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05.03.2026
11:50 Uhr
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Nach Drohnenangriff vom Montag +++ Iran meldet Angriff auf US-Tanker +++ Zwei Verletzte nach Drohneneinschlag in Aserbaidschan +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Irans Außenminister Abbas Araghchi hat den USA nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs im Indischen Ozean mit dutzenden Toten mit Konsequenzen gedroht. Die iranische Fregatte „Iris Dena“ sei „ohne Vorwarnung in internationalen Gewässern“ von den USA angegriffen worden, schrieb er am Donnerstag auf der Plattform X. „Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen.“ Derweil war ein zweites iranisches Kriegsschiff auf dem Weg in die Hoheitsgewässer Sri Lankas.Die USA hätten „2000 Meilen vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen“, fügte Außenminister Araghchi hinzu. Demnach sei die Fregatte „Gast der indischen Marine“ gewesen. Das iranische Schiff war am Mittwoch vor der Küste Sri Lankas gesunken. Polizeiangaben zufolge wurden bislang über 80 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen, rund 60 Menschen wurden noch vermisst.Mehr zu dem Vorfall lesen Sie hier von meinem Kollegen Till Fähnders:
EU und Golfstaaten vereinbaren gemeinsame Iran-Diplomatie Die EU und mehrere einflussreiche Golfstaaten wollen gemeinsame diplomatische Bemühungen für ein Ende des Irankriegs unternehmen. Ziel sei es, eine dauerhafte Lösung herbeizuführen, heißt es in einer Erklärung der Außenminister beider Seiten. Diese solle letztlich dem iranischen Volk die Entscheidungsgewalt über seine Zukunft verschaffen und gleichzeitig den Bau einer iranischen Atombombe verhindern.Zudem wird als Ziel ausgegeben, die Produktion und Verbreitung ballistischer Raketen, unbemannter Luftfahrzeuge und anderer sicherheitsbedrohender Technologien zu beenden und Iran an weiteren destabilisierenden Aktivitäten in der Region und in Europa zu hindern.Die Erklärung wurde im Anschluss an eine Videokonferenz von Außenministern der EU-Staaten und Kollegen aus Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats veröffentlicht. Zu letzterem gehören die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Saudi-Arabien, Oman, Qatar und Kuwait. Für die EU nahm zudem unter anderen die Außenbeauftragte Kaja Kallas an den Gesprächen teil.
Israel ruft Bewohner fast aller Beiruter Vororte zu Flucht aufIsrael verstärkt seine Angriffe in Libanon, entsprechend nimmt auch die Anspannung im Land zu. Vor allem, seit sich die Attacken nicht mehr allein auf die Gegenden beschränken, die von der Schiitenorganisation Hizbullah beherrscht werden. Am Mittwoch wurde ein Hotel in einem christlichen Vorort getroffen, in dem auch der Präsidentenpalast liegt. Die Bedrohung für die Bevölkerung wird damit unberechenbarer. „Überall kann etwas passieren“, sagt ein Taxifahrer aus der Gegend, der im Arbeitsalltag jetzt die israelischen Evakuierungsanordnungen sehr genau studiert. Und es nimmt die Sorge zu, dass der internationale Flughafen von Beirut irgendwann doch geschlossen oder angegriffen wird. Er liegt im Süden von Beirut, im Reich der Hizbullah. Die Fahrt dorthin wird riskanter. Zwei der großen Zufahrtsstraßen wurden schon von Drohnenangriffen erschüttert. Vieles erinnert an den Krieg von 2024: Die Vertriebenen aus den regelmäßig bombardierten südlichen Vorstädten, die auf der Straße campieren. Der beißende Brandgeruch, der aus der Kampfzone in die umliegenden Gegenden zieht. Das dumpfe Grollen der einschlagenden Bomben in der Ferne. Auch in den sicheren Vierteln schwindet abends schnell das Leben aus den Straßen. Und je länger die Eskalation andauert, desto größer wird die Sorge, dass es dieses Mal doch noch schlimmer kommen könnte. Am Donnerstag nehmen Befürchtungen zu, dass ein heftiger israelischer Schlag kommt. Menschenmassen fliehen in Panik, weil die israelische Armee eine flächendeckende Evakuierungsanordnung für die südlichen Vorstädte erlässt. Für andere Stadtviertel, die zum Teil weit davon entfernt liegen, kursieren wenig später Warnungen, sich von Fenstern fernzuhalten.
US-Flugzeuge können Stützpunkt in Frankreich nutzenFrankreich hat die vorübergehende Präsenz von US-Flugzeugen auf bestimmten Stützpunkten im Land genehmigt, etwa im südfranzösischen Istres. Dabei gehe es nicht um Kampfflugzeuge, sondern um unterstützende US-Flugzeuge, „die in keiner Weise an den von den USA im Iran ausgeführten Einsätzen teilnehmen“, teilte der französische Generalstab am Donnerstag mit. Sie sollten ausschließlich zur Unterstützung der Verteidigung von Frankreichs Partnern in der Region dienen. Dies hätten die USA ausdrücklich zugesagt.
Bei Irans Beschuss von Ländern im Nahen Osten erreichen nicht alle Raketen ihr Ziel, wie hier in nahe der Stadt Qamishli in Syrien. Dort inspizieren Hirtenjungen eine nicht explodierte iranische Rakete, die auf einem offenen Feld gelandet ist. Einer von ihnen versuchte auch, an dem Geschoss hochzuklettern.
Hegseth bestätigt Torpedo-Angriff
EU-Kommission rechnet nicht mit Fluchtbewegungen aus IranTrotz des Kriegs im Nahen Osten rechnet die EU-Kommission aktuell nicht mit großen Fluchtbewegungen in Richtung Europa. „Was Migration betrifft, sehen wir keine Bewegungen von Iran ins Ausland“, sagte EU-Innenkommissar Magnus Brunner am Rande eines Treffens der EU-Innenminister am Donnerstag in Brüssel. Zwar gebe es Bewegungen innerhalb des Iran, aber derzeit „sehen wir keine Bewegung in Richtung Europa oder in Richtung anderer Länder in der Region“.Die Türkei habe ihre Grenzen zu Iran geschlossen, sagte Brunner. Die Kommission pflege in diesem Zusammenhang einen „intensiven“ Austausch mit der Türkei. Er habe deswegen mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan telefoniert. „Wir müssen natürlich jeden Tag beobachten, wie sich die Situation neu darstellt“, fuhr der Kommissar fort. Europa sei aber „besser vorbereitet als vor einigen Jahren“, sagte er mit Verweis auf den EU-Asylpakt.Die EU-Asylagentur (EUAA) warnt in ihrem aktuellen Bericht, der vor Beginn des Irankriegs verfasst wurde, mit Blick auf das Land vor möglichen Fluchtbewegungen „beispiellosen Ausmaßes“. Demnach wäre die Vertreibung von nur zehn Prozent der rund 90 Millionen Menschen zählenden iranischen Bevölkerung mit den größten Flüchtlingsbewegungen der letzten Jahrzehnte vergleichbar.
Explosionen in Teheran, Luftalarm über Tel Aviv und Angriffe auf iranische Raketenwerfer: Eine Zusammenfassung der jüngsten Entwicklungen im Irankrieg sehen Sie in diesem Video.
Iran wirft USA und Israel Angriffe auf Zivilisten vorIran wirft den Vereinigten Staaten und Israel vor, mit ihren Angriffen bewusst zivile Ziele ins Visier zu nehmen. Auf der Plattform X schrieb der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, die Angriffe würden „auf den globalen Märkten nachhallen, die Energiepreise in die Höhe treiben, Währungen destabilisieren und die Kaufkraft der einfachen Menschen auf der ganzen Welt untergraben“.Er fügte hinzu: „Für uns Iraner sind die Kosten jedoch unermesslich höher: Unsere Bevölkerung wird brutal abgeschlachtet, da die Angreifer gezielt zivile Gebiete und alle Orte ins Visier nehmen, von denen sie glauben, dass sie das größtmögliche Leid und den größten Verlust an Menschenleben verursachen.“Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hat am Mittwoch beteuert: „Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten greifen keine Zivilisten an.“ Aus Israel hieß es, dass es militärische Ziele mit „Präzision“ angreife, um Zivilisten zu schützen, und beschuldigte Iran, Zivilisten anzugreifen.
London: Irankrieg könnte Monate andauern Großbritannien rechnet offenbar mit einem monatelangen Krieg in Iran. „Die Situation entwickelt sich noch, aber es gibt Anzeichen dafür, dass es sich um eine Krise handelt, die nicht Tage, sondern Wochen und möglicherweise Monate andauern wird“, sagt der Staatssekretär im Außenministerium, Hamish Falconer, im Parlament.
Erste Rückholflüge mit Israelis in Tel Aviv gelandet – Iran feuert Raketen auf FlughafenIn Tel Aviv sind die ersten Rückholflüge mit im Ausland gestrandeten Israelis gelandet. Ein erster Flug der nationalen Fluggesellschaft El Al kam am Donnerstag aus Athen am internationalen Flughafen Ben Gurion an, teilte das israelische Verkehrsministerium mit. Demnach landete auch ein Flug der israelischen Fluggesellschaft Israir aus Rom in Tel Aviv. In beiden Maschinen waren demnach jeweils 170 Passagiere.Derweil griff Iran auch am Donnerstag Israel mit Raketen an. Die neuen Angriffe zielten nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden auf „das Herz von Tel Aviv“ sowie auf den nahe gelegenen Flughafen Ben Gurion und einen dort gelegenen israelischen Luftwaffenstützpunkt. Wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Garden berichtete, feuerte Iran im Morgengrauen „schwere Chorramschahr-4-Raketen mit einer Tonne Sprengköpfen“ auf Israel.
Lufthansa setzt Flüge in den Nahen Osten weiter ausDie Lufthansa setzt ihre Flüge zu mehreren Zielen im Nahen Osten aus. Betroffen sind die Verbindungen von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 10. März, Tel Aviv bis zum 22. März, Beirut bis zum 28. März sowie Teheran bis zum 30. April.
Iran droht EUDie EU wird Iran zufolge den Preis für ihr Schweigen bezahlen. „Wenn die EU-Länder zu diesem Verstoß gegen das Völkerrecht schweigen, werden sie früher oder später den Preis dafür bezahlen“, sagt der Sprecher des iranischen Außenministeriums im spanischen Fernsehsender TVE.