FAZ 03.03.2026
18:25 Uhr

Liveblog Irankrieg: Gebäude des iranischen Expertenrats getroffen


Gremium soll Nachfolger des getöteten Führers Khamenei wählen +++ Trump widerspricht Rubio: „Wir haben Israel unter Zugzwang gesetzt“ +++ Erster Rückholflug soll Mittwoch starten +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Gebäude des iranischen Expertenrats getroffen

Trump widerspricht RubioDonald Trump hat den Eindruck zurückgewiesen, dass er den Irankrieg begonnen habe, weil Israel ihn unter Zugzwang gesetzt hätte. Während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus sagte Trump: „Wenn überhaupt, dann habe ich sie unter Zugzwang gesetzt.“Damit wies er die jüngste Erklärung von Außenminister Marco Rubio zurück, der mit einem angeblich nicht zu verhindernden israelischen Angriff auf Iran die „unmittelbare Bedrohung“ erklärt hatte, die Trump nach eigenen Angaben mit den Angriffen auf Iran beseitigen will. Nach Rubios Argument hätte Iran auf israelische Angriffe mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte in der Region reagiert, ein Angriff auf Amerika sei daher unmittelbar zu erwarten gewesen. Wenn es gilt, eine unmittelbare Bedrohung zu beseitigen, kann ein US-Präsident ohne Genehmigung des Kongresses in den Krieg ziehen. Trump führte vielmehr aus, wegen des Verlaufs der jüngsten Verhandlungen mit Iran habe er das „starke Gefühl gehabt, dass sie (die Iraner; Anm. d. Red.) zuerst angreifen“ würden. Das habe er vereitelt.

Großbritannien verlegt Kriegsschiff und Drohnenabwehr-Hubschrauber nach ZypernNach den Drohnenangriffen auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern hat der britische Premierminister Keir Starmer die Entsendung eines Kriegsschiffs und von Helikoptern zur Drohnenbekämpfung bekanntgegeben. Die „HMS Dragon“ und mehrere Hubschrauber würden für „Defensiveinsätze“ zur Insel geschickt, erklärte Starmer am Dienstag im Onlinedienst X. Er habe mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides gesprochen und ihn über die Entsendung informiert. „Großbritannien setzt sich uneingeschränkt für die Sicherheit Zyperns und der dort stationierten britischen Militärangehörigen ein“, fügte Starmer an. London werde „stets im Interesse Großbritanniens und unserer Verbündeten handeln“.

Iran droht mit Angriffen auf regionale WirtschaftszentrenIran droht nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der Revolutionsgarde mit Angriffen auf alle Wirtschaftszentren der Region, sollten die wichtigsten Orte in der Islamischen Republik getroffen werden. Das meldeten iranische Nachrichtenagenturen.

Hizbullah greift Militärstellungen in Golanhöhen anDie mit Iran verbündete libanesische Hizbullah-Miliz hat nach eigenen Angaben Militärstellungen in den Golanhöhen angegriffen. Der strategisch wichtige Höhenzug gehört zu Syrien, ist aber seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt. 1981 wurde das Gebiet von Israel faktisch annektiert. International anerkannt ist das nicht. Allerdings haben die USA während Donald Trumps erster Präsidentschaft 2019 die Golanhöhen als Teil Israels anerkannt.

Israel greift iranische Produktionsstätten für Raketen anDie israelische Luftwaffe hat am Dienstag in Iran nach Armeeangaben mehrere Produktionsstätten für ballistische Raketen angegriffen. Die Angriffe hätten sich „gezielt“ gegen Industrieanlagen gerichtet, die Waffen und insbesondere ballistische Raketen herstellten, erklärte die Armee. Insbesondere im zentraliranischen Isfahan seien „dutzende Ziele“ ins Visier genommen worden, darunter Abschussrampen und Lagerstätten.

Mehrere europäische Länder organisieren Evakuierungsflüge für ihre StaatsbürgerMehrere Länder bringen nach der Eskalation im Nahen Osten die ersten Evakuierungsflüge für ihre Staatsbürger auf den Weg. 175 Spanier seien von Abu Dhabi aus mit einer Linienmaschine gestartet und auf dem Weg nach Madrid, teilte Spaniens Außenminister José Manuel Albares mit. Nach Schätzungen der Behörden in Madrid halten sich derzeit rund 30.000 Spanier in der Konfliktregion auf. Weitere Flüge seien geplant, um die Ausreise vor allem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu beschleunigen, sagte Albares. Dort lebten etwa 13.000 Spanier. Als „schwierigste Situation“ bezeichnete er Iran, wo sich noch etwas mehr als 150 spanische Staatsbürger aufhielten.Die britische Regierung organisiert ebenfalls einen Charterflug, der in den kommenden Tagen von Maskat in Oman aus starten soll, wie Außenministerin Yvette Cooper im Parlament ankündigte. 130.000 Briten im Nahen Osten registrierten sich Cooper zufolge bis Dienstagmorgen bereits beim Außenministerium.Polens Regierungschef Donald Tusk sagte, auch sein Land bereite eine Evakuierungsaktion für die polnischen Staatsbürger in der Region vor. Er habe Anweisungen gegeben, dass auf Flüge mit den Regierungsflugzeugen verzichtet werde, damit die Maschinen bereit seien, wenn sich die Möglichkeit biete, erklärte Tusk. Nach seinen Angaben befinden sich rund 14.000 Polen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Netanjahu droht Hizbullah mit Verschärfung der AngriffeIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der libanesischen Hizbullah-Miliz mit einer weiteren Verschärfung der Angriffe gedroht. „Die Hizbullah hat einen sehr schweren Fehler begangen, als sie uns angegriffen hat“, sagte Netanjahu bei einem Besuch eines Luftwaffenstützpunktes. Israel habe bereits mit großer Kraft reagiert, „und wir werden mit noch größerer zusätzlicher Kraft reagieren“.Die Hizbullah hatte in der Nacht zum Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Daraufhin begann das israelische Militär zahlreiche Ziele in Libanon anzugreifen, vor allem im Süden des Landes und in den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut. Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hizbullah.Netanjahu erklärte, sowohl die libanesische Regierung als auch das libanesische Volk müssten verstehen, dass die Hizbullah sie in einen Krieg hineinziehe, der nicht der ihre sei. Neben seiner an die proiranische Miliz gerichteten Drohung kündigte der Regierungschef an, Israel werde auch Iran weiter „mit großer Kraft“ angreifen. „Unsere Piloten sind am Himmel über dem Iran und Teheran“, sagte der Regierungschef vor Soldaten auf dem Stützpunkt der Luftwaffe.

Drohnenangriffe an Omans KüsteIm Handelshafen von Dukm in Oman ist es erneut zu einem Drohnenangriff gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ONA unter Berufung auf Sicherheitsquellen berichtete, wurden Treibstofftanks von mehreren Drohnen attackiert. Verletzt wurde demnach niemand, die Schäden seien begrenzt. Zunächst war unklar, wer für den Angriff verantwortlich war. Iran wies zurück, hinter dem Angriff zu stecken. Es seien keine Attacken „gegen das Territorium und die Häfen des befreundeten und benachbarten Landes Oman“ erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Generalstab.

Libanesisches Gesundheitsministerium korrigiert Totenzahl nach untenBei israelischen Angriffen in Libanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien 246 Personen verletzt worden. Damit korrigierte die Behörde ihre am Montag genannte Zahl von 52 Toten nach unten. In Israel gibt es bislang keine Berichte über Todesopfer durch die Angriffe der radikal-islamischen Hizbullah. 

Die Golfstaaten wollen ein Hort der Stabilität in der Region sein. Nun sind sie ebenfalls unter Feuer geraten. Wie reagieren die Monarchien? Ein Überblick von F.A.Z.-Korrespondent Christoph Ehrhardt.

NATO-Generalsekretär Rutte verteidigt Angriffe auf IranNATO-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran erneut verteidigt. „Der Iran steht kurz davor, sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen“, sagte Rutte bei einem Besuch in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Das sei nicht nur eine „existenzielle Bedrohung“ für Israel, sondern stelle auch eine große Gefahr für Europa dar. 

Kritik an Außenminister WadephulAußenminister Johann Wadephul (CDU) hat zugegeben, über die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für die Golfregion falsch informiert zu haben. Wadephul schrieb am Dienstag auf der Plattform X, er „bedauere den Irrtum im ‚heute journal‘ gestern. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten besteht in der Tat seit dem 28. Februar.“ Worum es dabei geht und was die Opposition über den Minister sagt, hat mein Kollegen Stephan Klenner zusammengetragen:Am Vorabend hatte Wadephul  in der ZDF-Sendung gesagt, es habe schon vor diesem Tag für Dubai „eine förmliche Reisewarnung“ gegeben. Für die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört, und weitere Staaten, die von iranischen Raketenangriffen betroffen sind, besteht eine solche Warnung aber erst seit  Samstag. Zuvor gab es Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, das von einer Reise  abriet. Bei etlichen Reiserücktrittsversicherungen ist eine förmliche Reisewarnung Voraussetzung dafür, kostenfrei stornieren zu können. 

Rom bestellt iranischen Botschafter ein Aus Protest gegen einen Angriff mit einer iranischen Drohne auf eine britische Militärbasis im EU-Mitgliedsland Zypern hat Italien den iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Außenministerium in Rom am Dienstag mit. Die Drohne vom Typ Schahed war in der Nacht zum Montag auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden der Insel eingeschlagen. Damit erreichte am dritten Tag des Iran-Krieges erstmals eine iranische Drohne europäisches Gebiet. Nach britischen Angaben wurde eine Landebahn beschädigt. Zwei weitere Drohnen wurden laut der zyprischen Regierung abgefangen. Aus zyprischen Regierungskreisen hieß es, die Drohnen seien vermutlich aus dem nahen Libanon von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gestartet worden.