FAZ 07.10.2026
05:18 Uhr

Liveblog Irankrieg: Huthi-Rebellen greifen internationalen Flughafen mit Raketen an


Explosionen erschüttern Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad +++ Türkei und Pakistan entsenden Truppen +++ Merz „vorsichtig optimistisch“ nach Rückeroberung von Bab al-Mandab +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Huthi-Rebellen greifen internationalen Flughafen mit Raketen an

USA machen Reduktion der Urananreicherungskapazitäten zu Bedingung für Kriegsende Die USA fordern von Iran, die Kapazitäten zur Urananreicherung „bedeutend“ zu reduzieren, um ein Kriegsende zu ermöglichen. Das sagte Vizepräsident J.D. Vance der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn man keine Atomwaffe will, wozu braucht man dann auf 60 Prozent angereicherten Brennstoff? Und wenn man den festen Willen zeigen will, keine Atomwaffe zu bauen, stellt man keinen hochangereicherten Brennstoff her“, sagte Vance. „Das ist eine ganz grundlegende Vorbedingung.“Der Vizepräsident fügte hinzu: „Ich denke, wenn sie ihren Willen demonstrieren wollen, keine Nuklearwaffe zu entwickeln, würden sie bei ihrer Anreicherungskapazität einen bedeutenden Schritt machen.“Vance sagte, die USA stünden in Verhandlungen mit dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghchi. Es sei jedoch unklar, über wie viel Autorität sie innerhalb der iranischen Machtstruktur verfügen, nachdem gemeinsame US-israelische Angriffe zu Beginn des Krieges das geistliche Oberhaupt Ajatollah Khamenei getötet hatten. „Uns ist unter anderem aufgefallen, dass nicht völlig klar ist, wie in ihrem Land Entscheidungen getroffen werden“, sagte Vance. Unabhängig davon erklärte Trump am Dienstag, sein „größtes Problem“ sei, dass niemand wisse, wer Iran überhaupt führe.

Explosionen erschüttern Saudi-Arabiens Hauptstadt RiadInmitten des eskalierenden Konflikts mit den Huthi im Jemen ist Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad von lauten Explosionen erschüttert worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten die Explosionsserie am Montagabend. Sie folgten demnach auf frühere Detonationen am selben Tag. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte zuvor mitgeteilt, sie habe den internationalen Flughafen von Riad, eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco sowie mehrere weitere Ziele in dem Königreich angegriffen.Zeitgleich meldete die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen die Zerstörung von Huthi-Stellungen in Hodeida an der Küste des Roten Meeres. Der Sprecher der Koalition, Turki al-Malki, erklärte am Montagabend auf der Plattform X, die Seestreitkräfte hätten „Waffendepots sowie Einrichtungen zur Lagerung von mit Sprengfallen versehenen Booten und Seeminen zerstört“. Zudem habe die Koalition einen „geplanten Angriff“ auf Schifffahrtswege im südlichen Roten Meer vereitelt.

Bomberabzug erfolgte offenbar aus Sorge vor iranischem DrohnenangriffDie Vereinigten Staaten haben ihre Langstreckenbomber US-Medien zufolge aus Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff von einem Militärstützpunkt in Großbritannien abgezogen. Es habe dringende Bedenken vor einem potentiellen komplexen Angriff – angeordnet von den iranischen Revolutionsgarden – gegeben, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf über die Angelegenheit informierte US-amerikanische und europäische Beamte. Der geplante Angriff war demnach Teil eines vielschichtigen iranischen Komplotts, der darauf abzielte, die Flugzeuge anzugreifen und Personal auf dem Stützpunkt RAF Fairford zu töten, darunter auch US-Piloten.Auch das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete gestützt auf US-Beamte, dass der Anlass für den Abzug von rund einem Dutzend B-1-Bombern am Wochenende Geheimdienstinformationen gewesen seien, die auf einen möglichen iranischen Drohnenangriff hindeuteten. US-Präsident Donald Trump bestätigte einen solchen Grund am Montag nicht. Auf die Frage eines Reporters, ob die Gefahr bestehe, dass der Iran Kampfdrohnen nach Großbritannien gebracht und ob er deshalb die Bomber abgezogen habe, antwortete er: „Das kann ich Ihnen nicht sagen“. Wenn der Iran das getan hätte, würde er einen hohen Preis dafür zahlen.Ohne diese zu konkretisieren, erwähnte Trump aber, dass es Bedrohungen gegeben habe. „Warum sollten wir die Bomber also dort lassen? Also haben wir sie ein wenig verlegt, nicht sehr weit“, sagte der US-Präsident. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte er, dass die Menschen, die hinter der Bedrohung steckten, vermutlich in Verbindung mit dem Iran stünden.

Abermals Angriffe auf Schiffe in Straße von HormusIn der Straße von Hormus ist einem Bericht zufolge erneut ein Tanker unter Beschuss geraten. Das berichtete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) auf der Plattform X unter Berufung auf den Kapitän. Das Schiff wurde demnach am Abend (MESZ) von einem unbekannten Projektil getroffen. In der Folge sei ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen. Informationen über Verletzte gab es laut der UKMTO-Meldung zunächst nicht.UKMTO meldete am Montag zudem mehrere Vorfälle aus den Vortagen nach. Demnach wurde am Samstag ein Tanker mit Rohöl oberhalb der Wasserlinie von einem unbekannten Geschoss getroffen. Am Sonntag sei ebenfalls ein Öltanker von unbekannten Geschossen getroffen worden. Nur rund zwei Stunden davor sei ein Flüssiggastanker getroffen worden. Am Montag sei zudem ein Schiff, das auf der Einfahrt in die Straße von Hormus unterwegs war, von den iranischen Revolutionsgarden angewiesen worden, umzukehren, andernfalls würde das Schiff zum Ziel eines Angriffs. Der Kapitän des Tankers habe bestätigt, dass der Anweisung Folge geleistet wurde. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Montagabend, insgesamt sei Iran in den vergangenen sieben Tagen gegen 13 Schiffe vorgegangen.

Iranischer Präsident nennt Verhandlungen mit den USA „sinnlos“Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington über ein Ende des Irankrieges sind nach iranischen Angaben „sinnlos“. „Bislang haben sie uns nach Gesprächen dreimal angegriffen. Das zeigt, dass sie keinen Dialog anstreben, sondern die Islamische Republik zerstören wollen“, erklärte der iranische Präsident Massud Peseschkian nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna vom Montag. „Mit einem Feind, der täglich zu Attentaten, Sanktionen, Druck und Drohungen greift und seine Zusagen bricht, sind Verhandlungen sinnlos“, fügte Peseschkian laut Irna hinzu. 

Huthis: Haben mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffenDie von Iran unterstützten Huthis im Jemen haben eigenen Angaben zufolge mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen. Darunter ⁠seien der internationale Flughafen in Riad, eine Aramco-Raffinerie in Rabigh, den internationalen Flughafen Abha und den Militärstützpunkt Chamis Muschait. Eine Bestätigung aus Saudi-Arabien gab es zunächst nicht.

USA warnen ausländische Finanzinstitute vor Geschäften mit IranDas US-Finanzministerium kündigt an, ausländische Finanzinstitute, die weiterhin Geschäfte mit Iran oder ⁠dessen Finanzsektor tätigen, darauf hinzuweisen, dass sie ohne vorherige Ankündigung von Washington mit Sanktionen belegt werden könnten. „Ausländische Finanzinstitute, die weiterhin Transaktionen mit sanktionierten iranischen Finanzinstituten durchführen, könnten jederzeit ohne vorherige Ankündigung ins Visier genommen werden und sollten ‌unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um solche Aktivitäten und Beziehungen zu beenden“, erklärt das Finanzministerium in seiner Warnung.

Mekka-Allianz beschließt nach Angriff auf Medina rasche TruppenverlegungVor dem Hintergrund der Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen auf Saudi-Arabien haben die Türkei und Pakistan die Entsendung von Truppen zur Unterstützung des Königreichs bekannt gegeben. Sie hätten sich darauf geeinigt, „unverzüglich mit der Umsetzung des gegenseitigen Verteidigungsabkommens“ zu beginnen, erklärten die drei Länder in einer gemeinsamen Stellungnahme nach einem Treffen in Riad am Montag. Die „vereinbarten Streitkräfte und militärischen Mittel“ sollten „schnell im Königreich stationiert“ werden.Vertreter der drei Länder trafen sich am Montag zu einer Dringlichkeitssitzung in der saudiarabischen Hauptstadt. Dabei verurteilten sie die jüngsten Angriffe auf Saudi-Arabien, insbesondere auf die heiligen Städte Mekka und Medina, ohne die von Iran unterstützten Huthis beim Namen zu nennen. Aus der gemeinsamen Stellungnahme ging nicht hervor, welche Aufgaben die Truppen nach ihrer Ankunft in Saudi-Arabien übernehmen sollten.Die mehrheitlich sunnitischen Staaten Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan hatten den Verteidigungspakt Anfang August unter dem Namen „Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka“ vor dem Hintergrund des Irankriegs und dessen Folgen gegründet. Im Falle eines Angriffs auf eines der drei Mitglieder sind die übrigen verpflichtet, es zu verteidigen.

Merz „vorsichtig optimistisch“ nach Rückeroberung von Bab al-MandabBundeskanzler Friedrich Merz hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich ⁠die Lage im Roten Meer entspannen könnte. Die vom saudiarabischen Militärbündnis unterstützten jemenitischen Regierungstruppen hatten nach eigenen Angaben zuvor die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht. Dies sei „vielleicht ein Grund zu ‌vorsichtigem Optimismus, aber mehr ist es auch nicht“, sagte Merz. Vor allem müsse die Straße von Hormus dauerhaft wieder geöffnet werden, auch ohne dass dort Zölle erhoben würden. „Wir tun alles auch ‌von der deutschen Bundesregierung, der Außenminister, ‌Verteidigungsminister, um diesen Konflikt so schnell wie möglich zu beenden, denn wir spüren die Auswirkungen massiv auch in den Energiepreisen.“

Jemenitische Truppen beginnen mit Rückeroberung der Hauptstadt SanaaNach Beginn der Großoffensive haben die jemenitischen Regierungstruppen nach eigenen Angaben auch eine „strategische Offensive“ in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa eingeleitet. Es gibt derzeit allerdings nur wenige Informationen über die Operation zur Rückeroberung der Stadt. Ein Armeesprecher teilte am Montag der dpa mit, die Armee habe insgesamt mehr als 1.100 Angriffe auf Stellungen der Miliz ausgeführt. Dabei seien Kampfflugzeuge, Artillerie, Raketen und Drohnen zum Einsatz gekommen. An der neuen Offensive gegen die Huthis beteiligte sich eigenen Angaben zufolge auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition. Es bleibt weiterhin unklar, ob internationale Streitkräfte die von Saudi-Arabien geführte Koalition bei ihren Bemühungen unterstützen werden, die Huthis zu vertreiben und den Jemen zu sichern.Nach den jüngsten Geländegewinnen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz hatte der von Saudi-Arabien unterstützte Präsidialrat des Jemen am Sonntag eine Offensive zur Rückeroberung aller Gebiete angekündigt. Die Staatsgewalt solle wieder auf das „gesamte Landesgebiet“ ausgedehnt werden, erklärte der jemenitische Präsidialratsvorsitzende Raschad al-Alimi.

Jemenitische Truppen melden Erfolge im Kampf gegen HuthisNach Beginn einer Großoffensive gegen die Huthi-Miliz melden die Streitkräfte der international anerkannten Regierung des Jemens die Einnahme strategisch wichtiger Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab. Ein Militärsprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, Einheiten hätten unter anderem den Flughafen der Küstenstadt Dhubab im Südwesten des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.Die von den Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba dementierte die Berichte. Sie sprach von einem Versuch, Misserfolge und wiederholte Niederlagen zu vertuschen. Eine unabhängige Prüfung aller Angaben ist derzeit nicht möglich.

Jemenitische Regierungstruppen attackieren Huthi-Stellungen an Meerenge Bab al-MandabIm Jemen haben Regierungstruppen Stellungen der Huthi-Rebellen im Bezirk Dhubab nahe ‌der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab angegriffen. Dies teilten zwei Vertreter des Militärs mit. Die international anerkannte ‌und vom benachbarten ‌Saudi-Arabien unterstützte Regierung hatte am Sonntag eine Offensive zur Rückeroberung von Gebieten gestartet, die von den mit ​Iran verbündeten Huthis kontrolliert ⁠werden.

Explosionen nahe Tankschiff vor JemenEin Tanker hat der britischen Seeschifffahrtsbehörde UKMTO zufolge mehrere Explosionen in seiner Nähe ⁠rund 60 Seemeilen südlich der jemenitischen Hafenstadt Mokka im Golf von Aden gemeldet. Die Besatzung sei unversehrt, teilt die Behörde weiter mit. Es gebe keine Berichte über Umweltschäden.

Iranischer Ölminister Paknedschad zurückgetretenDer iranische Ölminister Mohsen Paknedschad ist nach Angaben des Präsidialamts in Teheran zurückgetreten. Zum Interimsnachfolger wurde per Dekret der Chef des staatseigenen Ölkonzerns National Iranian Oil Company, Hamid Boward, ernannt, wie der staatliche Sender Irib am Sonntag unter Berufung auf eine Erklärung des Büros von Präsident Massud Peseschkian berichtete.