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04.03.2026
13:40 Uhr
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Trümmerteil landet in türkischer Provinz Hatay +++ Israels Verteidigungsminister: Werden jeden Nachfolger Khameneis töten +++ USA melden Zerstörung von 17 iranischen Schiffen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

UN-Kommission rügt Angriffe auf Iran Eine UN-Untersuchungskommission hat die Angriffe Israels und der USA auf Iran verurteilt. Die Angriffe verstießen gegen die UN-Charta, die den Einsatz von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Landes verbiete, teilten die Kommission unter dem Vorsitz der Juristin Sara Hossain aus Bangladesch in Genf mit. Die Kommission sei ebenfalls besorgt über die iranischen Vergeltungsschläge in der Region, hieß es weiter. Bei der Kommission handelt es sich um ein Gruppe von Experten, die der UN-Menschenrechtsrat 2022 eingesetzt hat, um Menschenrechtsverletzungen in Iran zu untersuchen. „Die iranische Bevölkerung ist nun gefangen zwischen einer großangelegten Militäraktion, die Wochen oder Monate dauern könnte, und einer Regierung, die seit langem für schwere Menschenrechtsverletzungen bekannt ist“, hieß es in der Stellungnahme.
EU warnt Trump vor Embargo gegen Spanien Die EU hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, Spanien wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg mit einem Handelsembargo zu belegen. „Wir stehen in voller Solidarität mit allen Mitgliedstaaten und ihren Bürgerinnen und Bürgern und sind im Rahmen unserer gemeinsamen Handelspolitik bereit zu handeln, falls dies erforderlich ist, um die Interessen der EU zu wahren“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission von Ursula von der Leyen. Man erwarte, dass sich die Vereinigten Staaten an die im vergangenen Jahr vereinbarten Handelsabsprachen hielten. EU-Ratspräsident António Costa teilte nach einem Gespräch mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez mit, die EU werde sicherstellen, dass die Interessen ihrer Mitgliedstaaten vollumfänglich geschützt würden. Man bekräftige das unerschütterliche Engagement für die Prinzipien des Völkerrechts und die auf Regeln basierende Ordnung überall auf der Welt.
Containerschiff in Straße von Hormus von Projektil getroffen Ein Schiff ist in der Straße von Hormus nach Angaben der Risikomanagementfirma Vanguard von einem „unbekannten Projektil“ getroffen worden. Die Besatzung habe das unter maltesischer Flagge fahrende Containerschiff „Safeen Prestige“ verlassen, hieß es in Schifffahrtskreisen. Das Projektil schlug laut Vanguard knapp über der Wasserlinie ein und löste ein Feuer im Maschinenraum aus. Der Vorfall habe sich etwa zwei Seemeilen nördlich von Oman ereignet. Berichte über Umweltauswirkungen gebe es bislang nicht. Nach Angaben der britischen Marinebehörde UKMTO wurden auch keine Verletzten gemeldet.
Lufträume bleiben gesperrtDie Sperrungen im Luftverkehr wegen des Irankriegs dauern weiter an. Die irakische Zivilluftfahrtbehörde kündigte an, der Luftraum bleibe bis Samstag geschlossen. Auch die Lufträume von Bahrain, Kuwait und Qatar bleiben nach Angaben von vor Ort weiterhin gesperrt.Die staatliche Fluggesellschaft Qatar Airways kündigte an, am Freitag ein weiteres Update zur Lage zu veröffentlichen. Die Regierung in Doha hatte zuvor mitgeteilt, dass mehr als 8000 Menschen im Land festsitzen, weitere befänden sich auf Kreuzfahrtschiffen. Der internationale Flughafen von Kuwait wurde am Samstag bereits Ziel eines Drohnenangriffs. Dabei wurden mehrere Beschäftigte leicht verletzt, zudem entstanden Schäden an einem der Passagierterminals. Jordanien hatte seinen Luftraum am Dienstag nach einer kurzen Sperrung wieder freigegeben. Die Flughäfen in Saudi-Arabien und Oman sind zwar geöffnet, allerdings kommt es wegen der Sperrungen in Nachbarländern weiterhin zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen nach einer vorübergehenden Aussetzung den Flugverkehr in begrenztem Umfang wieder auf, um gestrandeten Passagieren die Ausreise zu ermöglichen. Am Mittag kündigte die emiratische Fluggesellschaft Emirates an, alle planmäßigen Flüge von und nach Dubai aufgrund von Luftraumsperrungen in der Region bis Samstagnacht auszusetzen. Ein begrenzter Flugplan bleibe aber bestehen.
Iran und Libanon greifen gleichzeitig Tel Aviv anDer Großraum Tel Aviv ist parallel mit Raketen aus Iran und aus Libanon angegriffen worden. Dies bestätigte ein israelischer Armeesprecher. Es seien eine Rakete aus Iran und mehrere von der libanesischen Hisbollah-Miliz abgefeuert worden. Das Militär sei dabei, diese abzufangen. Ein Einwohner der Stadt Tel Aviv berichtete von massiven Explosionsgeräuschen. Die Polizei teilte mit, es seien in mehreren Gebieten in Tel Aviv Raketentrümmer niedergegangen.
Libanesische Staatsmedien: Israelische Truppen sechs Kilometer hinter der Grenze Israelische Truppen sind nach Berichten libanesischer Staatsmedien mehrere Kilometer weit auf libanesisches Gebiet vorgerückt. Der etwa sechs Kilometer hinter der Grenze liegende Ort Chiam stehe unter „anhaltendem Artilleriebeschuss, während der israelische Feind in den Ort eingedrungen ist“, hieß es in den Berichten vom Mittwoch. Die israelische Armee hatte nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen zuvor zusätzlich zu den Luftangriffen auch mit einer Bodenoffensive in Libanon begonnen.Im Zuge des Kriegs mit Iran und anschließender Angriffe der libanesischen Hizbullah hatte Israel seine Militäroffensive gegen die von Iran unterstützte Miliz ausgeweitet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP waren bereits am Dienstag israelische Soldaten in Grenzregionen vorgerückt. Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Israel erklärt zudem, keine groß angelegte Bodeninvasion in Libanon zu planen. Zugleich erklärte die Armee, „alle Optionen“ lägen auf dem Tisch.Die libanesische Armee zog angesichts des israelischen Vorrückens nach Angaben aus Militärkreisen Soldaten von mehreren erst unlängst errichteten Grenzposten zurück.
Mehr als 1000 Tote in IranDie Zahl der Toten in Iran ist laut staatlichen iranischen Medien seit Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe auf 1045 gestiegen. Auch die Menschenrechtsorganisation Hrana mit Sitz in den Vereinigten Staaten meldete am Mittwochmorgen 1097 zivile Todesopfer.
Türkei: Rakete aus Iran von der NATO abgefangenEine aus Iran abgefeuerte ballistische Rakete, die den irakischen und syrischen Luftraum durchquert hat, ist nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch von NATO-Einheiten abgefangen worden, die in der östlichen Mittelmeerregion stationiert sind.Die Rakete, die auf türkischen Luftraum zugeflogen sei, sei noch vor einem möglichen Schaden wirkungslos gemacht worden. Ein Trümmerteil sei im Bezirk Dörtyol in der Provinz Hatay niedergegangen. Opfer oder Verletzte habe es nicht gegeben.Das Ministerium bekräftigte, die Türkei werde ihre nationale Sicherheit gewährleisten und behalte sich eine „entschlossene“ Reaktion auf Bedrohungen vor. Zugleich warnte es alle Beteiligten vor Schritten, die den Konflikt in der Region weiter eskalieren lassen könnten.Die Türkei verhält sich im Irankrieg neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Wochenende besorgt über die amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran gezeigt und alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Er sagte, der Nahe Osten könnte zu einem „Feuerring“ werden, sollte der Konflikt nicht eingedämmt werden.
Waffen und Devisen in Teheran sichergestelltIrans Geheimdienst hat in der Hauptstadt Teheran nach eigenen Angaben große Mengen an Waffen und Devisen beschlagnahmt. Bei einer nachrichtendienstlichen Operation seien Schnellfeuergewehre, Munition und Ausrüstung für städtische Gefechte sichergestellt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Zudem seien erhebliche Summen Euro- und Dollar-Bargeld sowie ein Starlink-Satellitenkommunikationsgerät gefunden worden. Die Hintermänner wurden demnach festgenommen. Der Geheimdienst bezeichnete sie als „Söldner des amerikanisch-zionistischen Feindes“. Nähere Angaben zu den Festgenommenen oder deren genauen Verbindungen machten die Behörden nicht.
Mehr Deutsche im Nahen Osten als bisher angenommen Im Nahen Osten halten sich offenbar derzeit mehr Deutsche auf als bisher angenommen. Wie die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine Analyse des Auswärtigen Amtes zur aktuellen Lage im Nahen und Mittleren Osten berichtete, hätten sich bereits circa 30.000 Reisende in die „Krisenvorsorgeliste ELEFAND“ eingetragen. „Die tatsächliche Zahl deutscher Staatsangehöriger in der Region dürfte deutlich höher liegen“, heißt es in dem Papier von Dienstagabend für den Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, aus dem die Zeitung zitiert.
Trauerfeier für Khamenei kurzfristig verschoben Die für Mittwochabend geplante Trauerfeier für das getötete geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ajatollah Khamenei, wird verschoben. Das berichten staatliche iranische Medien. Ein neuer Termin werde später bekannt gegeben, hieß es. Gründe für die Absage des Traueraktes wurden zunächst nicht mitgeteilt.
Libanons Armee nimmt Hizbullah-Mitglieder fest In einem beispiellosen Schritt hat die Armee in Libanon mit Kontrollen und Festnahmen mutmaßlicher Hizbullah-Mitglieder begonnen. 13 Mitglieder der schiitischen Organisation seien am Dienstag festgenommen worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Justizkreisen. Die Armee habe sie an einem neu eingerichteten Straßen-Kontrollpunkt mit Waffen im Auto gestoppt. Die Armee kontrolliert Autos, die aus dem Süden in Richtung der Hauptstadt Beirut fahren. Die libanesische Regierung hatte militärische Aktivitäten der von Iran unterstützten Miliz am Montag für illegal erklärt. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer Widerstandsbewegung, die über Jahrzehnte im Land teils geduldet wurde, zu einer verbotenen Organisation. Die Regierung in Libanon steht auch unter Druck, eine beschlossene Entwaffnung der Hizbullah durchzusetzen, die als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter Teherans gilt und derzeit selbst im Krieg ist.Aus Armeekreisen hieß es, weitere Festnahmen an Kontrollpunkten seien geplant. Es dürfte für die Armee aber schwer sein, die militärischen Aktivitäten der Hizbullah ganz zu verbieten, ohne einen eigenen Krieg mit der immer noch mächtigen Miliz zu riskieren.
Irak meldet Drohnenangriff auf US-Militärstützpunkt in Bagdad Der Krieg mit Iran wirkt sich weiterhin auf den benachbarten Irak aus. Am US-Militärstützpunkt in Nähe des Flughafens der Hauptstadt Bagdad schlug am Mittwoch eine Drohne ein, wie örtliche Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten. Schäden habe es nicht gegeben.Eine mit Teheran verbündete Miliz beanspruchte heute auch einen Drohnenangriff auf eine US-Basis in Erbil in der Kurdenregion für sich. Zudem habe sie in Erbil ein Hotel angegriffen, in dem US-Soldaten untergebracht seien.Der Irak teilt sich eine 1.500 Kilometer lange Grenze mit Iran. Teheran hat großen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss auf das Nachbarland unter anderem durch die mächtigen, Iran-treuen Milizen dort. Einige Beobachter fürchten neue Unruhen im Irak durch die Entwicklungen im Nachbarland.