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03.02.2026
03:35 Uhr
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Moskau wirft Deutschland vor, mit der Unterstützung der Ukraine Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen +++ Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew und Charkiw +++ Selenskyj: Weniger russische Angriffe auf Infrastruktur +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew und CharkiwRussland hat offensichtlich Angriffspause für ukrainische Kraftwerke beendet. In der Nacht hat die Armee mehrere ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen angegriffen. In der Hauptstadt Kiew sind den Behörden zufolge mehrere Wohnhäuser, eine Bildungseinrichtung und ein Geschäftsgebäude beschädigt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht von einem Brand in einem Kindergartengebäude. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zwei Wärmekraftwerke angegriffen. In der zweitgrößten Stadt Charkiw wurden nach Angaben des Gouverneurs mindestens zwei Menschen verletzt. Laut Bürgermeister Ihor Terechow habe es einen „Massenangriff“ mit Kampfdrohnen gegeben. Auch aus Dnipro und Sumy wurden Explosionen gemeldet. In Saporischschja soll eine 38 Jahre alte Frau bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen sein.
„Financial Times“: Ukraine, Europäer und USA einig über Plan zu Durchsetzung von WaffenruheDie Ukraine hat sich einem Medienbericht zufolge mit westlichen Partnern auf eine koordinierte militärische Reaktion für den Fall verständigt, dass Russland ein künftiges Waffenstillstandsabkommen verletzen sollte. Dies berichtet die „Financial Times“. Der Plan sei bei mehreren Gelegenheiten im Dezember und Januar zwischen ukrainischen, europäischen und US-Vertretern besprochen worden und sehe eine mehrstufige Reaktion vor. Demnach soll auf jeden russischen Bruch eines Waffenstillstands innerhalb von 24 Stunden reagiert werden, beginnend mit einer diplomatischen Warnung und notfalls einem Einsatz der ukrainischen Armee. Sollten die Kampfhandlungen andauern, kämen in einer zweiten Phase Kräfte einer „Koalition der Willigen“ zum Einsatz, zu der viele EU-Mitglieder, Großbritannien, Norwegen, Island und die Türkei gehörten. Bei einem ausgeweiteten Angriff solle 72 Stunden nach dem ursprünglichen Bruch eine koordinierte Reaktion unter Einbeziehung des US-Militärs erfolgen.
Menschenrechtsgericht urteilt über Inhaftierung Nawalnyjs in RusslandZwei Jahre nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalnyj in einem russischen Straflager befasst sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Dienstag erneut mit seinem Fall. Nawalny hatte Russland vor dem Straßburger Gericht verklagt und der russischen Justiz vorgeworfen, sein Leben zu gefährden. Er argumentierte, dass seine Inhaftierung im Januar 2021 nicht rechtmäßig gewesen sei. Auch prangerte er seine Haftbedingungen an, besonders mangelnde medizinische Versorgung.Nawalny war im Februar 2024 im Alter von 47 Jahren unter ungeklärten Umständen in einem entlegenen Straflager am Polarkreis gestorben. Der EGMR verurteilte Russland im vergangenen Dezember wegen der Unterdrückung von Organisationen im Umfeld Nawalnyjs. Russland war nach dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine aus dem Europarat ausgeschlossen worden, zu dem der EGMR gehört.
Russland greift Kiew und andere ukrainische Städte anRussische Streitkräfte greifen die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Städte des Landes mit Raketen und Drohnen an. In Kiew werden nach Angaben der Militärverwaltung mehrere Wohnhäuser, eine Bildungseinrichtung und ein Geschäftsgebäude beschädigt. Bürgermeister Vitali Klitschko entsendet Rettungskräfte in die betroffenen Stadtteile. Auch die Großstadt Charkiw im Nordosten steht unter Beschuss, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilt. In der Region Saporischschja ist die Flugabwehr im Einsatz. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
Selenskyj: Weniger russische Angriffe auf InfrastrukturNach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Zahl der russischen Angriffe auf Energieanlagen in seinem Land zurückgegangen. Zwar seien in frontnahen Gebieten erneut Infrastrukturobjekte durch Beschuss getroffen worden, darunter auch lokale Energieerzeuger. Doch es habe im Tagesverlauf keine Angriffe mit Raketen und Shahed-Kampfdrohnen gegeben, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er führte das auf US-amerikanischen Druck auf Moskau zurück. „Das zeigt, dass wenn in Amerika die Motivation da ist, die Lage zu ändern, dann kann sich die Lage auch ändern.“Selenskyj kündigte mit Blick auf die geplanten Verhandlungen in Abu Dhabi über ein Ende des Ukraine-Kriegs auch weitere bilaterale Gespräche mit den USA über Sicherheitsgarantien an. Es sei wichtig, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten, damit es zu einer diplomatischen Lösung komme.
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Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach Behördenangaben vom Montag drei Menschen getötet worden. Im Gebiet Donezk seien beim Einschlag einer Bombe auf ein Haus in der frontnahen Stadt Oleksijewo-Druschkiwka ein Vater und sein volljähriger Sohn ums Leben gekommen, teilte Gouverneur Wadim Filaschkin mit. Die Mutter, ihre 16 Jahre alte Tochter und ihr elfjähriger Sohn wurden demnach verletzt.Eine 38 Jahre alte Frau wurde Gouverneur Iwan Fedorow zufolge bei einem Drohnenangriff nahe der Großstadt Saporischschja im Südosten der Ukraine getötet. Eine 59 alte Jahre alte Frau sei verletzt worden, teilte er mit. Am Sonntag war ein Bus mit Minenarbeitern in der zentralukrainischen Stadt Pawlohrad von einer Drohne getroffen worden. Dabei kamen laut des Minenbetreibers DTEK mindestens ein Dutzend Männer ums Leben, 16 weitere wurden verletzt.
Ukrainer lehnen Abgabe des Donbass mehrheitlich abEine Mehrheit der Ukrainer lehnt eine Übergabe des Donbass an Russland im Austausch gegen amerikanische Sicherheitsgarantien ab. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) lehnen 52 Prozent der Befragten diese Möglichkeit kategorisch ab. Demnach sind 40 Prozent zu einem solchen Zugeständnis bereit, weitere sieben Prozent waren unentschieden. Das KIIS wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die Zustimmungswerte trotz des massiven Beschusses der Energieinfrastruktur und der schwierigen Lage bei hohen Minusgraden in den vergangenen Wochen nicht gestiegen seien. Die Umfrage wurde vom 23. bis 29. Januar mittels Telefoninterviews durchgeführt.In dieser Woche wollen Moskau und Kiew abermals über ein Kriegsende in der Ukraine verhandeln. Zugleich glauben immer weniger Ukrainer an ein Kriegsende noch in diesem Jahr. 43 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es erst 2027 oder später dazu kommen wird. Nur 38 Prozent glauben an ein Kriegsende noch in diesem Jahr. Letztere Zahl hat sich zwar seit der vergangenen Umfrage im Dezember kaum verändert, allerdings gingen damals nur 29 Prozent davon aus, dass sich der Krieg länger als 2026 hinziehen werde. Während im Dezember ein Drittel der Befragten auf die Frage nach einem Ende des Kriegs antwortete: „Schwer zu sagen\", waren es nun nur noch 19 Prozent.
Die nächste Runde der von den USA vermittelten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine findet nach Angaben des Kreml am 4. und 5. Februar in Abu Dhabi statt. Der ursprünglich für den gestrigen Sonntag geplante Termin sei aus terminlichen Gründen verschoben worden, sagte Sprecher Dmitrij Peskow am Montag in Moskau. Beide Seiten hätten ihre Differenzen in einigen Punkten verringern können. Bei komplexeren Themen gebe es jedoch bislang kaum Fortschritte.
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keine neuen gezielten Raketen- oder Drohnenangriffe auf die landesweite Energieinfrastruktur verübt. Es habe jedoch Attacken auf Energieanlagen in den Frontregionen gegeben, teilte Selenskyj auf Telegram mit. Der Schwerpunkt der russischen Angriffe liege wie in den vergangenen Tagen auf der Transportlogistik. Beide Länder hatten am Freitag erklärt, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Gegenseite gestoppt zu haben. Der Kreml erklärte dazu am Montag lediglich, er habe früheren Äußerungen nichts hinzuzufügen.
Fünf Festnahmen in Schleswig-HolsteinWeil sie „konspirativ Güter“ für die russische Industrie beschafft und trotz eines Embargos nach Russland exportiert haben sollen, sind in Schleswig-Holstein fünf Menschen festgenommen worden. Sie sollen mithilfe einer Firma in Lübeck rund 16.000 Lieferungen nach Russland veranlasst haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag mitteilte. Die illegalen Geschäfte beliefen sich demzufolge auf mindestens 30 Millionen Euro. Auch mindestens 24 russische Rüstungsunternehmen gehörten demnach zu den Abnehmern. „Hinter dem Beschaffungsnetzwerk standen auf russischer Seite mutmaßlich staatliche Stellen“, hieß es weiter.
Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, hat China bei einem Besuch in Peking die Unterstützung Russlands in der Taiwan-Frage zugesichert. „Wir sehen, dass Chinas Widersacher die Lage in der Taiwan-Straße weiter destabilisieren“, sagte Schoigu am Sonntag der Nachrichtenagentur Tass zufolge und fügte hinzu: „Ich möchte unsererseits unsere konsequente und unerschütterliche Unterstützung für Peking in der Taiwan-Frage bekräftigen.“ Russland gehe davon aus, dass die Regierung in Peking die einzige legitime Vertretung Chinas sei, fügte er hinzu.Der chinesische Außenminister Wang Yi erklärte einer Mitteilung seines Ministeriums zufolge, China sei bereit, die strategische Abstimmung mit Russland zu vertiefen und die bilateralen Beziehungen in diesem Jahr auszubauen. Beide Länder hätten die „Verpflichtung“, sich für eine multipolare Welt einzusetzen. China und Russland hatten kurz vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 eine „grenzenlose“ strategische Partnerschaft erklärt. Die beiden Politiker hatten sich zuletzt im Dezember in Moskau getroffen.
Nach einem Hilferuf aus Kiew hat der amerikanische Raumfahrtkonzern SpaceX Russlands Zugang zur Satellitenverbindung Starlink erschwert. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow berichtete auf Telegram, dass nunmehr mit SpaceX gemeinsame Schritte unternommen worden seien, die zu schnellen Ergebnissen im Kampf gegen russische Drohnen geführt hätten. „Der nächste Schritt ist die Einführung eines Systems, das nur autorisierten Terminals die Arbeit auf dem Gebiet der Ukraine ermöglicht.“Nach Berichten über russische Drohnen mit Starlink-Satellitenverbindung hatte das ukrainische Verteidigungsministerium den Konzern von Milliardär Elon Musk kontaktiert. Nach ukrainischen Angaben hatte sich Russland über Drittländer die Ausrüstung für den Zugang zu der von SpaceX bereitgestellten Internetverbindung beschafft und diese in eigene Kampfdrohnen eingebaut. Dadurch wurden die Drohnen immun gegen ukrainische Flugabwehrsysteme. Dies werde sich nun mit einer neuen Form der Verifizierung der Nutzer ändern, kündigte Fedorow an. „Nicht verifizierte Terminals werden deaktiviert“, sagte er. Zuvor hatte er bereits betont, wie wichtig die Starlink-Systeme seit Kriegsbeginn für die Widerstandsfähigkeit der Ukraine geworden seien.