Keir Starmer hatte die Wahl: dem ärgsten Konkurrenten den Weg ins Unterhaus nach London zu ebnen oder ihn auf Abstand zu halten. Der britische Premierminister hat sich für Abstand entschieden. Aus seiner Sicht war es wohl die erfreulichere von zwei unerfreulichen Optionen. Wie zu erwarten, sehen das nicht alle bei Labour so – und ebenfalls erwartbar vertieft die Entscheidung die Gräben in der ohnehin unruhigen Partei. Reform UK im Höhenflug Nun ist die Blockade von Manchesters populärem Bürgermeister Andy Burnham gewiss kein Ausweis von Führungsstärke. Das wäre es gewesen, wenn Starmer die Kandidatur hätte verhindern können – wohl wissend, welches Signal von ihr ausgeht. Das konnte er nicht. Trotzdem muss es nicht heißen, dass die Entscheidung falsch war. Die offizielle Begründung für das ablehnende Votum mag vorgeschoben wirken, in der Sache ist sie nachvollziehbar. Reform UK hat einen Höhenflug. Am Montag erhöhte der Wechsel der ehemaligen Tory-Ministerin Suella Braverman abermals die Zahl ihrer Unterhaussitze. Es ist wahrscheinlich, dass die Rechtspopulisten bei einer vorgezogenen Bürgermeisterwahl das Rathaus von Manchester hätten gewinnen können. Für Starmer wäre das zum Problem geworden – zusätzlich zu Burnham, der in London leichter an seinem Stuhl sägen könnte. Nun kommt es darauf an, dass Labour den Wahlkreis Gorton und Denton halten kann. Sollte das misslingen, könnte die Blockade Burnhams Starmers Abstieg beschleunigen.
