FAZ 02.03.2026
10:44 Uhr

Liveblog Irankrieg: US-Kampfflugzeuge in Kuwait abgestürzt – Besatzungen überleben


Noch keine Informationen zur Absturzursache +++ IAEA: Keine Angriffe auf Atomanlagen – Iran widerspricht +++ China: USA hatten uns nicht über Angriffe informiert +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: US-Kampfflugzeuge in Kuwait abgestürzt – Besatzungen überleben

Irans Schulen bleiben vorerst geschlossenAngesichts des Krieges bleiben die Schulen in Iran bis Ende März geschlossen. Der Unterricht erfolge stattdessen nun online, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Regelung gilt demnach bis zum Ende des persischen Kalenderjahrs, das am 21. März endet. Infolge der „militärischen Aggression des zionistischen Regimes mit Unterstützung der USA“ seien Schulen aller Bildungsstufen bis zum Jahresende geschlossen, und der Unterricht werde virtuell erteilt, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. 

Heftige Kritik an Israel und den USA aus SpanienSpanien ist in der EU einer der schärfsten Kritiker des amerikanisch-israelischen Angriffs auf Iran. Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnt ihn als völkerrechtswidrig ab und warnt vor einer „Katastrophe“. Wie schon im Gazakonflikt versucht sich der Sozialist als Kriegsgegner zu profilieren. Die israelische Regierung warf ihm daraufhin vor, „an der Seite Irans zu stehen“. Sánchez hatte Israel zuvor schon einen „Genozid“ in Gaza vorgeworfen. Nach Informationen der Zeitung „El País“ unterbrach Spanien am Sonntag das EU-Außenministertreffen, um eine schärfere Erklärung zum Irankrieg durchzusetzen. Dabei hätten Schweden, Irland, Dänemark und Slowenien Spanien unterstützt. 

IAEA: Bislang keine Atomanlagen angegriffen – Iran widersprichtBislang sind bei den jüngsten Militärschlägen in Iran nach Angaben der IAEA bislang keine Atomanlagen angegriffen oder beschädigt worden. Das sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag in Wien. Grossi sprach zu Beginn des regelmäßig stattfindenden Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde, dem jedoch auf Antrag Russlands eine Dringlichkeitssitzung zum Krieg in Iran vorausgegangen war. Der Streit über Teherans Atomprogramm galt als ein zentraler Grund für die amerikanisch-israelischen Schläge. Wenig später widersprach Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei IAEA, den Aussagen Grossis: „Gestern haben sie erneut die friedlichen, überwachten Atomanlagen Irans angegriffen“, sagte er vor Journalisten in Wien. Auf ​die Frage, welche Einrichtungen getroffen worden seien, antwortet er: „Natans.“  Grossi indes mahnte alle Seiten zu äußerster Zurückhaltung bei militärischen Operationen und erinnerte daran, dass sich auch in umliegenden Staaten am Golf, die nun Ziel von iranischen Vergeltungsschlägen sind, nukleare Anlagen befänden, was die Gefahr für die nukleare Sicherheit erhöhe. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien vier Atomkraftwerke in Betrieb. Der IAEA-Chef war zuletzt zu den Gesprächen zwischen Vertretern der USA und Irans über das Atomprogramm hinzugezogen worden, die am vergangenen Donnerstag in Genf stattfanden und diese Woche in Wien hätten fortgesetzt werden sollen. Er denke, dass es sehr nachvollziehbar sei, dass „wir ein starkes Gefühl der Frustration haben“, sagte Grossi und mahnte, dass beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren müssten. Nur so könne man zu einer langfristigen Lösung des Atomstreits kommen. 

EU-Außenminister zu IranDie EU-Außenminister stehen nicht geschlossen hinter der militärischen Intervention der USA und Israels. Trotzdem will man gemeinsam darauf reagieren und verstärkt den Marineeinsatz zum Schutz der Seewege vor Jemen. Alle weiteren Details hat F.A.Z.-Korrespondent Thomas Gutschker hier zusammengefasst: 

Qatar droht Iran mit VergeltungIran werde für die Angriffe auf das qatarische Volk einen Preis zahlen müssen, kündigt das Außenministerium in Doha an. Qatar habe Angriffe auf zivile Infrastruktur abgefangen. Darunter sei auch der internationale Flughafen gewesen. Ein Angriff wie dieser könne nicht ​ohne Vergeltung bleiben, sagte Sprecher Majed al-Ansari dem Sender CNN. Er zeigte sich aber überzeugt, letzten Endes werde der Konflikt am Verhandlungstisch gelöst. Der Sprecher betonte, die Ölanlagen vor der Küste und auf dem Land seien geschützt. Alle Arbeiter seien in Sicherheit. 

Frankreich zu Verteidigung von Golfstaaten und Jordanien bereitFrankreich hat seine Bereitschaft zur Verteidigung der von Iran angegriffenen Golfstaaten und Jordaniens erklärt. Außenminister Jean-Noël Barrot sicherte „den befreundeten Ländern, die von den Raketen und Drohnen der iranischen Revolutionsgarden bewusst ins Visier genommen werden“, die Unterstützung seines Landes zu. Frankreich sei „bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen“, sagte er in Paris. Der Außenminister verwies dabei auf bestehende Abkommen mit den Partnern und das Prinzip der kollektiven Selbstverteidigung. Barrot erwähnte namentlich Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Qatar, Irak, Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung betont, dass sie zu „Defensivmaßnahmen“ bereit seien. „Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen und die unserer Verbündeten in der Region zu verteidigen“, hieß es in der Erklärung. Falls notwendig, könne dies auch „verhältnismäßige militärische Defensivmaßnahmen einschließen, um die Fähigkeit Irans, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zu zerstören“.

So reagieren die Finanzmärkte auf den Krieg im Nahen OstenNach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten verliert der Deutsche Aktienindex Dax etwa 2,5 Prozent und steht am Montagvormittag bei knapp 24.700 Punkten. Daniel Mohr hat die wichtigsten Reaktionen der internationalen Finanzmärkte zusammengefasst. 

Ein Toter auf Schiff in BahrainIn Bahrain sind die Trümmer einer von der Luftabwehr abgefangenen Rakete auf ein Schiff gestürzt und haben ein Feuer ausgelöst. Dabei kam ein aus Asien stammender Arbeiter ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt, wie das Innenministerium auf der Plattform X mitteilte. Der Brand in einem Hafengebiet nahe der Hauptstadt Manama sei inzwischen gelöscht worden. 

Israel will Anführer der Hizbullah tötenIsraels Verteidigungsminister Israel Katz hat verkündet, dass die Armee den Anführer der Hizbullah töten will. Naim Qassem „ist nun ein Ziel für Eliminierung“, schrieb Katz am Montagvormittag auf der Plattform X. Der Grund sei, dass Qassem sich in der vergangenen Nacht unter dem Druck Irans dazu entschlossen habe, Israel anzugreifen. Katz schrieb weiter: „Wer den Weg Khameneis geht, wird sich bald mit ihm zusammen in den Tiefen der Hölle wiederfinden, zusammen mit allen anderen Vertretern der Achse des Bösen.“ Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er selbst hätten die Armee angewiesen, „mit aller Härte“ gegen die Hizbullah vorzugehen. 

Peking: USA haben uns über Angriff nicht informiertNach Angaben des chinesischen Außenministeriums wurde „China nicht im Voraus über die US-Militäroperation informiert“. Das sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Montag in Peking. Ein chinesischer Staatsbürger sei in Teheran getötet worden, mehr als dreitausend Chinesen habe man aus Iran in Sicherheit gebracht. Abermals forderte Peking eine unverzügliche Einstellung der Kampfhandlungen. Die US-israelischen Militärschläge erfolgten ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats und verstießen gegen internationales Recht. China sei „zutiefst besorgt über die Auswirkungen des Konflikts auf die Nachbarländer“. Auf Nachfrage nannte Mao die Bedeutung der Straße von Hormus und umliegender Gewässer als „wichtige internationale Handelsrouten für Waren und Energie“. China bezieht knapp vierzig Prozent seiner Öleinfuhren über die Straße von Hormus, das meiste Öl stammt dabei aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, nicht aus Iran. In Chinas sozialen Medien kursieren aufgenommene Funksprüche der Marine der Revolutionsgarde an Matrosen eines chinesischen Schiffs, dass die Passage durch Hormus allen Schiffen verboten sei. Dafür gibt es bislang noch keine offizielle Bestätigung.

Merz bricht heute nach Washington aufBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bricht an diesem Montagnachmittag zu seinem Besuch in den Vereinigten Staaten auf. Er wird dort am Dienstag US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu Gesprächen treffen. Danach ist ein gemeinsames Mittagessen geplant. Themen sollten ursprünglich vor allem Trumps Zollpolitik und die weitere Unterstützung der Ukraine sein. Nach der Eskalation im Irankonflikt kündigte Merz an, er wolle mit Trump auch darüber sprechen.Der Besuch dürfte darum abermals schwierig werden. Der Irankrieg zwingt Merz zur Gratwanderung, analysiert unser Berlinkorrespondent Matthias Wyssuwa: 

Wadephul: Regierung tut, was möglich ist, um Gestrandeten im Nahen Osten zu helfenIn der ARD-Sendung von Caren Miosga hat sich am Sonntagabend auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) ausführlich zur aktuellen Lage im Nahen Osten geäußert. Lesen Sie hier die TV-Kritik von Matthias Alexander.

Israel: Gehen in die OffensiveIsrael ist laut eigenen Angaben gegen die Hizbullah in die Offensive gegangen und geht von einer mehrtägigen militärischen Auseinandersetzung aus. „Wir agieren nicht nur defensiv, sondern gehen nun auch in die Offensive“, sagte Generalstabschef Eyal Zamir am Montagmorgen bei einer Lagebesprechung. „Wir müssen uns auf viele Tage langwieriger Kämpfe einstellen.“ Die israelische Armee werde in „kontinuierlichen Wellen operieren“, kündigte Zamir an. Nachdem die Hizbullah in der Nacht zum Montag den Norden Israels mit Drohnen und Raketen angegriffen hatte, reagierte die Armee mit Luftangriffen im Süden Libanons und in der Hauptstadt Beirut. Am Morgen gab es laut israelischen Angaben weitere Angriffe auf Einrichtungen der Hizbullah. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete am Morgen, dass 31 Menschen getötet und 149 verwundet worden seien.