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30.11.2025
22:57 Uhr
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Ukrainischer Delegationsleiter nannte das Treffen „produktiv und erfolgreich“ +++ Rubio: Ukraine soll „nie wieder einen Krieg führen müssen“ +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

US-Präsident Donald Trump gibt sich nach Gesprächen zwischen Vertretern der Ukraine und seiner Regierung über Wege zur Beendigung des Ukrainekriegs optimistisch. An Bord der Präsidentenmaschine Air Force One verwies er zwar auf „schwierige kleine Probleme“ der Ukrainer und nannte als Beispiel den „nicht hilfreichen“ Korruptionsskandal in dem Land. Die Nachfrage einer Journalistin, ob das die Friedensgespräche behindere, bejahte er allerdings nicht und führte vielmehr kurz darauf aus:
In der Diskussion um die Nutzung von eingefrorenem russischem Vermögen für die Ukraine hat sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) dafür ausgesprochen, das finanzielle Risiko in der EU gemeinsam zu tragen. Um die russischen Vermögenswerte nutzen zu können, sei es wichtig, die „belgischen Interessen“ zu wahren, sagte Wadephul am Sonntagabend in der ARD. Die Belgier bräuchten „Absicherungen“, das müsse „gemeinsam getragen werden in der europäischen Familie.“Wadephul kündigte weitere Gespräche dazu in der kommenden Woche an, unter anderem auch am Rande des NATO-Außenministertreffens am Mittwoch. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei an den Gesprächen beteiligt, die Wadephul als „schwierige Operation“ bezeichnete. Diese sei aber nötig, um zu zeigen, „dass wir an der Seite der Ukraine stehen, dass die hinreichenden Mittel da sind, um die Ukraine weiterhin zu unterstützen“.Die EU-Kommission hatte im September vorgeschlagen, rund 140 Milliarden Euro russischer Zentralbankgelder, die in Belgien eingefroren sind, für Kredite an die Ukraine zu nutzen. Belgien lehnt ein solches Vorgehen bisher aber entschieden ab, weil es rechtliche Konsequenzen und russische Vergeltung befürchtet.
Vertreter der USA und der Ukraine haben im US-Bundesstaat Florida Gespräche über Wege für ein Ende des russischen Angriffskriegs aufgenommen. Das teilte der ukrainische Delegationsleiter Rustem Umjerow auf Telegram mit. „Wir haben klare Vorgaben erhalten - die Interessen der Ukraine zu wahren, einen substanziellen Dialog zu sichern und auf Grundlage der in Genf erzielten Fortschritte voranzugehen“, schrieb er. Für die US-Seite nahmen Außenminister Marco Rubio, der Sondergesandte von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen teil. Nach offiziell unbestätigten Berichten von US-Medien wurde der Golfklub Shell Bay als Tagungsort gewählt.Rubio betonte vor Ort, es gehe nicht nur darum, einen Krieg zu beenden. In Videos von anwesenden Journalisten, die in US-Medien und sozialen Netzwerken verbreitet wurden, ist zu hören, wie der US-Außenminister das wirtschaftliche Potenzial der Ukraine hervorhebt. „Die Ukraine hat enorme Chancen auf echten Wohlstand.“Allein durch ein Kriegsende sei dies allerdings nicht zu erreichen. „Es geht also nicht nur um Friedensabkommen.“ Es gehe darum, einen Weg zu schaffen, der Souveränität, Unabhängigkeit und Wohlstand der Ukraine garantiere. Außerdem solle sichergestellt werden, dass die Ukraine nie wieder einen Krieg führen müsse, sagte Rubio.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die frühere Botschafterin in den USA, Oksana Markarowa, zu seiner Beraterin für den Wiederaufbau ernannt. „Ab heute wird Oksana Markarowa unseren Staat als meine Beraterin für Wiederaufbau und Investitionen unterstützen“, schrieb Selenskyj auf X. Über das grundlegende Ziel der Verteidigung der Unabhängigkeit und die Sicherung des Überlebens hinaus habe die Ukraine das langfristige Ziel, das Land nach einem Ende des Krieges wiederaufzubauen und sich wirtschaftlich wieder normal zu entwickeln.
Das kasachische Außenministerium erhebt Kritik gegen die Ukraine. Es wirft ihr vor, zum wiederholten Male einen absichtlichen Angriff auf kritische Infrastruktur des internationalen Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC) im Schwarzen Meer verübt zu haben. Der Vorfall stelle „den dritten Akt der Aggression gegen eine ausschließlich zivile Einrichtung“ dar, deren Betrieb völkerrechtlich geschützt sei. Das CPC hatte am Samstag mitgeteilt, dass es seinen Betrieb an einem wichtigen Ölterminal eingestellt habe. Ein Ankerpunkt sei durch einen Angriff mit Marinedrohnen erheblich beschädigt worden. Das CPC wickelt mehr als ein Prozent des weltweiten Öls ab. Es exportiert hauptsächlich Öl aus Kasachstan über Russland und den Schwarzmeer-Terminal.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sieht bei den Regierungen Russlands und der Ukraine eine wachsende Bereitschaft für ein Friedensabkommen. „Nach vier Jahren Zermürbungskrieg sind die Parteien eher bereit als früher, Frieden zu schließen. Sie haben das Ausmaß des menschlichen Leids und der Zerstörung gesehen und ihre eigenen Grenzen erkannt“, sagte Fidan der „Welt am Sonntag“. Die russische Armee hatte auf Befehl von Präsident Wladimir Putin die Ukraine im Februar 2022 angegriffen. „Nach unserem Verständnis ist auch Herr Putin bereit, einem Waffenstillstand und einem umfassenden Friedensabkommen unter bestimmten Bedingungen zuzustimmen“, sagte der türkische Außenminister der Zeitung. Diese Haltung sei der ukrainischen Seite mitgeteilt worden, und die Türkei engagiere sich „in einigen Aspekten davon“. Dieser Krieg verursache auch Russland sehr hohe Kosten. Das derzeit diskutierte Abkommen sei nicht nur wichtig, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, „sondern auch um dauerhaft Stabilität für ganz Europa zu schaffen. In diesem Zusammenhang sollten wir einige Artikel des Abkommens, das die Sicherheit Europas gewährleisten soll, genauer betrachten. Ich sehe darin eine historische Chance, weitere Angriffe zu verhindern“, fügte Fidan hinzu. Noch ist unklar, welche Sicherheitsgarantien die Ukraine erhalten könnte. Putin hatte zuletzt gesagt, Russland könnte schriftlich zusichern, dass es keine europäischen Länder angreifen werde.
Die Zahl der Toten durch russische Luftangriffe in der Nacht zum Samstag hat sich von drei auf sechs erhöht. Dutzende Menschen seien verletzt worden, teilen ukrainische Behörden mit. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland 26 Raketen und fast 600 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert.
US-Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff treffen sich am Sonntag mit einem Verhandlungsteam der Ukraine, um über den Plan für ein Ende des Krieges mit Russland zu beraten. Wie ein Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump mitteilte, findet das Treffen im Bundesstaat Florida statt. Auch Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner nimmt demnach daran teil.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag die Abreise der ukrainischen Delegation bekanntgegeben. Sie wird demnach vom Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, geleitet. Selenskyjs bisheriger Präsidialamtschef Andrij Jermak ist infolge seines Rücktritts wegen Korruptionsvorwürfen nicht dabei.Jermak war der Leiter der ukrainischen Delegation bei den Gesprächen über den von den USA vorgelegten Ukraine-Plan am Sonntag vergangener Woche in Genf. Die ursprüngliche Fassung dieses Plans war weithin als äußerst vorteilhaft für Russland beurteilt worden. So sollte die Ukraine nicht nur die von Russland besetzten Gebiete im Osten des Landes abtreten, sondern auch noch nicht eroberte Regionen. Zudem sollte die Ukraine auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichten und ihre Streitkräfte stark verkleinern.Bei den Gesprächen in Genf, an denen auch die Europäer beteiligt waren, wurde der 28-Punkte-Plan abgemildert. Moskau beharrt aber auf dem Rückzug der ukrainischen Armee aus den von Russland beanspruchten Gebieten. Kreml-Chef Wladimir Putin bezeichnet die überarbeitete 20-Punkte-Fassung am Freitag immerhin als mögliche „Grundlage für zukünftige Vereinbarungen“.Selenskyj wird am Montag vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris empfangen, um über die Gespräche in Genf und den US-Plan zu beraten. In den kommenden Tagen wird zudem US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll in Kiew erwartet, um den Plan zu besprechen. Der US-Sondergesandte Witkoff soll kommende Woche in Moskau mit Putin darüber sprechen.
Nach massiven russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine hat in der benachbarten Republik Moldau Präsidentin Maia Sandu eine weitere Verletzung auch des Luftraums von Moldau beklagt. „Auf dem Weg, Zivilisten zu töten, haben russische Drohnen wieder moldauischen Luftraum verletzt und seine vorübergehende Schließung erzwungen“, teilte Sandu bei X mit. Laut moldauischen Medien waren diesmal zeitweilig auch keine Starts und Landungen auf dem Flughafen der Hauptstadt Chisinau möglich. Es kam demnach zu Verzögerungen und einer Umleitung ins benachbarte Rumänien. „Wir verurteilten die Attacken und stehen an der Seite der Ukraine“, teilte Sandu weiter mit. Es habe einen zehnstündigen Angriff auf die Ukraine gegeben. Das sei keine Sprache eines Landes, das behaupte, über einen Frieden zu verhandeln, sagte sie mit Blick auf die geplanten Gespräche. Moldau meldet vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs immer wieder Luftraumverletzungen.
Inmitten schwieriger Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine empfängt Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Montag in Paris. Die beiden Staatschefs wollten sich über die Bedingungen für einen dauerhaften und gerechten Frieden und den dazu vorliegenden amerikanischen Plan austauschen, teilte der Élysée-Palast. Außerdem gehe es um die militärischen Garantien, mit der die in der sogenannten Koalition der Willigen vereinten Unterstützerländer der Ukraine eine Friedenslösung absichern wollen.
In Südafrika sind vier Männer wegen des Verdachts, für Russland im Ukraine-Krieg kämpfen zu wollen, festgenommen worden. Die Männer seien am Freitag am Flughafen in Johannesburg aufgehalten worden, teilt die Polizei mit. Nach südafrikanischem Recht ist es Bürgern untersagt, ohne Genehmigung ausländischen Regierungen militärische Hilfe zu leisten oder in ausländischen Armeen zu kämpfen. Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass eine südafrikanische Frau die Reise und Rekrutierung der Männer für das russische Militär ermöglicht habe, teilt die Polizei weiter mit. Vor Wochen hatte es bereits Berichte gegeben, dass 17 Südafrikaner in der Ukraine festsitzen, nachdem sie mit lukrativen Versprechungen für Söldnertruppen angeheuert worden sein sollen. Am Freitag hatte eine Tochter des früheren südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma ihr Parlamentsmandat wegen des Vorwurfs der Söldner-Rekrutierung für Russland aufgegeben.
Die Ukraine hat nach Angaben ihres Geheimdienstes SBU zwei Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer angegriffen. Es habe sich um eine gemeinsame Aktion mit der ukrainischen Marine gehandelt, sagt ein SBU-Vertreter. Videoaufnahmen zeigten, dass beide Tanker durch die Treffer schwer beschädigt und nicht mehr funktionsfähig seien. „Dies ist ein erheblicher Schlag für den russischen Öltransport“, sagt der Insider. Wann genau der Angriff stattfand, ist nicht bekannt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sein Team für Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges in die Vereinigten Staaten entsandt. Das Team mit Delegationsleiter Rustem Umjerow sei bereits auf dem Weg. Es müssten rasch und substanziell die notwendigen Schritte zur Beendigung des Krieges ausgearbeitet werden, teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Er ernannte nach dem Rücktritt seines Bürochefs Andrij Jermak per Dekret Umjerow, den Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und früheren Verteidigungsminister, zum neuen Verhandlungsführer.„Die Ukraine arbeitet weiterhin auf möglichst konstruktive Weise mit den Vereinigten Staaten zusammen“, teilte Selenskyj weiter mit. Es gehe um einen würdigen Frieden. Er hatte einen 28-Punkte-Plan des amerikanischen Präsidenten Donald Trump bei Verhandlungen in Genf mit europäischen und amerikanischen Vertretern überarbeiten lassen. In den Vereinigten Staaten geht es um noch strittige Punkte. Die Verhandlungen hatte zunächst Selenskyjs rechte Hand Jermak geführt, der allerdings nach einer Durchsuchung seiner Wohnräume von Korruptionsermittlern am Freitag zurückgetreten war. Selenskyj hatte deshalb die Verhandlungsdelegation per Dekret neu gefasst. Auch Umjerows Name fiel schon im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen, er wies aber jede Beteiligung zurück.Umjerow teilte mit, dass er in den Vereinigten Staaten um die nächsten Schritte für einen gerechten und dauerhaften Frieden ringen wolle. Er hatte in diesem Jahr auch schon mehrfach mit russischen Vertretern in Istanbul verhandelt, Ergebnisse waren unter anderem Austausche von Gefangenen und getöteten Soldaten. Er soll später abermals Gespräche mit der russischen Seite führen.Der bisherige Verhandlungsführer Jermak hatte die von Russland als Bedingung für einen Frieden geforderten Gebietsabtretungen im Donbass zurückgewiesen. Russland verlangt den Rückzug der ukrainischen Truppen aus den Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk, die es bisher nicht kontrolliert. Zudem nennt Russland neben einer Vielzahl weiterer Forderungen, dass die Ukraine auf einen NATO-Betritt verzichtet. In der ersten Wochenhälfte werden dann amerikanische Vertreter zu Verhandlungen in Moskau erwartet. Kremlchef Wladimir Putin hatte sich bereit gezeigt zu Friedensgesprächen. Eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand ist aber bisher nicht in Sicht.
Im Schwarzen Meer gibt es Betreiberangaben zufolge nach einem ukrainischen Drohnenangriff Probleme bei einer Ölverladestation. Das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) teilt mit, es habe seinen Betrieb an einem wichtigen Ölterminal am Schwarzen Meer eingestellt. Ein Ankerpunkt sei durch den Angriff mit Marinedrohnen erheblich beschädigt worden. „Der weitere Betrieb des Ankerpunkts 2 ist nicht möglich.“ Bei dem Angriff wurde nach Angaben des Konsortiums niemand vom Personal oder von Vertragspartnern verletzt. Zum Zeitpunkt der Explosion habe das Notfallsystem die entsprechenden Pipelines abgeschaltet. Vorläufigen Berichten zufolge sei kein Öl ins Schwarze Meer gelangt. Das internationale Konsortium wickelt mehr als ein Prozent des weltweiten Öls ab. Es exportiert hauptsächlich Öl aus Kasachstan über Russland und den Schwarzmeer-Terminal.