FAZ 24.07.2026
16:41 Uhr

Liveblog Irankrieg: EU verhängt Sanktionen gegen iranische Richter


Vorwurf der Menschenrechtsverletzungen +++ UN warnen: Isolierte Seeleute in Straße von Hormus in Not +++ Iran greift US-Stellungen in Jordanien und Kuwait an +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: EU verhängt Sanktionen gegen iranische Richter

Trump warnt Russland und China vor Einmischung in Irankrieg US-Präsident Donald Trump hat Russland und China vor einer Einmischung ​in den Irankrieg gewarnt. Er glaube zwar nicht, dass China oder Russland am aktuellen Konflikt „beteiligt“ seien, es wäre jedoch „sehr schlecht für sie“, sollten sie sich doch einmischen, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. ⁠Der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm bei ihrem Treffen in Peking Mitte Mai zugesichert, unter keinen Umständen Waffen an Iran zu liefern oder zu verkaufen. Diese Zusage gelte, so Xi laut Trump, zudem für chinesische Unternehmen. Es liege nicht im Interesse Pekings oder Moskaus, Waffen an Teheran zu liefern, fügte Trump hinzu. 

Netanjahu reist für Trump-Treffen nach WashingtonInmitten der angespannten Lage in Nahost wird der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am kommenden Dienstag US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington treffen. Das teilte das israelische Regierungspresseamt mit. Demnach wird Netanjahu am Montag auf Einladung von Trump in die USA reisen. Er wird auch an einer Trauerfeier für den gestorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham teilnehmen. 

UN warnen: Isolierte Seeleute in Straße von Hormus in NotIn der Straße von Hormus sitzen wegen der anhaltenden gegenseitigen Angriffe der USA und Irans Tausende Seeleute fest. Die Lage vieler ist so desolat, dass dies den UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, auf den Plan gerufen hat. Sein Büro geht von mindestens 6.000 Menschen auf rund 400 gestrandeten Schiffen aus. Mindestens neun Schiffe mit 93 Besatzungsmitgliedern seien von ihren Eignern aufgegeben worden. Die Seeleute müssten selbst sehen, wie sie an Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung kommen. Auf lange Zeit isoliert zu sein und in einer Konfliktzone festzusitzen könne schwere Konsequenzen für ihre mentale und körperliche Gesundheit haben. Mindestens 17 Seeleute seien seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran Ende Februar getötet worden. Türk appellierte an die Konfliktparteien, einen Weg zu finden, um die Seeleute in Sicherheit zu bringen. 

Iran greift nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Jordanien und Kuwait an  Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben den US-Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien angegriffen. Das berichtet das Staatsfernsehen unter Berufung ‌auf die Eliteeinheit. Die jordanische Armee teilt mit, sie habe sieben iranische Raketen und sechs Drohnen abgefangen. Es sei kein Schaden entstanden, niemand sei verletzt worden. Die iranische Revolutionsgarde griff nach eigenen Angaben auch den US-Stützpunkt Al-Adiri in Kuwait an. Zudem sei ein Beobachtungsturm der Amerikaner in Bahrain beschossen worden, meldete die ‌iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Eliteeinheit. 

EU-Mission sieht erhöhtes Risiko für Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf einen saudischen Öltanker hat die EU-Marineoperation Aspides ihre Sicherheitsbewertung für das Rote Meer aktualisiert. Die Bedrohungslage an der Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste sowie im südlichen Roten Meer wurde von mittel als hoch heraufgestuft, wie das Hauptquartier der Mission im griechischen Larissa mitteilte. Für das nördliche Rote Meer und den Golf von Aden bleibe die Einstufung „mittel“ bestehen. Nach Einschätzung von Aspides können weitere Angriffe auf Handelsschiffe nicht ausgeschlossen werden. Dabei bestehe insbesondere die Gefahr, dass Anti-Schiffs-Raketen, unbemannte Luft- und Wasserfahrzeugen sowie kleineren Angriffsboote eingesetzt würden. 

Lambsdorff stellt sich als Botschafter in Israel vorDeutschlands neuer Botschafter in Israel, Alexander Graf Lambsdorff, hat sich nach Dienstantritt in einem Video auf Instagram vorgestellt. „Ich bin Alexander Graf Lambsdorff. Ich bin Deutschlands Botschafter in Israel. Ich bin erst gestern hier angekommen und freue mich darauf, hier in Tel Aviv zu arbeiten“, sagte er in einer Frage-und-Antworten-Story auf Englisch.Auf die Frage, was sein erster Gedanke gewesen sei, als ihm mitgeteilt wurde, neuer Botschafter in Israel zu werden, sagte der 59 Jahr alte Diplomat: „Der erste Gedanke war eigentlich gar kein richtiger Gedanke. Es war eher ein „Oh oh“, denn ich komme gerade aus Moskau, und dort ist es schon schwierig genug. Der Nahe Osten ist herausfordernd, Israel ist herausfordernd. Mein wirklicher erster Gedanke war also: Wie soll ich das meiner Frau sagen?“Seinen ersten Eindruck von Israel beschrieb der neue Botschafter so: „Warm, freundlich, herausfordernd.“ Er sei schon einige Male in Israel gewesen, aber immer nur sehr kurz. Deshalb sei es jetzt das erste Mal, dass er wirklich hier sei, und er habe noch viel zu lernen. Er freue sich besonders darauf, in den kommenden Jahren viele nette und interessante Menschen kennenzulernen, die bilateralen Beziehungen weiterzuentwickeln und „hoffentlich einen Beitrag zu einer positiven Entwicklung hier in der Region zu leisten“.

Teheran: Beschlagnahmung von Vermögen führt zu ChaosIran hat auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Verwendung iranischen Geldes zur Begleichung von Schäden an Handelsschiffen mit warnenden Worten reagiert. Die Beschlagnahmung von Vermögenswerten eines anderen Landes zur Begleichung künftiger Forderungen, die in keinem Zusammenhang stünden, sei ein „brandgefährlicher Präzedenzfall“, schrieb Außenminister Abbas Araghchi auf der Plattform X.

Nächtliche Explosionen in IranNach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs gegen Ziele in Iran haben örtliche Medien in der Nacht mehrere Explosionen gemeldet. Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf amtliche Angaben berichtete, wurden unter anderem Gebiete nahe den Städten Ahwaz, Andimeschk und Omidiyeh in der Provinz Chusestan Ziel von US-Attacken. Auch aus dem Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas gebe es Berichte über Explosionen, hieß es. 

USA starten 13. Nacht in Folge Angriffe gegen IranDas US-Militär greift nach eigenen Angaben wieder militärische Ziele in Iran an - die 13. Nacht in Folge. Die jüngste Angriffswelle begann um 18.45 Uhr US-Ostküstenzeit (2.15 Ortszeit im Iran), wie das für die Region zuständige US-Kommando Centcom über die Plattform X mitteilte. Ziel sei es, Iran zur Rechenschaft zu ziehen und die Bedrohung der Handelsschifffahrt durch die iranischen Revolutionsgarden zu verringern.

Trump: Iran muss ab sofort für Schäden an Schiffen zahlenInmitten des Streits um die Straße von Hormus will US-Präsident Donald Trump Iran für Schäden an Schiffen und Frachtgut zur Rechenschaft ziehen. Jegliche Schäden dieser Art würden ab sofort mit iranischem Geld beglichen, das von den USA kontrolliert werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.Damit bezog er sich offensichtlich auf eingefrorene iranische Vermögenswerte, allerdings blieb unklar, wie genau Trump das Vorgehen rechtlich begründen will. Der US-Präsident sprach von einer „fairen und gerechten Vorgehensweise“, selbst wenn die Entschädigungen erheblich sein könnten. 

Kuwaits Flugabwehr wegen Raketen und Drohnen aktivDie Streitkräfte in Kuwait wehren nach eigenen Angaben erneut Raketen und Drohnen aus Iran ab. Etwaige Explosionsgeräusche seien darauf zurückzuführen, dass diese abgefangen werden, hieß es in einer Mitteilung auf X. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Sicherheits- und Schutzanweisungen zu befolgen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, meldete, Ziel sei ein Militärstützpunkt gewesen, der auch von der US-Luftwaffe genutzt werde. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.Kuwait gehört zu den Staaten am Golf, die zuletzt besonders von iranischen Gegenangriffen betroffen waren, wie die Länder des sogenannten Golfkooperationsrats und Jordanien am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung feststellten. Die sieben Länder verurteilten die iranischen Angriffe, die sich auch gegen Bürger und zivile Infrastruktur wie Wasserentsalzungsanlagen oder Flughäfen richteten. Der Golfkooperationsrat besteht aus Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Merz verurteilt Huthi-Angriffe auf Schiffe im Roten MeerBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer aufs Schärfte verurteilt. „Sie müssen unverzüglich eingestellt werden. Jede Form einer Seeblockade ist inakzeptabel“, sagte Merz laut einer Mitteilung. „Diese rücksichtslosen Angriffe gefährden die Freiheit der Schifffahrt und drohen die regionale Stabilität weiter zu untergraben.“ Die Bundesregierung stehe solidarisch an der Seite von Saudi-Arabien und ihren Partnern in der Region.Die Huthi-Miliz reklamiert Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich, die eine von ihr ausgerufene „Blockade“ im Roten Meer verletzt hätten. US-Präsident Donald Trump drohte Iran im Falle einer erneuten Attacke der Huthi mit Vergeltung, da diese als Irans Stellvertreter agierten.

US-Präsident Donald Trump sieht sich starkem politischen Druck ausgesetzt, den Konflikt mit Iran zu beenden. Sein Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am Dienstag, der Krieg habe die USA bereits 37,5 Milliarden Dollar (knapp 33 Milliarden Euro) gekostet. Warum es trotzdem zu neuen Kampfhandlungen kam, erklärt unser Washington-Korrespondent Majid Sattar: