FAZ 19.02.2026
10:27 Uhr

Krieg in der Ukraine: Was wusste die CIA von den Anschlagsplänen auf Nordstream?


Medienbericht: Amerikaner schon Monate vorher eingeweiht +++ Merz sieht Russland im „Zustand der tiefsten Barbarei“ +++ Ungarn liefert der Ukraine keinen Diesel mehr +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Was wusste die CIA von den Anschlagsplänen auf Nordstream?

NATO-Truppen in Lettland üben Zielschießen mit HaubitzenBei einem Manöver in Lettland haben NATO-Truppen den Schutz und die Verteidigung der NATO-Ostflanke geübt. Während der Militärübung „Striking Thunder“ trainieren Soldaten der von Kanada geführten multinationalen Nato-Brigade in dem baltischen EU-Land das Gefechtsschießen mit M777-Haubitzen aus einer getarnten Stellung. „Wir üben sowohl das Bekämpfen von Zielen mit Artillerie als auch das Auffinden dieser Ziele“, sagte der kanadische Oberstleutnant Andrew Curr auf dem Truppenübungsplatz in Adazi. Kanada führt in dem an Russland und Belarus grenzenden Lettland eine Nato-Brigade, der rund 3.500 Soldaten aus gut einem Dutzend NATO-Staaten angehören – es ist die größte Auslandsmission des nordamerikanischen Landes. ng nähern könnten. 

Hunderte Kenianer laut Geheimdienst für Ukraine-Krieg rekrutiert Schätzungsweise 1.000 Kenianer sind laut einem Bericht von Russland für den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine rekrutiert worden. Wie die kenianische Tageszeitung „Daily Nation“ am Donnerstag unter Berufung auf Berichte des kenianischen Geheimdienstes NIS meldete, sind 89 von ihnen aktuell im Einsatz. Dem Bericht zufolge werden die Männer im Alter von 20 bis 50 Jahren nach wenigen Wochen Training an die Front geschickt. Den Männern sollen hohe Löhne versprochen werden. Nachdem Rekruten vermehrt am Flughafen der Hauptstadt Nairobi aufgehalten worden seien, würden sie nun über Uganda und die Demokratische Republik Kongo ausreisen. Lesen Sie hierzu auch den Bericht unserer Korrespondentin Claudia Bröll: 

Schweden sagt weitere Militärhilfe zuSchweden unterstützt die Ukraine ⁠mit einem neuen militärischen Hilfspaket im Volumen von 12,9 Milliarden Kronen (rund 1,3 Milliarden Euro). Es umfasse Flugabwehrsysteme, Drohnen und Langstreckenraketen, teilte Verteidigungsminister Pal Jonson mit. Die Gesamtsumme ‌der schwedischen Militärhilfe seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 steige damit auf 103 Milliarden Kronen (knapp zehn Milliarden Euro). Das neue Paket sei Teil der für ‌2026 veranschlagten Unterstützung. 

Rotes Kreuz: Schlimmster Winter in der UkraineDurch den extremen Winter benötigen laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) fast 13 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe. Seit dem Beginn des Krieges vor fast vier Jahren sei dies die „schlimmste Situation“, sagte der Leiter der Internationalen Zusammenarbeit des DRK, Christof Johnen, am Donnerstag in Berlin. Durch die zerstörte Energieinfrastruktur sei es in vielen Wohnungen nur fünf bis sieben Grad warm.Das DRK arbeite mit dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK) zusammen und unterstütze mit Generatoren, Spenden und Arbeitskraft. Die Kooperation bestehe schon seit vielen Jahren. Das URK habe mehr als 2000 Mitarbeitende und über 8000 Freiwillige. 20 Mitarbeiter vom DRK seien vor Ort, unter anderem in Kiew, Odessa und Saporischschja. 

Gauck spricht sich für Taurus-Lieferung an Kiew ausDer frühere Bundespräsident Joachim Gauck findet es falsch, dass die Bundesregierung der Ukraine bislang nicht die gewünschten Taurus-Marschflugkörper geliefert hat. „Das halte ich für einen Fehler“, antwortete er in der ARD-Sendung „Maischberger“ auf eine entsprechende Frage. „Wir sehen den Aggressor mit all seinen Waffenmöglichkeiten, und das angegriffene Opfer wird von uns so behandelt als wäre er, das Opfer, der Gefährder des Friedens.“Die Regierung in Kiew hatte Berlin bereits vor einigen Jahren um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern gebeten. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnte dies ab, auch weil er eine weitere Eskalation des Kriegs befürchtete. Sein Nachfolger Friedrich Merz (CDU) wollte eine Lieferung hingegen nicht ausschließen. Kremlchef Wladimir Putin warnte vor einer Kriegsbeteiligung Deutschlands, falls die Bundesregierung den Ukrainern einen Einsatz der Waffe ermöglichen sollte.

Merz: Krieg erst zu Ende, wenn eine der beiden Seiten erschöpft ist Bundeskanzler Friedrich Merz sieht kaum Chancen für ein rasches Ende des Ukrainekriegs auf dem Verhandlungsweg. „Dieser Krieg wird nach meiner Einschätzung erst zu Ende gehen, wenn eine der beiden Seiten erschöpft ist, entweder militärisch oder ökonomisch“, sagte der CDU-Chef den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR) und der „Rheinpfalz“.

US-Senatoren fordern schärfere Sanktionen gegen RusslandEine ‌Gruppe von US-Senatoren der Demokraten hat bei einem Besuch in der ‌Ukraine ‌schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert. Man hoffe auf stärkere Anstrengungen, um Druck auf den ​russischen Präsidenten ⁠Wladimir Putin auszuüben, sagte Senatorin Jeanne Shaheen. Länder wie ​China, Indien, Ungarn und Brasilien, die ⁠russisches Öl und ‌Gas kauften, sollten sehr starke Anreize erhalten, dies zu ⁠beenden, sagte Senator ⁠Richard Blumenthal. Zudem solle die „Schattenflotte\" von ⁠Tankern, ​die russisches ⁠Öl transportieren, eingedämmt ​werden. Die Senatoren kündigen an, ‌nach ihrer Rückkehr nach Washington ​auf entsprechende Gesetze zu ​drängen.

Saluschnyj äußert sich zu Beziehung zu Selenskyj Der frühere ukrainische Armeechef und heutige Botschafter im Vereinigten Königreich, Walerij Saluschnyj, hat in einem Interview von einer Durchsuchungsversuch des Inlandsgeheimdienstes SBU in seiner damaligen militärischen Kommandozentrale berichtet. Saluschnyj zufolge hätten die Ermittler einen Durchsuchungsbefehl für einen Stripclub vorgelegt, der sich zuvor an diesem Ort befunden habe. Saluschnyj habe den damaligen Präsidialamtschef Andrij Jermak vor einem Vorgehen gegen ihn gewarnt.Saluschnyj äußerte zudem, die mit NATO-Partnern geplante Gegenoffensive 2023 sei wegen der Einmischung des Präsidialamts gescheitert. Saluschnyj wurde Anfang 2024 von Präsident Wolodymyr Selenskyj als Armeechef abgesetzt. Kritiker vermuteten, dass Selenskyj ihn  wegen dessen enormer Popularität in der Bevölkerung als Bedrohung wahrnahm. Saluschnyj werden heute politische Ambitionen nachgesagt. In Meinungsumfragen kommt er auf hohe Zustimmungswerte.  

Slowakei droht Ukraine wegen blockierter Pipeline mit Gegenmaßnahmen Die slowakische Regierung hat der von Russland angegriffenen Ukraine mit der Einstellung von Stromlieferungen gedroht, falls das Nachbarland nicht wieder eine Pipeline in Betrieb nimmt, durch die russisches Öl in die Slowakei und nach Ungarn gelangt. Zudem rief Ministerpräsident Robert Fico am Mittwoch den Notstand für die Ölversorgung aus. 250.000 Tonnen aus der Notreserve sollten freigegeben werden, sagte er bei einer Pressekonferenz.Hintergrund ist, dass die Druschba-Pipeline nach Angaben der ukrainischen Behörden infolge einer Beschädigung während eines russischen Angriffs Ende Januar nahe der ukrainischen Stadt Brody stillgelegt wurde. Über den Südstrang der Pipeline wird üblicherweise russisches Öl über die Ukraine unter anderem in die Slowakei und nach Ungarn transportiert. 

EU will Grenzregionen nahe Russland besser helfen Um die östlichen EU-Regionen an den Grenzen zu Russland, Belarus und der Ukraine stärker zu unterstützen, sollen sie nach Willen der EU-Kommission einfacheren Zugang zu Geld bekommen. Außerdem soll in den entsprechenden Regionen in neun EU-Mitgliedsstaaten gegen Abwanderung und Arbeitskräftemangel vorgegangen werden. Das geht aus einer in Brüssel vorgestellten Strategie der Behörde hervor.Die Stärkung von Wohlstand und Widerstandsfähigkeit dieser Regionen sei nicht nur ein Ausdruck der EU-Solidarität nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, „sondern auch eine strategische Investition in Europas Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und künftige Stabilität“, hieß es. Die entsprechenden Regionen mit geografischer Nähe zu Russland, Belarus oder der Ukraine in Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien seien besonders stark von indirekten Angriffen, gezielt gelenkter Migration, wirtschaftlichen Problemen und Bevölkerungsrückgang betroffen. 

Ungarn liefert der Ukraine keinen Diesel mehrDer ungarische Außenminister Péter Szijjártó hat den Stopp von Ungarns Diesellieferungen in die Ukraine angekündigt. Der Minister begründete diesen Schritt am Mittwoch damit, dass die Lieferungen von Rohöl aus Russland nach Ungarn und in die Slowakei über die durch die Ukraine verlaufende Pipeline „Druschba“ eingestellt wurden. Die ungarische Regierung stellt die Einstellung als politische Erpressung seitens der Ukraine dar. Szijjártó zufolge wird der Dieselexport dann wieder aufgenommen, wenn die Lieferungen über die „Druschba”-Pipeline wieder aufgenommen werden. Ungarns Regierung stellt die Ukraine als stark von ungarischen Dieselexporten abhängig dar. Die Ukraine stellte die Lieferungen über die „Druschba“-Pipeline am 27. Januar ein. Kiew begründete das entgegen der ungarischen Darstellung mit einem russischen Luftangriff auf eine westukrainische Ölanlage an jenem Tag. Ungarn bezichtigte schon damals den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, mit einer Blockade Wahlhilfe für die ungarische Oppositionspartei Tisza von Péter Magyar zu leisten.Die Regierung des Nachbarlands Slowakei hat derweil einen ab Donnerstag geltenden „Erdöl-Notstand“ ausgerufen und ebenfalls einen Stopp der Diesellieferungen an die Ukraine angekündigt. Ungarn und die Slowakei halten trotz des russischen Krieges am Bezug russischer Rohstoffe fest.Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico stellte am Mittwoch die Unterstützung eines ukrainischen EU-Beitritts durch seine Regierung in Frage. Diesen lehnt die Regierung des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán in ihren Verlautbarungen seit längerem ab.  

Weiteres russisch-ukrainisches Treffen in GenfNach dem Ende der formellen trilateralen Beratungen in Genf hat sich der russische ⁠Chefunterhändler Wladimir Medinskij zu einem zweistündigen Gespräch hinter verschlossenen Türen mit Vertretern der Ukraine getroffen. Dies meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA. Die formellen, von den USA vermittelten Gespräche waren zuvor nach nur zwei Stunden beendet worden. Der ukrainische ‌Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sie als „schwierig“ bezeichnet. Er wirft Russland zudem vor, Fortschritte bei der Suche nach einer Einigung zur Beendigung des vierjährigen Krieges absichtlich zu verzögern. 

Kiew will gegen belarussische Kriegsunterstützung vorgehenDie Ukraine verhängt Sanktionen gegen den belarussischen Machthaber Alexandr ‌Lukaschenko und kündigt schärfere Maßnahmen gegen Minsk ‌an. „Wir werden die Gegenmaßnahmen gegen jede Form von Lukaschenkos Unterstützung bei der Tötung von Ukrainern deutlich intensivieren“, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Selenskyj wirft dem Regime in Minsk  vor, Russland bei dessen Angriffskrieg zu helfen. Belarus habe es Moskau ermöglicht, von seinem Territorium ​aus Drohnenangriffe auf die Ukraine zu steuern. „Ohne diese Hilfe hätte ⁠Russland einige Angriffe, insbesondere auf Energieanlagen und Eisenbahnstrecken, nicht ausführen können“, sagt Selenskyj.

Verhandlungen in Genf beendetDie Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende des seit fast vier Jahren dauernden Kriegs sind am zweiten Verhandlungstag in Genf nach knapp zwei Stunden beendet worden. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die russische Delegation habe den Ort des Treffens verlassen.Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte nach diesen Angaben, die Gespräche seien „schwer, aber sachlich“ gewesen. Zu Ergebnissen wurde nichts mitgeteilt. Medinski kündigte eine neue Verhandlungsrunde für die nächste Zeit an. Eine Sprecherin des ukrainischen Chefunterhändlers Rustem Umjerow bestätigte das Ende der Gespräche. Es gab zunächst keine Informationen dazu, ob die Ukrainer noch weiter mit den Vermittlern aus den USA reden. „Wir sehen, dass Fortschritte erzielt wurden, aber im Moment gehen die ‌Positionen auseinander, weil die ‌Verhandlungen schwierig waren“, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Reportern in einem WhatsApp-Chat mit. Am Vormittag hatte er Russland auf der Plattform X vorgeworfen, die laufenden Friedensverhandlungen ‌zu verzögern. Die ‌gestrigen Treffen in Genf seien schwierig gewesen, schreibt Selenskyj auf der ​Plattform X. „Russland versucht, ⁠die Gespräche in die Länge zu ziehen, die ​bereits in der Endphase sein ⁠könnten.“