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04.03.2026
16:03 Uhr
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US-Verteidigungsminister: Erster derartiger Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg +++ NATO geht von iranischem Beschuss auf Türkei aus, Raketentrümmerteil landet in Provinz Hatay +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Katz: Angriff gegen Iran ursprünglich im Sommer geplantIsrael hatte nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz seinen Militäreinsatz gegen Iran ursprünglich für den Sommer 2026 geplant. Ereignisse wie die jüngsten Massenproteste in Iran hätten jedoch zu einer Vorverlegung geführt, sagte Katz. Die Operation habe deshalb spätestens Ende Februar beginnen müssen. Als Gründe nannte er neben den Entwicklungen in Iran, die Haltung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sowie mögliche Optionen für ein gemeinsames Vorgehen.
USA wollen Angriffe auf Iran ausweitenDie Vereinigten Staaten wollen ihre Angriffe auf Iran ausweiten. Künftig würden auch Ziele im Landesinneren beschossen, kündigte der amerikanische Generalstabschef Dan Caine auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington an. Das amerikanische Militär habe eine „vernichtende“ Serie von Angriffen geführt, die Irans Programm für ballistische Raketen und seine Marine schwer getroffen habe. Die iranischen Gegenangriffe seien zurückgegangen. Hegseth machte deutlich, dass er die USA auf Siegeskurs sehe. „Unsere Luftabwehr und die unserer Verbündeten verfügen über mehr als genug Reserven. Wir können diesen Kampf problemlos so lange fortführen wie nötig\", sagte Hegseth.
Sri Lanka: 80 Tote bei US-Angriff auf iranisches Schiff Bei dem Angriff eines amerikanischen U-Boots auf ein iranisches Kriegsschiff im Indischen Ozean sind nach Angaben Sri Lankas mindestens 80 Menschen getötet worden. Das teilt der stellvertretende Außenminister des Landes im örtlichen Fernsehen mit. Zuvor war bekannt geworden, dass es auf der Fregatte \"IRIS Dena\" zu einer Explosion gekommen war. Die Behörden in Sri Lanka hatten zunächst nichts über die Ursache der Explosion gesagt, berichtete die sri-lankischen Zeitung \"Daily Mirror\" unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.
NATO geht von iranischem Beschuss auf die Türkei aus Die NATO geht davon aus, dass Iran absichtlich eine Rakete auf das Bündnismitglied Türkei abgefeuert hat. „Wir verurteilen, dass Iran die Türkei ins Visier nimmt“, teilte NATO-Sprecherin Allison Hart mit. Das Bündnis stehe fest an der Seite aller Bündnispartner, einschließlich der Türkei. „Unsere Abschreckungs- und Verteidigungsbereitschaft bleibt in allen Bereichen stark, auch in Bezug auf die Luft- und Raketenabwehr.\" Zuvor hatte das türkische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass eine aus Iran abgefeuerte ballistische Rakete, die den irakischen und syrischen Luftraum durchquert hat, von NATO-Einheiten abgefangen wurde. Die Rakete, die auf türkischen Luftraum zugeflogen sei, sei noch vor einem möglichen Schaden wirkungslos gemacht worden. Ein Trümmerteil sei im Bezirk Dörtyol in der Provinz Hatay niedergegangen. Opfer oder Verletzte habe es nicht gegeben. Nach F.A.Z.-Informationen hat die Türkei bisher nicht Konsultationen der Verbündeten gemäß Artikel 4 beantragt. Das wäre die Vorstufe, falls sie einen bewaffneten Angriff auf ihr Territorium gemäß Artikel 5 geltend machen wollte. In der Vergangenheit hat Ankara solche Konsultationen schon fünfmal ausgelöst, öfter als jedes andere Mitgliedsland. Zuletzt geschah dies, nachdem vor sechs Jahren türkische Soldaten bei Luftangriffen des syrischen Regimes in der syrischen Provinz Idlib getötet worden waren. Die Schwelle zu Artikel 5 wurde in keinem Fall überschritten, auch nicht nach türkischem Verständnis. Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte in Washington, er gehe nicht davon aus, dass der Vorfall den NATO-Bündnisfall gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrags auslösen würde. Auf eine entsprechende Frage antwortete er: „Der Vorfall ist uns bekannt. Es gibt allerdings keinerlei Anzeichen dafür, dass dadurch so etwas wie Artikel 5 ausgelöst würde. Nein.“
UN-Kommission rügt Angriffe auf Iran Eine UN-Untersuchungskommission hat die Angriffe Israels und der USA auf Iran verurteilt. Die Angriffe verstießen gegen die UN-Charta, die den Einsatz von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Landes verbiete, teilten die Kommission unter dem Vorsitz der Juristin Sara Hossain aus Bangladesch in Genf mit. Die Kommission sei ebenfalls besorgt über die iranischen Vergeltungsschläge in der Region, hieß es weiter. Bei der Kommission handelt es sich um ein Gruppe von Experten, die der UN-Menschenrechtsrat 2022 eingesetzt hat, um Menschenrechtsverletzungen in Iran zu untersuchen. „Die iranische Bevölkerung ist nun gefangen zwischen einer großangelegten Militäraktion, die Wochen oder Monate dauern könnte, und einer Regierung, die seit langem für schwere Menschenrechtsverletzungen bekannt ist“, hieß es in der Stellungnahme.
EU warnt Trump vor Embargo gegen Spanien Die EU hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, Spanien wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg mit einem Handelsembargo zu belegen. „Wir stehen in voller Solidarität mit allen Mitgliedstaaten und ihren Bürgerinnen und Bürgern und sind im Rahmen unserer gemeinsamen Handelspolitik bereit zu handeln, falls dies erforderlich ist, um die Interessen der EU zu wahren“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission von Ursula von der Leyen. Man erwarte, dass sich die Vereinigten Staaten an die im vergangenen Jahr vereinbarten Handelsabsprachen hielten. EU-Ratspräsident António Costa teilte nach einem Gespräch mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez mit, die EU werde sicherstellen, dass die Interessen ihrer Mitgliedstaaten vollumfänglich geschützt würden. Man bekräftige das unerschütterliche Engagement für die Prinzipien des Völkerrechts und die auf Regeln basierende Ordnung überall auf der Welt.
Containerschiff in Straße von Hormus von Projektil getroffen Ein Schiff ist in der Straße von Hormus nach Angaben der Risikomanagementfirma Vanguard von einem „unbekannten Projektil“ getroffen worden. Die Besatzung habe das unter maltesischer Flagge fahrende Containerschiff „Safeen Prestige“ verlassen, hieß es in Schifffahrtskreisen. Das Projektil schlug laut Vanguard knapp über der Wasserlinie ein und löste ein Feuer im Maschinenraum aus. Der Vorfall habe sich etwa zwei Seemeilen nördlich von Oman ereignet. Berichte über Umweltauswirkungen gebe es bislang nicht. Nach Angaben der britischen Marinebehörde UKMTO wurden auch keine Verletzten gemeldet.
Lufträume bleiben gesperrtDie Sperrungen im Luftverkehr wegen des Irankriegs dauern weiter an. Die irakische Zivilluftfahrtbehörde kündigte an, der Luftraum bleibe bis Samstag geschlossen. Auch die Lufträume von Bahrain, Kuwait und Qatar bleiben nach Angaben von vor Ort weiterhin gesperrt.Die staatliche Fluggesellschaft Qatar Airways kündigte an, am Freitag ein weiteres Update zur Lage zu veröffentlichen. Die Regierung in Doha hatte zuvor mitgeteilt, dass mehr als 8000 Menschen im Land festsitzen, weitere befänden sich auf Kreuzfahrtschiffen. Der internationale Flughafen von Kuwait wurde am Samstag bereits Ziel eines Drohnenangriffs. Dabei wurden mehrere Beschäftigte leicht verletzt, zudem entstanden Schäden an einem der Passagierterminals. Jordanien hatte seinen Luftraum am Dienstag nach einer kurzen Sperrung wieder freigegeben. Die Flughäfen in Saudi-Arabien und Oman sind zwar geöffnet, allerdings kommt es wegen der Sperrungen in Nachbarländern weiterhin zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen nach einer vorübergehenden Aussetzung den Flugverkehr in begrenztem Umfang wieder auf, um gestrandeten Passagieren die Ausreise zu ermöglichen. Am Mittag kündigte die emiratische Fluggesellschaft Emirates an, alle planmäßigen Flüge von und nach Dubai aufgrund von Luftraumsperrungen in der Region bis Samstagnacht auszusetzen. Ein begrenzter Flugplan bleibe aber bestehen.
Iran und Libanon greifen gleichzeitig Tel Aviv anDer Großraum Tel Aviv ist parallel mit Raketen aus Iran und aus Libanon angegriffen worden. Dies bestätigte ein israelischer Armeesprecher. Es seien eine Rakete aus Iran und mehrere von der libanesischen Hisbollah-Miliz abgefeuert worden. Das Militär sei dabei, diese abzufangen. Ein Einwohner der Stadt Tel Aviv berichtete von massiven Explosionsgeräuschen. Die Polizei teilte mit, es seien in mehreren Gebieten in Tel Aviv Raketentrümmer niedergegangen.
Libanesische Staatsmedien: Israelische Truppen sechs Kilometer hinter der Grenze Israelische Truppen sind nach Berichten libanesischer Staatsmedien mehrere Kilometer weit auf libanesisches Gebiet vorgerückt. Der etwa sechs Kilometer hinter der Grenze liegende Ort Chiam stehe unter „anhaltendem Artilleriebeschuss, während der israelische Feind in den Ort eingedrungen ist“, hieß es in den Berichten vom Mittwoch. Die israelische Armee hatte nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen zuvor zusätzlich zu den Luftangriffen auch mit einer Bodenoffensive in Libanon begonnen.Im Zuge des Kriegs mit Iran und anschließender Angriffe der libanesischen Hizbullah hatte Israel seine Militäroffensive gegen die von Iran unterstützte Miliz ausgeweitet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP waren bereits am Dienstag israelische Soldaten in Grenzregionen vorgerückt. Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigte die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz von Gemeinden im israelischen Grenzgebiet an. Israel erklärt zudem, keine groß angelegte Bodeninvasion in Libanon zu planen. Zugleich erklärte die Armee, „alle Optionen“ lägen auf dem Tisch.Die libanesische Armee zog angesichts des israelischen Vorrückens nach Angaben aus Militärkreisen Soldaten von mehreren erst unlängst errichteten Grenzposten zurück.
Mehr als 1000 Tote in IranDie Zahl der Toten in Iran ist laut staatlichen iranischen Medien seit Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe auf 1045 gestiegen. Auch die Menschenrechtsorganisation Hrana mit Sitz in den Vereinigten Staaten meldete am Mittwochmorgen 1097 zivile Todesopfer.
Türkei: Rakete aus Iran von der NATO abgefangenEine aus Iran abgefeuerte ballistische Rakete, die den irakischen und syrischen Luftraum durchquert hat, ist nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch von NATO-Einheiten abgefangen worden, die in der östlichen Mittelmeerregion stationiert sind.Die Rakete, die auf türkischen Luftraum zugeflogen sei, sei noch vor einem möglichen Schaden wirkungslos gemacht worden. Ein Trümmerteil sei im Bezirk Dörtyol in der Provinz Hatay niedergegangen. Opfer oder Verletzte habe es nicht gegeben.Das Ministerium bekräftigte, die Türkei werde ihre nationale Sicherheit gewährleisten und behalte sich eine „entschlossene“ Reaktion auf Bedrohungen vor. Zugleich warnte es alle Beteiligten vor Schritten, die den Konflikt in der Region weiter eskalieren lassen könnten.Die Türkei verhält sich im Irankrieg neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Wochenende besorgt über die amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran gezeigt und alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Er sagte, der Nahe Osten könnte zu einem „Feuerring“ werden, sollte der Konflikt nicht eingedämmt werden.
Waffen und Devisen in Teheran sichergestelltIrans Geheimdienst hat in der Hauptstadt Teheran nach eigenen Angaben große Mengen an Waffen und Devisen beschlagnahmt. Bei einer nachrichtendienstlichen Operation seien Schnellfeuergewehre, Munition und Ausrüstung für städtische Gefechte sichergestellt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Zudem seien erhebliche Summen Euro- und Dollar-Bargeld sowie ein Starlink-Satellitenkommunikationsgerät gefunden worden. Die Hintermänner wurden demnach festgenommen. Der Geheimdienst bezeichnete sie als „Söldner des amerikanisch-zionistischen Feindes“. Nähere Angaben zu den Festgenommenen oder deren genauen Verbindungen machten die Behörden nicht.