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02.03.2026
17:28 Uhr
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US-Verteidigungsminister: Amerika hat Krieg nicht begonnen +++ Trump: „Große Welle“ der Angriffe steht noch bevor +++ Bundesregierung will Flugzeuge entsenden, um Touristen aus Nahem Osten zu holen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Revolutionsgarden: Tanker brennt nach DrohnenangriffIn der Straße von Hormus brennt nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden ein Tanker. Das Schiff sei von zwei Drohnen getroffen worden, melden iranische Nachrichtenagenturen. Die Meerenge verbindet die großen Ölproduzenten am Golf mit dem offenen Meer und gilt als eine der wichtigsten Exportrouten der Welt.
Qatar meldet Abschuss von Flugzeugen aus IranQatar hat nach eigenen Angaben zwei aus Iran kommende Flugzeuge abgeschossen. Dabei handele es sich um Flieger vom Typ Suchoi Su-24, teilt das Verteidigungsministerium mit. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall nennt das Ministerium zunächst nicht.
Trump: „Große Welle“ der Angriffe steht noch bevorUS-Präsident Donald Trump hat im Krieg gegen den Iran eine massive Ausweitung der Angriffe angekündigt. Die „große Welle“ stehe erst noch bevor, sagte Trump am Montag dem Sender CNN. Zugleich räumte er ein, dass Washington nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei keine gesicherten Erkenntnisse über die künftige Führung der Islamischen Republik habe. „Wir haben noch gar nicht angefangen, sie hart zu treffen“, sagte Trump in dem Interview. Der eigentliche Hauptschlag komme erst noch. Wer derzeit in Teheran die Macht innehabe, sei der US-Regierung unbekannt. „Wir wissen nicht, wer die Führung ist. Wir wissen nicht, wen sie auswählen werden“, fügte der Präsident hinzu.
Trump schließt Einsatz von US-Bodentruppen nicht aus Präsident Donald Trump hat den Einsatz amerikanischer Soldaten auf iranischem Boden in einem Interview mit der „New York Post“ nicht ausgeschlossen. Er habe keine Angst vor diesem Schritt, sagte er am Montag. „Jeder Präsident sagt, es wird keine Bodentruppen geben. Ich sage das nicht.“ Er sage, sie würden „wahrscheinlich“ nicht gebraucht. Trump sollte sich wenig später während einer Veranstaltung im Weißen Haus erstmals direkt zur Militäroperation äußern; bislang hat er sich nur in Videobotschaften an die Amerikaner gewandt.
Italien: Golfstaaten fragen Lieferung von Luftabwehrsystemen anDer italienischen Regierung liegen eigenen Angaben zufolge Anfragen von Golfstaaten zur Lieferung von Luftabwehrsystemen vor. Angesichts der Ausweitung des Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den USA hätten die Länder den dringenden Bedarf an einer Stärkung ihrer Abwehrfähigkeiten betont, sagt Verteidigungsminister Guido Crosetto vor dem Parlament in Rom. Insbesondere gehe es um die Luftabwehr und den Schutz vor Drohnen. Der Minister dämpft jedoch die Erwartungen: Die Kapazitäten seien durch die Unterstützung für die Ukraine bereits stark beansprucht.
Israel droht Hizbullah mit „vernichtendem Schlag“Israels Generalstabschef Ejal Zamir hat der libanesischen Hisbollah-Miliz mit einem „vernichtenden Schlag“ gedroht. Das israelische Militär werde seinen Einsatz nicht beenden, solange „die Bedrohung aus dem Libanon“ nicht beseitigt sei, sagte Zamir Armeeangaben zufolge bei einer Lagebesprechung. Israel werde weiterhin auf die im Rahmen eines Waffenruhe-Abkommens vereinbarten Entwaffnung der vom Iran unterstützten Miliz pochen, so der israelische Armeechef. „Wir werden diesen Einsatz nicht nur damit beenden, dass der Iran getroffen worden ist, sondern auch damit, dass Hisbollah einen vernichtenden Schlag erleidet“, so der israelische Armeechef.
Auch Khameneis Frau offenbar totIranische Medien haben den Tod der Ehefrau des getöteten iranischen obersten Führers Ali Khamenei gemeldet. Zwei Tage nach dem US-israelischen Angriff auf dessen Residenz in Teheran sei seine Frau, Mansureh Chodschasteh Baghersadeh, am Montag ihren Verletzungen erlegen, berichteten mehrere iranische Medien. Die 79-Jährige hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seit dem Angriff im Koma gelegen.
Iran ernennt neuen VerteidigungsministerEin General der iranischen Revolutionsgarden, Madschid Ebnelresa, ist zum Interims-Verteidigungsminister ernannt worden, nachdem der bisherige Minister bei US-israelischen Angriffen getötet worden war. Ebnelresa übernehme das Amt auf Anordnung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, erklärte ein Sprecher des Präsidenten am Montag auf der Plattform X.
Medienbericht: Trump „sehr enttäuscht“ von StarmerAus Sicht von US-Präsident Donald Trump hat Großbritannien die US-Nutzung britischer Stützpunkte für Angriffe auf Iran zu spät erlaubt. Er sei „sehr enttäuscht“ gewesen, dass der britische Premierminister Keir Starmer der Verwendung von Stützpunkten wie der Militärbasis Diego Garcia für Angriffe auf Iran eine Absage erteilt habe, sagte Trump der britischen Zeitung „The Telegraph“ zufolge.Großbritannien hatte den USA unter Berufung auf das Völkerrecht britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen. Am Sonntagabend erlaubte Starmer dann die Nutzung von Stützpunkten – allerdings in begrenztem Umfang und nur für Schläge gegen Raketen-Anlagen.Aus Sicht Trumps hatte es „viel zu lange gedauert“, bis Starmer seine Meinung geändert habe. Er kritisierte laut „Telegraph“, dass er die Diego-Garcia-Basis nicht für erste Angriffe gegen das iranische Militär und die iranische Führung habe nutzen dürfen. „So etwas ist zwischen unseren Ländern wahrscheinlich noch nie vorgekommen“, sagte er den Angaben nach.
Amerikanisches Militär: Haben Luftüberlegenheit über IranUS-Generalstabschef General Dan Caine hat zwei Tage nach dem Beginn der Angriffe auf Iran eine erste Bilanz vorgestellt. Es sei gelungen, „lokale Luftüberlegenheit“ zu gewinnen. Der Begriff aus der militärischen Sprache meint eine Situation, in der eine Kriegspartei den Luftraum im Konfliktgebiet dominiert und deshalb dort operieren kann, ohne effektive Angriffe der gegnerischen Luftstreitkräfte zu fürchten. „Die Luftüberlegenheit wird nicht nur den Schutz unserer Kräfte erhöhen, sondern uns auch erlauben, weiterhin über Iran tätig zu sein“, sagte General Caine. Noch am Montag sollten Tausende US-Soldaten in der Region ankommen.
Wang Yi telefoniert mit Irans Außenminister AraghchiChinas Außenminister Wang Yi hat am Montag mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi telefoniert. Nach Angaben der Staatsnachrichtenagentur Xinhua sagte Wang, China habe „öffentlich seine Position der Fairness und Gerechtigkeit zum Ausdruck gebracht und hoffe, weiterhin eine positive Rolle bei der Verhinderung einer Eskalation der regionalen Spannungen spielen zu können“. Peking hat jenseits der Rhetorik bislang nicht in den Irankrieg eingegriffen und vermeidet es weiterhin, den US-Präsidenten Donald Trump direkt zu kritisieren. Auch wenn China zuletzt mehr als 13 Prozent seines Öls aus Iran bezogen hat und das Regime auch als regionale Gegenmacht zu Amerika im Nahen Osten begrenzt mit Waffen unterstützte, überragt aus Sicht Chinas die Bedeutung eines gutes Verhältnisses zu Trump.So schrieb Xinhua jetzt lediglich, Wang habe sich gegenüber Araghchi „zuversichtlich gezeigt, dass Iran in der gegenwärtig schwierigen und komplexen Lage die nationale und soziale Stabilität wahren, die berechtigten Anliegen seiner Nachbarn berücksichtigen und die Sicherheit chinesischer Staatsbürger und Institutionen in Iran gewährleisten könne“. Von weiteren Hilfen aus China war nicht die Rede.
Hegseth: Nicht Amerika hat diesen Krieg begonnenDer amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth gibt gerade seine erste Pressekonferenz seit dem Beginn der Angriffe auf Iran. Er lobt den Einsatz der amerikanischen „Krieger“. Nur Präsident Trump könne und werde entscheiden, wann und wie dieser Einsatz ende. Begonnen habe ihn nicht Amerika, behauptet Hegseth. Iran habe ein Arsenal an Raketen aufgebaut. Damit habe Teheran vorgehabt, das eigene Atomprogramm zu schützen.Dann übernimmt General Dan Caine, der den Familien der getöteten US-Soldaten sein Beileid ausspricht. Dann kündigt er an: „Das ist kein kurzer Einsatz.“ Hegseth hatte noch betont, das sei „nicht Irak“ – also kein jahrelanger Krieg im Nahen Osten. Aber für jetzt gelte, sagt Caine: „Dieser Krieg beginnt erst.“ Weitere Kräfte würden in die Region verlegt.
Deutsche Flugzeuge sollen Touristen aus dem Nahen Osten holenDie Bundesregierung bereitet die Entsendung von Flugzeugen in den Nahen Osten vor, um dort gestrandete deutsche Touristen nach Hause zu holen. Die Flugzeuge sollen nach Maskat in Oman und in die saudische Hauptstadt Riad geschickt werden, sagt Außenminister Johann Wadephul in Berlin. Dort seien die Lufträume noch geöffnet, Sicherheit gehe bei der Entsendung allerdings vor. Die Bundesregierung sieht bei der Rückholung von Urlaubern vor allem private Airlines in der Pflicht. Eine Abholung in Oman oder Riad etwa sei möglich, hieß es. Wichtige Flughafen-Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha sind derzeit geschlossen oder im Betrieb stark eingeschränkt. Nach Agenturangaben habe Außenminister Johann Wadephul in diesem Sinne auch mit dem Lufthansa-Chef gesprochen. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagt, sei die Luftwaffe „wirklich das letzte Mittel der Wahl“, so das Verteidigungsministerium.