FAZ 04.03.2026
03:06 Uhr

Liveblog Irankrieg: USA melden Zerstörung von 17 iranischen Schiffen


Israelische Armee startet neue Angriffswelle +++ Iranische Rakete trifft großen US-Stützpunkt in Qatar +++ Drohnenangriff löst Feuer nahe US-Konsulat in Dubai aus +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: USA melden Zerstörung von 17 iranischen Schiffen

Israel kündigt Tötung von Khameneis Nachfolger an Israel hat gedroht, es werde auch den Nachfolger des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Khamenei töten. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz schrieb in einem Post auf der Plattform X, jeder Anführer, der im Iran ernannt werde, „um weiterhin das Programm zur Vernichtung Israels voranzutreiben, die USA, die freie Welt und die Staaten der Region zu bedrohen und das iranische Volk zu unterdrücken, wird ein eindeutiges Ziel für eine Eliminierung sein“. Es spiele dabei keine Rolle, „wie er heißt oder wo er sich versteckt“. Man werde sich weiterhin gemeinsam mit den USA dafür einsetzen, „die Fähigkeiten des Regimes zu zerschlagen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das iranische Volk es stürzt und ersetzt“. Khamenei war am Samstag bei einem israelischen Angriff getötet worden. Als einer der möglichen Nachfolger gilt sein Sohn Modschtaba. 

Saudi-Arabien fängt Marschflugkörper ab Saudi-Arabien hat zwei mutmaßlich iranische Marschflugkörper sowie zehn Drohnen abgefangen. Das teilte das saudische Verteidigungsministerium mit. Die Marschflugkörper wurden in der Region al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad abgeschossen, wo sich ein wichtiger US-Luftwaffenstützpunkt befindet. Die Basis wurde in vergangenen Tagen bereits mehrfach mit Drohnen angegriffen. Zudem seien mehrere Drohnen abgefangen worden, die in den saudischen Luftraum eingedrungen waren. 

Mitarbeiter der US-Botschaften auf Zypern und in den Golfstaaten dürfen ausreisen Vor dem Hintergrund des anhaltenden Iran-Kriegs hat die US-Regierung ihrem diplomatischen Personal in weiteren Ländern die Ausreise erlaubt. Am Mittwoch erteilte das US-Außenministerium dem \"nicht für Notfälle zuständigen\" Personal auf Zypern sowie dessen Familienmitgliedern unter Verweis auf \"Sicherheitsrisiken\" die Erlaubnis zur Ausreise. Wenige Stunden zuvor hatte das Außenministerium bereits Botschaftsmitarbeitern in Saudi-Arabien und im Oman die Erlaubnis zur Ausreise erteilt und dies mit Sicherheitsrisiken begründet. 

USA ziehen diplomatisches Personal aus Pakistan abDas US-Außenministerium hat für das \"nicht für Notfälle zuständige\" Personal der US-Konsulate in den pakistanischen Großstädten Lahore und Karatschi die Ausreise angeordnet. Die Konsulatsmitarbeiter und ihre Familien sollten Pakistan aus \"Sicherheitsgründen\" verlassen, teilte die US-Botschaft in Islamabad am Mittwoch mit. Am Status der Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt ändere sich nichts. 

Trauerfeier für getötetem Ajatollah Khamenei am Abend geplantDer Iran nimmt am Mittwochabend ​mit einer Zeremonie in Teheran Abschied von dem getöteten geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Khamenei. Die Feierlichkeiten sollen um 22.00 Uhr Ortszeit auf der Imam-Chomeini-Gebetsstätte beginnen und drei ⁠Tage andauern, wie die staatlichen Medien meldeten. Einzelheiten zum Trauerzug sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. 

USA verschärfen Reisehinweis für ZypernNach einem Drohnenangriff auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern fordert die US-Regierung ihre Staatsbürgerinnen und Staatsbürger auf, geplante Reisen nach Zypern zu überdenken. Zudem wird nicht dringend benötigten US-Regierungsmitarbeitern und deren Angehörigen die Ausreise gestattet. Zur Begründung verwies das Außenministerium auf bestehende Sicherheitsrisiken. Zahlreiche Airlines haben bereits ihre Flugverbindungen in den EU-Inselstaat eingestellt. Der US-Reisehinweis entspricht damit der Stufe drei von vier. Die höchste Stufe wäre eine Reisewarnung.

Israel greift Stellungen iranischer Basidsch-Milizen anIsrael hat bei den massiven Angriffen im Iran nach Militärangaben auch Stellungen der Basidsch-Milizen ins Visier genommen. Es seien „Dutzende Stützpunkte“ der Basidsch-Kräfte angegriffen worden, teilte ein Sprecher der israelischen Armee auf X mit. Kampfjets hätten zahlreiche Geschosse abgeworfen. Die Basidsch-Milizen sind besonders für ihr hartes Vorgehen gegen die Proteste im eigenen Land bekannt. Auf der Basis von Hinweisen des Militärgeheimdienstes habe die Luftwaffe „eine weitere Angriffswelle durchgeführt, die auf Einrichtungen des iranischen Systems in ganz Teheran abzielte“, hieß es weiter in der Mitteilung. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Basidsch-Stützpunkte seien von der iranischen Führung dazu genutzt worden, ihre Stabilität zu sichern und die Kontrolle der verschiedenen Landesteile aufrechtzuerhalten. Israels Armee werde die Angriffe „auf die Infrastruktur des iranischen Systems weiter vertiefen“, kündigte der Sprecher an. 

Drohne nahe Flughafen von Bagdad abgeschossenNahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ist am Mittwoch erneut eine Drohne abgeschossen worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde bei dem Vorfall niemand verletzt, es sei kein Sachschaden entstanden. Am internationalen Flughafen von Bagdad befindet sich ein militärischer Bereich, der von US-Beratern genutzt wird. Früher waren dort Truppen der US-geführten Militärkoalition stationiert.

Libanesisches Gesundheitsministerium meldet elf Tote bei israelischen AngriffenIm Zuge des Irankrieges hat Israel weitere Ziele der pro-iranischen Hizbullah-Miliz in Libanon angegriffen. Bei den Angriffen wurden in der Nacht zum Mittwoch nach libanesischen Angaben mindestens elf Menschen getötet.Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge griff die israelische Armee die zwei Dörfer Aramoun und Saadijat südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut an und tötete dabei sechs Menschen. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. NNA meldete zudem einen israelischen Angriff auf ein vierstöckiges Gebäude in einem Wohnviertel in der Stadt Baalbek im Osten des Landes. Dabei seien fünf Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten an. Drei Menschen würden noch vermisst.Außerdem berichtete NNA über einen israelischen Angriff auf ein Hotel in dem Beiruter Vorort Hasmieh. Krankenwagen seien im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur. Es war der erste israelische Angriff auf das mehrheitlich von Christen bewohnte Viertel der libanesischen Hauptstadt seit Beginn des Irankrieges. Zuvor hatte die Hizbullah erklärt, den israelischen Marinestützpunkt in Haifa im Norden Israels mit Raketen angegriffen zu haben. Die israelische Armee erklärte kurz darauf, mehrere anfliegende Geschosse seien entdeckt und die meisten davon abgeschossen worden.

Saudi-Arabien meldet Zerstörung von Drohne​Saudi-Arabien hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Drohne über der Östlichen Provinz abgefangen und zerstört. Zur Herkunft des Fluggeräts oder zu möglichen Schäden ⁠und Opfern machte das Ministerium zunächst keine Angaben.

USA identifizieren vier in Kuwait getötete SoldatenDas US-Militär hat die Namen von vier Soldaten bekannt gegeben, die bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet wurden. Die Regierung in ⁠Washington warnt zugleich vor weiteren Opfern. Man habe den Abgeordneten mitgeteilt, dass weitere Amerikaner sterben würden, sagt der demokratische Senator Chris Murphy nach einer Unterrichtung durch Regierungsvertreter. Die vier Soldaten im Alter von 20 bis 42 Jahren starben dem Pentagon zufolge am Sonntag. Insgesamt sind ‌in dem Konflikt bislang sechs US-Soldaten getötet worden.

Börsen in Ostasien stark im MinusIn Ostasien sind die Börsenkurse wegen des sich ausweitenden Konflikts im Nahen Osten erneut deutlich gefallen. Der japanische Nikkei-Index sank bis zum Mittag (Ortszeit) um knapp vier Prozent, der südkoreanische Leitindex KOSPI fiel zwischenzeitlich sogar um zehn Prozent. Wegen des starken Kurseinbruchs verhängte die Börse in Seoul einen vorübergehenden Handelsstopp, der fünf Minuten dauerte. Der Hongkonger Hang Seng sank bis zum Mittag um knapp drei Prozent. Südkorea und Japan hängen stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten ab, die größtenteils über die Straße von Hormus transportiert werden. Derzeit ist der Schiffsverkehr in der Meeresenge wegen des Iran-Kriegs stark eingeschränkt und gilt als sehr riskant. Zudem sind die Preise für Rohöl seit Beginn des Kriegs deutlich gestiegen.

Großbritannien bringt Staatsbürger aus Oman in SicherheitGroßbritannien organisiert die Evakuierung seiner Staatsbürger aus dem Oman. Man arbeite mit Fluggesellschaften ⁠an zusätzlichen Kapazitäten ab Maskat, sagt Außenministerin Yvette Cooper am Dienstag im Parlament. Vorrang hätten besonders schutzbedürftige Personen. Ein von der Regierung gecharterter Flug soll am Mittwoch um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit starten. Zudem plane British Airways ‌für Donnerstag einen weiteren Flug. Das Außenministerium warnt britische Staatsbürger jedoch davor, ohne eine direkte Aufforderung zum Flughafen zu fahren. In den Golfstaaten haben sich nach Angaben der Ministerin 130.000 Briten registriert.

Herabfallende Trümmer in Kuwait töten elfjähriges MädchenIn Kuwait ist ein elf Jahre altes Mädchen von herabfallenden Trümmern tödlich verletzt worden. Wiederbelebungsversuche der Rettungskräfte blieben erfolglos: Sie wurde wenig später in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt für tot erklärt, wie das Gesundheitsministerium auf der Plattform X mitteilte. Die Behörde machte keine genauen Angaben zur Art der Trümmer, die das Mädchen getroffen hatten. Zuletzt kam es aber aufgrund des Abschusses iranischer Drohnen und Raketen durch die Luftabwehr zu mehreren Zwischenfällen mit herabfallenden Trümmern. Am frühen Morgen etwa erklärte das Verteidigungsministerium, die Luftabwehr habe im kuwaitischen Luftraum feindliche Ziele abgeschossen. Dabei habe es aufgrund herabfallender Trümmer Schäden und Verletzte gegeben. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.