FAZ 07.03.2026
21:16 Uhr

Liveblog Irankrieg: Netanjahu: Israel setzt Angriffe auf Iran fort


Großbritannien bereitet Einsatz von Flugzeugträger vor +++ Royal Navy bereitet laut Bericht HMS Prince of Wales vor +++ Trump kündigt harte Angriffe auf Iran für heute an +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Netanjahu: Israel setzt Angriffe auf Iran fort

Erneut mehrere Explosionen in Jerusalem  In Jerusalem sind am Samstagabend erneut Explosionen zu hören gewesen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von rund einem Dutzend Detonationen. Die israelische Armee hatte zuvor iranische Raketenangriffe auf Israel gemeldet. Im Zentrum des Landes und im besetzten Westjordanland wurde Luftalarm ausgelöst. Nach Angaben des Rettungsdiensts Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet. Iran hatte Jerusalem nach israelischen Angaben bereits am Samstagvormittag angegriffen. 

Mann in Dubai durch Trümmer eines abgefangenen Geschosses getötet  Irans Angriffe in den Golfstaaten halten an. In der emiratischen Metropole Dubai habe es einen weiteren „Zwischenfall“ gegeben, teilte das Medienbüro der Stadt mit. Nach einem abgewehrten Angriff seien Trümmerteile in die Fassade eines Gebäudes an der Marina gestürzt, hieß es zunächst. Später wurde mitgeteilt, dass durch auf ein Auto abstürzende Trümmerteile in einem nordöstlich davon gelegenen Stadtviertel ein Mensch getötet worden sei.Im Internet kursierten Videos, die zeigen, wie Rauch aufsteigt an einem Wolkenkratzer. Es soll sich um einen bekannten, fast 400 Meter hohen und bewohnten Wolkenkratzer handeln, der zu den höchsten Gebäuden der Stadt zählt. In dem Stadtviertel befindet sich auch der riesige Einkaufskomplex Mall of the Emirates. Die Behörden teilten nicht mit, welches Gebäude betroffen war. 

Neuer Oberster Führer soll bald benannt werdenIran will einem Bericht zufolge in Kürze einen Nachfolger für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei benennen. Die Sitzung des für die Wahl zuständigen Expertenrats werde „mit göttlicher Hilfe innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden“, sagte eines der 88 Mitglieder des Gremiums, Hossein Mosafari, am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Er rief die Iraner auf, „von Spekulationen und der Verbreitung von Gerüchten zu diesem Thema abzusehen“. 

Präsident der Emirate: Befinden uns im KriegDer Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajid, hat sich angesichts der iranischen Angriffe mit eindringlichen Worten an sein Volk gewandt. „Wir befinden uns im Krieg“, sagte Mohammed dem Fernsehsender Abu Dhabi TV bei einem Besuch Verletzter im Krankenhaus in der Hauptstadt. Er habe auch eine Botschaft an die Feinde: „Die Emirate haben ein dickes Fell und bitteres Fleisch, wir sind keine leichte Beute.“ Das Land sei zwar „attraktiv, wunderschön und ein Vorbild“, davon dürften sich die Gegner der Emirate aber nicht täuschen lassen. „Ich verspreche allen, dass wir stärker denn je (aus diesem Krieg) hervorgehen werden.“ 

Weitere US-Bomber nach Großbritannien verlegtDie US-Streitkräfte haben weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte am Nachmittag, dass die USA britische Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ im Irankrieg nutzten. Nachdem am Freitag der erste Militärflieger des Typs B-1 Lancer in Gloucestershire angekommen war, erreichten am Samstag drei weitere die RAF-Basis Fairford, wie britische Medien übereinstimmend berichteten.Die Verteidigungsoperationen sollen den Iran daran hindern, Raketen in die Region abzufeuern und damit britische Leben in Gefahr zu bringen, wie das Ministerium auf der Plattform X schrieb. Einer der britischen Stützpunkte auf Zypern war im Verlauf des Krieges von einem Angriff getroffen worden.

Großbritannien bereitet Flugzeugträger für Einsatz vorMedienberichten zufolge bereitet das Vereinigte Königreich einen Flugzeugträger für einen möglichen Einsatz im Nahen Osten vor. Unter Berufung auf das britische  Verteidigungsministerium berichtet der „Guardian“, Mitarbeiter der Royal Navy in Portsmouth bereiteten die HMS Prince of Wales, das Flaggschiff der Marine, vor. Es soll damit schneller eingesetzt werden können, falls eine Entscheidung zur Mobilisierung in der Region getroffen wird. Laut „Guardian“ teilte ein Sprecher des Ministeriums mit, dass noch keine Entscheidung über den Einsatz des Flugzeugträgers getroffen wurde. Laut „Sky News“ wurden auch die Besatzungen über einen möglichen Einsatz im Nahen Osten informiert. „Sky News“ berichtete außerdem, dass die Vorankündigungsfrist für den Einsatz des Schiffes von zehn auf fünf Tage verkürzt wurde. 

Kuwait drosselt Ölförderung Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus vorsorglich seine Ölproduktion. Auch der Durchsatz der ​Raffinerien werde reduziert, teilt der staatliche Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation (KPC) mit. Dies sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage dies zulasse. 

Saudi-Arabien und Pakistan beraten über gemeinsame VerteidigungAngesichts der Raketenangriffe aus Iran haben der saudische Verteidigungsminister und das Militär der Atommacht Pakistan über die Umsetzung eines gemeinsamen Verteidigungsabkommens gesprochen. Bei seinem Treffen mit dem pakistanischen Armeechef Asim Munir habe man besprochen, welche Maßnahmen nötig seien, um die iranischen Angriffe auf Saudi-Arabien zu stoppen, sagte der saudische Verteidigungsminister Chalid bin Salman auf X. Weitere Details wurden nicht genannt. 

Schiff in Straße von Hormus beschossenDie iranische Revolutionsgarde hat staatlichen Medien zufolge einen Tanker in der Straße von Hormus getroffen. Das Schiff fahre unter der Flagge der ​Marshallinseln, heißt unter Berufung auf die Eliteeinheit, die die wichtige Handelsroute kürzlich geschlossen hat. Laut den Berichten hat Iran eine Drohne für den Beschuss eingesetzt.

Hardliner kritisieren Irans Präsidenten für EntschuldigungIrans Präsident Massud Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe Kritik im eigenen Land aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden. Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (...) Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Raschidi-Kutschi warf dem Präsidenten vor, seine Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen – was Text, Ausdruck und Körpersprache betreffe.Peseschkian hatte sich in einer Video-Botschaft für frühere Angriffe auf Nachbarländer entschuldigt. „Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten“, sagte er.Der den Hardlinern zugerechnete Parlamentarier Mohammad Manan-Raisi schrieb auf X: „Ihre befremdliche Entschuldigung bei den Nachbarländern hat allgemeines Bedauern ausgelöst (...) Die Angriffe unserer Streitkräfte geben keinerlei Anlass für eine derart erniedrigende Entschuldigung Ihrerseits.“ Manan-Raisi forderte Präsident Peseschkian auf, „sich umgehend beim Volk für diese erniedrigende Haltung“ zu entschuldigen.

Arabische Liga will zu Notfallsitzung zusammenkommenDie Arabische Liga plant für Sonntag eine Notfallsitzung zu den iranischen Angriffen unter anderem in der Golfregion. Die Sitzung per Video-Schalte sei am Sonntagmittag geplant, sagte der Vize-Generalsekretär Hussam Saki gegenüber dem staatlichen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahera-News. Die staatliche Nachrichtenseite „Al-Ahram“ berichtete, das Treffen komme auf Gesuch Saudi-Arabiens. Auch Saudi-Arabiens Staatsfernsehen berichtete von dem geplanten Treffen.Während der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert das Land seit einer Woche mit Angriffen im Nahen Osten unter anderem auf amerikanische Militärstützpunkte, aber auch auf zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngebäude. In rund einem Dutzend arabischen Ländern kam es seitdem zu Angriffen. Besonders viele davon meldeten Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar. Die Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, die sich bei internationalen Konflikten in Stellungnahmen zwar oft einheitlich äußern, aber eher selten konkrete Schritte beschließen. Als Gründe gelten vor allem interne Spaltungen und der Umstand, dass die Beschlüsse der Liga in der Regel nicht bindend sind. Schon in großen Kriegen und Konflikten etwa im Irak, in Syrien, Libyen und dem Jemen wurde der Liga deshalb vorgeworfen, kaum Einfluss ausgeübt zu und keine gemeinsame Linie gefunden haben. 

Hizbullah ruft Israelis zum Verlassen von Kirjat Schmona aufDie libanesische Hizbullah-Miliz ruft die Bewohner einer nordisraelischen Stadt zur sofortigen Evakuierung auf. „Warnung. Alle Einwohner von Kirjat Schmona sind aufgefordert, ​den Ort unverzüglich zu verlassen. Begeben Sie sich in den Süden“, heißt es in einer Erklärung der Gruppe. Welche Maßnahmen gegen die grenznahe Stadt geplant seien, lässt die Hizbullah offen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte die Bevölkerung im Norden dagegen wiederholt aufgefordert, in ⁠ihren Häusern zu bleiben. Das israelische Militär werde die Menschen schützen. 

Reichinnek fordert Bundesregierung auf, Fluchtmöglichkeiten für Iraner zu schaffenAngesichts des anhaltenden Irankriegs sieht Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Deutschland in der Pflicht. Die Bundesregierung müsse legale und sichere Fluchtmöglichkeiten für iranische Schutzsuchende schaffen, sagte sie dem „Spiegel“.„Nachdem die Menschen in Iran Jahrzehnte unter einem brutalen Regime gelitten haben, bringt nun noch der massive Beschuss durch die USA und Israel die Zivilbevölkerung in große Gefahr“, so die Politikerin. Auch umliegende Länder seien keineswegs sicher.„Es braucht sichere Fluchtwege nach Europa. Wir dürfen die Menschen in Iran und seinen Nachbarländern in dieser Situation nicht im Stich lassen“, forderte Reichinnek. Wer zu Recht für Solidarität mit den Menschen in dem Krisenland werbe, müsse auch entsprechend handeln.