vor +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: USA und Israel greifen Irans Ölreserven an

Trump macht Teheran für Angriff auf Schule in Iran verantwortlich US-Präsident Donald Trump hat Teheran für den Angriff auf eine Schule in Iran mit womöglich mehr als 150 Toten verantwortlich gemacht. „Auf Grundlage dessen, was ich gesehen habe, wurde dies von Iran getan“, sagte der US-Präsident am Samstag an Bord seiner Präsidentenmaschine zu Journalisten. Die „New York Times“ hatte am Freitag berichtet, dass wahrscheinlich die USA für den Angriff verantwortlich seien. Dies habe eine Auswertung von Satellitenbildern, Videos und Veröffentlichungen in Online-Medien ergeben. 

Trump nimmt Leichen von getöteten US-Soldaten in Empfang Unter den Augen von US-Präsident Donald Trump sind am Samstag die Leichen der sechs im Irankrieg getöteten US-Soldaten in die Vereinigten Staaten überführt worden. Trump salutierte, als die mit US-Flaggen bedeckten Särge aus einem Militärflugzeug ausgeladen und an ihm vorbeigetragen wurden. An der Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware nahmen auch US-Vizepräsident JD Vance und seine Frau Usha, Pentagon-Chef Pete Hegseth, US-Generalstabschef Dan Caine sowie First Lady Melania Trump teil. Die sterblichen Überreste der Soldaten wurden anschließend in eine Leichenhalle gebracht. Dort sollen sie offiziell identifiziert und für die Beisetzung vorbereitet werden. Die getöteten Soldaten – fünf Männer und eine Frau im Alter von 20 bis 54 Jahren – waren Reservisten, die einer Einheit aus dem US-Bundesstaat Iowa angehörten. Sie wurden am Sonntag bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet.

Trump an Starmer: „Brauchen euch nicht mehr“ “US-Präsident Donald Trump äußert sich spöttisch über den britischen Premierminister Keir Starmer. „Das Vereinigte Königreich, unser einstiger großer Verbündeter, vielleicht sogar der größte von allen, erwägt nun ernsthaft, zwei Flugzeugträger in den Nahen Osten zu entsenden“, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Das ist in Ordnung, Premierminister Starmer, wir brauchen sie nicht mehr – aber wir werden uns daran erinnern. ​Wir brauchen keine Leute, die sich erst dann an Kriegen beteiligen, wenn wir sie bereits gewonnen haben!“ Starmer hatte bereits vor einigen Tagen Kritik von Trump zurückgewiesen und erklärt, er stehe zu seiner Entscheidung, die ersten gemeinsamen Angriffe der USA und Israels nicht unterstützt zu haben. Trump hatte ihm zuvor vorgeworfen, zu lange mit der Freigabe von Luftwaffenstützpunkten gewartet zu haben. „Es ist meine Pflicht, zu beurteilen, was im nationalen Interesse Großbritanniens ist“, hatte Starmer dazu gesagt. 

Selenskyj: Habe Saudi-Arabien Hilfe bei Abwehr iranischer Drohnen angeboten Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, er habe mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Lage in Iran und im Nahen Osten gesprochen. Dabei habe er sein Angebot bekräftigt, bei der Bekämpfung iranischer Drohnen zu helfen. Die Ukraine kämpfe seit Jahren gegen von Iran entwickelte Drohnen des Typs ​Shahed. Jeder wisse, dass kein anderes Land der Welt über solche Erfahrungen damit verfüge wie die Ukraine. „Wir sind bereit zu helfen und erwarten, dass auch unser Volk die notwendige Unterstützung erhält“, sagt Selenskyj mit Blick auf den Angriffkrieg Russlands auf die Ukraine. se

Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab  Nach weiteren schweren Angriffen der USA und Israels auf Iran hat die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in der Hauptstadt Teheran vorübergehend in Sicherheit gebracht. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär aus dem Land verlegt worden. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber weiterhin gewährleistet. „Die temporäre Verlegung folgt einer Reduzierung, die bereits Mitte Januar vorsorglich erfolgte“, hieß es weiter.Die konsularische Unterstützung sei zuvor schon wegen einer Reduzierung des Personals stark eingeschränkt, die Visastelle sei bereits vorübergehend geschlossen gewesen, hieß es weiter aus dem deutschen Außenministerium. Die Maßnahme zum Schutz des Personals in Teheran sei mit Blick auf die Sicherheit der deutschen Auslandsvertretungen angesichts der Lage im Nahen und Mittleren Osten ergriffen worden. 

Erneut mehrere Explosionen in Jerusalem  In Jerusalem sind am Samstagabend erneut Explosionen zu hören gewesen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von rund einem Dutzend Detonationen. Die israelische Armee hatte zuvor iranische Raketenangriffe auf Israel gemeldet. Im Zentrum des Landes und im besetzten Westjordanland wurde Luftalarm ausgelöst. Nach Angaben des Rettungsdiensts Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet. Iran hatte Jerusalem nach israelischen Angaben bereits am Samstagvormittag angegriffen. 

Netanjahu will Angriffe auf Iran mit all seiner Kraft fortsetzen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat weitere massive Angriffe auf Iran angekündigt. Die israelische Armee werde den Krieg „mit all unserer Kraft“ fortsetzen, sagte Netanjahu am Samstagabend in einer Fernsehansprache.

Mann in Dubai durch Trümmer eines abgefangenen Geschosses getötet  Irans Angriffe in den Golfstaaten halten an. In der emiratischen Metropole Dubai habe es einen weiteren „Zwischenfall“ gegeben, teilte das Medienbüro der Stadt mit. Nach einem abgewehrten Angriff seien Trümmerteile in die Fassade eines Gebäudes an der Marina gestürzt, hieß es zunächst. Später wurde mitgeteilt, dass durch auf ein Auto abstürzende Trümmerteile in einem nordöstlich davon gelegenen Stadtviertel ein Mensch getötet worden sei.Im Internet kursierten Videos, die zeigen, wie Rauch aufsteigt an einem Wolkenkratzer. Es soll sich um einen bekannten, fast 400 Meter hohen und bewohnten Wolkenkratzer handeln, der zu den höchsten Gebäuden der Stadt zählt. In dem Stadtviertel befindet sich auch der riesige Einkaufskomplex Mall of the Emirates. Die Behörden teilten nicht mit, welches Gebäude betroffen war. 

Neuer Oberster Führer soll bald benannt werdenIran will einem Bericht zufolge in Kürze einen Nachfolger für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei benennen. Die Sitzung des für die Wahl zuständigen Expertenrats werde „mit göttlicher Hilfe innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden“, sagte eines der 88 Mitglieder des Gremiums, Hossein Mosafari, am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Er rief die Iraner auf, „von Spekulationen und der Verbreitung von Gerüchten zu diesem Thema abzusehen“. 

Präsident der Emirate: Befinden uns im KriegDer Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajid, hat sich angesichts der iranischen Angriffe mit eindringlichen Worten an sein Volk gewandt. „Wir befinden uns im Krieg“, sagte Mohammed dem Fernsehsender Abu Dhabi TV bei einem Besuch Verletzter im Krankenhaus in der Hauptstadt. Er habe auch eine Botschaft an die Feinde: „Die Emirate haben ein dickes Fell und bitteres Fleisch, wir sind keine leichte Beute.“ Das Land sei zwar „attraktiv, wunderschön und ein Vorbild“, davon dürften sich die Gegner der Emirate aber nicht täuschen lassen. „Ich verspreche allen, dass wir stärker denn je (aus diesem Krieg) hervorgehen werden.“ 

Weitere US-Bomber nach Großbritannien verlegtDie US-Streitkräfte haben weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte am Nachmittag, dass die USA britische Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ im Irankrieg nutzten. Nachdem am Freitag der erste Militärflieger des Typs B-1 Lancer in Gloucestershire angekommen war, erreichten am Samstag drei weitere die RAF-Basis Fairford, wie britische Medien übereinstimmend berichteten.Die Verteidigungsoperationen sollen den Iran daran hindern, Raketen in die Region abzufeuern und damit britische Leben in Gefahr zu bringen, wie das Ministerium auf der Plattform X schrieb. Einer der britischen Stützpunkte auf Zypern war im Verlauf des Krieges von einem Angriff getroffen worden.

Großbritannien bereitet Flugzeugträger für Einsatz vorMedienberichten zufolge bereitet das Vereinigte Königreich einen Flugzeugträger für einen möglichen Einsatz im Nahen Osten vor. Unter Berufung auf das britische  Verteidigungsministerium berichtet der „Guardian“, Mitarbeiter der Royal Navy in Portsmouth bereiteten die HMS Prince of Wales, das Flaggschiff der Marine, vor. Es soll damit schneller eingesetzt werden können, falls eine Entscheidung zur Mobilisierung in der Region getroffen wird. Laut „Guardian“ teilte ein Sprecher des Ministeriums mit, dass noch keine Entscheidung über den Einsatz des Flugzeugträgers getroffen wurde. Laut „Sky News“ wurden auch die Besatzungen über einen möglichen Einsatz im Nahen Osten informiert. „Sky News“ berichtete außerdem, dass die Vorankündigungsfrist für den Einsatz des Schiffes von zehn auf fünf Tage verkürzt wurde. 

Kuwait drosselt Ölförderung Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus vorsorglich seine Ölproduktion. Auch der Durchsatz der ​Raffinerien werde reduziert, teilt der staatliche Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation (KPC) mit. Dies sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage dies zulasse.