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18.02.2026
15:08 Uhr
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Streit nach Stopp von Öllieferungen über die Druschba-Pipeline +++ Weiteres russisch-ukrainisches Treffen in Genf +++ Ukraine will gegen Kriegsunterstützung durch Belarus vorgehen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Slowakei droht Ukraine wegen blockierter Pipeline mit Gegenmaßnahmen Die slowakische Regierung hat der von Russland angegriffenen Ukraine mit der Einstellung von Stromlieferungen gedroht, falls das Nachbarland nicht wieder eine Pipeline in Betrieb nimmt, durch die russisches Öl in die Slowakei und nach Ungarn gelangt. Zudem rief Ministerpräsident Robert Fico am Mittwoch den Notstand für die Ölversorgung aus. 250.000 Tonnen aus der Notreserve sollten freigegeben werden, sagte er bei einer Pressekonferenz.Hintergrund ist, dass die Druschba-Pipeline nach Angaben der ukrainischen Behörden infolge einer Beschädigung während eines russischen Angriffs Ende Januar nahe der ukrainischen Stadt Brody stillgelegt wurde. Über den Südstrang der Pipeline wird üblicherweise russisches Öl über die Ukraine unter anderem in die Slowakei und nach Ungarn transportiert.
EU will Grenzregionen nahe Russland besser helfen Um die östlichen EU-Regionen an den Grenzen zu Russland, Belarus und der Ukraine stärker zu unterstützen, sollen sie nach Willen der EU-Kommission einfacheren Zugang zu Geld bekommen. Außerdem soll in den entsprechenden Regionen in neun EU-Mitgliedsstaaten gegen Abwanderung und Arbeitskräftemangel vorgegangen werden. Das geht aus einer in Brüssel vorgestellten Strategie der Behörde hervor.Die Stärkung von Wohlstand und Widerstandsfähigkeit dieser Regionen sei nicht nur ein Ausdruck der EU-Solidarität nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, „sondern auch eine strategische Investition in Europas Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und künftige Stabilität“, hieß es. Die entsprechenden Regionen mit geografischer Nähe zu Russland, Belarus oder der Ukraine in Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien seien besonders stark von indirekten Angriffen, gezielt gelenkter Migration, wirtschaftlichen Problemen und Bevölkerungsrückgang betroffen.
Weiteres russisch-ukrainisches Treffen in GenfNach dem Ende der formellen trilateralen Beratungen in Genf hat sich der russische Chefunterhändler Wladimir Medinskij zu einem zweistündigen Gespräch hinter verschlossenen Türen mit Vertretern der Ukraine getroffen. Dies meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA. Die formellen, von den USA vermittelten Gespräche waren zuvor nach nur zwei Stunden beendet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sie als „schwierig“ bezeichnet. Er wirft Russland zudem vor, Fortschritte bei der Suche nach einer Einigung zur Beendigung des vierjährigen Krieges absichtlich zu verzögern.
Kiew will gegen belarussische Kriegsunterstützung vorgehenDie Ukraine verhängt Sanktionen gegen den belarussischen Machthaber Alexandr Lukaschenko und kündigt schärfere Maßnahmen gegen Minsk an. „Wir werden die Gegenmaßnahmen gegen jede Form von Lukaschenkos Unterstützung bei der Tötung von Ukrainern deutlich intensivieren“, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Selenskyj wirft dem Regime in Minsk vor, Russland bei dessen Angriffskrieg zu helfen. Belarus habe es Moskau ermöglicht, von seinem Territorium aus Drohnenangriffe auf die Ukraine zu steuern. „Ohne diese Hilfe hätte Russland einige Angriffe, insbesondere auf Energieanlagen und Eisenbahnstrecken, nicht ausführen können“, sagt Selenskyj.
Verhandlungen in Genf beendetDie Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende des seit fast vier Jahren dauernden Kriegs sind am zweiten Verhandlungstag in Genf nach knapp zwei Stunden beendet worden. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die russische Delegation habe den Ort des Treffens verlassen.Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte nach diesen Angaben, die Gespräche seien „schwer, aber sachlich“ gewesen. Zu Ergebnissen wurde nichts mitgeteilt. Medinski kündigte eine neue Verhandlungsrunde für die nächste Zeit an. Eine Sprecherin des ukrainischen Chefunterhändlers Rustem Umjerow bestätigte das Ende der Gespräche. Es gab zunächst keine Informationen dazu, ob die Ukrainer noch weiter mit den Vermittlern aus den USA reden. „Wir sehen, dass Fortschritte erzielt wurden, aber im Moment gehen die Positionen auseinander, weil die Verhandlungen schwierig waren“, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Reportern in einem WhatsApp-Chat mit. Am Vormittag hatte er Russland auf der Plattform X vorgeworfen, die laufenden Friedensverhandlungen zu verzögern. Die gestrigen Treffen in Genf seien schwierig gewesen, schreibt Selenskyj auf der Plattform X. „Russland versucht, die Gespräche in die Länge zu ziehen, die bereits in der Endphase sein könnten.“
Ukraine und Russland verhandeln in GenfIn der Schweiz hat der zweite Verhandlungstag einer neuen Runde der von den USA vermittelten direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine begonnen. „Die Verhandlungen finden in Arbeitsgruppen statt, die sich mit politischen und militärischen Fragen befassen“, erklärte der ukrainische Unterhändler Rustem Umerow am Mittwoch im Onlinedienst X. Ein Sprecher der russischen Delegation in Genf bestätigte ebenfalls den Beginn der Gespräche.„Wir bemühen uns, die Parameter und Mechanismen der gestern diskutierten Entscheidungen zu klären“, fügte Umerow hinzu. Bei den am Dienstag in Genf begonnenen zweitägigen Gesprächen soll erneut über eine Beendigung der Kämpfe in der Ukraine verhandelt werden. Die USA werden vom Sondergesandten Steve Witkoff und dem Präsidentenberater Jared Kushner vertreten. Nach Abschluss des ersten Verhandlungstags erklärte Witkoff, es seien „bedeutende Fortschritte“ erreicht worden.
Ukraine: Aktuelle News zum Krieg mit Russland | FAZ
Russland: Starlink-Sperrung beeinträchtigt Drohneneinsätze nichtDie Abschaltung der vom russischen Militär genutzten Starlink-Terminals hat einem Regierungsvertreter zufolge keine Auswirkungen auf die Drohneneinsätze. Die Terminals seien seit zwei Wochen außer Betrieb, sagt der stellvertretende russische Verteidigungsminister Alexej Kriworutschko im Staatsfernsehen. Dies habe jedoch weder die Intensität noch die Effektivität der unbemannten Systeme beeinträchtigt. Die Ukraine hatte dagegen erklärt, die Abschaltung habe erhebliche Folgen für die russischen Operationen. Starlink ist ein Internetdienst von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen des Tesla-Chefs Elon Musk. Dieser hat von einer unzulässigen Verwendung des Dienstes durch Russland gesprochen, die unterbunden worden sei.
Russin trug Ukraine-Schild bei Olympia-EröffnungAusgerechnet eine in Mailand lebende Russin hat bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele die ukrainische Auswahl ins San-Siro-Stadion geführt. Die Architektin Anastasia Kutscherowa trug bei der Nationenparade während der Zeremonie in der legendären Fußball-Arena das Plakat mit dem Ländernamen Ukraine, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Hinter der Russin liefen die ukrainische Fahnenträgerin Jelysaweta Sydorko und einige ihrer Teamgefährten ins Stadion.Kutscherowa trug wie die anderen Plakatträger einen langen silbernen Mantel mit Kapuze und eine große schwarze Brille, war daher praktisch nicht zu erkennen. Erst mehr als eine Woche nach dem Geschehen offenbarte sie sich. „Ich habe mich umgedreht, ich wusste nicht, was ich zu ihnen sagen soll. Ich habe dann gesagt, dass ihnen das gesamte Stadion stehende Ovationen geben wird“, sagte Kutscherowa laut AP.Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Kutscherowa, die seit 14 Jahren in Mailand lebt, hatte sich als Freiwillige für die Winterspiele gemeldet. Als der Choreograf der Eröffnungsfeier fragte, ob einer der Plakatträger eine der Nationen besonders gern begleiten wolle, wählte Kutscherowa nach eigenen Angaben die Ukraine - und erhielt den Zuschlag.
Selenskyj drängt auf europäische Produktion von FlugabwehrraketenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zur Stärkung seines Landes für eine europäische Flugabwehrraketenproduktion besonders für Patriot-Systeme ausgesprochen. „Es gab Versprechen zu Produktionslizenzen, aber Amerika hat sich nicht dazu entschlossen, obgleich wir sowohl eine Produktion in der Ukraine als auch gemeinsam mit Nato-Partnern in der Region vorgeschlagen haben“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Er erwähnte dabei die Nachbarstaaten Rumänien und Polen. Ihm zufolge seien die aktuellen Produktionszahlen selbst mit den geplanten Erweiterungen zu gering.Selenskyj drängt immer wieder auf eine schnellere Lieferung von vor allem Raketen für die Patriot-Flugabwehrsysteme, da diese ukrainischen Angaben nach besonders effektiv gegen russische ballistische Raketen sind.
Tote nach Explosion in russischem PolizeigebäudeBei einer Explosion in einem Militärpolizeigebäude im Norden Russlands sind drei Menschen getötet worden. Die Leichen wurden unter den Trümmern des zum Teil zerstörten Gebäudes in Sertolowo nahe von St. Petersburg gefunden, wie Gouverneur Alexander Drosdenko bei Telegram mitteilte. Nach Medienberichten gibt es zudem weitere Verletzte. Die Explosion ist Zeugen zufolge kilometerweit zu hören gewesen. Zu der Ursache wurde zunächst nichts bekannt. Es seien Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit und einem Verstoß gegen Brandschutzvorschriften aufgenommen worden, teilte das Ermittlungskomitee mit.Seit dem russischen Überfall auf die benachbarte Ukraine vor knapp vier Jahren verüben ukrainische Geheimdienste regelmäßig Anschläge in Russland vor allem auf militärische Objekte.
Russland droht mit Kriegsmarine zum Schutz seines SeehandelsRussland droht dem Westen mit dem Einsatz von Kriegsschiffen, um seine Handelsflotte zu beschützen. Der für Schifffahrt zuständige Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew sprach in der Moskauer Zeitung „Argumenty i Fakty“ von „piratenähnlichen Angriffen“ westlicher Staaten auf den Seehandel seines Landes. Moskau erwartet demnach künftig noch mehr Versuche, russische Öltanker und andere Handelsschiffe festzusetzen. „Wir denken, dass wie zu allen Zeiten die Kriegsflotte die beste Garantie für die Sicherheit der Schifffahrt ist“, sagte Patruschew. Russland müsse weiter sein Öl, sein Getreide, seinen Dünger verschiffen können, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.Die EU hat im Zuge des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine auch Schiffe der russischen Schattenflotte mit Sanktionen belegt. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig ist für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist. Auch für andere Bereiche der russischen Schifffahrt gelten Sanktionen.Dazu sagte Patruschew: „Die vom Wesen her piratenähnlichen Angriffe auf den russischen Seehandel deuten darauf hin, dass westliche Gegner beschlossen haben, einen Schlag gegen einen der wichtigsten Bereiche der russischen Wirtschaft zu führen – den Außenhandel – und ihn lahmlegen wollen.“ Er fügte an: „Wenn wir ihnen keinen entschiedenen Widerstand leisten, werden die Engländer, Franzosen und sogar die Balten bald so dreist sein, dass sie versuchen werden, unserem Land den Zugang zu den Meeren, zumindest im Atlantikbecken, vollständig zu versperren.“ Er warnte vor den Seeblockaden. Seine Schlussfolgerung: „Wir benötigen mehr Schiffe für die Fernfahrt auf See und im Ozean, die lange Zeit autonom in erheblicher Entfernung von ihren Stützpunkten operieren können.“
Hälfte der Ukraineflüchtlinge in Deutschland ist in ArbeitDie Hälfte der zu Beginn der russischen Großinvasion nach Deutschland geflüchteten Ukrainer ist mittlerweile in Arbeit. Das ergibt eine Erhebung, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit bei rund 2700 bis Ende August 2022 eingereisten Ukrainern vorgenommen hat. Das bei den 2015 eingereisten Schutzsuchenden aus Syrien erst nach sechs Jahren erreichte Beschäftigungsniveau von 50 Prozent sei bei den Ukrainern nach dreieinhalb Jahren erreicht worden, sagte IAB-Studienleiterin Yuliya Kosyakova während einer Pressekonferenz am Dienstag. Gleichzeitig bleiben die Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen der Ukraineflüchtlinge groß. Ende September 2025 waren der Studie zufolge nur 21 Prozent der alleinerziehenden Ukrainerinnen mit Kindern unter drei Jahren abhängig beschäftigt. Bei Frauen mit Partnern und Kleinkindern (32 Prozent), bei Frauen ohne kleine Kinder (48 Prozent) und bei Männern (55 Prozent) liegt die Beschäftigungsquote deutlich höher. Zahlreiche Flüchtlinge, vor allem in Mehrpersonenhaushalten mit Kindern, würden über das Erwerbseinkommen hinaus staatliche Leistungen beziehen. Kritisch äußerte sich Kosyakova zu dem Rechtskreiswechsel, durch den nach dem 1. April 2025 eingereiste Ukrainer nur noch Asylbewerberleistungen erhalten sollen. Sie erwarte durch das vermehrte Wohnen in Gemeinschaftsunterkünften und eine schlechtere Gesundheitsversorgung „negative Effekte für die Arbeitsmarktintegration“. Die Studie hält außerdem fest, dass der Rechtskreiswechsel dazu führt, „dass arbeitsmarktpolitische Unterstützung später und weniger koordiniert einsetzt“. Ein Vertreter eines Jobcenters betonte während der Studienvorstellung, dass die Zusammenarbeit mit den Sprachkursträgern im Jobcenter „eingeübt“ sei. Durch eine künftige Selbstfinanzierung im wichtigen Erwerb der deutschen Sprache könnten „Zeitverluste“ eintreten.
Ukrainer sollen in Schleswig-Holstein Abwehrkampf lehrenVertreter des massiv von russischen Angriffen betroffenen ukrainischen Gebiets Cherson sollen künftig Beamten Schleswig-Holsteins den Abwehrkampf beibringen. Lehrgänge durch Ukrainer soll es in Kiel schon bald für die Polizei, die Feuerwehr, aber auch für weitere Akteure im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes geben. Das gaben der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Daniel Günther (CDU), sowie der Gouverneur des Gebiets Cherson, Oleksandr Prokudin, am Dienstag in Kiel bekannt. Allein 2025 sind laut Prokudin rund 97.000 russische Drohnen in sein Gebiet geflogen, von denen etwa 96 Prozent abgewehrt werden konnten. Cherson habe „einmalige Erfahrungen“ in dem Krieg gesammelt: bei der Drohnenabwehr, der Evakuierung der Bevölkerung, der Ersten Hilfe, wenn Krankenhäuser nicht mehr funktionierten sowie bei der Frage, wie das Militär operiere, wenn der Strom ausfalle. Diese Erfahrungen könne man weitergeben.Auf die Frage, wie gut vorbereitet Deutschland etwa auf massive Sabotageakte infolge eines möglichen russischen Angriffs auf das Baltikum sei, antwortete Prokudin: Deutschland und Europa seien „überhaupt nicht“ vorbereitet. Das habe auch die nun bekannt gewordene Simulation gezeigt, bei der zehn ukrainische Soldaten innerhalb von zwei Stunden in Estland zwei NATO-Bataillone vollständig niedergeschlagen hätten. „Der Krieg ist nicht weit weg“, so Prokudin. Ein Szenario für Kiel sei, dass eine „Mutterdrohne“ in die Förde eindringe und dort viele weitere Drohnen loslassen könne, die dann militärische und zivile Infrastruktur angriffen. So gehe Russland in der Ukraine vor. „Bereitet euch vor. Der Feind spürt, wenn die andere Seite bereit ist, das hat eine Abschreckungswirkung.“ Am Dienstag ging in Kiel eine zweitägige Sicherheitskonferenz zu Ende, an der neben Prokudin und anderen Vertretern des Gebiets Cherson auch Vertreter von Bundeswehr, Polizei und Katastrophenschutz teilnahmen. Die Erfahrungen aus der Ukraine seien eindrücklich gewesen, sagte Ministerpräsident Günther. Es sei „noch eine Menge zu tun“, bis Deutschland wirklich abwehrbereit sei.