FAZ 03.03.2026
09:07 Uhr

Liveblog Irankrieg: Israel ermächtigt Bodentruppen zum Vorrücken in Libanon


Verteidigungsminister Katz: Armee geht mit aller Härte gegen Hizbullah vor +++ US-Botschaft in Riad angegriffen – Trump kündigt Vergeltung an +++ Ölpreise steigen weiter +++  alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Israel ermächtigt Bodentruppen zum Vorrücken in Libanon

Frankreich will gefährdete Staatsbürger ausfliegen Frankreich steht nach Angaben von Außenminister Jean-Noel Barrot bereit, die am meisten gefährdeten Franzosen in der Region auszufliegen. Insgesamt rund 400.000 französische Staatsangehörige hielten sich in den von dem Krieg betroffenen Gebieten ⁠auf. Frankreichs Priorität sei die Sicherheit der eigenen Bürger und die Deeskalation des Konflikts. 

Weltweite Börsentalfahrt geht weiter Auf Kursverluste an den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten folgen neuerliche Einbußen an Europas Märkten im frühen Handel. Und auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden bereits wieder fallende Kurse prognostiziert. Steigende Öl- und Erdgaspreise nähren dabei Konjunktur- und Inflationsängste. Vieles hängt nun von der Dauer des Krieges ab.Der Dax fiel um 1,8 Prozent und lag mit 24.204 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte Dezember 2025. Der M-Dax der mittelgroßen Börsentitel gab um 1,2 Prozent auf 30.493 Zähler nach, vermied aber ein Abrutschen unter die Marke von 30.000 Punkten. Der Eurozone-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor 1,6 Prozent. 

Mehr als 100.000 Australier sitzen wegen Irankrieg festAngesichts der Ausweitung des Irankriegs steht Australien nach Angaben von Außenministerin Penny Wong vor einer „beispiellosen“ konsularischen Herausforderung. Schätzungsweise 115.000 Australier halten sich Medienberichten zufolge derzeit im Nahen Osten auf. Viele von ihnen sitzen wegen gesperrter Lufträume fest. Im Senat sagte Wong, die Situation sei ohne Präzedenzfall, weil die üblichen Luftfahrtdrehkreuze in Krisenzeiten nun selbst von der Krise betroffen seien. Die Zahl der in der Region festsitzenden Australier übertreffe jede frühere konsularische Operation des Außenministeriums. Die Regierung arbeite weiter eng mit Fluggesellschaften in der Region zusammen, um Ausreisemöglichkeiten zu schaffen. Zwar seien in der Nacht vereinzelt kommerzielle Flüge gestartet, eine rasche Entspannung der Lage sei jedoch nicht in Sicht.

Israelischer Botschafter: Haben „keine richtige Antwort“ auf einen möglichen Regimesturz in IranIsraels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht keinen ausgereiften Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz der iranischen Führung. „Wir müssen erst darüber nachdenken, dass wir keine richtige Antwort dafür haben“, sagte er in einem Podcast des Portals Politico auf die Frage, wer Iran künftig führen könnte – etwa der Schah-Sohn Reza Pahlavi. „Das Wichtigste ist, dass dieses Regime nicht mehr existiert“, sagte Prosor.Ziel Israels sei es, die Fähigkeiten der Führung in dem Land zurückzudrängen, ein Wandel könne aber „nur von innen da sein“. Die Bevölkerung in dem Land habe „wirklich genug und will Freiheit haben“.

Bericht: Israelische Bodentruppen in Iran im Einsatz Offenbar haben israelische Spezialeinheiten und der Mossad einem Bericht des Senders Al Arabiya zufolge am Montagabend neben Luftangriffen auch eine Bodenoperation in Iran durchgeführt.

Treibstofftank in Oman von Drohne getroffenIm omanischen Handelshafen Dukm ist ein Treibstofftank von einer Drohne getroffen worden. Es sei ein begrenzter Schaden entstanden, meldet ​die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Es seien keine Menschen verletzt worden. Bereits am Sonntag war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran am Samstag hat Teheran mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Im Oman selbst sind keine US-Stützpunkte, Häfen wie der in Dukm können aber vom US-Militär genutzt werden. 

Explosionen in IranIn Schiras im Südwesten Irans und in Isfahan im Zentrum der Islamischen Republik sind Explosionen zu ​hören. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Mehr. 

Hizbullah will israelische Stützpunkte angegriffen habenNach israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut hat die mit Iran verbundene Hizbullah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen. „Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften“ seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, teilte die Hizbullah am Dienstag mit. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golanhöhen mit Raketen beschossen worden.

Mützenich fordert Gründe für Irankrieg, Kiesewetter will deutsche Unterstützung Der SPD-Politiker Rolf Mützenich erwartet von Bundeskanzler Friedrich Merz, dass er bei seinem Besuch im Weißen Haus mit US-Präsident Donald Trump auch über die Ziele der Angriffe auf Iran spricht. Allein präventiv auf die Zukunft hin zu bombardieren, „das geht im Völkerrecht nicht“, sagte Mützenich im Deutschlandfunk. Merz wird heute im Weißen Haus erwartet. Der Bundeskanzler hatte zwar Verständnis für die Angriffe auf Iran geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Auf Kritik und Belehrungen der beiden wichtigen Verbündeten USA und Israel verzichtete Merz, mahnte aber auch: „Das ist nicht ohne Risiko.“Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter drängt die Bundesregierung zu einer größeren Unterstützung der USA und Israels. Der „Augsburger Allgemeinen“ sagte er: „Wir haben zwar sehr begrenzte Fähigkeiten und Mittel, aber in Absprache mit unseren Partnern können wir als Europa schon mehr leisten, wenn wir den Willen dafür haben.\" Dies könne von der Unterstützung bei Infrastruktur und Logistik, zum Beispiel durch Luftbetankung und medizinische Versorgung, über die konkrete Beteiligung an Luftverteidigung bis hin zu offensiven Maßnahmen zur Bekämpfung militärischer Infrastruktur des iranischen Regimes gehen. 

China fordert erneut Stopp der Angriffe auf Iran China ruft abermals dazu auf, die Angriffe auf Iran einzustellen. Eine ​weitere Ausbreitung des Krieges müsse verhindert werden, teilte das Außenministerium in Peking mit. Die Regierung mahnt eine Rückkehr zum Dialog an. China werde weiterhin eine konstruktive Rolle bei den Friedensbemühungen spielen. Peking fordert die am Krieg beteiligten Parteien außerdem dazu auf, „die Sicherheit der Schifffahrtswege in der Straße von Hormus zu gewährleisten und größere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zu verhindern\". Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Samstag die Sperrung der Meerenge verkündet, die als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr gilt. Am Montag drohte ein General der Revolutionsgarden damit, „jedes Schiff“ zu „verbrennen“, das die Straße von Hormus passieren wolle. 

TUI plant heute Rückholung von Urlaubern Der Reisekonzern TUI rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können“, sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von TUI Fly bereit. Diese seien „stand-by, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen“.„Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt“, sagte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er gehe jedoch davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.  Reisen könnten teurer werdenDie Lage könnte sich auch auf künftige Reisekosten auswirken, sagte Anke Budde, Präsidentin der Allianz Selbstständiger Reiseunternehmen, im RBB-Inforadio. Zwar setze die Branche alles daran, Reisen weiterhin für jeden erschwinglich zu halten. Doch es sei mit steigenden Kosten für die Unternehmen aufgrund von höheren Ölpreisen und einem gestiegenen Beratungsaufwand zu rechnen. 

US-Botschaft in Riad angegriffenDie US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ist nach vorläufigen saudischen Angaben von zwei Drohnen angegriffen worden. Es sei ein „begrenztes Feuer“ ausgebrochen, aber nur geringer Sachschaden entstanden, teilte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums auf der Plattform X mit.Die US-Botschaft empfahl ihren Landsleuten in dem Königreich, sich sofort in Sicherheit zu bringen und die Botschaft bis auf Weiteres zu meiden, da es zu einem Angriff auf die Einrichtung gekommen sei. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen wegen des Angriffs ergreifen.Gegenüber News Nation erklärte der US-Präsident, die USA würden zurückschlagen: “Sie werden bald herausfinden”, was das bedeute. Indessen werde es wohl nicht notwendig sein, Bodentruppen einzusetzen. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte später mit, acht weitere Drohnen seien nahe Riad und Al-Chardsch, rund 80 Kilometer weiter südlich, abgefangen und zerstört worden.Auch an der US-Botschaft im kleinen Golfstaat Kuwait war am Montag offenbar ein Feuer ausgebrochen. Augenzeugen hatten der Deutschen Presse-Agentur von aufsteigendem Rauch an dem Gebäude berichtet. Die Hintergründe blieben auch da zunächst unklar.