FAZ 26.01.2026
11:54 Uhr

Leere Gasspeicher: Prinzip Hoffnung


Die Gasspeicher sind nur noch zu knapp 40 Prozent gefüllt. Die Entwicklung hatte sich schon länger angedeutet. Das verdeutlicht: Nur dem Prinzip Hoffnung zu folgen, ist mit Blick auf Versorgungssicherheit keine gute Idee.

Leere Gasspeicher: Prinzip Hoffnung

Der verhältnismäßig frostige Winter macht sich nicht nur im Schneechaos in vielen Bundesländern an diesem Montag bemerkbar, sondern auch in den deutschen Gasspeichern. Sie waren zuletzt noch zu knapp 40 Prozent gefüllt, das ist viel weniger als in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt. Dem Energiekonzern Uniper zufolge ist die Versorgungssicherheit derzeit „nicht garantiert“. Das Pro­blem hatte sich schon im vergangenen Frühjahr angedeutet. Damals sorgten die gesetzlichen Füllstandsvorgaben verquererweise dafür, dass der Rohstoff zur Lieferung im Sommer teurer war als zur Lieferung im Winter. So hatten die Händler kaum Anreize, Gas einzuspeichern. Die Zielmarke von 70 Prozent zum 1. November wurde dann auch nur mit Mühe und Not erreicht. Zwar hat sich die EU inzwischen auf eine Lockerung der Vorgaben geeinigt. Doch das scheint nicht gereicht zu haben. Aus Berlin ist zu dem Thema erstaunlicherweise nur wenig zu hören, auch wenn Schwarz-Rot im Koalitionsvertrag anderes versprochen hat. Nur dem Prinzip Hoffnung zu folgen, ist mit Blick auf Versorgungssicherheit keine gute Idee – wie vor kurzem der Blackout in Berlin gezeigt hat.