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02.03.2026
14:24 Uhr
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„Friendly fire“ auf amerikanische F-15-Kampfflugzeuge +++ Hegseth: USA haben Krieg nicht begonnen +++ IAEA: Keine Angriffe auf Atomanlagen, Iran widerspricht +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Hegseth: Nicht Amerika hat diesen Krieg begonnenDer amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth gibt gerade seine erste Pressekonferenz seit dem Beginn der Angriffe auf Iran. Er lobt den Einsatz der amerikanischen „Krieger“. Nur Präsident Trump könne und werde entscheiden, wann und wie dieser Einsatz ende. Begonnen habe ihn nicht Amerika, behauptet Hegseth. Iran habe ein Arsenal an Raketen aufgebaut. Damit habe Teheran vorgehabt, das eigene Atomprogramm zu schützen.Dann übernimmt General Dan Caine, der den Familien der getöteten US-Soldaten sein Beileid ausspricht. Dann kündigt er an: „Das ist kein kurzer Einsatz.“ Hegseth hatte noch betont, das sei „nicht Irak“ – also kein jahrelanger Krieg im Nahen Osten. Aber für jetzt gelte, sagt Caine: „Dieser Krieg beginnt erst.“ Weitere Kräfte würden in die Region verlegt.
Deutsche Flugzeuge sollen Touristen aus Iran holenDie Bundesregierung bereitet die Entsendung von Flugzeugen in den Nahen Osten vor, um dort gestrandete deutsche Touristen nach Hause zu holen. Die Maschinen sollen nach Maskat im Oman und in die saudische Hauptstadt Riad geschickt werden, sagt Bundesaußenminister Johann Wadephul in Berlin. Dort seien die Lufträume noch geöffnet, Sicherheit gehe bei der Entsendung allerdings vor. Er habe mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen, und die Airline habe grundsätzlich Kapazitäten.
Israel meldet Tötung des Hizbullah-GeheimdienstchefsDas israelische Militär meldet die Tötung des Hizbullah-Geheimdienstchefs Hussein Makled. Er sei bei einem Angriff in Beirut ums Leben gekommen, teilt die Armee mit.
US-Angaben: Vierter amerikanischer Soldat in Iran gefallenNach amerikanischen Angaben ist ein weiterer US-Soldat beim Kampfgeschehen in Iran tödlich verletzt worden. Es ist nach offiziellen Angaben der vierte tote Soldat. „Der vierte Soldat, der bei den ersten iranischen Angriffen schwer verwundet worden war, erlag schließlich seinen Verletzungen“, teilte das US-Militär auf der Plattform X mit.
Griechenland entsendet Fregatten und Kampfbomber nach Zypern Nach dem Drohnenangriff auf den britischen Luftwaffenstützpunkt von Akrotiri auf Zypern verstärkt Griechenland seine militärische Unterstützung für die benachbarte EU-Inselrepublik. Wie Verteidigungsminister Nikos Dendias dem griechischen Rundfunk sagte, wird Athen zwei Fregatten sowie zwei F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern verlegen. Die Kriegsschiffe seien mit modernen Luft- und Drohnenabwehrsystemen ausgestattet.In der Nacht zum Montag war es auf Zypern zu einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt in der Nähe der Hafenstadt Limassol gekommen. Zu möglichen Hintergründen oder Verantwortlichen lagen zunächst keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Drohne war vom Typ „Shahed“, wie der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsächlich in Iran produziert.
Libanesische Regierung erklärt Hizbullah für illegalDie libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der von Iran unterstützten Hizbullah für illegal erklärt. Das sagte Ministerpräsident Nawaf Salam in einer Fernsehansprache. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation. Mit diesem Schritt reagiert die libanesische Regierung auf die Raketenangriffe der Hizbullah auf Israel, die das ganze Land in den Irankrieg hineingezogen haben. Die Hintergründe hat F.A.Z.-Korrespondent Christoph Ehrhardt hier aufgeschrieben.
Kuwait: Offenbar Feuer in US-Botschaft nach iranischen Luftangriffen
Irans Schulen bleiben vorerst geschlossenAngesichts des Krieges bleiben die Schulen in Iran bis Ende März geschlossen. Der Unterricht erfolge stattdessen nun online, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Regelung gilt demnach bis zum Ende des persischen Kalenderjahrs, das am 21. März endet. Infolge der „militärischen Aggression des zionistischen Regimes mit Unterstützung der USA“ seien Schulen aller Bildungsstufen bis zum Jahresende geschlossen, und der Unterricht werde virtuell erteilt, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Heftige Kritik an Israel und den USA aus SpanienSpanien ist in der EU einer der schärfsten Kritiker des amerikanisch-israelischen Angriffs auf Iran. Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnt ihn als völkerrechtswidrig ab und warnt vor einer „Katastrophe“. Das hat bereits Konsequenzen: Die USA zogen laut einem Bericht des spanischen Onlineportals „El Confidencial“ elf Tankflugzeuge von den beiden Militärflughäfen in Rota und Morón ab und verlegten sie unter anderem nach Deutschland und in das Vereinigte Königreich. Zuvor hatte Außenminister José Manuel Albares gesagt, Spanien werde den USA keine Stützpunkte für den Krieg gegen Iran zur Verfügung stellen.
IAEA: Bislang keine Atomanlagen angegriffen – Iran widersprichtBislang sind bei den jüngsten Militärschlägen in Iran nach Angaben der IAEA keine Atomanlagen angegriffen oder beschädigt worden. Das sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag in Wien. Grossi sprach zu Beginn des regelmäßig stattfindenden Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde, dem jedoch auf Antrag Russlands eine Dringlichkeitssitzung zum Krieg in Iran vorausgegangen war. Der Streit über Teherans Atomprogramm galt als ein zentraler Grund für die amerikanisch-israelischen Schläge. Wenig später widersprach Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei IAEA, den Aussagen Grossis: „Gestern haben sie erneut die friedlichen, überwachten Atomanlagen Irans angegriffen“, sagte er vor Journalisten in Wien. Auf die Frage, welche Einrichtungen getroffen worden seien, antwortet er: „Natans.“ Grossi indes mahnte alle Seiten zu äußerster Zurückhaltung bei militärischen Operationen und erinnerte daran, dass sich auch in umliegenden Staaten am Golf, die nun Ziel von iranischen Vergeltungsschlägen sind, nukleare Anlagen befänden, was die Gefahr für die nukleare Sicherheit erhöhe. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten seien vier Atomkraftwerke in Betrieb. Der IAEA-Chef war zuletzt zu den Gesprächen zwischen Vertretern der USA und Irans über das Atomprogramm hinzugezogen worden, die am vergangenen Donnerstag in Genf stattfanden und diese Woche in Wien hätten fortgesetzt werden sollen. Er denke, dass es sehr nachvollziehbar sei, dass „wir ein starkes Gefühl der Frustration haben“, sagte Grossi und mahnte, dass beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren müssten. Nur so könne man zu einer langfristigen Lösung des Atomstreits kommen.
EU-Außenminister zu IranDie EU-Außenminister stehen nicht geschlossen hinter der militärischen Intervention der USA und Israels. Trotzdem will man gemeinsam darauf reagieren und verstärkt den Marineeinsatz zum Schutz der Seewege vor Jemen. Alle weiteren Details hat F.A.Z.-Korrespondent Thomas Gutschker hier zusammengefasst:
Qatar droht Iran mit VergeltungIran werde für die Angriffe auf das qatarische Volk einen Preis zahlen müssen, kündigt das Außenministerium in Doha an. Qatar habe Angriffe auf zivile Infrastruktur abgefangen. Darunter sei auch der internationale Flughafen gewesen. Ein Angriff wie dieser könne nicht ohne Vergeltung bleiben, sagte Sprecher Majed al-Ansari dem Sender CNN. Er zeigte sich aber überzeugt, letzten Endes werde der Konflikt am Verhandlungstisch gelöst. Der Sprecher betonte, die Ölanlagen vor der Küste und auf dem Land seien geschützt. Alle Arbeiter seien in Sicherheit.
Frankreich zu Verteidigung von Golfstaaten und Jordanien bereitFrankreich hat seine Bereitschaft zur Verteidigung der von Iran angegriffenen Golfstaaten und Jordaniens erklärt. Außenminister Jean-Noël Barrot sicherte „den befreundeten Ländern, die von den Raketen und Drohnen der iranischen Revolutionsgarden bewusst ins Visier genommen werden“, die Unterstützung seines Landes zu. Frankreich sei „bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen“, sagte er in Paris. Der Außenminister verwies dabei auf bestehende Abkommen mit den Partnern und das Prinzip der kollektiven Selbstverteidigung. Barrot erwähnte namentlich Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Qatar, Irak, Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung betont, dass sie zu „Defensivmaßnahmen“ bereit seien. „Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen und die unserer Verbündeten in der Region zu verteidigen“, hieß es in der Erklärung. Falls notwendig, könne dies auch „verhältnismäßige militärische Defensivmaßnahmen einschließen, um die Fähigkeit Irans, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zu zerstören“.