Sophia und Noah sind nach Recherchen des Namensforschers Knud Bielefeld 2025 die bundesweit beliebtesten Vornamen für Neugeborene. Wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten des Hobbyforschers aus Ahrensburg bei Hamburg hervorgeht, verdrängte die Vorjahreszweite Sophia damit Emilia vom Spitzenplatz, während Noah seinen ersten Platz zum vierten Mal in Folge verteidigte. Auf dem zweiten Platz folgt bei den Mädchen Emma, die 2024 noch auf Platz drei rangierte, und bei den Jungen – wie bereits im Vorjahr – Matteo. Der beliebteste Mädchen-Vorname von 2024, Emilia, landet laut Bielefelds Recherchen in diesem Jahr auf Platz drei, für männliche Neugeborene war demnach Elias wie schon 2024 der am dritthäufigsten vergebene Vorname. 260.000 Geburtsmeldungen bundesweit ausgewertet Auf Platz vier kommen Hannah, die auch 2024 diesen Rang belegte, und Theo, der bei den Jungen Luca verdrängte. Das aktuelle Ranking beruht auf der Datenbank von Bielefeld. Der Hobby-Namensforscher erstellt seit 2005 eine jährliche Statistik und hat für 2025 rund 260.000 Geburtsmeldungen in ganz Deutschland ausgewertet. Dies sind den Angaben zufolge rund 40 Prozent aller in Deutschland geborenen Babys. Gezählt hat Bielefeld jeweils nur den ersten Vornamen, phonetisch gleiche Varianten wie „Sofia“ und „Sophia“ hat er zusammengefasst. Nach Bielefelds Worten ist auffällig, dass der Papstname Leo, 2024 noch auf Platz 13, in diesem Jahr deutlich häufiger als Vorname für neugeborene Jungen vergeben wurde. Er landet im aktuellen Ranking auf Platz fünf. „Erstmals gehört er zu den Top 10. Ob trotz oder wegen des neuen Papstes? Das ist ungewiss“, sagte Bielefeld. In Mecklenburg-Vorpommern sind Frieda und Emil vorne Auch regional hatte der bundesweit beliebteste Mädchen-Vorname Sophia oft die Nase vorn, etwa mit Felix in Bayern oder mit Noah in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Emma führte Noah auch in Niedersachsen, Bremen, Thüringen, Schleswig-Holstein und Hamburg die Tabelle an. In Berlin und Brandenburg rangierte er mit Hannah auf Platz eins, in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und im Saarland mit Emilia. In Mecklenburg-Vorpommern landeten dagegen Frieda und Emil ganz oben. Zu regionaltypischen Vornamen in Schleswig-Holstein gehörten Fjella, Jonna, Jeppe und Lönne. In Hamburg nannten Eltern ihre Babys gern Elisa, Tilda, Fiete und Jasper, während in Mecklenburg-Vorpommern auch Hedi, Merle, Eddy und Wilhelm auf der Geburtsurkunde standen. In einem bundesweiten Aufwärtstrend sind Bielefelds Angaben zufolge die Jungennamen Adam, Anton, Carlo, Emilio, Kian, Leano, Maleo, Musa und Theodor sowie die Mädchennamen Alia, Amalia, Aurelia, Ayla, Eliana, Helena, Livia, Luna, Nora und Romy. Auch der Name Ophelia ist nicht erst seit der in diesem Jahr erschienen Single „The Fate of Ophelia“ der US-amerikanischen Sängerin Taylor Swift im Kommen. Schon 2024 gehörte der altgriechische Name bei den Mädchen zu den Top 250. Selbst den häufigsten Namen tragen weniger als ein Prozent Deutlich erkennbar sei ein langfristiger Trend zur Individualisierung, erklärte Bielefeld. Selbst der häufigste Name Noah komme hochgerechnet auf weniger als 0,8 Prozent aller Neugeborenen. Statistisch gesehen sitze damit in etwa jeder fünften Schulklasse ein Noah – mehr aber nicht. „Das war früher ganz anders“, so der 57-Jährige. In seiner eigenen Schulzeit hätten viele Jungen Michael, Thomas oder Andreas geheißen, ungewöhnliche Namen seien die Ausnahme gewesen. Heute verteilt sich die Namenswahl deutlich breiter. Rund die Hälfte aller Kinder trägt dem Experten zufolge einen der 200 häufigsten Vornamen, die andere Hälfte verteilt sich auf etwa 30.000 weitere Namen. Gleichzeitig beobachtet Bielefeld einen Trend zu sehr kurzen und teilweise extrem niedlichen Formen – etwa Fips, Floki oder Pelle. Diese Koseformen tauchten bundesweit häufiger auf, blieben aber klar im hinteren Bereich der Ranglisten. Ringo und Undine heißen nur wenige Babys Auf seiner Webseite www.beliebte-vornamen.de und auf seinem Instagram-Kanal veröffentlicht Bielefeld wöchentliche Hitlisten, erklärt die Herkunft von Vornamen, weist auf Trends hin und ist auch immer auf der Suche nach exotischen Namen. Goda, Orion, Ranja, Ringo, Benja und Undine heißen seiner Beobachtung zufolge aktuell eher wenige Babys in Deutschland. Neben Bielefeld veröffentlicht auch die Gesellschaft für deutsche Sprache eine Vornamensliste. Diese erscheint meist im Mai. Sie basiert nach Angaben der Gesellschaft auf rund 90 Prozent aller im Vorjahr vergebenen Namen. Knud Bielefeld hat für sein Ranking etwa 40 Prozent der Namen aller in Deutschland geborenen Babys ausgewertet. Das Ranking basiert auf Quellen aus 375 Städten. 86 Prozent der Daten stammen von Standesämtern und 14 Prozent von Geburtskliniken.
