FAZ 07.03.2026
09:40 Uhr

Liveblog Irankrieg: Iran bittet Nachbarländer um Entschuldigung


Teheran bietet Ende von Angriffen an, stellt aber Bedingungen +++ Putin fordert Rückkehr zu Diplomatie +++ Israel greift mit mehr als 80 Kampfflugzeugen an +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Iran bittet Nachbarländer um Entschuldigung

Trump kündigt harte Angriffe anDer amerikanische Präsident Donald Trump verschärft seine Drohungen gegen die Führung in Teheran. „Heute ​wird Iran sehr hart getroffen werden“, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Es würden nun Gebiete und Gruppen für „völlige Zerstörung und sicheren Tod“ in Betracht gezogen, die bislang nicht als Ziele galten. ⁠Zugleich erklärt Trump, Iran habe wegen der unerbittlichen Angriffe der USA und Israels vor seinen Nachbarn kapituliert und sich bei ihnen entschuldigt. Das Land sei nun der „Verlierer des Nahen Ostens“. 

Israel greift Ziele in Libanon anDie israelische Armee hat ihre Angriffe auf die von Iran unterstützte Hizbullah-Miliz im Libanon in der Nacht zu Samstag fortgesetzt. Es seien Raketenwerfer, Waffenlager und andere militärische Anlagen der Schiiten-Miliz im Süden des Landes und in der östlichen Bekaa-Ebene bombardiert worden, schrieb die Armee auf Telegram. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von insgesamt 26 Toten.Die von Iran unterstützte Hizbullah feuert seit dem vergangenen Wochenende erstmals seit dem Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder regelmäßig Raketen auf israelische Ziele ab. Zur Begründung nannte die Miliz die israelischen Angriffe auf Iran mit der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Khamenei. Im Norden Israels gab es am Samstagmorgen Luftalarm wegen Raketenbeschuss aus Libanon, wie israelische Medien berichteten. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.Das libanesische Gesundheitsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass seit der jüngsten Eskalation in Libanon mehr als 200 Menschen im Land getötet worden seien. 

Israel sucht nach Überresten eines Luftwaffen-OffiziersIn einem Spezialeinsatz im Nordosten Libanons haben israelische Truppen offenbar nach Überresten des 1986 abgeschossenen Luftwaffen-Offiziers Ron Arad gesucht. Wie die libanesische Zeitung „An-Nahar“ am Samstag meldete, landeten in der Nacht vier Militärhubschrauber in der Bekaa-Ebene.Die Soldaten hätten sich zu Fuß auf den Weg zum Friedhof des Ortes Nabi Chit gemacht. Dabei sei es zu einem Gefecht mit Kämpfern der proiranischen Hizbullah-Miliz gekommen, bei dem 16 Personen getötet und 35 verletzt worden seien. Die Israelis seien von einem libanesischen Sicherheitsbeamten begleitet worden, den sie zuvor gefangen genommen hätten, hieß es weiter.Unterdessen veröffentlichten libanesische Medien Aufnahmen, die ein Loch auf dem Friedhof von Nabi Chit zeigen sollen. Den Angaben zufolge wurde es von den israelischen Soldaten während ihres nächtlichen Einsatzes ausgehoben. Israel äußerte sich zunächst nicht zu der Aktion.

Infolge des Irankriegs steigen die Preise für Sprit. Der deutsche Zoll kontrolliert nun stichprobenartig deutsche Tank-Touristen, die etwa aus Polen kommen: 

Hunderte Kreuzfahrtgäste in Frankfurt gelandetWeitere in der Nahost-Region gestrandete Urlauber sind zurück in Deutschland. 640 Gäste des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ seien am Flughafen Frankfurt gelandet, teilte ein Sprecher von Tui Cruises am Vormittag mit. Demnach hat das Unternehmen zwei Maschinen gechartert, die die Urlauber aus Omans Hauptstadt Maskat ausgeflogen haben.Mittlerweile seien mehr als 2.000 Gäste der  „Mein Schiff 4\" zurück in der Heimat“. Rund 2.500 Menschen seien an Bord des Schiffes gewesen. Früheren Angaben zufolge liegen von Tui Cruises die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende wegen des Irankrieges in der Region fest.Nach Angaben des Sprechers werden auch Rückflüge für die Passagiere von „Mein Schiff 5“ organisiert. Wann sie genau stattfinden werden, stand demnach am Vormittag noch nicht fest. 

Flughafen Dubai nimmt Betrieb nach kurzer Unterbrechung wieder aufDer internationale Flughafen von Dubai teilt ​auf X mit, den Betrieb teilweise wieder aufgenommen zu haben. Kurz zuvor hatte das Emirat erklärt, dass der Betrieb auf dem Airport vorübergehend eingestellt worden sei. Ähnlich verhielt es sich mit der ⁠Fluggesellschaft Emirates: Bald nach der Mitteilung, dass sämtliche Flüge von und nach Dubai ausgesetzt würden, kündigte die Airline die Wiederaufnahme des Betriebs an. 

Emirates setzt Flüge von und nach Dubai ausDie Fluggesellschaft Emirates stellt alle Flüge von und nach Dubai bis auf Weiteres wieder ein. Dies teilt das Unternehmen aus ⁠den Vereinigten Arabischen Emiraten auf dem Kurznachrichtendienst X mit. Zuletzt hatte Emirates eingeschränkt Verbindungen von Dubai und Abu Dhabi über sichere Luftkorridore angeboten.

Putin fordert sofortiges Ende des IrankriegsRusslands Präsident Wladimir Putin fordert in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian die sofortige Einstellung ⁠der Kampfhandlungen im Irankrieg. Er verurteile die „bewaffnete israelisch-amerikanische Aggression“ und verlange eine Rückkehr zur Diplomatie, erklärte Putin laut Kreml am späten Freitagabend. Er lehne Gewalt als ein Mittel zur Lösung von Problemen rund um den Iran und darüber hinaus im Nahen ‌Osten ab. Putin sprach sein Beileid zum Tod des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei, dessen Familienmitgliedern sowie von Politikern, Militärs und „zahlreichen Zivilisten“ aus, so der Kreml. Peseschkian dankte Putin demnach für die Solidarität Russlands.

Organisation: 20.000 Seeleute sitzen im Persischen Golf festWegen des Iran-Kriegs sitzen im Persischen Golf nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) rund 20.000 Seeleute an Bord von Schiffen fest. Generalsekretär Arsenio Dominguez bezeichnete das als inakzeptabel und wies auf ihr erhöhtes Risiko und die „erhebliche psychische Belastung“ hin. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien seien verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Seeleute sowie die Freiheit der Schifffahrt im Einklang mit dem Völkerrecht zu gewährleisten.Der Persische Golf wird nur durch die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus mit den Weltmeeren verbunden. Iran weist zwar Berichte über eine vollständige Sperrung der Meerenge, die zwischen seinem Land und dem Oman liegt, zurück. Nach Einschätzung von US-Kriegsbeobachtern ist der Schiffsverkehr dort aber um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, zu den Anrainern zählen neben dem Iran Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Qatar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. 

Iran: Marine greift Israel und US-Stützpunkte in Emiraten und Kuwait anDie iranische Marine hat nach Armeeangaben am Samstag Israel und US-Militärstützpunkte in zwei Golfstaaten mit massiven Drohnenangriffen ins Visier genommen. Die Armee schrieb in einer Mitteilung von einer „massiven Welle von Drohnenangriffen“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete.Unter den Zielen seien die US-Basis Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ein weiterer US-Stützpunkt in Kuwait gewesen. Zudem hätten sich die Drohnenangriffe gegen eine „strategische Einrichtung“ in Israel gerichtet.

Israel: Mehr als 80 Kampfflugzeuge greifen Iran anIsrael hat am Samstag nach Armeeangaben mit mehr als 80 Kampfflugzeugen Angriffe auf Iran geflogen. Das Militär erklärte dazu, die Flugzeuge hätten „eine zusätzliche Angriffswelle auf Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes“ ausgeführt.Im Visier der Luftangriffe waren demnach unter anderem Abschussrampen für Raketen und weitere Ziele in der Hauptstadt Teheran und im Zentrum Irans.

Israels Armee: Wieder Raketenangriff aus IranIsrael ist nach Armeeangaben abermals mit Raketen aus Iran angegriffen worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte das Militär am frühen Morgen mit. In der Nacht hatte die Armee wiederholt Angriffe der Islamischen Republik gemeldet. Berichte über Verletzte gab es nicht. Israels Luftwaffe flog ihrerseits eine neue breite Welle an Angriffen auf Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran. Iranische Staatsmedien verbreiteten Aufnahmen von gewaltigen Bränden an Teherans internationalem Flughafen Mehrabad.

Israelischer Botschafter sieht auch Deutschland „existenziell“ durch Iran bedrohtIm Zuge des Irankrieges sieht der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, auch Deutschland „existenziell“ durch die Führung in Teheran bedroht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „bewusst, dass die iranischen Terror-Proxies und ihre ballistischen Raketen auch Europa bedrohen“, sagte Prosor im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Auch deutsche Wirtschaftsinteressen seien betroffen. Für Deutschland seien dies „existenzielle Bedrohungen“.„Die Situation ist ernst“, warnte Prosor. „Die Mullahs haben wiederholt bewiesen, dass sie Terror als politisches Mittel einsetzen.“ Für Anschläge auf jüdische und israelische Einrichtungen nutze die Führung in Teheran „ihr Netzwerk in der organisierten Kriminalität in Europa“. Die Bundesregierung und die Länder hätten auf diese Bedrohungslage aber „schnell und entschieden“ reagiert.