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04.06.2026
14:52 Uhr
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Kleine Fortschritte bei Verhandlungen mit Israel +++ Hizbullah-Chef bezeichnet Gespräche als „schamlos“ +++ US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des Irankriegs +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Libanon: Israelische Armee zieht sich aus Grenzort zurück Als Teil der Umsetzung einer Waffenruhe hat sich die israelische Armee nach libanesischen Angaben aus dem libanesischen Grenzort Dibbin zurückgezogen. Die libanesischen Streitkräfte bestätigten, dass sie in die Stadt eingerückt seien, nachdem das israelische Militär abgezogen sei. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht.Die libanesischen Streitkräfte haben demnach vor Ort von den Israelis errichtete Barrieren beseitigt. Spezialisierte Teams führten weiterhin Erkundungen rund um den Ort aus und räumten im Gebiet zurückgelassene Blindgänger. Die Armee rief die Bevölkerung auf, das Gebiet nicht zu betreten und den Anweisungen des Militärs Folge zu leisten, bis der Einsatz abgeschlossen ist.
Atomenergiebehörde fordert Zugang zu iranischen NuklearanlagenDie Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fordert unverzüglich Zugang zu mehr als einem Dutzend Nuklearanlagen in Iran. Teheran habe in den vergangenen Monaten nur die Inspektion einer einzigen Nuklearanlage zugelassen, wie IAEA-Chef Rafael Grossi in einem Bericht festhielt. Weitere Überprüfungen des Atomprogramms seien „unabdingbar“, so Grossi.Die IAEA seit derzeit nicht in der Lage zu überprüfen, ob Iran sein Programm zur Urananreicherung eingestellt habe, und wie viel angereichertes Uran derzeit in der Islamischen Republik vorhanden sei, hieß es in dem nicht öffentlichen Dokument der IAEA in Wien, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Die mangelnde durchgehende Kenntnis der Uranbestände ist aus IAEA-Sicht ein Problem, das „mit allerhöchster Dringlichkeit“ gelöst werden müsse, wie Grossi schrieb.
Trump bezeichnet Abstimmung im Repräsentantenhaus als „unpatriotisch“ US-Präsident Donald Trump hat die Abstimmung im Repräsentantenhaus für eine sogenannte Kriegsbefugnis-Resolution als „unpatriotisch“ bezeichnet und kritisiert, das Votum behindere die Verhandlungen mit Teheran. Die Abstimmung habe „mitten in meinen abschließenden Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit der Islamischen Republik Iran“ stattgefunden, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social am Donnerstag. „Wer tut so etwas Unpatriotisches? Sie wissen doch, wie der Stand der Verhandlungen ist“, fügte der US-Präsident hinzu. Mit der sogenannten Kriegsbefugnis-Resolution (War Powers Resolution) wollen die oppositionellen Demokraten Trump Grenzen setzen. Im US-Repräsentantenhaus stimmten am Mittwoch auch vier Abgeordnete aus Trumps republikanischer Partei mit den Demokraten. Die Resolution ist ein klarer Ausdruck für den Unmut im Kongress darüber, dass Trump den Militäreinsatz gegen Iran Ende Februar ohne parlamentarische Zustimmung begonnen hatte. Damit die Resolution in Kraft tritt, müsste allerdings auch noch der Senat zustimmen.
Hizbullah lehnt Ergebnis der Gespräche zwischen Libanon und Israel abDer Anführer der Hizbullah, Naim Qassem, hat in einer Ansprache die Verhandlungen mit Israel als „schamlos“ bezeichnet. Der Chef der schiitischen Miliz sagte, er lehne das Ergebnis der direkten Gespräche zwischen Libanon und Israel ab. Die Ankündigung Washingtons sei „ein Fahrplan zur Vernichtung eines Teils des libanesischen Volkes“. Das Waffenstillstandsabkommen zwischen beiden Staaten käme einer „Kapitulation und Niederlage“ gleich. Qassem forderte, dass ein Waffenstillstand ganz Libanon umfassen müsse und Israel aus dem Süden des Landes seine Truppen abziehen solle.
Video soll Drohnenangriff in Kuwait belegenDie kuwaitische Behörde für zivile Luftfahrt hat Videoaufnahmen veröffentlicht, die laut ihren Angaben den „brutalen“ iranischen Drohnenangriff auf das Terminal 1 des internationalen Flughafens vom Mittwoch zeigen. Die iranischen Revolutionswächter haben bestritten, hinter der Attacke zu stecken, bei der laut Behördenangaben am Mittwoch eine Person getötet und mehr als 60 weitere Personen verletzt wurden. Sie behaupteten, es habe sich um eine Fehlfunktion eines amerikanischen Raketenabwehrsystems gehandelt. Das veröffentlichte Video zeigt indes den Einschlag eines Flugobjektes, der wie eine Drohne aussieht und direkt ins Ziel steuert. Das Regime in Teheran hatte laut kuwaitischen Angaben am Mittwoch etwa 30 Flugkörper auf die arabische Golfmonarchie abgefeuert. Einwohner berichteten laut Agenturberichten, der Beschuss sei so heftig wie zur Anfangszeit des Irankrieges gewesen. Die kuwaitische Führung wies die iranische Botschaft nach dem Angriff an, die Zahl ihrer Diplomaten zu verringern, und gab zwei Botschaftsmitarbeitern 24 Stunden, um das Land zu verlassen.
Unifil-Soldat stirbt nach Angriff in SüdlibanonEin Soldat der UN-Friedensmission Unifil in Libanon ist nach UN-Angaben bei einem Mörserangriff in Südlibanon gestorben. Der Soldat sei in den frühen Morgenstunden seinen Verletzungen erlegen, nachdem er zunächst in ein Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut geflogen worden war. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge am späten Mittwochabend in der Nähe des Orts Mardsch Ujun. Zwei weitere Blauhelme seien ebenfalls verletzt worden, hieß es.Unifil machte zunächst keine Angaben dazu, von welcher Seite aus der Angriff kam. Man habe eine Untersuchung zur Klärung des genauen Hergangs eingeleitet. Nach Angaben der Beobachtermission sei in Südlibanon zuletzt eine „zunehmend hohe Zahl“ an Einschlägen registriert worden. Die Gewalt müsse beendet werden, forderte Unifil.
Israel setzt seinen Bodeneinsatz in Südlibanon vorerst fort – auch nach der gestern vereinbarten „Umsetzung der Waffenrufe“. Vertriebene Libanesen können noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, teilt Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die Truppen würden in der sogenannten Sicherheitszone bleiben, um die dortige terroristische Infrastruktur abzubauen. Israel behalte sich zudem das von den USA unterstützte Recht vor, als Reaktion auf Angriffe auch Ziele in Beirut anzugreifen.
Israels Polizeiminister kritisiert neuen Anlauf zu Libanon-WaffenruheDer israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat die Vereinbarung zwischen Israel und Libanon auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung einer Waffenruhe als „schweren Fehler“ kritisiert. Es handele sich um „Wunschträume von Beratern, die den Ministerpräsidenten zu falschen Entscheidungen verleiten“, schrieb er in einem Post auf der Plattform X. Tatsächlich werde die libanesische Hizbullah-Miliz durch die Vereinbarung nur stärker werden. „Statt sie zu besiegen, findet sich Israel zunehmend mit ihrer Existenz ab“, schrieb Ben-Gvir weiter. Der libanesische Staat sei ein „Partner der Hizbullah“ und nicht in der Lage, die mit Israel verfeindete Miliz aus dem Grenzgebiet zu verdrängen.
Libanon meldet Angriffe trotz WaffenruheTrotz eines neuen Anlaufs, die bisher kaum wirksame Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hizbullah umzusetzen, kommt es in Libanon weiter zu israelischen Angriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.
Israel und Libanon vereinbaren „Umsetzung von Waffenruhe“Israel und Libanon haben sich bei ihren Gesprächen in Washington auf die „Umsetzung einer Waffenruhe“ geeinigt. Voraussetzung dafür sei, dass die Hizbullah-Miliz das Feuer vollständig einstelle und sich aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückziehe, teilte das US-Außenministerium nach Verhandlungen in Washington mit.Zudem sollen rasch Testgebiete eingerichtet werden, in denen ausschließlich die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt und nicht staatliche Akteure ausgeschlossen werden, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung beider Seiten. Zudem sollten noch in diesem Monat weitere Gespräche geführt werden.
Repräsentantenhaus stimmt für Ende des IrankriegsIn einer seltenen Zurückweisung der Position Donald Trumps hat das republikanisch kontrollierte Repräsentantenhaus am Mittwoch eine Resolution für ein Ende des Irankriegs verabschiedet. Die Abgeordneten stimmten mit 215 zu 208 Stimmen dafür, dass Trump entweder die Truppen aus Iran abzieht oder die Zustimmung des Kongresses für den Krieg einholt. Vier republikanische Abgeordnete stimmten dafür mit den Demokraten. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hatte versucht, eine Abstimmung zu verhindern, indem er eine Debatte darüber vor zwei Wochen abrupt unterbrach. Der demokratische Minderheitsführer Hakeem Jeffries hatte in dieser Woche jedoch hervorgehoben, es sei an der Zeit, diesen „unüberlegten und kostspieligen Krieg“ zu beenden, der Washingtons Position gegenüber Teheran geschwächt habe.
Trump: Iran-Gespräche könnten am Wochenende erfolgreich endenUS-Präsident Donald Trump hat sich abermals optimistisch über eine bevorstehende Einigung mit Iran geäußert. Er sagte am Mittwoch in Washington, die Verhandlungen liefen „sehr gut“ und womöglich gebe es eine Einigung am Wochenende.Trump widersprach damit Äußerungen des iranischen Außenministers Abbas Araghtchi. Dieser hatte erklärt, es gebe „keine greifbaren Fortschritte“. Zur Bedingung für weitere Gespräche machte Iran erneut, dass Israel seine Angriffe auf die proiranische Hizbullah-Miliz in Libanon einstelle. Trump sagte dazu, er würde das Thema Libanon gerne „getrennt“ behandeln.
Irans Revolutionsgarden bestreiten Angriff auf internationalen Flughafen von KuwaitNach einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait mit einem Toten und mehr als 60 Verletzten haben Irans Revolutionsgarden bestritten, dafür verantwortlich zu sein. Die Untersuchung und Überprüfung der Revolutionsgarden zeige, dass deren Luftwaffe „keinerlei Schüsse auf dieses Ziel abgegeben hat“, erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Hossein Mohebi am Mittwoch im Onlinedienst Telegram. Stattdessen machte er die USA für den Angriff verantwortlich.
Iran: Kontakte zu USA nicht abgerissen – Aber keine FortschritteDer iranische Außenminister Abbas Aragtschi sagt in einem Interview mit dem libanesischen Sender Al Mayadeen, dass die Kontakte zwischen Teheran und Washington zwar nicht abgerissen seien, es jedoch keine Fortschritte bei den Verhandlungen gebe. Beide Seiten prüften derzeit ausgetauschte Entwürfe. Zudem warnt der Minister: Sollte Israel die libanesische Hauptstadt Beirut angreifen, werde Iran entschlossen reagieren.