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07.03.2026
13:12 Uhr
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US-Präsident spricht von „völliger Zerstörung und sicherem Tod“ +++ Iran bittet Nachbarländer um Entschuldigung +++ Putin fordert Rückkehr zu Diplomatie +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Kuwait drosselt Ölförderung Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus vorsorglich seine Ölproduktion. Auch der Durchsatz der Raffinerien werde reduziert, teilt der staatliche Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation (KPC) mit. Dies sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage dies zulasse.
Saudi-Arabien und Pakistan beraten über gemeinsame VerteidigungAngesichts der Raketenangriffe aus Iran haben der saudische Verteidigungsminister und das Militär der Atommacht Pakistan über die Umsetzung eines gemeinsamen Verteidigungsabkommens gesprochen. Bei seinem Treffen mit dem pakistanischen Armeechef Asim Munir habe man besprochen, welche Maßnahmen nötig seien, um die iranischen Angriffe auf Saudi-Arabien zu stoppen, sagte der saudische Verteidigungsminister Chalid bin Salman auf X. Weitere Details wurden nicht genannt.
Schiff in Straße von Hormus beschossenDie iranische Revolutionsgarde hat staatlichen Medien zufolge einen Tanker in der Straße von Hormus getroffen. Das Schiff fahre unter der Flagge der Marshallinseln, heißt unter Berufung auf die Eliteeinheit, die die wichtige Handelsroute kürzlich geschlossen hat. Laut den Berichten hat Iran eine Drohne für den Beschuss eingesetzt.
Hardliner kritisieren Irans Präsidenten für EntschuldigungIrans Präsident Massud Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe Kritik im eigenen Land aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden. Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (...) Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Raschidi-Kutschi warf dem Präsidenten vor, seine Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen – was Text, Ausdruck und Körpersprache betreffe.Peseschkian hatte sich in einer Video-Botschaft für frühere Angriffe auf Nachbarländer entschuldigt. „Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten“, sagte er.Der den Hardlinern zugerechnete Parlamentarier Mohammad Manan-Raisi schrieb auf X: „Ihre befremdliche Entschuldigung bei den Nachbarländern hat allgemeines Bedauern ausgelöst (...) Die Angriffe unserer Streitkräfte geben keinerlei Anlass für eine derart erniedrigende Entschuldigung Ihrerseits.“ Manan-Raisi forderte Präsident Peseschkian auf, „sich umgehend beim Volk für diese erniedrigende Haltung“ zu entschuldigen.
Arabische Liga will zu Notfallsitzung zusammenkommenDie Arabische Liga plant für Sonntag eine Notfallsitzung zu den iranischen Angriffen unter anderem in der Golfregion. Die Sitzung per Video-Schalte sei am Sonntagmittag geplant, sagte der Vize-Generalsekretär Hussam Saki gegenüber dem staatlichen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahera-News. Die staatliche Nachrichtenseite „Al-Ahram“ berichtete, das Treffen komme auf Gesuch Saudi-Arabiens. Auch Saudi-Arabiens Staatsfernsehen berichtete von dem geplanten Treffen.Während der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert das Land seit einer Woche mit Angriffen im Nahen Osten unter anderem auf amerikanische Militärstützpunkte, aber auch auf zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngebäude. In rund einem Dutzend arabischen Ländern kam es seitdem zu Angriffen. Besonders viele davon meldeten Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar. Die Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, die sich bei internationalen Konflikten in Stellungnahmen zwar oft einheitlich äußern, aber eher selten konkrete Schritte beschließen. Als Gründe gelten vor allem interne Spaltungen und der Umstand, dass die Beschlüsse der Liga in der Regel nicht bindend sind. Schon in großen Kriegen und Konflikten etwa im Irak, in Syrien, Libyen und dem Jemen wurde der Liga deshalb vorgeworfen, kaum Einfluss ausgeübt zu und keine gemeinsame Linie gefunden haben.
Hizbullah ruft Israelis zum Verlassen von Kirjat Schmona aufDie libanesische Hizbullah-Miliz ruft die Bewohner einer nordisraelischen Stadt zur sofortigen Evakuierung auf. „Warnung. Alle Einwohner von Kirjat Schmona sind aufgefordert, den Ort unverzüglich zu verlassen. Begeben Sie sich in den Süden“, heißt es in einer Erklärung der Gruppe. Welche Maßnahmen gegen die grenznahe Stadt geplant seien, lässt die Hizbullah offen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte die Bevölkerung im Norden dagegen wiederholt aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Das israelische Militär werde die Menschen schützen.
Reichinnek fordert Bundesregierung auf, Fluchtmöglichkeiten für Iraner zu schaffenAngesichts des anhaltenden Irankriegs sieht Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Deutschland in der Pflicht. Die Bundesregierung müsse legale und sichere Fluchtmöglichkeiten für iranische Schutzsuchende schaffen, sagte sie dem „Spiegel“.„Nachdem die Menschen in Iran Jahrzehnte unter einem brutalen Regime gelitten haben, bringt nun noch der massive Beschuss durch die USA und Israel die Zivilbevölkerung in große Gefahr“, so die Politikerin. Auch umliegende Länder seien keineswegs sicher.„Es braucht sichere Fluchtwege nach Europa. Wir dürfen die Menschen in Iran und seinen Nachbarländern in dieser Situation nicht im Stich lassen“, forderte Reichinnek. Wer zu Recht für Solidarität mit den Menschen in dem Krisenland werbe, müsse auch entsprechend handeln.
BSW-Vorsitzende fordert Sperrung von Basis RamsteinDie BSW-Bundesvorsitzende Amira Mohamed Ali fordert angesichts des Irankriegs eine striktere Haltung Deutschlands gegenüber den Vereinigten Staaten. „Wenn wir sagen, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen darf, dann gilt das auch für die US-Basen“, sagte Mohamed Ali auf einem Landesparteitag in Sachsen-Anhalt mit Blick auf die amerikanische Basis in Ramstein. Ähnlich wie Spanien müsse Deutschland den Vereinigten Staaten die Nutzung ihrer Basen im Irankrieg untersagen. Zudem sprach sie sich vehement gegen die geplante Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland aus. Damit werde auch Deutschland zur Zielscheibe, sagte die BSW-Vorsitzende. Zudem bezeichnete sie den amerikanischen Präsidenten Donald Trump als „Kriegsverbrecher“. Er habe in diesem Jahr bereits zwei Kriege angefangen, sagte sie mit Blick auch auf Venezuela. Die weltpolitische Lage sei düster.
Golfstaaten melden iranische AngriffeTrotz einer Entschuldigung von Irans Präsident Massud Peseschkian für Angriffe in der Golfregion dauern die Attacken dort an. Mehrere Golfstaaten teilten heute erneut mit, sie hätten Angriffe mit Raketen und Drohnen abgewehrt. Dabei standen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Qatar unter Beschuss.Qatars Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe eine Rakete abgefangen. Gestern hatte Katar Angriffe mit zehn iranischen Drohnen gemeldet. In Qatar liegt der wichtige amerikanische Militärstützpunkt al-Udaid.Das emiratische Verteidigungsministerium erklärte heute früh, man reagiere auf Beschuss mit iranischen Drohnen und Raketen. Die Emirate sind von den Golfländern am stärksten unter Beschuss und fingen nach eigenen Angaben bisher rund 200 Raketen, 1.100 Drohnen und mehrere Marschflugkörper ab. Das Medienbüro der Metropole Dubai meldete zudem einen „kleinen Vorfall“ durch herabfallende Trümmerteile.
Israel greift Ziele in Libanon anDie israelische Armee hat ihre Angriffe auf die von Iran unterstützte Hizbullah-Miliz im Libanon in der Nacht zu Samstag fortgesetzt. Es seien Raketenwerfer, Waffenlager und andere militärische Anlagen der Schiiten-Miliz im Süden des Landes und in der östlichen Bekaa-Ebene bombardiert worden, schrieb die Armee auf Telegram. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von insgesamt 26 Toten.Die von Iran unterstützte Hizbullah feuert seit dem vergangenen Wochenende erstmals seit dem Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder regelmäßig Raketen auf israelische Ziele ab. Zur Begründung nannte die Miliz die israelischen Angriffe auf Iran mit der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Khamenei. Im Norden Israels gab es am Samstagmorgen Luftalarm wegen Raketenbeschuss aus Libanon, wie israelische Medien berichteten. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.Das libanesische Gesundheitsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass seit der jüngsten Eskalation in Libanon mehr als 200 Menschen im Land getötet worden seien.
Israel sucht nach Überresten eines Luftwaffen-OffiziersIn einem Spezialeinsatz im Nordosten Libanons haben israelische Truppen offenbar nach Überresten des 1986 abgeschossenen Luftwaffen-Offiziers Ron Arad gesucht. Wie die libanesische Zeitung „An-Nahar“ am Samstag meldete, landeten in der Nacht vier Militärhubschrauber in der Bekaa-Ebene.Die Soldaten hätten sich zu Fuß auf den Weg zum Friedhof des Ortes Nabi Chit gemacht. Dabei sei es zu einem Gefecht mit Kämpfern der proiranischen Hizbullah-Miliz gekommen, bei dem 16 Personen getötet und 35 verletzt worden seien. Die Israelis seien von einem libanesischen Sicherheitsbeamten begleitet worden, den sie zuvor gefangen genommen hätten, hieß es weiter.Unterdessen veröffentlichten libanesische Medien Aufnahmen, die ein Loch auf dem Friedhof von Nabi Chit zeigen sollen. Den Angaben zufolge wurde es von den israelischen Soldaten während ihres nächtlichen Einsatzes ausgehoben. Israel äußerte sich zunächst nicht zu der Aktion.
Infolge des Irankriegs steigen die Preise für Sprit. Der deutsche Zoll kontrolliert nun stichprobenartig deutsche Tank-Touristen, die etwa aus Polen kommen:
Hunderte Kreuzfahrtgäste in Frankfurt gelandetWeitere in der Nahost-Region gestrandete Urlauber sind zurück in Deutschland. 640 Gäste des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ seien am Flughafen Frankfurt gelandet, teilte ein Sprecher von Tui Cruises am Vormittag mit. Demnach hat das Unternehmen zwei Maschinen gechartert, die die Urlauber aus Omans Hauptstadt Maskat ausgeflogen haben.Mittlerweile seien mehr als 2.000 Gäste der „Mein Schiff 4\" zurück in der Heimat“. Rund 2.500 Menschen seien an Bord des Schiffes gewesen. Früheren Angaben zufolge liegen von Tui Cruises die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende wegen des Irankrieges in der Region fest.Nach Angaben des Sprechers werden auch Rückflüge für die Passagiere von „Mein Schiff 5“ organisiert. Wann sie genau stattfinden werden, stand demnach am Vormittag noch nicht fest.