FAZ 05.03.2026
11:13 Uhr

Liveblog Irankrieg: Iran meldet Angriff auf US-Tanker – Drohneneinschlag in Aserbaidschan


Revolutionsgarden: Schiff steht in Flammen +++ Erster deutscher Evakuierungsflug gelandet +++ Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Iran meldet Angriff auf US-Tanker – Drohneneinschlag in Aserbaidschan

Zwei Verletzte in Aserbaidschan – offenbar durch iranische DrohnenAserbaidschan bestellt den iranischen Botschafter ein. Iran habe zwei Drohnen auf aserbaidschanisches Gebiet abgefeuert, ​teilt das Außenministerium mit. Zwei Menschen seien dabei verletzt worden. Eine Drohne sei auf einen Flughafen in Nachitschewan nahe der Grenze zum Iran eingeschlagen, eine weitere sei in der Nähe einer Schule niedergegangen. Aserbaidschan verurteilt die Angriffe und ⁠fordert eine Erklärung von Iran. Das Land behalte sich das Recht vor, „angemessene Gegenmaßnahmen“ zu ergreifen. Von Teheran gibt es zunächst keine Stellungnahme. 

Neue Angriffe auf TeheranDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle in Teheran begonnen. In einer Mitteilung des Militärs war die Rede von großangelegten Angriffen auf Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Augenzeugen berichten über Explosionen im Bereich von Teheran. Aktuelle Fotos zeigen entsprechende Rauchwolken.

Iran kündigt Vergeltung für versenkte Fregatte anEinen Tag nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs im Indischen Ozean hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi den USA mit Konsequenzen gedroht. Die iranische Fregatte „Iris Dena“ sei „ohne Vorwarnung in internationalen Gewässern angegriffen“ worden, erklärte Araghtschi am Donnerstag im Onlinedienst X. „Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen.“ Die USA hätten „2000 Meilen vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen“, fügte Araghtschi hinzu. Demnach sei die Fregatte „Gast der indischen Marine“ gewesen.Das iranische Schiff war am Mittwoch vor der Küste Sri Lankas gesunken. Polizeiangaben zufolge wurden bislang über 80 Leichen von Besatzungsmitgliedern geborgen, rund 60 Menschen wurden noch vermisst. 

Erster deutscher Evakuierungsflug gelandetAm Frankfurter Flughafen ist der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung aus der Krisenregion Naher Osten gelandet. Das Flugzeug der Lufthansa war in der Nacht in Omans Hauptstadt Maskat gestartet. An Bord des Lufthansa-Airbus vom Typ A340–300 mit der Flugnummer LH345 befinden sich Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren wie Zehntausende andere infolge des Irankriegs in der Golf-Region gestrandet und über den Landweg nach Maskat gebracht worden. Laut Außenminister Johann Wadephul sollten besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Weitere Evakuierungsflüge sind geplant. Es ist nicht das erste Flugzeug, das seit Kriegsbeginn Deutschland erreicht: Bereits seit Dienstag hatten insbesondere Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einzelne Flüge angeboten. 

Iran setzt Angriffe auf Israel fortIran hat seine Angriffe auf Israel auch in der Nacht fortgesetzt. Die israelischen Streitkräfte alarmierten wegen iranischer Raketenangriffe in weniger als zwei Stunden drei Mal die Bevölkerung. In Jerusalem waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Rettungsdienste erklärten aber, es lägen keine Berichte über Verletzte vor.Auch in der iranischen Hauptstadt Teheran waren Explosionen zu hören, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Iran habe seine Abwehrsysteme aktiviert.

Linkspartei fordert „sichere Fluchtwege“ aus Iran nach DeutschlandDie Linkspartei hat einen Abschiebestopp für Iran sowie „sichere und legale Fluchtwege“ aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland gefordert. „Schutzsuchende müssen deutsche Auslandsvertretungen in den Nachbarstaaten aufsuchen können“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Clara Bünger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Dort sollen sie unkompliziert humanitäre Visa für eine sichere Einreise erhalten.“Dafür müsse die Bundesregierung die Aufnahme nach Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes wieder ermöglichen. Die Koalition von Union und SPD hatte die humanitären Aufnahmeprogramme gestoppt.„Viele Menschen im Iran werden sich und ihre Familien jetzt zu Recht in Sicherheit bringen wollen“, sagte Bünger. „Das Regime der Islamischen Republik unterdrückt die Bevölkerung massiv.“ Zudem gefährde der „völkerrechtswidrige Angriff“ auf das Land noch mehr Menschenleben.

Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak anDie iranischen Streitkräften haben nach eigenen Angaben abermals kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen „anti-iranischer Separatisten“ zu sehen sein sollen.US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.

Außenminister der EU und der Golfstaaten beraten über IrankriegDie Außenminister der Europäischen Union beraten heute per Videoschaltung mit Kollegen aus den Golfstaaten über den Irankrieg. Dabei soll es um die jüngsten Entwicklungen im Iran, aber auch im Nahen Osten allgemein gehen. Einberufen wurde das virtuelle Treffen von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. An dem Treffen nimmt auch der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats (GCC) teil. Bislang geht es für die europäischen Staaten vor allem darum, ihre in der Region festsitzenden Staatsbürger zu evakuieren. Daneben beobachten sie die Auswirkungen der steigenden Energiepreise. In Brüssel wird zudem verfolgt, ob die Zahl der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten steigt.

Kanada schließt militärische Beteiligung an Irankrieg nicht ausDer kanadische Premierminister Mark Carney hat eine Beteiligung seines Landes am Irankrieg nicht ausgeschlossen. „Man kann eine Beteiligung nie kategorisch ausschließen“, sagte Carney bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Frage sei aber „hypothetisch“.„Wir werden an der Seite unserer Verbündeten stehen“, sagte Carney bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem australischen Premier Anthony Albanese. Außerdem werde Kanada „immer Kanadier verteidigen“.

Ölpreise ziehen weiter anDie Sorge vor einer längeren Schließung der Straße von Hormus wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ‌treibt am Donnerstag die Ölpreise an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich um gut zwei Prozent auf 83,07 Dollar. US-Leichtöl ‌WTI kostet ‌mit 76,60 Dollar 2,6 Prozent mehr. Die wichtige Schifffahrtsroute für den Energietransport ist seit Tagen blockiert.

IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch IrankriegWegen des Iran-Kriegs warnt die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) Europa vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte. „Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen von Menschen die Grenze überquert haben“, sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. „Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird“, sagte die US-Amerikanerin. „Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die großen Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen.\"Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. „Das sind einige der Auslöser, von denen wir erwarten, dass sie zu mehr Migrationsbewegungen führen werden“, sagte sie.

Kanada holt über 2000 Bürger aus Nahost zurückKanada unterstützt wegen des Nahost-Konflikts mehr als 2000 Staatsbürger bei der die Ausreise aus der Region. Außenministerin Anita Anand teilte mit, ‌die Regierung organisiere ‌Plätze auf kommerziellen Flügen, chartere Flugzeuge und biete Bodentransporte in Nachbarländer an. Der kommerzielle Flugverkehr in ​der Region ist ⁠seit Tagen weitgehend lahmgelegt.