FAZ 05.03.2026
02:37 Uhr

Liveblog Irankrieg: Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet


Öl läuft laut Behördenangaben ins Meer +++ Israelische Luftwaffe greift Hizbullah-Stellungen in Beirut an +++ Erster deutscher Evakuierungsflug gestartet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet

Iran setzt Angriffe auf Israel fortIran hat seine Angriffe auf Israel auch in der Nacht fortgesetzt. Die israelischen Streitkräfte alarmierten wegen iranischer Raketenangriffe in weniger als zwei Stunden drei Mal die Bevölkerung. In Jerusalem waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Rettungsdienste erklärten aber, es lägen keine Berichte über Verletzte vor.Auch in der iranischen Hauptstadt Teheran waren Explosionen zu hören, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Iran habe seine Abwehrsysteme aktiviert.

Linkspartei fordert „sichere Fluchtwege“ aus Iran nach DeutschlandDie Linkspartei hat einen Abschiebestopp für Iran sowie „sichere und legale Fluchtwege“ aus dem Kriegsgebiet nach Deutschland gefordert. „Schutzsuchende müssen deutsche Auslandsvertretungen in den Nachbarstaaten aufsuchen können“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Clara Bünger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Dort sollen sie unkompliziert humanitäre Visa für eine sichere Einreise erhalten.“Dafür müsse die Bundesregierung die Aufnahme nach Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes wieder ermöglichen. Die Koalition von Union und SPD hatte die humanitären Aufnahmeprogramme gestoppt.„Viele Menschen im Iran werden sich und ihre Familien jetzt zu Recht in Sicherheit bringen wollen“, sagte Bünger. „Das Regime der Islamischen Republik unterdrückt die Bevölkerung massiv.“ Zudem gefährde der „völkerrechtswidrige Angriff“ auf das Land noch mehr Menschenleben.

Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak anDie iranischen Streitkräften haben nach eigenen Angaben abermals kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen „anti-iranischer Separatisten“ zu sehen sein sollen.US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.

Außenminister der EU und der Golfstaaten beraten über Iran-KriegDie Außenminister der Europäischen Union beraten heute per Videoschaltung mit Kollegen aus den Golfstaaten über den Iran-Krieg. Dabei soll es um die jüngsten Entwicklungen im Iran, aber auch im Nahen Osten allgemein gehen. Einberufen wurde das virtuelle Treffen von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. An dem Treffen nimmt auch der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats (GCC) teil. Bislang geht es für die europäischen Staaten vor allem darum, ihre in der Region festsitzenden Staatsbürger zu evakuieren. Daneben beobachten sie die Auswirkungen der steigenden Energiepreise. In Brüssel wird zudem verfolgt, ob die Zahl der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten steigt.

Kanadischer Premier Carney schließt militärische Beteiligung an Iran-Krieg nicht ausDer kanadische Premierminister Mark Carney hat eine Beteiligung seines Landes am Iran-Krieg nicht ausgeschlossen. „Man kann eine Beteiligung nie kategorisch ausschließen“, sagte Carney bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Frage sei aber „hypothetisch“.„Wir werden an der Seite unserer Verbündeten stehen“, sagte Carney bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem australischen Premier Anthony Albanese. Außerdem werde Kanada „immer Kanadier verteidigen“.

Ölpreise ziehen weiter anDie Sorge vor einer längeren Schließung der Straße von Hormus wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ‌treibt am Donnerstag die Ölpreise an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich um gut zwei Prozent auf 83,07 Dollar. US-Leichtöl ‌WTI kostet ‌mit 76,60 Dollar 2,6 Prozent mehr. Die wichtige Schifffahrtsroute für den Energietransport ist seit Tagen blockiert.

IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-KriegWegen des Iran-Kriegs warnt die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) Europa vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte. „Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen von Menschen die Grenze überquert haben“, sagte IOM-Chefin Amy Pope im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend, die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. „Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird“, sagte die US-Amerikanerin. „Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die großen Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen.\"Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. „Das sind einige der Auslöser, von denen wir erwarten, dass sie zu mehr Migrationsbewegungen führen werden“, sagte sie.

Kanada holt über 2000 Bürger aus Nahost zurückKanada unterstützt wegen des Nahost-Konflikts mehr als 2000 Staatsbürger bei der die Ausreise aus der Region. Außenministerin Anita Anand teilte mit, ‌die Regierung organisiere ‌Plätze auf kommerziellen Flügen, chartere Flugzeuge und biete Bodentransporte in Nachbarländer an. Der kommerzielle Flugverkehr in ​der Region ist ⁠seit Tagen weitgehend lahmgelegt.

Nachbarschaft der US-Botschaft in Qatar evakuiertDie Umgebung der US-Botschaft in Qatar ist evakuiert worden. Die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Ihnen seien anderweitige Unterkünfte gestellt worden. Zu den Hintergründen der Evakuierung machte die Behörde zunächst keine Angaben. 

EU-Kommissar rechnet nicht mit Fluchtbewegung aus IranDie Eskalation im Iran-Krieg führt nach Einschätzung der EU-Kommission zu keiner massenhaften Migration aus dem Land Richtung Europa. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagte der „Bild“ mit Blick auf Gespräche mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan: „Der hat versichert, dass er die Grenzen zugemacht hat in Richtung Iran. Und dass er auf der anderen Seite auch dazu steht, dass wir eine gute Kooperation haben zwischen der Europäischen Union und der Türkei.\" Beide Seiten seien interessiert, diese Kooperation beizubehalten und sogar noch zu intensivieren, sagte der EU-Kommissar weiter. Bereits am Montag hatte Brunner gesagt, es würden noch keine größeren Bewegungen an den Außengrenzen Irans beobachtet. Man verfolge die Situation und stehe mit den Partnern im Nahen Osten sowie internationalen Organisationen in engem Austausch.

Entsendung von britischem Kriegsschiff nach Zypern verzögert sichDie geplante Entsendung eines Kriegsschiffs aus Großbritannien nach Zypern wegen des Iran-Krieges verzögert sich bis kommende Woche. Die „HMS Dragon“ werde derzeit aufgerüstet und werde nächste Woche auslaufen, sagten Regierungsvertreter. „Wir mussten die Waffensysteme austauschen, Schweißarbeiten abschließen, das Schiff einsatzbereit machen und es so schnell wie möglich seebereit machen“, sagte Verteidigungsminister Al Carns dem Sender Sky News. Premierminister Keir Starmer hatte die Entsendung des Kriegsschiffs nach den Drohnenangriffen auf den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern bekanntgegeben. Starmer erklärte am Dienstag, die „HMS Dragon“ und mehrere Hubschrauber würden für „Defensiveinsätze“ zur Insel geschickt. Er habe mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides gesprochen und ihn über die Entsendung informiert. 

Erster deutscher Evakuierungsflug nach Frankfurt gestartetIn Omans Hauptstadt Maskat ist der erste Evakuierungs-Jet der Bundesregierung im aktuellen Nahost-Konflikt gestartet. Das geht aus Daten des Flugdienstleisters Flightradar24 hervor. Die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340–300 wird laut aktuellem Plan gegen 07.22 Uhr am Frankfurter Flughafen erwartet. An Bord des Fluges LH345 befinden sich Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet und mussten über den Landweg nach Maskat gebracht werden. Nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul sollten besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. Die genaue Zahl der heimgeholten Reisenden war zunächst unklar. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze, es müssen aber auch die Crew des Hinflugs sowie weiteres Personal mitgenommen werden. 

Israelische Luftwaffe greift Hizbullah-Stellungen in Beirut anDie israelische Luftwaffe hat erneut Stellungen der proiranischen Hizbullah in Beirut angegriffen. Ziel sei die Infrastruktur der Terrororganisation, teilte die Armee mit. Zuvor hatte das Militär bereits ein Gebäude in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt als Stützpunkt der schiitischen Miliz identifiziert und einen Angriff angekündigt. Ein Armeesprecher rief die Anwohner dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.Die israelischen Streitkräfte zerstörten nach eigenen Angaben mehrere Raketenabschussrampen und eine Drohnenfabrik. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Vorstoß für mehr Kontrolle von Trumps Handlungen in Iran scheitert im KongressDie Republikaner im Senat haben eine Maßnahme blockiert, die Donald Trumps Befugnis eingeschränkt hätte, die Angriffe auf Iran ohne Zustimmung des Kongresses weiterzuführen. In der Abstimmung, die mit 53 zu 47 Stimmen ausging, schlug sich am Mittwoch nur der Republikaner Rand Paul auf die Seite der Demokraten. Auf demokratischer Seite sprach sich nur John Fetterman gegen die Resolution aus. Der demokratische Senator Tim Kaine, der die Abstimmung mit dem Republikaner Paul angesetzt hatte, hatte zuvor geäußert, Trump solle die Preise für die Amerikaner senken – nicht unnötige Kriege anfangen.