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06.03.2026
13:20 Uhr
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Explosionen im Süden der libanesischen Hauptstadt +++ Repräsentantenhaus stoppt Vorstoß zur Begrenzung von Trumps Befugnissen +++ Iran kündigt an, Gegenangriffe auszuweiten +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Lufthansa-Flug nach Riad umgeleitetDie Lufthansa hat einen geplanten Flug nach Riad kurzfristig umgeleitet. Der Kapitän des Linienflugs LH640 von München in die saudische Hauptstadt habe wegen der zeitweisen Schließung des Luftraums über Riad in Rücksprache mit der Zentrale entschieden, nach Kairo abzudrehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt. „Sicherheit geht vor.“ Die Lufthansa betonte in einer Mitteilung, dass es sich bei dem Flug um einen regulären Linienflug und nicht, wie auch an dieser Stelle zunächst berichtet, um einen Evakuierungsflug gehandelt habe. Laut Lufthansa-Angaben wird die Maschine am Freitagabend weiter nach Riad fliegen und von dort am Samstagmorgen als Flug LH641 zurück nach München fliegen. Der Luftraum über Riad ist mittlerweile nach Unternehmensangaben wieder geöffnet.
Aserbaidschan zieht Diplomaten aus Iran abNach dem Einschlag mehrerer in Iran gestarteter Drohnen in Aserbaidschan hat die Regierung in Baku den Abzug ihres diplomatischen Personals aus dem benachbarten Iran angekündigt. Dies betreffe sowohl die Botschaft in Teheran als auch das Konsulat in Täbris, sagte Außenminister Dschejhun Bajramow am Freitag. Die Vorbereitungen dazu liefen derzeit.Er habe am Donnerstag mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi über das Thema gesprochen, fuhr Bajramow fort. „Die iranische Seite hat versprochen, den Vorfall gründlich zu untersuchen, und wir erwarten Ergebnisse.“
London: Anti-Terroreinheit nimmt vier Iraner festDie Anti-Terroreinheit der Londoner Polizei hat vier Iraner wegen des Verdachts festgenommen, sie seien im Auftrag eines iranischen Geheimdienstes tätig gewesen. Nach Angaben der BBC beziehen sich die Ermittlungen auf die mutmaßliche Ausforschung von Personen und Orten, die mit jüdischen Gemeinden in London in Verbindung stehen. Die Festnahme der vier Verdächtigen, von denen drei auch die britische Staatsbürgerschaft haben, sei nachts um ein Uhr Ortszeit erfolgt; diverse Wohnungen in nördlichen Londoner Stadtteilen würden weiter durchsucht. Bei der Festnahme eines Verdächtigen in Harrow gab es offenbar Widerstand, was zur Festnahme sechs weiterer Personen wegen eines Beihilfe-Tatbestands führte. Helen Flanagan, die Leiterin der Anti-Terroreinheit, gab an, die Festnahmen seien im Zuge langer Ermittlungen geschehen, sie seien Teil „unserer täglichen Arbeit, Aktivitäten in böser Absicht zu unterbinden, sobald wir darauf Hinweise haben“.
Iran kündigt Ausweitung der Gegenangriffe anIrans Streitkräfte haben knapp eine Woche nach Kriegsbeginn eine Ausweitung ihrer Gegenangriffe angekündigt. In den kommenden Tagen werde der Feind intensiver und umfangreicher angegriffen, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier „Chatam Al-Anbija“, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. Die iranische Militärführung berichtete unterdessen über Angriffe mit Kamikazedrohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David und eine Radarstation in Israel, einen US-Stützpunkt in Kuwait sowie im irakischen Erbil.
Trump befürwortet Kurden-OffensiveDer amerikanische Präsident Donald Trump hat eine Offensive kurdischer Kämpfer in Iran ausdrücklich begrüßt. „Ich finde es wunderbar, dass sie das tun wollen. Ich wäre voll dafür“, sagte Trump in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters auf eine entsprechende Frage. Die Hintergründe hat unsere Korrespondentin Friederike Böge recherchiert:
Trump will Khameneis Nachfolger mitbestimmen Die USA müssen nach Darstellung von Präsident Donald Trump an der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts beteiligt werden. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters verglich Trump dies am Donnerstag mit dem Vorgehen der USA in Venezuela und sagte: „Wir werden diese Person gemeinsam mit dem Iran auswählen müssen. Wir werden diese Person auswählen müssen.“
Emirates und Etihad nehmen Flugbetrieb eingeschränkt wieder auf Die Fluggesellschaften Emirates und Etihad Airways nehmen den Flugbetrieb von ihren Drehkreuzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in begrenztem Umfang wieder auf. Emirates teilte am Freitag mit, bis auf Weiteres 82 Destinationen zu bedienen. Passagiere, die am Drehkreuz Dubai umsteigen, würden jedoch nur befördert, wenn ihr Anschlussflug gesichert sei. Die in Abu Dhabi ansässige Etihad kündigte an, bis zum 19. März einen eingeschränkten Flugplan anzubieten. Angeflogen werden rund 70 Ziele, darunter Frankfurt, London und Paris. Die Sicherheitslage bleibt jedoch fragil. So musste ein von Frankreich gecharterter Air-France-Flug zur Rückholung von Staatsbürgern wegen Raketenbeschusses in der Region umkehren.
Irans Führungsrat befasst sich mit Khamenei-Nachfolge Nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts hat sich der provisorische Führungsrat mit dessen Nachfolge befasst. Bei ihrer vierten Sitzung planten Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie der Kleriker Aliresa Arafi die Einberufung einer Versammlung zur Bestimmung eines neuen Religionsführers, wie aus einer Regierungserklärung hervorgeht. Das Führungstrio wurde demnach außerdem über die aktuelle Kriegslage unterrichtet.Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Khamenei war am Samstag bei israelisch-amerikanischen Angriffen getötet worden. Seitdem leitet verfassungsgemäß ein Führungstrio die Regierungsgeschäfte in Iran. Am Donnerstag wurde dem Rat mehr Macht übertragen. Er kann künftig über Krieg und Frieden entscheiden, sowie Militärvertreter und Polizeioffiziere ernennen und absetzen. Gemäß der iranischen Verfassung bestimmt der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, das neue Staatsoberhaupt. Wann der Rat zusammenkommt, bleibt auch nach der Regierungserklärung unklar. Israels Verteidigungsminister drohte am Mittwoch, sein Land werde auch den Nachfolger Khameneis töten. Als aussichtsreicher Kandidat gilt dessen zweitältester Sohn Modschtaba.
Repräsentantenhaus stoppt Vorstoß zur Begrenzung von Trumps BefugnissenDas US-Repräsentantenhaus hat einen Versuch zur Beschränkung der Befugnisse des amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Krieg gegen Iran gestoppt. Die Abgeordneten lehnten eine Resolution ab, die den Präsidenten verpflichtet hätte, für alle Feindseligkeiten gegen Iran die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Die Abstimmung endete mit 219 zu 212 Stimmen und verlief mehrheitlich entlang der Parteilinien. Vier Demokraten stimmten mit der Mehrheit der Republikaner dagegen. Die Republikaner verfügen in der Kammer über eine knappe Mehrheit. Hintergrund ist die „War Powers Resolution“ aus dem Jahr 1973. Das Gesetz begrenzt die Befugnis des Präsidenten, Truppen ohne formelle Kriegserklärung des Kongresses in den Krieg zu schicken. Es verpflichtet den Präsidenten zur Konsultation des Parlaments und begrenzt den Einsatz meist auf 60 Tage. Bereits am Mittwoch hatte der ebenfalls von den Republikanern kontrollierte Senat eine ähnliche Resolution blockiert.
USA: Indien darf zeitlich begrenzt russisches Öl kaufenDie USA erlauben es indischen Raffinerieunternehmen, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Sein Ministerium erteile dafür eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, teilte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mit. Russland dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können. Die US-Regierung spielte diesen Aspekt herunter. „Diese bewusst kurzfristige Maßnahme wird der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen“, betonte Bessent, da sie nur Transaktionen mit Öl genehmige, das bereits auf Tanker geladen, aber nicht ausgeliefert worden sei. Der Finanzminister sprach von einer „Überbrückungsmaßnahme“, die den Druck mindern werde, der durch das Verhalten Irans entstehe. US-Präsident Donald Trump hatte Indien im vergangenen Jahr wegen dessen Ölgeschäften mit Russland mit Strafzöllen belegt, um die wirtschaftliche Basis des Kremls angesichts des andauernden Kriegs in der Ukraine zu schwächen. Jüngst hob Trump die Zölle aber auf und begründete das damit, dass Indien Schritte unternommen habe, um den Import von russischem Öl einzustellen.
Trump erwägt derzeit keine Bodentruppen in IranUS-Präsident Donald Trump erwägt derzeit nach eigenen Angaben keine Entsendung von Bodentruppen in Iran. „Das wäre Zeitverschwendung“, sagte Trump dem US-Sender NBC am Donnerstag (Ortszeit) in einem Telefoninterview.
Südkorea fürchtet Verlegung von US-Kräften in den Nahen OstenDer Krieg in Iran verstärkt in Seoul bestehende Befürchtungen, dass die Vereinigten Staaten zumindest vorübergehend weitere wichtige Elemente der Abschreckung von Südkorea in den Nahen Osten verlegen könnten. Die koreanische Zeitung „DongA Ilbo“ berichtete am Donnerstag, dass Seoul und Washington Konsultationen über den Munitionsbedarf der USA und die mögliche Verlegung von US-Streitkräften in den Nahen Osten führten.Die USA hätten bereits Mitte Dezember mindestens eintausend Lenkbomben-Vorrichtungen vom Typ „Paveway“, mit denen konventionelle Bomben für Präzisionsschläge ausgerüstet werden können, zunächst zurück in die USA verlegt, berichtete die Zeitung „Chosun Ilbo“. Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Mittwoch gesagt, die USA verfügten über „nahezu unbegrenzte Vorräte“ von GPS- und lasergelenkten Präzisions-Freifallbomben. Um diese einzusetzen, benötigt Amerika Lenkbomben-Vorrichtungen wie jene, die Land aus Südkorea abgezogen hat. Die USA haben rund 27.000 Soldaten in Südkorea stationiert und betreiben dort verschiedene Abwehrsysteme. Insbesondere das vor zehn Jahren aufgestellte strategische System „Terminal High Altitude Area Defense (THAAD)“ gegen ballistische Raketen ist dabei der Großmacht China Dorn im Auge, weil die Raketen und das entsprechende Radar weit in den chinesischen Luftraum reichen können. Südkoreanische Rüstungsexperten äußerten zuletzt die Sorge, dass auch THAAD-Raketen nun in den Nahen Osten verlegt werden könnten. Um amerikanische Munitionsengpässe auszugleichen, könnten zudem taktische Boden-Boden-Raketen vom Typ ATACMS in den Nahen Osten verlegt werden. Diese sind in Südkorea vornehmlich gegen die Bedrohung aus Nordkorea stationiert.Während Iran im Krieg mit oft günstigen Raketen und Drohnen die vergleichsweise teure Flugabwehr der Golfstaaten übersättigen will, steigt unterdessen auch in Korea selbst die Nachfrage nach weiteren Abfangraketen. So hieß es, dass die Vereinigten Arabischen Emirate das in Südkorea entwickelte Flugabwehrsystem Cheongung-II (M-SAM) vom Rüstungskonzern Hanwha bereits erfolgreich gegen iranische Raketen eingesetzt haben.Der Irankrieg trifft Südkorea indes hart, vor allem im Energiebereich. Das Land importiert rund siebzig Prozent seines Öls und zwanzig Prozent seines Flüssiggases über die Straße von Hormus aus dem Nahen Osten. Berichten zufolge erwägt Seoul die Freigabe strategischer Energiereserven. Notfallprotokolle wurden bereits aktiviert. Präsident Lee Jae-myung ordnete am Donnerstag die Ausarbeitung eines Systems zur Festlegung von Obergrenzen für Benzin an Tankstellen an. In Südkorea haben die Kraftstoffpreise den höchsten Stand seit fast vier Jahren erreicht.
Eurowings schickt eigenes Flugzeug zur Evakuierung nach RiadDie Lufthansa-Tochter Eurowings schickt ein erstes eigenes Flugzeug ins Krisengebiet Naher Osten, um rund 150 Touristen nach Deutschland zurückzuholen. Geplant ist ein Sonderflug aus dem saudischen Riad nach Köln in der Nacht von Freitag auf Samstag, wie das Unternehmen mitteilt.An Bord kommen Gäste des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays, die in Dubai und Umgebung vom US-israelischen Angriff auf Iran überrascht worden waren. Sie sollen mit Bussen zum Flughafen Riad gebracht werden. Die Landung des Airbus A320 mit der Flugnummer EW6131 wird in Köln für Samstag um 00.30 Uhr erwartet. Es handelt sich um den ersten eigenen Evakuierungsflug der Lufthansa Group nach Deutschland. Die Airline war bislang als Dienstleister der Bundesregierung tätig.
Hizbullah warnt Bewohner im Norden IsraelsDie von Iran unterstützte Hizbullah-Miliz in Libanon hat die Bewohner im Norden Israels zum Verlassen des Gebiets aufgerufen. Die Angriffe der israelischen Armee im Libanon würden „nicht ohne Reaktion bleiben“, drohte die Schiiten-Organisation. Sie rief dazu auf, alle israelischen Siedlungen innerhalb von fünf Kilometern von der Grenze entfernt zu räumen. Es war die erste Warnung der Miliz dieser Art seit Ausbruch der neuen Gewalt.