FAZ 04.03.2026
16:46 Uhr

Liveblog Irankrieg: Hegseth: USA versenken iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas


US-Verteidigungsminister: Erster derartiger Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg +++ NATO geht von iranischem Beschuss auf Türkei aus, Raketentrümmerteil landet in Provinz Hatay +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Hegseth: USA versenken iranisches Kriegsschiff vor der Küste Sri Lankas

Portugal erlaubt US-Nutzung der Militärbasis Lajes unter Auflagen Die portugiesische Regierung erlaubt den USA, den Militärstützpunkt Lajes auf der zu Portugal gehörenden Azoren-Insel Terceira im Atlantik für den Irankrieg zu nutzen. Die Erlaubnis sei jedoch nur unter „bestimmten Bedingungen“ erteilt worden, sagte Ministerpräsident Luís Montenegro am Mittwoch im Parlament. Dazu gehöre, dass die Einsätze „defensiv“, „notwendig und verhältnismäßig“ und „ausschließlich gegen militärische Ziele“ gerichtet seien. „Diese drei Bedingungen stehen im Einklang mit dem Völkerrecht“, betonte Montenegro. 

Israel zerstört in Iran 300 Raketenwerfer Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge seit Beginn der Angriffe in Iran rund 300 Raketenwerfer dort zerstört. „Wir glauben, dass unsere Einsätze gegen diese Raketenwerfer und gegen die Raketenbestände wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgeht“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani am Abend. 

Aktuell kein Einsatz von US-Bodentruppen in Iran geplantEin Einsatz von US-Bodentruppen in Iran ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht geplant. „Sie sind derzeit nicht Teil des Plans für diese Operation“, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz. Zugleich wollte sie eine solche Option grundsätzlich nicht ausschließen. Man werde dem Präsidenten als Oberbefehlshaber „keine militärischen Optionen vom Tisch nehmen“. Zudem hat das Weiße Haus Berichte über eine geplante Bewaffnung kurdischer Gruppen durch die US-Regierung zurückgewiesen. Die Behauptung, US-Präsident Donald Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch und sollte nicht verbreitet werden, sagte Leavitt in Washington. Richtig sei, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe. 

Rubio verurteilt Angriff auf türkische Souveränität Nach dem Abschuss einer Rakete aus Iran über dem östlichen Mittelmeerraum hat US-Außenminister Marco Rubio von „inakzeptablen“ Angriffen auf die Souveränität des NATO-Partners Türkei gesprochen. In einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Hakan Fidan sagte Rubio, „Angriffe auf türkisches Hoheitsgebiet“ seien „inakzeptabel“, wie sein Sprecher Tommy Pigott am Mittwoch mitteilte. Rubio habe Ankara „die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten“ zugesichert. 

Selenskyj: USA haben um Hilfe bei Abwehr iranischer Drohnen gebeten Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, die Partner seines Landes hätten Kiew um Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen gebeten. Dabei sei es um im Iran entwickelte Shahed-Drohnen gegangen, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Auch die USA hätten angefragt. Selenskyj hatte zuvor angedeutet, dass Kiew sein Fachwissen mit Ländern des Nahen Ostens teilen könnte, wenn diese dazu beitragen könnten, Russland zu einer Waffenruhe in dem Krieg zwischen der Ukraine und Russland zu bewegen. 

Israelische Armee startet neue Angriffe auf militärische Infrastruktur in TeheranDie israelische Armee hat nach eigenen Angaben weitere Ziele in Teheran angegriffen. Ziel der Angriffe sei „militärische Infrastruktur des iranischen Regimes in ganz Teheran“, hieß es am Mittwochabend in einer Erklärung der israelischen Armee. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von einer heftigen Explosion in der iranischen Hauptstadt. Iranische Staatsmedien meldeten mehrere Explosionen im Westen Teherans. Iranische Medien berichteten zudem von Explosionen in mehreren weiteren Städten, darunter Bandar Abbas am Persischen Golf und Täbris im Nordwesten. 

Klingbeil fordert Stabilität im Nahen Osten durch die USAVizekanzler Lars Klingbeil bezweifelt, dass der Angriff der USA auf den Iran mit dem Völkerrecht vereinbar ist. „Ich will Ihnen sagen, ich habe da erhebliche Zweifel dran“, sagte der SPD-Vorsitzende und Finanzminister am Abend in der Sendung „ZDF spezial“. Er weine der Führung in Teheran keine Träne nach. „Und trotzdem sollten wir als Deutschland, sollten gerade wir Europäer ein großes Interesse daran haben, dass eine regelbasierte Ordnung, dass Normen, dass Regeln in dieser Welt eingehalten werden.“Klingbeil rief die USA dazu auf, für eine Rückkehr zur Stabilität in der Region zu sorgen. Er frage sich, welche Strategie Washington verfolge. In den letzten Tagen seien unterschiedliche Ziele genannt worden. Die ganze Region sei inzwischen in Aufruhr, es drohe ein Flächenbrand. „Und da ist es jetzt auch eine Verantwortung der Amerikaner, dass man wieder für Ruhe sorgt.“ Er fordere alle auf, schnell an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Das ist eine Verantwortung, die alle in der Region tragen.“ 

UN: Rund 100.000 Menschen binnen zwei Tagen aus Teheran geflohenIn den ersten beiden Tagen des US-israelischen Kriegs gegen Iran sind nach UN-Angaben rund 100.000 Menschen aus der Hauptstadt Teheran geflohen. Dies teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Mittwoch mit. Darüber hinaus „deuten die jüngsten Informationen auf keine Zunahme der grenzüberschreitenden Bewegungen im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen hin“, erklärte das UNHCR. 

USA: Drahtzieher hinter Anschlagsplan auf Trump getötet Die USA haben nach eigenen Angaben einen iranischen Anführer getötet, der für einen versuchten Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump verantwortlich gewesen sein soll. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte dazu am Mittwoch im Pentagon: „Der Iran hat versucht, Präsident Trump zu töten.“ Um wen es sich bei dem Getöteten handelt, sagte er nicht. Hegseth gab an, der Verantwortliche habe an der Spitze einer Einheit gestanden, die den Anschlag durchführen sollte. Die Vereinigten Staaten hätten seit langem Kenntnis von solchen Plänen gegen Trump und andere amerikanische Regierungsvertreter gehabt. 

Schneider: Deutschland muss unabhängiger werden von Gas und ÖlBundesumweltminister Carsten Schneider drängt wegen des Irankriegs auf eine neue Ausrichtung der Energiepolitik der Regierung: „Alle energiepolitischen Weichenstellungen, die jetzt anstehen, müssen dem Ziel dienen, Deutschland unabhängiger zu machen von unsicheren fossilen Energien“, sagte Schneider dem Magazin „Spiegel“. „Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien, die Deutschlands und Europas fatale Abhängigkeit von fossilen Energien schon stark verringert haben“, sagte der SPD-Politiker. Das zeigten die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten abermals. „Wärmepumpen und Elektroautos sind Technologien, die unser Land stärker und sicherer machen in unsicheren geopolitischen Zeiten.“„Ein Land, das sich mit Windrädern, Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektroautos krisenfest gemacht hat, kann mit weniger ökonomischen Sorgen auf die Straße von Hormus blicken“, sagte Schneider. „Der Irankrieg ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie verwundbar wir immer noch sind durch solche Schocks auf den Öl- und Gasmärkten. Deutschland gehen durch diese Abhängigkeiten Milliarden verloren zugunsten der Öl- und Gaskonzerne.“ Klimaschutz sei der Ausweg aus der fossilen Energiekrise: „Die Entscheidung für Klimaschutz ist auch eine geostrategisch und geoökonomisch kluge Entscheidung.“

Wadephul betont Solidarität mit SpanienAußenminister Johann Wadephul hat nach der Kritik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump an Spanien die Solidarität innerhalb der EU betont. Europa lasse sich nicht auseinanderdividieren, sagte der CDU-Politiker nach dem informellen Treffen des Ostseerats in Warschau. „Und wir lassen auch nicht zu, dass ein einzelner Mitgliedsstaat wettbewerbsrechtlich oder beim Marktzugang bedroht wird.“ Er ergänzte: „Wir stehen in der Europäischen Union zusammen. Und das gilt auch für Spanien ganz selbstverständlich.“ 

Türkei bereitet sich auf Flüchtlingswelle aus Iran vor Die Türkei bereitet sich wegen des Krieges im Nachbarland Iran auf einen möglichen Flüchtlingszustrom vor. Es seien Pläne ausgearbeitet worden, die unter anderem Pufferzonen entlang der Grenze und die Errichtung von Zeltlagern vorsähen, sagt Innenminister Mustafa Ciftci in Ankara. Die Behörden hätten zunächst Kapazitäten für die Aufnahme von bis zu 90.000 Menschen geschaffen. Aktuell seien an den drei Grenzübergängen jedoch keine ungewöhnlichen Bewegungen zu beobachten. 

Pistorius lehnt deutsche Beteiligung am Irankrieg ab Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Einsatz der Bundeswehr im Irankrieg strikt abgelehnt. „Deutschland ist nicht Kriegspartei. Die deutsche Bundeswehr wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen“, sagte der SPD-Politiker in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe nun der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region, in der die Lage hochdynamisch und gefährlich sei.Pistorius bezeichnete die völkerrechtliche Debatte in Deutschland zu den Angriffen der USA und Israels als wichtig. „Es muss klar sein: Völkerrecht muss zentraler Maßstab unseres Handelns bleiben. Denn eine internationale Ordnung, davon bin ich fest überzeugt, kann langfristig nur stabil sein, wenn sie auf allgemein anerkannten Regeln basiert, an die sich wenigstens die meisten halten.“Gleichzeitig gelte, dass Politik mit dem Betrachten der Wirklichkeit beginne. „Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein: Ebendiese Regeln hat gerade der Iran jahrzehntelang ignoriert, hintertrieben, bekämpft“, sagte Pistorius. Jahrelang habe die internationale Gemeinschaft versucht, die zerstörerische Rolle des Iran mit Verhandlungen, Sanktionsregimen und internationalen Abkommen einzuhegen. „Ohne Erfolg. Im Gegenteil: Irans zerstörerische Rolle in der Region hat eher zugenommen.“