FAZ 03.03.2026
14:20 Uhr

Liveblog Irankrieg: Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein


„Angriffe bedrohen unsere Verbündeten“ +++ IAEA meldet Schäden an Atomanlage in Iran +++ Erstes Flugzeug aus Dubai wird am frühen Nachmittag in Frankfurt erwartet +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein

Frankreich und Griechenland stärken Zyperns LuftabwehrNach dem jüngsten Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt von Akrotiri verstärken EU-Staaten ihre militärische Präsenz auf der EU-Inselrepublik Zypern. Nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur KYPE entsendet Frankreich auf Bitten der Republik Zypern Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme sowie eine Fregatte in den östlichen Mittelmeerraum. Der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis habe Bundeskanzler Friedrich Merz telefonisch über die jüngsten Ereignisse informiert, berichtete die Nachrichtenagentur weiter. 

Irans UN-Botschafter: Nicht die Zeit für Verhandlungen Drei Tage nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe äußerte sich Irans UN-Botschafter in Genf skeptisch über Verhandlungen mit der amerikanischen Seite. „Derzeit zweifeln wir sehr am Nutzen von Verhandlungen“, sagte Ali Bahreini vor der Presse. Die einzige Sprache, mit der der Iran sprechen könne, sei die Sprache der Verteidigung. Es sei nicht die Zeit für Verhandlungen, sagte Bahreini weiter. „Wir werden uns ​bis zu dem Punkt verteidigen, an dem diese Aggression beendet ist.“ 

Qatar sieht „rote Linien“ überschrittenDie qatarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien\" überschritten. Es bestehe kein Kontakt zu Iran, sagte der Sprecher des qatarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Qatar sei darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.Seit Samstag habe Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Qatar abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem 39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Qatar warf der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen. 

Tote und Verletzte in den EmiratenIn den Vereinigten Arabischen Emiraten sind bei iranischen Angriffen drei Menschen getötet und fast 70 verletzt worden. Iran habe seit Beginn des Kriegs am Samstag das Land mit mehr als 800 Drohnen und acht Marschflugkörpern angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstagmittag mit. Seit Beginn der iranischen Aggression fing die Luftverteidigung der VAE demnach 172 Raketen ab, 13 stürzten ins Meer, eine Rakete ging auf emiratischem Territorium nieder. Beim Abfangen sei es durch Trümmer zu Schäden gekommen.

Verletzte bei Raketenangriffen auf Israel Bei iranischen Raketenangriffen auf Israel sind mehrere Menschen im Zentrum des Landes durch Raketentrümmer verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee habe es mehrere Einschläge von Trümmerteilen rund um die Küstenmetropole Tel Aviv gegeben. Such- und Rettungskräfte seien landesweit an mehreren Orten im Einsatz, an denen Einschläge gemeldet wurden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom erlitten mindestens fünf Menschen leichte bis mittelschwere Verletzungen.

Wehrbeauftragter hinterfragt Bundeswehr-Stationierung in NahostDer Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning ​Otte, hat angesichts des Irankrieges die Stationierung von Bundeswehrsoldaten im Irak und in Jordanien in Frage gestellt. Er werde versuchen, in ‌nächster Zeit mit den Soldaten in Kontakt zu treten, sagte Otte am Dienstag bei der Vorstellung des ‌Wehrberichts 2025 ‌in Berlin. „Wenn nicht unbedingt nötig für den Auftrag, muss das Ministerium auch darüber entscheiden, die Truppe zurückzuholen.“ ​In der Region sind insgesamt noch ​rund 500 deutsche Soldaten stationiert. 

Iran streitet jeglichen Angriff auf Oman abNachdem Oman mehrere Drohnenangriffe gemeldet hat, streitet Iran jeglichen Angriff auf das Sultanat ab.  Es seien keine Attacken „gegen das Territorium und die Häfen des befreundeten und benachbarten Landes Oman“ erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Generalstab. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Omans konnten zwei Drohnen abgefangen werden, eine dritte sei in der Nähe des Hafens Salalah niedergegangen, ohne größeren Schaden anzurichten. Mehrere Drohnen hatten außerdem Treibstofftanks im omanischen Handelshafen Dukm beschädigt. 

USA ziehen Botschaftspersonal aus dem Nahen Osten abDas US-Außenministerium zieht angesichts des Irankrieges den Großteil seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak ab. Das Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder aktualisiert und die „Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeitern der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen“ angeordnet, teilte das Außenministerium in Washington am Dienstag auf der Plattform X mit. Am Dienstag war die US-Botschaft in Saudi-Arabien mit Drohnen attackiert worden. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil „bis auf Weiteres“ geschlossen, nachdem sie am Montag bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden war. 

War der Angriff auf Iran gerechtfertigt? An diesem Dienstag unterrichtet die amerikanische Regierung alle Abgeordneten und Senatoren über den Irankrieg und die Beweggründe von Präsident Donald Trump. Dabei geht es auch darum, ob der Kongress den Angriff auf Iran hätte genehmigen müssen. Welche Erklärung Außenminister Marco Rubio für Trumps Handeln am Montag geliefert hat, lesen Sie hier: 

Trump lehnt Verhandlungen mit der iranischen Führung abDer amerikanische Präsident Donald Trump hebt auf seiner Plattform Truth Social hervor, welche Schäden man Iran schon zugefügt habe: „Ihre Luftabwehr, ihre Luftwaffe, ihre Marine und ihre Führung sind vernichtet. Sie wollen reden. Ich habe gesagt: ‚Zu spät!‘“. Dazu postet er einen Beitrag der Washington Post, der von der „Geburt einer Trump-Doktrin“ spricht. Wie Ronald Reagan sei es Trump gelungen, „die Welt ohne den Einsatz von Bodentruppen zu verändern“.

Hizbullah droht Israel mit offenem KriegDie Hizbullah im Libanon hat Israel mit einem abermaligen offenen Krieg gedroht. Die „Ära der Geduld ist vorbei“, sagte der hochrangige  Hizbullah-Funktionär Mahmud Komati in einer Mitteilung der Organisation. Lange Zeit habe sich die Hizbullah zurückgehalten. Doch der Staat sei nicht in der Lage, das Land vor den anhaltenden israelischen Angriffen zu schützen. „Wir können die Tötung unserer Bürger und die Zerstörung unserer Häuser nicht länger dulden“, sagte Komati. Wenn Israel eine Konfrontation suche, „dann soll es ein offener Krieg sein“.

Mehr als 8000 Reisende sitzen in Qatar im Transit festIn Qatar sitzen nach Angaben des Außenministeriums mehr als 8000 Reisende im Transit fest. Diese würden bis zum Ende der Krise in Hotels untergebracht, sagt ein Sprecher des Ministeriums in Doha. Zudem seien Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen versorgt worden. Das gesamte qatarische Territorium war seinen Angaben nach Ziel der Angriffe, nicht ​nur militärische Einrichtungen. Am Montag seien iranische Jets in den qatarischen Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. Die Besatzungen würden gesucht. 

Vereinte Nationen: Mindestens 30.000 Menschen in Libanon geflohen In Libanon mussten nach UN-Angaben infolge der Ausweitung des Irankriegs mindestens 30.000 Menschen fliehen. Die Zahl beruhe auf Schätzungen von Menschen, die in Sammelunterkünften untergebracht und gemeldet worden seien, erklärte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf. Zahlreiche weitere Personen hätten in Fahrzeugen oder am Rand der Straße geschlafen. Aus Teilen Südlibanons, der Bekaa-Ebene in Ostlibanon und den südlichen Vororten von Beirut seien „bedeutende Bevölkerungsbewegungen“ gemeldet worden, erklärte der Sprecher weiter. Die israelische Armee habe vor ihren Luftangriffen die Bewohner von insgesamt 53 Ortschaften in Libanon zur Evakuierung aufgefordert.