FAZ 05.05.2026
16:06 Uhr

Liveblog Irankrieg: Hegseth: „Die Waffenruhe ist nicht beendet“


US-Verteidigungsminister: Sicherung der Straße von Hormus rein defensive Mission +++ US-Streitkräfte wehren Raketenangriffe ab +++ Trump: Kann nicht sagen, ob Waffenruhe noch gilt +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Hegseth: „Die Waffenruhe ist nicht beendet“

Irans Außenminister trifft Amtskollegen in ChinaIrans Außenminister Abbas Araghtschi hat inmitten der Spannungen mit den USA seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi getroffen. Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, tauschten sie sich in der Hauptstadt Peking aus. Staatliche iranische Medien bestätigten die Zusammenkunft. Worüber die Minister sprachen, wurde zunächst nicht bekannt. Der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Irankrieg, in dem aktuell eine Waffenruhe gilt, dürfte jedoch ein zentrales Thema gewesen sein. China und Iran sind wirtschaftlich enge Partner, das Land gilt unter anderem als der größte Abnehmer iranischen Öls. Peking hat das Vorgehen der USA gegen den Iran bereits mehrfach kritisiert. 

Rubio und Lawrow sprechen über IrankriegUS-Außenminister Marco Rubio und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben nach Angaben aus Washington in einem Telefonat über die Kriege in Iran und der Ukraine gesprochen. Außerdem seien die „Beziehungen zwischen den USA und Russland“ Thema gewesen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott. Das Telefonat habe auf Wunsch Lawrows hin stattgefunden.

US-Armee pausiert Einsatz in Straße von HormusUS-Präsident Donald Trump hat eine Aussetzung des US-Militäreinsatzes zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus bekanntgegeben. Das „Projekt Freiheit“ werde „für eine kurze Zeit pausiert, um zu sehen, ob das Abkommen finalisiert und unterzeichnet werden kann oder nicht“, teilte Trump mit Blick auf ein mögliches Friedensabkommen mit Iran am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social mit. Es habe dafür „große Fortschritte“ gegeben, schrieb er.

Iran kündigt Mechanismus für Transit durch Straße von Hormus anIran will sich mit Hilfe eines neuen Genehmigungsverfahrens die Kontrolle über die von ihm blockierte Straße von Hormus sichern. Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren wollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde (Persian Gulf Strait Authority) und müssten den Vorgaben folgen, berichtete der staatliche Sender Press TV. Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen und wie Iran auf Verstöße reagieren könnte. Laut Press TV ist der Mechanismus in der Straße von Hormus bereits in Betrieb.Die iranischen Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hatten am Dienstag Schiffe davor gewarnt, die Meerenge über nicht genehmigte Routen zu passieren, sonst werde eine „entschlossene Reaktion“ darauf folgen. Die einzige sichere Route sei die von Iran zuvor angekündigte, berichtete die von den Revolutionsgarden als Sprachrohr genutzte Nachrichtenagentur Fars. 

Zweites US-Handelsschiff passiert Straße von HormusMit dem Chemikalientanker „CS Anthem“ verlässt das zweite unter US-Flagge fahrende Handelsschiff unter dem Schutz des US-Militärs die Straße von Hormus. Das Schiff beendet die ​Durchfahrt sicher, wie der Betreiber Crowley-Stena Marine Solutions mitteilt. Zuvor hat bereits der Autotransporter „Alliance Fairfax“ der Maersk-Tochter Farrell Lines die Meerenge passiert. Das US-Militärkommando Centcom unterstützt nach eigenen Angaben mit Zerstörern der US-Marine die Wiederaufnahme der Handelsschifffahrt in der Region. 

Irans Militär dementiert Angriffe und droht EmiratenIrans Militärführung hat Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate dementiert. Es seien in den vergangenen Tagen keinerlei Raketen oder Drohnen auf Ziele in den Emiraten abgefeuert worden, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija laut einer Mitteilung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.Gleichzeitig drohte der Militärsprecher den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Golfstaat sei zu einem „Stützpunkt der Amerikaner und Zionisten“ und zum „Feind der islamischen Welt“ geworden. Sollten von seinem Boden aus Angriffe gegen Iran erfolgen, würden die Angreifer dies bereuen.

Wadephul und Merz fordern Iran zu Verzicht auf Raketen- und Atomprogramm aufAußenminister Johann Wadephul (CDU) hat Iran aufgefordert, seine „Politik der Brandstiftung“ zu beenden. „Iran muss sein ballistisches Raketenprogramm aufgeben. Und Iran muss seine Politik der Brandstiftung in der Region aufgeben“, sagte Wadephul am Dienstag nach einem Treffen mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte bei einem Treffen mit dem portugiesischen Regierungschef Luís Montegro ein dauerhaftes Ende des iranischen Atomprogramms.Wadephul begründete seine Forderung an Teheran mit gemeinsamen Sicherheitsinteressen Deutschlands und Israels. „Es wird jeden Tag dringlicher, dass Iran das Angebot zu Verhandlungen jetzt annimmt“, sagte Wadephul. „Wir fordern den Iran auf, seine Karten jetzt nicht zu überreizen.“Merz sagte, Iran müsse „aufhören, auf Zeit zu spielen“ und drängte darauf, den Druck auf den Iran angesichts der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus hochzuhalten. Er habe auf europäischer Ebene bereits dafür geworben, „den Sanktionsdruck auf Teheran zu erhöhen“, sagte Merz. Zugleich müsse das iranische Atomprogramm „endgültig und für immer beendet werden“. Merz verurteilte die jüngsten iranischen Angriffe auf zivile Infrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten „auf das Schärfste“, ähnlich hatte er sich bereits am Montagabend geäußert.

Emirate melden neue Angriffe von IranIran hat die Vereinigten Arabischen Emirate nach Angaben der dortigen Regierung am zweiten Tag in Folge mit Raketen und Drohnen angegriffen. Die Flugabwehr reagiere auf diese Angriffe, teilte das emiratische Verteidigungsministerium mit. „Bitte bleiben Sie an einem sicheren Ort und folgen Sie den offiziellen Kanälen für Warnungen und Neuigkeiten“, hieß es in einer Mitteilung der Behörde für Katastrophenschutz. Anwohner sollten herabfallende Trümmer nicht anfassen oder fotografieren und sich ihnen auch nicht nähern.

Generalstabschef: Iran hat USA während Waffenruhe mehrmals angegriffenIran hat nach Angaben des amerikanischen Generalstabschefs Dan Caine seit Beginn der Waffenruhe mehr als zehnmal US-Streitkräfte angegriffen. Seit der Anfang April verkündeten Feuerpause habe Iran zudem neunmal auf Handelsschiffe geschossen und zwei Containerschiffe beschlagnahmt, führte Caine bei einer Pressekonferenz aus. Er sprach von Vorfällen, die alle „derzeit noch unterhalb der Schwelle für die Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen liegen“. Am Montag habe Iran einmal den Oman und dreimal die Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen, sagte Caine. Zusätzlich sei das Land mit Marschflugkörpern, Drohnen und Schnellbooten gegen US-Streitkräfte vorgegangen, die versuchten, die Handelsschifffahrt in der Meerenge von Hormus wieder in Gang zu bringen. Kampfhubschrauber der USA hätten diese Angriffe erfolgreich abgewehrt. „Bislang ist es heute ruhiger“, resümierte Caine. Aufgrund der „willkürlichen“ Angriffe Irans in der Region würden aktuell 22.500 Seeleute an Bord von mehr als 1550 Handelsschiffen im Persischen Golf festsitzen. US-Streitkräfte haben Caine zufolge im südlichen – also dem Oman nahen – Teil der Meerenge eine verstärkte Sicherheitszone eingerichtet. Land-, See- und Luftstreitkräfte der USA würden diese schützen, um weitere iranische Angriffe auf die Handelsschifffahrt abzuwehren. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sprach von einem „mächtigen rot-weiß-blauen“ Schutzschild. 

Irans Außenminister reist nach China Irans Außenminister Abbas Araghtschi reist heute nach China. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim mitteilte, will Araghtschi mit seinem chinesischen Amtskollegen über Entwicklungen in der Region sprechen. China gilt als Hauptabnehmer der iranischen Öl- und Gasproduktion. Die Volksrepublik hatte auch die gegen iranische Häfen gerichtete US-Seeblockade in der Straße von Hormus kritisiert. Zuletzt war Araghtschi zu Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in St. Petersburg. 

UN meldet 380 getötete Menschen in Libanon seit FeuerpauseSeit dem offiziellen Beginn der Feuerpause zwischen Israel und der proiranischen Hizbullah-Miliz am 17. April sind laut den UN mindestens 380 Menschen in Libanon getötet worden. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mit.Die Menschen seien mit anhaltenden israelischen Luftangriffen, Beschuss, Zerstörungen, Evakuierungsanordnungen, Rückkehrverboten für bestimmte Gebiete und Bewegungsbeschränkungen konfrontiert. Das UNHCR berichtete von neuen Vertreibungen und einem rasch wachsenden humanitären Bedarf. 

Trump legt sich nicht fest, ob die Waffenruhe noch giltTrump hat Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe abermals mit Vernichtung gedroht. Iran werde „von der Erde gefegt“, sollte er Schiffe angreifen, die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus im Einsatz seien, zitierte ihn der Sender Fox News. Nicht äußern wollte sich Trump dazu, ob die Waffenruhe mit Teheran vorbei sei. „Nun, das kann ich Ihnen nicht sagen“, sagte er in einer Folge des Podcasts „The Hugh Hewitt Show“. 

Südkorea meldet getroffenes SchiffSüdkorea hat am Dienstag zum ersten Mal ein eigenes beschädigtes Schiff in der Straße von Hormus gemeldet. Die vor den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Anker liegende HMM Namu wurde durch eine Explosion beschädigt, wie das Außenministerium in Seoul bekanntgab. Alle 24 Besatzungsmitglieder des Massengutfrachters blieben unverletzt, hieß es in koreanischen Medien. Das Feuer im Maschinenraum sei gelöscht. Der Frachter werde in den Hafen von Dubai geschleppt. Südkoreas Außenministerium und das Präsidialamt riefen Dringlichkeitssitzungen ein. Dort dürfte auch über die neuerliche Forderung des amerikanischen Präsidenten nach koreanischer Beteiligung zur Öffnung der Meerenge gesprochen werden. Nach dem Vorfall schrieb Donald Trump, Iran habe das koreanische Schiff beschossen. Und fügte hinzu: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass Südkorea sich der Mission in der Straße von Hormus anschließt.“ Damit erneuert Trump seinen Druck auf Südkorea, das für seine Energieimporte stark von Öl und Gas aus dem Nahen Osten abhängig ist. Südkorea importiert rund 70 Prozent seines Rohöls und 20 Prozent seines Erdgases über die Straße von Hormus, zudem bedeutende Mengen petrochemischer Stoffe zur Herstellung von Halbleitern.Insgesamt ist Südkorea stark getroffen vom Irankrieg. Seoul reagiert mit Notfallmaßnahmen – und setzt auf die Rüstungsindustrie.

Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge passieren Straße von HormusDas US-Militär hat nach eigenen Angaben damit begonnen, Handelsschiffe durch ⁠die von Iran blockierte Straße von Hormus zu eskortieren. Zwei US-Handelsschiffe hätten die Meerenge mit Unterstützung von Zerstörern der Marine passiert, teilte das US-Militär mit. Die Reederei Maersk bestätigte, dass der unter US-Flagge ‌fahrende Frachter „Alliance Fairfax“ am Montag in Begleitung des US-Militärs den Golf über die Straße von Hormus verlassen habe. Der Befehlshaber der US-Streitkräfte in der Region, Admiral Brad Cooper teilte mit, das US-Militär ermutige ‌Schiffe und Reedereien, die ‌Meerenge trotz iranischer Drohungen zu durchfahren. Laut Cooper haben US-Streitkräfte während der Durchfahrt Angriffe iranischer Drohnen, Raketen und bewaffneter Schnellboote abgewehrt. Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung der US-Kriegsschiffe ab.