Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele ist ein Dopingfall im italienischen Biathlon-Team bekannt geworden. Rebecca Passler aus Antholz in Südtirol, wo ab Sonntag die olympischen Rennen der Skijägerinnen stattfinden, wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs positiv getestet. Laut Italiens Anti-Doping-Behörde Nado Italia seien bei ihr Spuren von Letrozol gefunden worden. Auch die Biathlon Integrity Unit vermeldete, eine Bestätigung von Nado Italia über den Fall erhalten zu haben und mit der Behörde zu kooperieren. Einst Weltmeisterin der Juniorinnen, seit 2021 im Weltcup Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Passler wird als Folge des Verstoßes „vorläufig suspendiert“, wie Nado Italia mitteilte. Die Vierundzwanzigjährige war 2022 Juniorinnen-Weltmeisterin mit der Staffel geworden und startet seit Ende 2021 im Weltcup. Im Januar war sie bei den Wettkämpfen im thüringischen Oberhof Startläuferin der italienischen Frauenstaffel, die in Abwesenheit der Stars Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer den zehnten Platz belegte. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy. In die Top Ten hat es Passler in einem Einzelrennen bislang noch nicht geschafft. In der Vergangenheit hatte es in Italien schon einen Dopingfall mit Letrozol gegeben. Auch bei der früheren French-Open-Finalistin Sara Errani war im Jahr 2017 das Mittel nachgewiesen worden. Bereits seit 2008 ist der Wirkstoff im Leistungssport nicht mehr erlaubt und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur.
