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24.01.2026
14:34 Uhr
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Russische und ukrainische Vertreter sprechen von konstruktiven Gesprächen unter Vermittlung der USA +++ Massive russische Luftangriffe auf die Ukraine +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Nach den trilateralen Verhandlungen der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi hält der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Folgetreffen in der kommenden Woche für möglich. Die Gespräche seien konstruktiv gewesen, und die Ukraine sei zu weiteren Gesprächen bereit, sagte Selenskyj am Samstag. Militärvertreter hätten eine Liste von Themen für eine mögliche nächste Begegnung identifiziert. Zudem habe die US-Seite Formate angesprochen, um Parameter für ein Ende des Krieges zu formalisieren.
Nach massiven russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben gut 1,2 Millionen Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. In der Hauptstadt Kiew fiel bei Temperaturen um minus zehn Grad in fast 6000 Gebäuden die Heizung aus, wie Bürgermeister Vitali Klitschko am Samstag erklärte. Nach Angaben von Vizeregierungschef Olexij Kuleba waren in Kiew 800.000 und im nördlichen Gebiet Tschernihiw 400.000 Menschen ohne Strom.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert nach den schweren russischen Angriffen auf Energieanlagen die vollständige Umsetzung der mit US-Präsident Donald Trump getroffenen Absprachen zur Luftverteidigung. Die in Davos vereinbarten Maßnahmen müssten „vollständig umgesetzt“ werden, sagte Selenskyj. Er und Trump hatten sich am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum getroffen und über Unterstützung bei der Flugabwehr gesprochen, ohne jedoch Details zu nennen.„In der Nacht hat Russland unsere Regionen massiv attackiert – sie haben 370 Kampfdrohnen und 21 Raketen unterschiedlicher Typen abgefeuert“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Als Reaktion bat er um schnelle westliche Hilfe bei der Stärkung der Flugabwehr. Nach Angaben Selenskyjs wurden neben Kiew und dem Umland der Hauptstadt auch die nahe der Grenze zu Russland gelegenen Gebiete Charkiw, Sumy und Tschernihiw stark beschossen. „Jeder dieser russischen Schläge gegen die Energieversorgung zeigt, dass wir mit den Flugabwehr-Lieferungen nicht zögern können“. Er zähle auf eine Reaktion und die Hilfe der westlichen Partner.
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder nennt den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zwar völkerrechtswidrig, warnt aber vor einer „Dämonisierung“ Russlands. „Natürlich ist der Krieg in der Ukraine nicht zu respektieren, auch nicht zu relativieren. Er ist völkerrechtswidrig, eine Verletzung der Menschenrechte“, schreibt der 81 Jahre alte Altkanzler in einem Gastbeitrag für die „Berliner Zeitung“. Es müssten alle diplomatischen Mittel genutzt werden, um den Krieg zu stoppen. „Ich bin aber auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind“, schob der SPD-Politiker nach, der seit Jahren wegen seiner langjährigen Freundschaft zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik steht. „Russland, das ist nicht das Land der Barbaren, sondern ein Land mit einer großen Kultur und vielfältigen historischen Verbindungen zu Deutschland“, schreibt Schröder in dem Gastbeitrag. Es bleibe die „deutsche Schande“, dass dieses Land in zwei Weltkriegen von deutschen Soldaten brutal überfallen wurde.
Die direkten Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien über ein Ende des russischen Feldzugs gegen die Ukraine sind nach monatelanger Pause wieder angelaufen. Nach dem Auftakt der Gespräche am Vorabend in Abu Dhabi werden heute ranghohe Militärvertreter beider Seiten unter Vermittlung der USA aufeinandertreffen. Nach Medieninformationen hat auch der zweite Tag mit Gesprächen über das heikle Thema Gebietsabtretungen begonnen. Mehrere Dokumente würden studiert und erörtert, hieß es der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge aus russischen Delegationskreisen. „Sowohl Territorien als auch (Sicherheits-)Garantien und andere Aspekte“, zitierte die Agentur ihren Informanten. Ziel des diplomatischen Ringens in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate sei ein würdiger und dauerhafter Frieden, teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow nach der ersten Runde mit. Kurz darauf nahmen die russischen Angreifer in der Nacht wieder ukrainische Großstädte schwer unter Beschuss.Bei den Gesprächen auf der Arabischen Halbinsel werden heute nach ukrainischen Angaben auch Generalstabschef Andrij Hnatow und der stellvertretende Chef des Militärgeheimdienstes, Generalleutnant Wadym Skibizkyj, dazustoßen. Die russische Verhandlungsdelegation wird angeführt vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow. Von US-Seite ist unter anderem der fürs Heer zuständige Staatssekretär Daniel Driscoll dabei. „Wir sind bereit, je nach Verlauf des Dialogs in verschiedenen Formaten zu arbeiten“, sagte Umjerow. Die Erfolgsaussichten der Gespräche sind unklar. Konkrete Ergebnisse drangen bislang nicht nach außen. Russische Staatsmedien berichteten von Verhandlungen unter kompletter Abschottung von der Öffentlichkeit.
Bei russischen Angriffen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und in der Region Charkiw im Osten des Landes sind nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und 23 weitere verletzt worden. „Kiew wird vom Feind massiv angegriffen. Verlassen Sie die Schutzräume nicht“, erklärte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am frühen Samstagmorgen auf Telegram. Es seien mehrere Gebäude getroffen worden, bei denen es sich jedoch nicht um Wohngebäude handele. In einem späteren Beitrag erklärte Klitschko: „Bisher ist bekannt, dass eine Person ums Leben gekommen ist und vier weitere verletzt wurden“. In mehreren von Drohnentrümmern getroffenen Gebäuden sei Feuer ausgebrochen. Zudem wurde die Wärme- und Wasserversorgung in Teilen der Hauptstadt unterbrochen, ergänzte Klitschko. Im Kiewer Umland wurden nach Angaben der örtlichen Behörden vier weitere Menschen verletzt. Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, informierte im Onlinedienst Telegram über einen Angriff mit Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion, der mehrere Wohngebäude in zwei Stadtteilen nahe der russischen Grenze beschädigt habe. Nach Angaben der Polizei wurden dabei 15 Menschen verletzt und zwei medizinische Einrichtungen beschädigt.
Die erste Runde direkter Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA über den US-Plan für ein Ende des Krieges in der Ukraine ist abgeschlossen. Die Gespräche seien „für heute beendet“, erklärte das ukrainische Präsidialamt am Freitagabend. Thema bei dem ersten Treffen in Abu Dhabi seien „die bestimmenden Faktoren“ gewesen, die ein Ende des Krieges möglich machen könnten, erklärte der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow im Onlinedienst X.Zudem sei es um die „weitere Logik des Verhandlungsprozesses“ gegangen. Weitere Treffen sind laut Umerow am Samstag geplant.Auf der Plattform X schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Abend: „Entscheidend ist, dass Russland bereit sein muss, den Krieg zu beenden, den es begonnen hat.“ Es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen bezüglich der Inhalte der Gespräche zu ziehen.
Erstmals verhandeln Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA direkt über den US-Plan für ein Ende des Krieges in der Ukraine: Delegationen der drei Staaten trafen am Freitag in Abu Dhabi zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften Territorialfragen stehen. Kurz vor Verhandlungsbeginn bekräftigte Moskau seine Maximalforderung, wonach die ukrainische Armee sich aus der gesamten Region Donbass einschließlich bisher nicht von Russland kontrollierter Gebiete zurückziehen soll. Die Zukunft des Donbass im Osten des Landes werde im Mittelpunkt der Gespräche stehen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Reportern. Die Verhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen einem Berater Selenskyjs zufolge am Samstagmorgen fortgesetzt werden. In der Ukraine wird die Lage der Bevölkerung in Ballungsräumen immer schwieriger, da russische Angriffe die Strom- und Wärmeversorgung in Großstädten wie Kiew bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt lahmgelegt haben.Hauptstreitpunkt ist die Forderung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass die Ukraine die unter ihrer Kontrolle verbliebenen 20 Prozent der Region Donezk im Donbass abtritt. Dies entspricht einer Fläche von rund 5000 Quadratkilometern. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete dies am Freitag als sehr wichtige Bedingung. Kiew steht unter wachsendem Druck der USA, einem Friedensabkommen zuzustimmen. Selenskyj lehnt die Abtretung von Gebieten jedoch ab, die Russland nicht erobern konnte. Umfragen zufolge gibt es auch in der ukrainischen Bevölkerung kaum Bereitschaft zu territorialen Zugeständnissen.Hinter den Kulissen wird über verschiedene Lösungsmodelle diskutiert. Einem Insider zufolge betrachtet Moskau die sogenannte „Anchorage-Formel“, die Putin und US-Präsident Donald Trump im August vereinbart haben sollen, als Basis. Diese sehe vor, dass Russland den gesamten Donbass kontrollieren und die Frontlinien im Süden und Osten der Ukraine eingefroren werden sollen. Selenskyj erklärte seinerseits, ein Abkommen über US-Sicherheitsgarantien sei fertig ausgehandelt. Er warte lediglich auf einen Termin von Trump zur Unterzeichnung.
Die Bundesregierung hat sich zurückhaltend zu den Erwartungen an Gespräche über die Beendigung des Ukraine-Kriegs zwischen der Ukraine, den USA und Russland in Abu Dhabi geäußert. Grundsätzlich begrüße man es, wenn es jetzt zu trilateralen Zusammenkünften komme, sagte der stellvertretende Regierungssprecher, Steffen Meyer, am Freitag in Berlin. Berichte über mögliche Fortschritte nach Gesprächen beim Weltwirtschaftsforum in Davos habe man zur Kenntnis genommen, so Meyer. „Wir sehen gleichzeitig, dass es weiterhin große Fragen darüber gibt, inwieweit Russland bereit ist, von Maximalforderungen wirklich Abstand zu nehmen.“Der stellvertretende Regierungssprecher sagte, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe in den vergangenen Monaten viel dafür getan, dass es zu einer geeinten europäisch-amerikanisch-ukrainischen Position komme. „Insofern sind wir nicht (...) im Raum, aber wir sind natürlich politisch durch die Gespräche der vergangenen Wochen und den fortlaufenden Austausch sehr, sehr eng beteiligt“, sagte er zu einer Frage, warum die Europäer von den Gesprächen in Abu Dhabi ausgeschlossen seien. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU), die EU sei „selbst schuld“, wenn sie bei Gesprächen nicht involviert sei. Europa rede selbst nicht mit Russland, „und deshalb muss man sich nicht wundern, wenn man nicht am Tisch sitzt“.
Mit fast 450 Notstromgeneratoren will die EU die Not in der Ukraine nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur lindern. Die Geräte im Wert von 3,7 Millionen Euro sollen Krankenhäuser, Unterkünfte und kritische Dienste wieder mit Strom versorgen, wie die Europäische Kommission mitteilte. Seit Beginn der russischen Invasion vor fast vier Jahren hat die EU schon mehr als 9.500 Generatoren in die Ukraine gesendet.
Frankreich will Unterstützung für das ukrainische Stromnetz mit den G-7-Staaten sowie nordischen und baltischen Ländern koordinieren. Dazu sei für Freitag eine Telefonkonferenz geplant, teilt Außenminister Jean-Noel Barrot dem Sender BFM TV mit. Frankreich werde der Ukraine 13 Megawatt Elektrizität und rund 100 Generatoren liefern. Auch andere Teilnehmer dürften bei dem Gespräch Unterstützung zusagen, erklärt Barrot.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass bei dem geplanten Treffen mit Vertretern Russlands und der USA in Abu Dhabi auch über Gebietsfragen im Krieg mit Russland gesprochen werden solle. „Die Frage des Donbass ist eine Schlüsselfrage“, teilte Selenskyj mit. Er warte auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump sowie auf ein Datum und einen Ort für die Unterzeichnung des Abkommens über amerikanische Sicherheitsgarantien, teilt Selenskyj laut der Nachrichtenagentur Reuters in einem Whatsapp-Chat mit Journalisten mit. Zudem habe er mit Trump über zusätzliche Raketen für die Luftabwehr und eine freie Wirtschaftszone gesprochen. Außerdem wies Selenskyjs Moskaus Vorschlag, im Westen eingefrorene russische Vermögenswerte für den Wiederaufbau auf eigenem Gebiet wie der Region Kursk zu verwenden, als „Unsinn“ zurück. Die Ukraine werde darum kämpfen, alle eingefrorenen russischen Gelder für den Wiederaufbau in der Ukraine nutzen zu können, teilte Selenskyj in jenem Chat mit. Russland bekräftigte vor dem Treffen in Abu Dhabi indes seine Forderung nach einem Rückzug der ukrainischen Truppen aus dem gesamten Donbass-Gebiet im Osten des Landes. Moskaus Position sei bekannt, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. „Die ukrainischen Streitkräfte müssen das Gebiet des Donbass verlassen. Sie müssen sich von dort zurückziehen“. Für Russland sei dies eine „sehr wichtige Bedingung“, betonte Peskow. Solange diese nicht erfüllt werde, sei es „sinnlos, auf den Abschluss eines langfristigen Abkommens zu hoffen“.
Taiwan hat der Ukraine Gespräche zur Bekämpfung der Sanktionsumgehung angeboten. Hintergrund sind Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wonach Russland unerlaubt Raketenkomponenten aus Taiwan bezieht. Der taiwanische Präsident Lai Ching-te schrieb auf der Plattform X, man begrüße einen weiteren Informationsaustausch, um illegale Lieferungen über Drittländer und die verschleierte Endverwendung zu unterbinden. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor.
Dem Kreml-Berater Juri Uschakow zufolge hat der russische Präsident Wladimir Putin nach dem Treffen mit US-Gesandten unterstrichen, dass Russland an einer diplomatischen Lösung „aufrichtig interessiert“ sei. „Bis dies erreicht ist, wird Russland weiterhin konsequent die Ziele der speziellen Militäroperation verfolgen. Dies gilt besonders auf dem Schlachtfeld (...)“, sagte Uschakow. Die Gespräche mit Gesandten der USA bezeichnete er als „substanziell, konstruktiv und sehr offen“. Sie hätten kurz vor Mitternacht am Donnerstag begonnen und dauerten etwa vier Stunden, erklärte er gegenüber Reportern.