FAZ 19.07.2026
14:43 Uhr

Liveblog Irankrieg: Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken


Irans Außenminister Araghchi schildert ersten Kriegstag +++ Trump fordert: Iran ins Russland-Sanktionspaket aufnehmen +++ Vergeltungsschläge nach Tod von US-Soldaten +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken

Demokraten kritisieren Trump nach Tod von US-Soldaten scharfDemokratische Mitglieder des US-Kongresses haben nach dem Tod zweier weiterer Soldaten ihres Landes scharfe Kritik an der Kriegsführung von Präsident Donald Trump im Iran geübt. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Mark Warner, sagte dem Sender CBS News, es sei in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, dass die USA nicht mehr Todesopfer zu beklagen hätten. „Wir haben buchstäblich Hunderte Schwerverletzte“, betonte er und verwies dann auf die 16 bislang im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten. Das passiere, „wenn man einen Krieg aus eigener Entscheidung beginnt“. Als stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses gehört er dem kleinen Kreis hochrangiger Kongressmitgliedern an, der sogenannten „Gang of Eight“, auf die die US-Regierung Briefings zu Geheimdienstangelegenheiten in bestimmten Situationen beschränken kann. Er könne eindeutig sagen, dass „keine unmittelbare Bedrohung durch den Iran bestand“, betonte Warner und warf Trump vor, den Krieg ohne Plan begonnen zu haben. 

Rubio lobt Beiruts Friedensbemühungen nach Treffen mit Libanons Staatschef AounUS-Außenminister Marco Rubio hat die Bemühungen der libanesischen Regierung für einen Friedensschluss mit Israel gewürdigt. Nach einem Treffen mit dem libanesischen Staatschef Joseph Aoun in Washington habe Rubio die Regierung in Beirut für „ihre entschlossenen Bemühungen gelobt, die Souveränität des Libanon zurückzugewinnen, die Hisbollah zu entwaffnen, ihre terroristische Infrastruktur zu zerschlagen und den Weg zum Frieden“ mit Israel einzuschlagen, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit.Rubio erklärte demnach, Washington sei entschlossen, „die erfolgreiche Umsetzung des trilateralen Rahmenabkommens zu unterstützen“. Zudem wollten die USA die Bemühungen der libanesischen Regierung „um Frieden, wirtschaftlichen Aufschwung und eine bessere Zukunft für das libanesische Volk“ fördern.Rubio und Aoun waren am Sonntag zu Gesprächen im US-Außenministerium zusammengekommen. Es war der erste Besuch eines libanesischen Staatsoberhaupts in Washington seit 2009. Nach Angaben libanesischer Regierungsvertreter soll Aoun am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen.

Medien: USA verlegen weitere Kampfflugzeuge in Nahen OstenDie USA verlegen inmitten des eskalierenden Irankriegs Medienberichten zufolge mehr Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Das „Wall Street Journal“ berichtete, dass dies unter anderem Kampfflugzeuge vom Typ F-16 vom amerikanischen Flugplatz Spangdahlem in der Eifel betreffe. Zudem würden Kampfflugzeuge vom Typ F-35 von dem von den USA genutzten Stützpunkt RAF Lakenheath in Großbritannien verlegt. Auch Tankflugzeuge befinden sich demnach auf dem Weg in die Region. Auch die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf amerikanische Beamte von den Verlegungen. Demnach war die Entscheidung dazu bereits getroffen worden, bevor am Freitag laut dem US-Militär zum ersten Mal seit Monaten wieder zwei US-Soldaten durch iranischen Beschuss getötet wurden. 

Trump fordert: Iran ins Russland-Sanktionspaket aufnehmen Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seine republikanische Partei aufgefordert, Iran in ein geplantes Sanktionspaket gegen Russland aufzunehmen. „WICHTIG!!!“, schrieb Trump in Großbuchstaben hinter seine Forderung, die er auf der Plattform Truth Social postete. „Das wollte Lindsey tun“, ergänzte der Präsident, und verwies damit auf den kürzlich gestorbenen Senatoren Lindsey Graham. Dieser hatte sich maßgeblich für das Gesetzesvorhaben für neue Sanktionen gegen Russland eingesetzt.Im Senat wird bereits seit mehr als einem Jahr um das neue Sanktionspaket gegen Russland gerungen. Vor wenigen Tagen stellten Senatoren der beiden großen amerikanischen Parteien einen überarbeiteten Gesetzentwurf vor. Die Initiative sieht den Angaben zufolge Zölle in Höhe von bis zu 100 Prozent vor, die sich gegen die größten Abnehmer von russischem Öl und Gas richten sollten, darunter China und Indien. Ausnahmen soll es demnach für Länder geben, die weniger als 15 Prozent des von Russland exportierten Erdgases kaufen und „bedeutende Maßnahmen“ ergreifen, um diese Käufe zu reduzieren.Senator Graham hatte kurz vor seinem Tod bei einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Unterstützung des Weißen Hauses für das Sanktionspaket gegen Russland verkündet.

Iran meldet Angriff auf unfertiges Atomkraftwerk Iran hat einen Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk gemeldet. Die iranische Atomenergiebehörde verurteilte den Angriff im Südwesten Irans, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Demnach griffen die USA mit mehreren Geschossen an.Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte mit, der Bau befinde sich in einem sehr frühen Stadium. Beim letzten IAEA-Besuch habe sich dort kein nukleares Material befunden, teilte sie auf der Plattform X mit. Auch wenn in diesem Fall kein radiologisches Risiko durch den Angriff vermutet werde, rufe IAEA-Chef Rafal Grossi abermals zu militärischer Zurückhaltung im Umfeld von Atomeinrichtungen auf.Iran hatte den Beginn der Bauarbeiten am Standort Darchowein an der Grenze zum Irak Ende 2022 verkündet. Der Druckwasserreaktor in der Provinz Chusestan sollte eine Leistung von 300 Megawatt haben. Angekündigt wurde der Bau nahe dem großen Fluss Karun bereits vor mehr als 15 Jahren. Das Kernkraftwerk sollte um 2030 fertiggestellt werden. Das einzige Kernkraftwerk Irans im Betrieb liegt in der Hafenstadt Buschehr. 

Israels Armee: Iran greift Küstenstadt Akaba in Jordanien an Iran hat nach Informationen der israelischen Armee Jordaniens Küstenstadt Akaba am Roten Meer angegriffen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die israelische Armee habe Raketenbeschuss aus Iran auf die Stadt beobachtet, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt liegt, teilte die Armee mit. Es sei möglich, dass Auswirkungen des Angriffs auch auf israelischem Gebiet bemerkbar würden. In mehreren Teilen Jordaniens ertönten Warnsirenen, wie der regierungsnahe Fernsehsender Al-Mamlaka berichtete. Der Flughafen und Hafen in Akaba wurde nach US-Angaben evakuiert. Das teilte die US-Botschaft mit und bezog sich dabei auf eine laufende Evakuierung durch die jordanischen Behörden. Grund sei eine „spezifische und glaubwürdige Bedrohung“. Von Reisen über den internationalen Flughafen oder den Hafen werde abgeraten.Jordaniens Kommunikationsminister Mohammed al-Mumani teilte dagegen mit, die Behörden hätten keine Anordnung zur Evakuierung gegeben – weder am Flughafen von Akaba noch am Hafen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra. Der Betrieb an Hafen und Flughafen laufe normal. Auch der Fernsehsender Al-Mamlaka berichtete von normalem Betrieb am Hafen.

Libanesischer Soldat getötet – mutmaßlicher Sprengsatz der Hizbullah  Im südlichen Libanon ist ein Soldat der staatlichen Armee bei der Explosion eines Sprengsatzes getötet worden. Ein „verdächtiges Objekt“ sei in einem Militärfahrzeug explodiert, teilte die Armee mit. Die israelische Armee, die in dem Gebiet mit Bodentruppen im Einsatz ist, teilte mit, der Sprengsatz sei „höchstwahrscheinlich“ von der Hizbullah gelegt worden. Israelische Soldaten seien in dem Ort al-Mansuri nahe der Küstenstadt Tyrus in letzter Zeit nicht im Einsatz gewesen. Die Hizbullah äußerte sich nicht. In Verhandlungen über die Waffenruhe zwischen Israel und der Hizbullah ist derzeit geplant, dass israelische Truppen von zwei Gebieten in Südlibanon abziehen. Die libanesische Armee soll in den sogenannten „Versuchszonen“ die Kontrolle übernehmen, was den Weg ebnen soll für einen schrittweisen Abzug von Israels Bodentruppen. Diese kämpfen unter anderem im Süden des Landes gegen die Hizbullah. Die libanesische Armee hat ihre Präsenz in mehreren Orten im Süden laut örtlichen Berichten bereits verstärkt. 

Militär in Kuwait meldet Abwehr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe Das Militär in Kuwait hat neue iranische Raketen- und Drohnenangriffe gemeldet. Die Luftabwehr Kuwaits wehre „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab“, die auf die „iranische Aggression“ folgten, erklärte die Armee am Sonntag. In Kuwait-Stadt ertönte Sirenenalarm, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP.Die iranischen Streitkräfte hatten zuvor laut Staatsfunk erklärt, als Reaktion auf jüngste US-Attacken hätten sie US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Demnach attackierten sie ein Munitionslager der US-Armee im Wüstencamp Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem. Schon zuvor hatte Iran Ziele in Kuwait angegriffen. 

USA schließen weitere Angriffswelle abDas ‌US-Militär hat eine weitere Angriffswelle gegen Ziele der Iranischen Revolutionsgarden in ‌Iran abgeschlossen. ‌Das teilte das US-Zentralkommando Centcom mit. Getroffen wurden demnach unter anderem Anlagen ​zur Küstenüberwachung und ⁠Luftverteidigung sowie Raketen- und Drohnenlager.

Iranische Armee meldet Angriffe auf zwei US-Militärstützpunkte in KuwaitDie iranische Armee hat nach eigenen Angaben zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf die US-Attacken auf Ziele in der Islamischen Republik, erklärten die Streitkräfte laut dem staatlichen Rundfunk. Demnach griffen sie ein Munitionslager der US-Armee im Wüstenlager Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem an.

US-Angriff nahe iranischer Insel GheschmIm Zuge der neuen Luftangriffe des US-Militärs in Iran werden dort Raketenschläge nahe der Insel Gheschm im Persischen Golf gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am frühen Morgen Ortszeit von mindestens sechs Raketen, die in Gebieten am Rande der Insel eingeschlagen seien. Nähere Einzelheiten gab es demnach zunächst nicht. 

Trump nennt Tod von US-Soldaten „sehr traurige Sache“US-Präsident Donald Trump bedauert den Tod von zwei weiteren US-Soldaten im Iran-Krieg. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch „eine sehr traurige Sache“ sei. „Wir sehen das ungern“, sagte Trump demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Nach Angaben des Senders bekräftigte Trump auch seine im Zuge des Krieges vielfach vorgebrachte Botschaft, dass Iran keine Atomwaffen haben dürfe. 

USA starten nach Tod von Soldaten VergeltungsangriffDas US-Militär hat nach dem Tod von zwei seiner Soldaten Vergeltungsschläge gegen die iranische Revolutionsgarde gestartet. Um 1.30 Uhr Ortszeit in Iran habe man neue Luftangriffe auf Iran begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Fähigkeit Irans, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen. Zudem zielten die Angriffe darauf ab, die Revolutionsgarde, die in der vergangenen Nacht Angriffe auf amerikanische Soldaten in Jordanien verübt habe, „schnell zu bestrafen“.Das US-Militär hatte am Samstag erstmals seit den Anfangstagen des Irankriegs wieder tote Soldaten in den eigenen Reihen nach iranischem Beschuss gemeldet. Die beiden Soldaten seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten, teilte Centcom auf X mit. Ein weiterer Soldat werde noch vermisst. 

Emirate fordern „sofortigen Stopp der Eskalation“ im Nahost-KonfliktDie Vereinigten Arabischen Emirate fordern im Nahost-Konflikt angesichts der jüngsten Eskalation „ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch“. Ohne die Kriegsparteien USA und Iran namentlich zu erwähnen, mahnte das Außenministerium auf der Plattform X einen „sofortigen Stopp der Eskalation“ und äußerste Zurückhaltung an, „um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues Ausmaß an Gewalt und Instabilität zu verhindern“.Angriffe auf zivile Infrastruktur in der Region wie Schulen, Krankenhäuser oder Entsalzungsanlagen stellten einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar und dürften nicht hingenommen werden.Die Emirate gelten als enger Verbündeter der USA, der jedoch angesichts des andauernden Konflikts langfristige negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung befürchtet.