FAZ 03.03.2026
14:20 Uhr

Liveblog Irankrieg: Bundesregierung kündigt Rückholflug für Mittwoch an


Wadephul will Kinder, Kranke und Schwangere aus Maskat holen +++ Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein +++ IAEA meldet Schäden an Atomanlage in Iran +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Bundesregierung kündigt Rückholflug für Mittwoch an

NATO-Generalsekretär Rutte verteidigt Angriffe auf IranNATO-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran erneut verteidigt. „Der Iran steht kurz davor, sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen“, sagte Rutte bei einem Besuch in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Das sei nicht nur eine „existenzielle Bedrohung“ für Israel, sondern stelle auch eine große Gefahr für Europa dar. 

Kritik an Außenminister WadephulAußenminister Johann Wadephul (CDU) hat zugegeben, über die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für die Golfregion falsch informiert zu haben. Wadephul schrieb am Dienstag auf der Plattform X, er „bedauere den Irrtum im ‚heute journal‘ gestern. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten besteht in der Tat seit dem 28. Februar.“ Worum es dabei geht und was die Opposition über den Minister sagt, hat mein Kollegen Stephan Klenner zusammengetragen:Am Vorabend hatte Wadephul  in der ZDF-Sendung gesagt, es habe schon vor diesem Tag für Dubai „eine förmliche Reisewarnung“ gegeben. Für die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört, und weitere Staaten, die von iranischen Raketenangriffen betroffen sind, besteht eine solche Warnung aber erst seit  Samstag. Zuvor gab es Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, das von einer Reise  abriet. Bei etlichen Reiserücktrittsversicherungen ist eine förmliche Reisewarnung Voraussetzung dafür, kostenfrei stornieren zu können. 

Rom bestellt iranischen Botschafter ein Aus Protest gegen einen Angriff mit einer iranischen Drohne auf eine britische Militärbasis im EU-Mitgliedsland Zypern hat Italien den iranischen Botschafter einbestellt. Das teilte das Außenministerium in Rom am Dienstag mit. Die Drohne vom Typ Schahed war in der Nacht zum Montag auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden der Insel eingeschlagen. Damit erreichte am dritten Tag des Iran-Krieges erstmals eine iranische Drohne europäisches Gebiet. Nach britischen Angaben wurde eine Landebahn beschädigt. Zwei weitere Drohnen wurden laut der zyprischen Regierung abgefangen. Aus zyprischen Regierungskreisen hieß es, die Drohnen seien vermutlich aus dem nahen Libanon von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gestartet worden. 

Gebäude des iranischen Expertenrats bei Angriff getroffen Nach iranischen und israelischen Medienberichten ist bei Luftangriffen ein Gebäude des Expertenrates in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom getroffen worden. In israelische Medien heißt es, in dem Gebäude hätten sich ranghohe Geistliche versammelt, um den neuen Obersten Führer Irans zu wählen. Die Expertenversammlung hat 88 Mitglieder, allerdings ist unklar, wie viele von ihnen sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude befanden. 

Frankreich und Griechenland stärken Zyperns LuftabwehrNach dem jüngsten Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt von Akrotiri verstärken EU-Staaten ihre militärische Präsenz auf der EU-Inselrepublik Zypern. Nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur KYPE entsendet Frankreich auf Bitten der Republik Zypern Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme sowie eine Fregatte in den östlichen Mittelmeerraum. Der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis habe Bundeskanzler Friedrich Merz telefonisch über die jüngsten Ereignisse informiert, berichtete die Nachrichtenagentur weiter. 

Irans UN-Botschafter: Nicht die Zeit für Verhandlungen Drei Tage nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe äußerte sich Irans UN-Botschafter in Genf skeptisch über Verhandlungen mit der amerikanischen Seite. „Derzeit zweifeln wir sehr am Nutzen von Verhandlungen“, sagte Ali Bahreini vor der Presse. Die einzige Sprache, mit der der Iran sprechen könne, sei die Sprache der Verteidigung. Es sei nicht die Zeit für Verhandlungen, sagte Bahreini weiter. „Wir werden uns ​bis zu dem Punkt verteidigen, an dem diese Aggression beendet ist.“ 

Qatar sieht „rote Linien“ überschrittenDie qatarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien\" überschritten. Es bestehe kein Kontakt zu Iran, sagte der Sprecher des qatarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Qatar sei darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.Seit Samstag habe Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Qatar abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem 39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Qatar warf der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen. 

Tote und Verletzte in den EmiratenIn den Vereinigten Arabischen Emiraten sind bei iranischen Angriffen drei Menschen getötet und fast 70 verletzt worden. Iran habe seit Beginn des Kriegs am Samstag das Land mit mehr als 800 Drohnen und acht Marschflugkörpern angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstagmittag mit. Seit Beginn der iranischen Aggression fing die Luftverteidigung der VAE demnach 172 Raketen ab, 13 stürzten ins Meer, eine Rakete ging auf emiratischem Territorium nieder. Beim Abfangen sei es durch Trümmer zu Schäden gekommen.

Verletzte bei Raketenangriffen auf Israel Bei iranischen Raketenangriffen auf Israel sind mehrere Menschen im Zentrum des Landes durch Raketentrümmer verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee habe es mehrere Einschläge von Trümmerteilen rund um die Küstenmetropole Tel Aviv gegeben. Such- und Rettungskräfte seien landesweit an mehreren Orten im Einsatz, an denen Einschläge gemeldet wurden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom erlitten mindestens fünf Menschen leichte bis mittelschwere Verletzungen.

Wehrbeauftragter hinterfragt Bundeswehr-Stationierung in NahostDer Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning ​Otte, hat angesichts des Irankrieges die Stationierung von Bundeswehrsoldaten im Irak und in Jordanien in Frage gestellt. Er werde versuchen, in ‌nächster Zeit mit den Soldaten in Kontakt zu treten, sagte Otte am Dienstag bei der Vorstellung des ‌Wehrberichts 2025 ‌in Berlin. „Wenn nicht unbedingt nötig für den Auftrag, muss das Ministerium auch darüber entscheiden, die Truppe zurückzuholen.“ ​In der Region sind insgesamt noch ​rund 500 deutsche Soldaten stationiert. 

Iran streitet jeglichen Angriff auf Oman abNachdem Oman mehrere Drohnenangriffe gemeldet hat, streitet Iran jeglichen Angriff auf das Sultanat ab.  Es seien keine Attacken „gegen das Territorium und die Häfen des befreundeten und benachbarten Landes Oman“ erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Generalstab. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Omans konnten zwei Drohnen abgefangen werden, eine dritte sei in der Nähe des Hafens Salalah niedergegangen, ohne größeren Schaden anzurichten. Mehrere Drohnen hatten außerdem Treibstofftanks im omanischen Handelshafen Dukm beschädigt. 

USA ziehen Botschaftspersonal aus dem Nahen Osten abDas US-Außenministerium zieht angesichts des Irankrieges den Großteil seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak ab. Das Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder aktualisiert und die „Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeitern der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen“ angeordnet, teilte das Außenministerium in Washington am Dienstag auf der Plattform X mit. Am Dienstag war die US-Botschaft in Saudi-Arabien mit Drohnen attackiert worden. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil „bis auf Weiteres“ geschlossen, nachdem sie am Montag bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden war. 

War der Angriff auf Iran gerechtfertigt? An diesem Dienstag unterrichtet die amerikanische Regierung alle Abgeordneten und Senatoren über den Irankrieg und die Beweggründe von Präsident Donald Trump. Dabei geht es auch darum, ob der Kongress den Angriff auf Iran hätte genehmigen müssen. Welche Erklärung Außenminister Marco Rubio für Trumps Handeln am Montag geliefert hat, lesen Sie hier: