FAZ 27.12.2025
08:55 Uhr

Kritik am Videobeweis: Warum soll nur der Schiedsrichter verzichten?


Spieler und Trainer meckern über den Video Assistant Referee und fordern sein Ende. Doch wer sich ernsthaft im Fußball dafür einsetzt, der sollte zunächst über die Antwort auf eine Frage nachdenken.

Kritik am Videobeweis: Warum soll nur der Schiedsrichter verzichten?

Was ist auch in diesem Sportjahr wieder so verlässlich wie der Wurf von Stephen Curry gewesen? Das Meckern über den Video Assistant Referee (VAR). Doch anders als in vielen Diskussionen meckern über den VAR nicht nur die, die mit dem Meckern ihr Geld verdienen. Seit dieser Saison schickt die F.A.Z. einen Fragebogen an Frauen und Männer aus dem Fußball, in dem wir unter anderem wissen wollen, welche Regel ihres Sports sie ändern würden. Und viele von ihnen nennen daraufhin die Regel, die nun auch Ridle Baku, Außenverteidiger von RB Leipzig und der deutschen Nationalmannschaft, genannt hat. Seine Antwort: „SCHLUSS MIT VAR!“ Es spricht gegen den VAR, dass er auf dem Feld so wenige Fürsprecher zu haben scheint. Doch wer sich ernsthaft für das Ende des Videobeweises einsetzt, der sollte mit einer Antwort auf die Frage anfangen, die sich stellt, wenn man Spiel für Spiel beobachtet, wie die Trainer und Trainerassistenten von der ersten Minute an nebenher aufs iPad schauen und das, was sie sehen, an die Spieler kommunizieren: Kann das sein? Dass nur die Schiedsrichter nun wieder auf Videotechnik verzichten sollen in einem Spiel, in dem alle anderen Teilnehmer Videotechnik einsetzen? Nein, das kann, das darf nicht sein.