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24.02.2026
20:29 Uhr
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Ungarn hatte den Kredit am Vortag blockiert +++ UN-Vollversammlung drückt Ukraine ihre Unterstützung aus +++ Naftogaz stoppt Erdgasanlage in Charkiw nach Angriff +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Die Wirtschaftsweise und Finanzprofessorin Ulrike Malmendier soll die Bundesregierung nicht weiter beraten. (Foto: Friedrich Bungert)
Tausende Slowaken protestieren für Ukraine und gegen FicoVor dem Hintergrund eines Streits über Energielieferungen sind Tausende Menschen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava zu einer Solidaritätskundgebung für die Ukraine auf die Straße gegangen. Sie gedachten der ukrainischen Opfer des russischen Angriffskriegs und protestierten zugleich gegen den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico. Der linksnationale Politiker hatte einen Stopp von Strom-Hilfslieferungen an die Ukraine angekündigt, weil diese russische Erdöl-Lieferungen an die Slowakei blockiere.Anlass der Kundgebung war der vierte Jahrestag des Beginns der russischen Invasion am 24. Februar 2022. Die Demonstranten schwenkten ukrainische, slowakische und Europa-Fahnen. In Sprechchören riefen sie „Ruhm der Ukraine!“. Als der Solidaritätsmarsch an der russischen Botschaft vorbeikam, waren Rufe zu hören, der russische Botschafter solle die Slowakei verlassen.
Zwei Tote in Dnipropetrowsk nach russischem LuftangriffKurz nach den Besuchen europäischer Spitzenpolitiker in Kiew zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die russische Luftwaffe die Region Dnipropetrowsk attackiert. Bei einer Explosion seien zwei Menschen getötet worden, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. Fünf weitere Zivilisten seien verletzt, zahlreiche Häuser durch die Bombentreffer beschädigt worden. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass sich unter den Trümmern noch Opfer befanden.An diesem 1462. Kriegstag hatten die russischen Truppen ihre Aktivitäten an den Fronten zunächst abflauen lassen. Nach Angaben des Generalstabs in Kiew seien von den verschiedenen Frontabschnitten lediglich 50 bewaffnete Zusammenstöße gemeldet worden. Üblicherweise liegt diese Zahl meist über 80 pro Tag.
UN-Vollversammlung drückt Ukraine ihre Unterstützung ausDie UN-Vollversammlung verabschiedet mit breiter Mehrheit eine Resolution zur Unterstützung der Ukraine. Darin wird die territoriale Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen bekräftigt. Zudem wird die Sorge über die zunehmenden russischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung und kritische Energieinfrastruktur zum Ausdruck gebracht. Die Resolution wird mit 107 Stimmen angenommen. Zwölf Staaten stimmen dagegen, 51 enthalten sich. Die Abstimmung gilt als Test der Solidarität mit der Ukraine am vierten Jahrestag der russischen Invasion. Zu den Gegnern der Resolution zählen Russland, Belarus und Sudan, während sich unter anderem China und die USA der Stimme enthalten.
EU will Ukraine vor neuer winterlicher Energiekrise bewahrenDie von Russland angegriffene Ukraine soll im kommenden Winter nicht noch einmal eine schwere Energiekrise erleben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte bei einem Besuch in Kiew einen Plan mit dem Namen „Repair, Rebuild, Restart“ an. Er soll mit mehr als 920 Millionen Euro unterlegt sein und im Winter 2026/2027 in der ganzen Ukraine einen verlässlichen Stromfluss sichern.Dazu werde man die dezentrale Produktion erneuerbarer Energien beschleunigen und durch russische Angriffe beschädigte Netze wieder aufbauen und modernisieren, erklärte von der Leyen bei dem Besuch zum vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine. Zudem sollten beschädigte Kraftwerke repariert werden.Für Soforthilfe in diesen Winter kündigte die Deutsche zudem ein neues Paket im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro an. „Es steht ab sofort zur Verfügung“, sagte von der Leyen.
Naftogaz stoppt Erdgasanlage in Charkiw nach AngriffDer ukrainische staatliche Öl- und Erdgaskonzern Naftogaz setzt nach eigenen Angaben den Betrieb einer Erdgasanlage in der Region Charkiw aus. Grund sei ein russischer Angriff, teilt das Unternehmen mit. Russische Truppen hätten erneut die Infrastruktur des Konzerns ins Visier genommen. Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau liegt zunächst nicht vor.
Selenskyj hält Arbeiten an Druschba-Pipeline für unnötig ‒ EU drängt auf Reparatur Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält trotz des Drucks der EU-Staaten Ungarn und Slowakei eine Reparatur der für russische Öllieferungen wichtigen Druschba-Leitung für unnötig. „Wozu reparieren? Um Menschen zu verlieren. Ich denke, das ist ein zu großer Preis“, sagte Selenskyj auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa in Kiew. Ihm zufolge greift das russische Militär gezielt Reparaturtrupps an.Dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der wegen der ausbleibenden Lieferungen Ukraine-Hilfen blockiert, empfahl er, sich an Moskau zu wenden. „Russland zerstörte diese Pipeline mehrfach“, sagte Selenskyj. Orbán solle beim Kreml um eine Energiewaffenruhe ersuchen. „Es kann nicht sein, dass Russland etwas zerstört und die Ukraine es dann repariert.“ Von der Leyen, die in den blau-gelben Farben der ukrainischen Flagge gekleidet war, machte allerdings deutlich, dass sie und Costa die Ukraine gebeten haben, die Reparaturen an der Pipeline zu beschleunigen. Sie dankte zudem dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković für seine Bemühungen, den Transport von Öl über Serbien nach Ungarn und in die Slowakei über die Adria-Pipeline abzusichern und auszubauen.
Slowakei soll Donnerstag wieder russisches Öl durch Druschba-Pipeline bekommenDie seit Ende Januar in der Ukraine stillgelegte Pipeline Druschba wird der Slowakei ab Donnerstag wieder russisches Öl liefern. Das Datum habe die Ukraine mitgeteilt, erklärte das slowakische Wirtschaftsministerium am Dienstag. Die Pipeline war Ende Januar nahe der ukrainischen Stadt Brody stillgelegt worden, nach ukrainischen Angaben war sie bei einem russischen Angriff zerstört worden. Über die Slowakei gelangt russisches Öl auch nach Ungarn. Die slowakische Regierung hatte der Ukraine vergangene Woche gedroht, sie werde Stromlieferungen einstellen, falls das Nachbarland die Pipeline nicht wieder in Betrieb nimmt. Der slowakische Regierungschef Robert Fico kritisierte unter Verweis auf den slowakischen Geheimdienst, die Reparaturarbeiten an der Pipeline seien bereits abgeschlossen, und warf der Ukraine vor, die ausbleibenden Öllieferungen als „Erpressungsmittel“ gegenüber Ungarn zu benutzen, das einem möglichen EU-Beitritt der Ukraine ablehnend gegenübersteht.
1700 ukrainische Kriegsverletzte kamen in deutsche KlinikenVier Jahre nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind laut Bundesgesundheitsministerium inzwischen rund 1700 Kriegsverletzte und Soldaten von dort zu Behandlungen nach Deutschland gekommen. Die Patientinnen und Patienten werden aus der Ukraine geholt und auf Kliniken verteilt, wie das Ministerium in Berlin mitteilte. Für die Behandlung in Deutschland stehen demnach in diesem Jahr 25 Millionen Euro über Bundesmittel bereit.Ressortchefin Nina Warken sagte: „Die Hilfsbereitschaft für die Ukraine ist auch im Gesundheitsbereich weiterhin groß.“ Die zivile Infrastruktur des Landes sei zentrales Ziel unzähliger Angriffe, laut Weltgesundheitsorganisation seien darunter bisher mehr als 2800 Gesundheitseinrichtungen. „Wir stehen weiterhin fest an der Seite der Ukraine“, betonte die CDU-Politikerin.Das Ministerium stellte der Ukraine unter anderem auch medizinische Hilfsgüter im Wert von mehr als 76 Millionen Euro zur Verfügung, darunter Schutzanzüge, Beatmungsgeräte und Desinfektionsmittel.
G-7-Staaten sichern Ukraine weiter Unterstützung zu Am vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine haben Deutschland und die weiteren G-7-Staaten ihre anhaltende Unterstützung für die Ukraine bekräftigt. In einer gemeinsamen Erklärung sagten sie der Ukraine am Dienstag Hilfe bei „der Verteidigung ihrer territorialen Integrität und ihres Existenzrechts“ zu. Sie erklärten zudem, den von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Friedensprozess und die Bemühungen zu direkten Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien weiter zu unterstützen. Der EU und ihren Partnern komme dabei eine „führende Rolle“ zu, heißt es in der Erklärung. Neben Deutschland haben die USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan die Erklärung unterzeichnet. Es handele sich um die erste gemeinsame Stellungnahme der G-7-Staaten seit dem zweiten Amtsantritt von Trump vor einem Jahr, erklärte Frankreich, das derzeit die G-7-Präsidentschaft innehat. Die Unterzeichner bekräftigten ihre Zusagen nach einem Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“, an dem etliche westliche Staatschefs in Kiew teilnahmen oder zugeschaltet wurden. In einer Erklärung rief die Koalition aus über 35 Ländern Russland zu konstruktiven Verhandlungen und einem bedingungslosen Waffenstillstand auf, Teilnehmer äußerten sich aber skeptisch. „Wir brauchen Frieden, aber wir müssen uns auf alle weiteren Herausforderungen seitens Russlands vorbereiten“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte in einer englischsprachigen Videobotschaft: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dieser Krieg erst dann enden wird, wenn Putin erkennt, dass er nicht gewinnen kann. Deshalb müssen wir den Druck auf Russland erhöhen. Wir müssen Moskaus Kriegsfinanzierung austrocknen.“
Ukraine weist Nuklear-Vorwürfe Putins zurück Die Ukraine weist russische Behauptungen zurück, das Land versuche, in den Besitz von nuklearen Waffen zu gelangen. Das teilte ein Sprecher des Außenministeriums in Kiew am Dienstag mit. Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin der Ukraine vorgeworfen, den Friedensprozess zu sabotieren. Dies geschehe mit Hilfe westlicher Geheimdienste, unter anderem durch die Bedrohung russischer Energie-Pipelines, sagt Putin am Dienstag im russischen Fernsehen. Bei einer Ansprache vor dem Inlandsgeheimdienst FSB sagte Putin außerdem, die Gegner Moskaus verständen wahrscheinlich, wie ein Angriff auf Russland unter Verwendung eines „nuklearen Elements“ enden könnte. Der russische Auslandsgeheimdienst SVR hatte vor einer möglichen Weitergabe von Atomwaffentechnologie an die Ukraine gewarnt.
Wie die Ukraine Russland zu einem Friedensschluss bewegen willDie Ukraine hat einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt, wie sie Russland auf dem Schlachtfeld weiter unter Druck setzen will. „Jeden Tag denken alle Ukrainer über eine Sache nach: wann der Krieg enden wird. Wir wollen Frieden mehr als jeder andere auf der Welt\", sagte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow am Dienstag. Deshalb habe der Präsident sein Ministerium gebeten, neben der Diplomatie die Verteidigung so zu stärken, „dass der Feind zum Frieden gezwungen wird\", sagte er.Im ersten Punkt „Den Himmel schließen\" geht es um eine bessere Flugabwehr. Die Ukraine verfolge das Ziel, alle Bedrohungen aus der Luft in Echtzeit zu identifizieren und mindestens 95 Prozent der Raketen und Drohnen abzufangen, erläuterte Fedorow. Derzeit werde ein mehrschichtiges, kompaktes Luftverteidigungssystem entwickelt und die Zahl der Abfangdrohnen erhöht.Das zweite Ziel heißt: „Den Feind an Land, zur See und im Cyberspace stoppen\". Für jeden Quadratkilometer, den Moskau erobern wolle, müsse die Ukraine mindestens 200 russische Soldaten töten. „Das ist das Ausmaß an Verlusten, bei dem ein weiteres Vorrücken unmöglich wird\", sagte Fedorow. Zugleich würden die Kommandostrukturen in der Armee reformiert, die militärische Ausbildung und das Beschaffungswesen verbessert. Außerdem würden die Streitkräfte technologisch besser ausgerüstet.Das dritte Ziel sei, Russland die wirtschaftlichen Ressourcen für den Krieg zu entziehen. Man müsse Russlands Einnahmen aus dem Ölhandel senken, sagte Federow. Er forderte neue Sanktionen des Westens gegen Russland. Um diese Ziele zu erreichen, brauche es internationale Partnerschaften, die technologische Überlegenheit gegenüber Russland.
Kreml: Nicht alle Kiegsziele in der Ukraine erreichtDer Kreml hat eingeräumt, dass auch nach vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine die anfänglich gesteckten Aufgaben bisher nicht umgesetzt wurden. „Vollkommen, ja, sind die Ziele bisher nicht erreicht, deshalb geht die militärische Spezialoperation weiter“, sagte Sprecher Dmitrij Peskow russischen Staatsagenturen zufolge. Moskau nennt den Krieg gegen die Ukraine offiziell militärische Spezialoperation.Zugleich sagte Peskow, dass Russland bereit sei, eine diplomatische Lösung bei den Verhandlungen mit der Ukraine zu finden. Es hänge alles von den Handlungen Kiews ab. Russland habe seine Bedingungen auf den Tisch gelegt, sie seien hinreichend bekannt, sagte Peskow. Dazu gehören etwa Ansprüche auf Gebiete im Osten der Ukraine, die Moskaus Truppen noch nicht einmal erobert haben.Zum vierten Jahrestag des Kriegsbeginns sagte Peskow, dass aus dem Konflikt mit der Ukraine für Russland inzwischen eine Konfrontation mit dem Westen geworden sei. Der Westen verfolge das „Ziel einer Zerstörung“ Russlands, behauptete er. Moskau wirft dem Westen seit langem vor, er wolle mit seinen Waffenlieferungen an die Ukraine und seinen Sanktionen Russland eine strategische Niederlage zufügen.
Vier Jahre vollumfänglicher russischer Angriffskrieg sind vier Jahre Zerstörung. Und Millionen Tote, Verletzte und Vertriebene. Doch die Ukrainer verlieren nicht den Mut. Eine deutliche Mehrheit will den Krieg ertragen, solange es eben nötig ist. In unserer Bilderstrecke zeigen wir Ihnen Aufnahmen aus den vergangenen Jahren, die tragische Momente, aber auch Augenblicke der Erleichterung und Freude zeigen.
Großbritannien verhängt neue Sanktionen gegen RusslandAnlässlich des vierten Jahrestags der russischen Vollinvasion in die Ukraine hat Großbritannien neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Es sei das bisher „größte Sanktionspaket gegen Russland“ und ziele vor allem auf die Öleinnahmen des Kremls, teilte die britische Regierung am Dienstag mit. Es umfasst knapp 300 neue Sanktionen gegen Unternehmen, die unter anderem am Export russischen Öls beteiligt sind oder Militärausrüstung liefern. Insgesamt werden mehr als 3000 neue Personen, Unternehmen und Schiffe gelistet.„Die heutige Maßnahme richtet sich gegen eines der weltweit größten Ölpipeline-Unternehmen, PJSC Transneft, das für den Transport von über 80 Prozent der russischen Ölexporte verantwortlich ist, und erschwert dem Kreml damit weiter die verzweifelte Suche nach Abnehmern für sein sanktioniertes Öl“, heißt es aus London. Außerdem werde die sogenannte Schattenflotte weiter ins Visier genommen.Die britische Außenministerin Yvette Cooper besuchte am Dienstag Kiew. Dort verkündete sie auch weitere Finanzhilfen in Höhe von 30 Millionen Pfund zur Stärkung der ukrainischen Energiesicherheit und zur Unterstützung des Wiederaufbaus. Der Brite Remy Osman fotografiert vor der Küste Singapurs die Schattenflotte. Warum er das tut und warum das von den Hochhäusern des Inselstaats besonders gut geht, lesen Sie hier: