Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen Mitglieder und Unterstützer einer rechtsextremen Gruppe erhoben, die sich „Letzte Verteidigungswelle“ nennt. Sie wirft den acht teilweise noch minderjährigen Männern Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und unter anderem versuchten Mord vor. Sie sollen Anschläge auf Migranten und politische Gegner aus dem linken Spektrum geplant und teils ausgeführt haben. Die Bundesanwaltschaft hatte im Mai fünf Mitglieder der Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen festgenommen. Razzien fanden zudem in Thüringen und Sachsen statt. Beschuldigte waren teils minderjährig Drei Beschuldigte befanden sich damals schon in Untersuchungshaft. Im Mai waren die mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe zwischen 14 und 21 Jahren alt. Ziel der Gruppe sei es gewesen, durch Gewaltakte gegen Migranten und Linke einen Zusammenbruch des demokratischen Systems herbeizuführen. Laut einem Beschluss des Bundesgerichtshofs planten die Mitglieder der Gruppe „einen Rassenkrieg auszulösen“.Es sollte eine Gewaltspirale in Gang gesetzt werden, um den Erhalt der „weißen Rasse“ zu sichern. In den sozialen Medien sollen die Mitglieder den Nationalsozialismus verherrlicht haben. Einer der Beschuldigten wurde zum „Propagandaminister“ ernannt, ein damals 13 Jahre alter Jugendlicher zum Leiter der „Gestapo“. Anschläge auf Asylheime und linke Einrichtungen Die Bundesanwaltschaft wirft der Gruppe zwei Brandanschläge vor. Mitglieder sollen im Oktober 2024 ein Feuer in einem Kulturhaus im brandenburgischen Altdöbern gelegt haben. Von den Bewohnern sei „lediglich durch Zufall“ niemand verletzt worden. Weil der Tod von Menschen in Kauf genommen worden sei, wirft die Bundesanwaltschaft den Beschuldigten versuchten Mord vor. Am 5. Januar 2025 hätten zwei Mitglieder der Gruppe versucht, eine Asylbewerberunterkunft im thüringischen Schmölln in Brand zu setzen, indem sie Pyrotechnik in das Gebäude schossen. Es sei aber kein Feuer ausgebrochen. Rechtsextreme Szene wird immer jünger Ebenfalls Anfang Januar hätten drei Mitglieder einen Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft im brandenburgischen Senftenberg geplant. Zu dem Anschlag sei es nicht gekommen, da die drei Beschuldigten festgenommen worden seien. Mehrere der acht Jugendlichen und jungen Männer, die bis auf einen alle in Untersuchungshaft sitzen, hätten zudem gemeinsam mit anderen Anhängern der Gruppe zwischen August 2024 und Mai 2025 Personen angegriffen, die sie für pädophil hielten. Die Opfer seien getreten und geschlagen und zum Teil erheblich verletzt worden. Das Oberlandesgericht Hamburg muss nun entscheiden, ob eine Hauptverhandlung eröffnet wird. Die Sicherheitsbehörden beobachten seit einigen Jahren, dass die rechtsextreme Szene in Deutschland immer jünger wird. So sind etwa bei rechtsextremen Demonstrationen gegen Christopher Street Days in Sachsen, wie etwa in Leipzig, die Hälfte der Teilnehmer nach Polizeiangaben Jugendliche. Auch die Täter, die den SPD-Politiker Matthias Ecke in Dresden 2024 angriffen, waren 17 und 18 Jahre alt und zählten zu einer Gruppe, die sich „Elblandrevolte“ nannte.
