FAZ 04.03.2026
23:05 Uhr

Liveblog Irankrieg: Madrid bezichtigt das Weiße Haus der Lüge


Hegseth: USA versenken iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas +++ Medienberichte: Kurden starten Bodenoffensive im Nordwesten Irans +++ NATO geht von iranischem Beschuss auf Türkei aus, Raketentrümmerteil landet in Provinz Hatay +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Madrid bezichtigt das Weiße Haus der Lüge

EU-Kommissar rechnet nicht mit Fluchtbewegung aus IranDie Eskalation im Iran-Krieg führt nach Einschätzung der EU-Kommission zu keiner massenhaften Migration aus dem Land Richtung Europa. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte der „Bild“ mit Blick auf Gespräche mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan: „Der hat versichert, dass er die Grenzen zugemacht hat in Richtung Iran. Und dass er auf der anderen Seite auch dazu steht, dass wir eine gute Kooperation haben zwischen der Europäischen Union und der Türkei.\" Beide Seiten seien interessiert, diese Kooperation beizubehalten und sogar noch zu intensivieren, sagte der EU-Kommissar weiter. Bereits am Montag hatte Brunner gesagt, es würden noch keine größeren Bewegungen an den Außengrenzen Irans beobachtet. Man verfolge die Situation und stehe mit den Partnern im Nahen Osten sowie internationalen Organisationen in engem Austausch.

Entsendung von britischem Kriegsschiff nach Zypern verzögert sichDie geplante Entsendung eines Kriegsschiffs aus Großbritannien nach Zypern wegen des Iran-Krieges verzögert sich bis kommende Woche. Die „HMS Dragon“ werde derzeit aufgerüstet und werde nächste Woche auslaufen, sagten Regierungsvertreter. „Wir mussten die Waffensysteme austauschen, Schweißarbeiten abschließen, das Schiff einsatzbereit machen und es so schnell wie möglich seebereit machen“, sagte Verteidigungsminister Al Carns dem Sender Sky News. Premierminister Keir Starmer hatte die Entsendung des Kriegsschiffs nach den Drohnenangriffen auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern bekanntgegeben. Starmer erklärte am Dienstag, die „HMS Dragon“ und mehrere Hubschrauber würden für „Defensiveinsätze“ zur Insel geschickt. Er habe mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides gesprochen und ihn über die Entsendung informiert. 

Erster deutscher Evakuierungsflug nach Frankfurt gestartetIn Omans Hauptstadt Maskat ist der erste Evakuierungs-Jet der Bundesregierung im aktuellen Nahost-Konflikt gestartet. Das geht aus Daten des Flugdienstleisters Flightradar24 hervor. Die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340–300 wird laut aktuellem Plan gegen 07.22 Uhr am Frankfurter Flughafen erwartet. An Bord des Fluges LH345 befinden sich Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet und mussten über den Landweg nach Maskat gebracht werden. Nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul sollten besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Die genaue Zahl der heimgeholten Reisenden war zunächst unklar. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze, es müssen aber auch die Crew des Hinflugs sowie weiteres Personal mitgenommen werden. 

Israelische Luftwaffe greift Hizbullah-Stellungen in Beirut anDie israelische Luftwaffe hat erneut Stellungen der proiranischen Hizbullah in Beirut angegriffen. Ziel sei die Infrastruktur der Terrororganisation, teilte die Armee mit. Zuvor hatte das Militär bereits ein Gebäude in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt als Stützpunkt der schiitischen Miliz identifiziert und einen Angriff angekündigt. Ein Armeesprecher rief die Anwohner dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.Die israelischen Streitkräfte zerstörten nach eigenen Angaben mehrere Raketenabschussrampen und eine Drohnenfabrik. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Vorstoß für mehr Kontrolle von Trumps Handlungen in Iran scheitert im KongressDie Republikaner im Senat haben eine Maßnahme blockiert, die Donald Trumps Befugnis eingeschränkt hätte, die Angriffe auf Iran ohne Zustimmung des Kongresses weiterzuführen. In der Abstimmung, die mit 53 zu 47 Stimmen ausging, schlug sich am Mittwoch nur der Republikaner Rand Paul auf die Seite der Demokraten. Auf demokratischer Seite sprach sich nur John Fetterman gegen die Resolution aus. Der demokratische Senator Tim Kaine, der die Abstimmung mit dem Republikaner Paul angesetzt hatte, hatte zuvor geäußert, Trump solle die Preise für die Amerikaner senken – nicht unnötige Kriege anfangen. 

Mehrheit im US-Senat stützt Trumps Iran-KursDie Mehrheit des US-Senats hat Präsident Donald Trumps Militäraktion gegen Iran unterstützt und eine parteiübergreifende Resolution abgelehnt, die den Luftkrieg beenden und jede Feindseligkeit gegen Iran an eine Zustimmung des Kongresses binden sollte. In der 100 Sitze zählenden Kammer votierten 52 Senatoren gegen die weitere Verfolgung der Resolution zu den Kriegsmachtbefugnissen, 47 dafür. 

Iranischer Präsident Pezeshkian lobt Spanien für seine Ablehnung des Krieges Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat Spaniens Weigerung gelobt, die Vereinigten Staaten in ihrem Krieg gegen Iran zu unterstützen. Spaniens „verantwortungsbewusstes Verhalten“ gegen „Menschenrechtsverletzungen und die militärische Aggression der zionistisch-amerikanischen Koalition“ zeige, „dass es im Westen noch Ethik und ein gewecktes Gewissen gibt“, sagte Pezeshkian. US-Präsident Trump kritisierte Spaniens Entscheidung, den Amerikanern die Nutzung von Stützpunkten zu verweigern. Ministerpräsident Pedro Sánchez entgegnete, Madrid werde nicht „mit dem Leben von Millionen Menschen Russisches Roulette spielen“. Trump drohte daraufhin, alle Handelsbeziehungen zu Spanien abzubrechen. Das Weiße Haus erklärte am Mittwoch, Spanien habe nachgegeben. Die Regierung in Madrid wies dies zurück und betonte, ihre Haltung zum Krieg in Iran habe sich nicht geändert. 

Macron warnt Netanjahu vor Bodenoffensive in Libanon  Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dazu aufgerufen, von einer Bodenoffensive in Libanon abzusehen. Es sei wichtig, dass die territoriale Integrität Libanons gewahrt werde und dass die proiranische Hizbullah-Miliz ihre Angriffe auf Israel einstelle, teilte Macron nach Gesprächen mit Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun auf der Plattform X mit. Es sei wichtig, dass die Parteien zum Waffenruheabkommen zurückkehrten.Frankreich werde die libanesischen Streitkräfte in ihren Bemühungen unterstützen, damit sie ihre Hoheitsaufgaben uneingeschränkt wahrnehmen und der Bedrohung durch die Hizbullah ein Ende setzen könnten, sagte Macron. Angesichts der humanitären Notlage in Südlibanon werde Frankreich unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die vertriebenen libanesischen Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Frankreich ist Libanon als frühere Mandatsmacht traditionell eng verbunden.Wie es aus dem Élysée-Palast hieß, machte Macron in einem Telefonat auch US-Präsident Donald Trump auf die Lage in Libanon aufmerksam. Trump habe Macron kontaktiert, um ihn über den Stand der militärischen Operationen der USA in Iran zu informieren, hieß es aus Paris. 

Medienberichte: Kurdisch-iranische Milizen starten Bodenoffensive im Nordwesten IransDer iranische Außenminister Abbas Araghchi warnt angesichts zunehmender Anzeichen für eine Bodenoperation kurdisch-iranischer Milizen im Nordwesten Irans vor „terroristischen Bewegungen“. Araghchi sprach am Mittwochabend mit Bafel Talabani, dem Vorsitzenden der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). Mit Talabani hatte US-Präsident Trump am Dienstag gesprochen.Axios-Reporter Barak Ravid schrieb auf der Plattform X, dass ihm ein US-Beamter mitgeteilt habe, dass „kurdisch-iranische Milizen eine Bodenoffensive im Nordwesten Irans gestartet haben“. Gegenüber dem israelischen Sender i24News sprach ein Vertreter der Kurden davon, dass „die Bodenoperationen der kurdischen Streitkräfte gegen Iran [...] schon seit Mitternacht des 2. März begonnen“ habe. Es soll sich demnach um Tausende Kämpfer handeln. Eine offizielle Bestätigung gab es bislang von keiner Seite. Das Regime in Teheran befürchtet, dass Kämpfer aus dem Irak in das Land einsickern könnten. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema.

Die spanische Regierung bezichtigt das Weiße Haus der Lüge. Der spanische Außenminister José Manuel Albares hat Angaben der Sprecherin von Präsident Donald Trump „kategorisch“ zurückgewiesen, wonach Spanien im Irankrieg auf einmal militärisch kooperieren wolle. „Ich denke, sie haben die Botschaft des Präsidenten gestern laut und deutlich gehört. Nach meinem Wissen haben sie in den letzten Stunden zugestimmt, mit dem US-Militär zusammenzuarbeiten\", sagte die Sprecherin auf einer Pressekonferenz über die spanische Regierung, ohne Einzelheiten zu nennen. Außenminister Albares stellte in einem Rundfunkinterview klar, die Position Madrids habe sich mit Blick auf den Irankrieg und die Nutzung der Stützpunkte in Spanien in keiner Weise geändert. „Sie mag die Sprecherin des Weißen Hauses sein, aber ich bin der Außenminister Spaniens\", sagte er. Am Mittwoch hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez sein „Nein zum Krieg\" bekräftigt. Zuvor hatte Madrid amerikanischen Militärflugzeugen die Nutzung von amerikanischen Stützpunkten in Spanien untersagt. Die spanische Verpflichtung, sich aus einer Militäroperation herauszuhalten, die gegen das Völkerrecht verstoße, sei unerschütterlich, betonte Albares.

Portugal erlaubt US-Nutzung der Militärbasis Lajes unter Auflagen Die portugiesische Regierung erlaubt den USA, den Militärstützpunkt Lajes auf der zu Portugal gehörenden Azoren-Insel Terceira im Atlantik für den Irankrieg zu nutzen. Die Erlaubnis sei jedoch nur unter „bestimmten Bedingungen“ erteilt worden, sagte Ministerpräsident Luís Montenegro am Mittwoch im Parlament. Dazu gehöre, dass die Einsätze „defensiv“, „notwendig und verhältnismäßig“ und „ausschließlich gegen militärische Ziele“ gerichtet seien. „Diese drei Bedingungen stehen im Einklang mit dem Völkerrecht“, betonte Montenegro. 

Israel zerstört in Iran 300 Raketenwerfer Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn der Angriffe in Iran rund 300 Raketenwerfer dort zerstört. „Wir glauben, dass unsere Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgeht“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani am Abend. 

Aktuell kein Einsatz von US-Bodentruppen in Iran geplantEin Einsatz von US-Bodentruppen in Iran ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht geplant. „Sie sind derzeit nicht Teil des Plans für diese Operation“, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz. Zugleich wollte sie eine solche Option grundsätzlich nicht ausschließen. Man werde dem Präsidenten als Oberbefehlshaber „keine militärischen Optionen vom Tisch nehmen“. Zudem hat das Weiße Haus Berichte über eine geplante Bewaffnung kurdischer Gruppen durch die US-Regierung zurückgewiesen. Die Behauptung, US-Präsident Donald Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch und sollte nicht verbreitet werden, sagte Leavitt in Washington. Richtig sei, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe. 

Rubio verurteilt Angriff auf türkische Souveränität Nach dem Abschuss einer Rakete aus Iran über dem östlichen Mittelmeerraum hat US-Außenminister Marco Rubio von „inakzeptablen“ Angriffen auf die Souveränität des NATO-Partners Türkei gesprochen. In einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Hakan Fidan sagte Rubio, „Angriffe auf türkisches Hoheitsgebiet“ seien „inakzeptabel“, wie sein Sprecher Tommy Pigott am Mittwoch mitteilte. Rubio habe Ankara „die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten“ zugesichert.