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28.12.2025
19:32 Uhr
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Schwierige Gespräche erwartet +++ Trump telefoniert kurz vor Treffen mit Selenskyj mit Putin +++ Russischer Rechtsextremist Denis Kapustin stirbt bei russischem Drohnenangriff +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat sich dafür ausgesprochen, die AfD wie bei den vorigen Malen auch im kommenden Jahr von der Münchner Sicherheitskonferenz auszuschließen. Der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Bundestag begründete das mit den Kontakten der AfD nach Russland und China. „Dort fließt auch Information“, sagte er. „Und deswegen wäre das ein Sicherheitsrisiko.“ Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eines der weltweit wichtigsten Treffen von Sicherheitspolitikern und -fachleuten. Sie findet 2026 vom 13. bis 15. Februar statt. Auch der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle sprach eine Warnung zum Umgang mit der AfD aus und wandte sich gegen eine Regierungsbildung mit deren Unterstützung. „Jede demokratische Partei muss sich fragen, ob sie mit einer Partei kooperieren will, die die Demokratie abschaffen will. Ich wäre hier sehr zurückhaltend“, sagte Voßkuhle dem „Tagesspiegel“. „Jeder sollte sich genau überlegen, ob er mit dem Teufel ins Bett geht.“ Dagegen wandte sich Peter Boehringer, stellvertretender Bundessprecher der AfD. Auch ein ehemaliger Richter habe „noch ein Mindestmaß an Wahrheits- und Mäßigungspflicht“, sagte Boehringer. Der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio äußerte sich zurückhaltend zu einem AfD-Verbotsverfahren. Es könnte Erfolg versprechend und sogar politisch notwendig sein, wenn die Partei sich weiter radikalisiere und darauf aus sei, die geltende Verfassungsordnung zu untergraben oder sogar abzuschaffen, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Aktuell bin ich nicht sicher, ob die Voraussetzungen für ein Verbot schon gegeben sind. Vielleicht sollte man das Pulver lieber trocken halten, weil man es womöglich später noch benötigt.“
Papst Leo XIV. hat zu Weihnachten Lebensmittelhilfen in die Ukraine geschickt. Drei Lastwagen hätten 100.000 Hühnchen- und Gemüse-Fertigsuppen in die Nähe der Front gebracht, wo sie an Bedürftige verteilt werden sollen, sagte Kurienkardinal Konrad Krajewski am Wochenende.Damit wolle der Papst seine Nähe zu den leidenden Menschen in der Ukraine zeigen, so der Sozialbeauftragte des Papstes, der schon häufig seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 Hilfslieferungen in die Ukraine brachte. Die Nahrungsmittel seien in Gegenden gebracht worden, die häufig bombardiert würden und wo es an Strom, Wasser und Heizung mangele, so der polnische Kardinal.Papst Leo habe bereits vor Weihnachten über das Almosenamt und Vatikanbotschaften (Nuntiaturen) Spenden in mehrere Länder geschickt, sagte Krajewski. Bei seinem Segen „Urbi et Orbi“ am Ersten Weihnachtstag appellierte Leo XIV., das „Dröhnen der Waffen“ in der Ukraine solle zum Schweigen gebracht werden. Moskau und Kiew sollten mithilfe der internationalen Gemeinschaft direkte Friedensverhandlungen führen.
Wegen mutmaßlich ukrainischer Drohnenangriffe wurde der Flugverkehr in der russischen Hauptstadt Moskau zeitweise lahmgelegt. Auf den Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo waren vor Beginn der bis 11. Januar dauernden landesweiten Ferien stundenlang keine Starts und Landungen möglich, teilte ein Sprecher der Luftfahrtbehörde mit. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti in der Nacht zu Sonntag meldete, mussten mehr als 300 Flüge annulliert werden – oder sie hatten Verspätung.Die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot teilte am Morgen mit, dass die auf Ersatzflughäfen umgeleiteten Maschinen im Laufe des Sonntags vollständig in Moskau landen sollten. Im Laufe des Sonntags solle es auch eine Rückkehr zum normalen Flugplan geben.Russland hatte am Samstag die Ukraine großflächig mit Drohnen angegriffen. Es gab nach ukrainischen mehr als 500 Angriffe mit Drohnen. Besonders betroffen waren Wohngebiete und die Energieversorgung in der Hauptstadt Kiew und in ihrem Umland.
Bei Gefechten im ukrainischen Gebiet Saporischschja ist der für die Ukraine kämpfende russische Rechtsextremist Denis Kapustin ums Leben gekommen. Kapustin war Kommandeur des „Russischen Freiwilligenkorps“, das sei seit 2022 an der Seite der Ukraine gegen Russland kämpft. Kapustin wurde den Angaben des „Russischen Freiwilligenkorps“ auf Telegram zufolge bei einem Drohnenangriff in der Nacht auf Samstag getötet. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Gruppe, als sie im Mai 2023 in das russische Gebiet Belgorod eindrang und in Grenznähe kurzzeitig einige Siedlungen kontrollierte. Mehr als ein Jahr nach Beginn der russischen Großinvasion setzten die Ukrainer durch punktuelles Eindringen auf russisches Gebiet auf Nadelstiche in umgekehrter Richtung. Denis Kapustin wurde 1984 in Moskau geboren und ist 2001 mit seiner Familie nach Deutschland emigriert. Bald machte sich Kapustin in der Szene rechtsextremer Fußball-Hooligans und Kampfsportler einen Namen. Oft trat Kapustin auch unter dem Pseudonym Nikitin auf. 2019 entzog ihm Deutschland die Aufenthaltsbewilligung und der russische Rechtsextremist wurde mit einem Einreiseverbot für den Schengenraum belegt.Nach zwischenzeitlichen Aufenthalten in der russischen Heimat soll sich Kapustin seit 2017 in der Ukraine aufgehalten haben. Dort führte er seine Geschäftstätigkeiten als Organisator von Mixed Martial Arts-Kämpfen weiter und galt als gut vernetzt mit Rechtsextremisten in der Ukraine, in Westeuropa und in Russland. Während andere russische Rechtsextremisten sich an Moskaus Invasion in der Ukraine beteiligten, lehnte die Strömung Kapustins diese ab. Auf die Frage, was er von der Idee ukrainischer Nationalisten halte, dass Russland zerfallen müsse, antwortete Kapustin einst: „Wenn sich Russland für die Russen auf Moskau und den europäischen Teil verkleinert, stellt mich als Nationalisten das vollkommen zufrieden.“
Russland betrachtet als Teil von möglichen Sicherheitsgarantien in die Ukraine entsandte europäische Truppen als legitime Ziele für seine Streitkräfte. Dies sagte Außenminister Sergej Lawrow in Äußerungen, die am Sonntagmorgen von der russischen Staatsnachrichtenagentur Tass verbreitet werden. Lawrow behauptete zudem, die europäischen Politiker seien von „Ambitionen“ getrieben und missachteten die Interessen der eigenen Bevölkerung sowie der Ukrainer.Russlands Staatschef Wladimir Putin drohte zuvor, den Krieg gegen die Ukraine weiterzuführen, sollte diese keine „friedliche Lösung des Konflikts“ anstreben. Putins Äußerungen folgten auf einen massiven russischen Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine. Allein die Hauptstadt Kiew und ihr Umland wurde nach ukrainischen Angaben am Samstag mit 500 Drohnen und 40 Raketen angegriffen. Mindestens zwei Zivilisten wurden dabei getötet. Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko wurden rund 2600 Wohngebäude und mehr als 300 Schulen getroffen.
Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida an diesem Sonntag über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs wird zeitlich etwas vorgezogen. Das bilaterale Gespräch ist nun für 13.00 Uhr Ortszeit (19.00 MEZ) angesetzt und damit zwei Stunden früher als bislang geplant, wie das Weiße Haus mitteilte. Ein Grund wurde nicht genannt. Zeitverschiebungen per se sind erst einmal nichts Ungewöhnliches im Terminkalender des US-Präsidenten.Trump hält sich derzeit in seiner luxuriösen Residenz Mar-a-Lago in Palm Beam im US-Bundesstaat Florida auf. In dem Privatclub hatte er in der Vergangenheit immer wieder hochrangige Politiker empfangen. Laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen ukrainischen Senders Suspilne traf Selenskyj am Samstagabend (Ortszeit) bereits in den USA ein.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich in Uniform von seinem Generalstab über angebliche neue Eroberungen in der Ukraine informieren lassen. Putins Auftritt in Uniform kurz vor einem an diesem Sonntag in Florida geplanten Treffen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump dürfte kein Zufall sein. Der Kremlchef fordert Selenskyj seit längerem zum Rückzug ukrainischer Truppen im Donbass auf als einen Weg zu einem Waffenstillstand. Selenskyj aber wirft Putin immer wieder Lügen über angebliche Eroberungen vor. Er lehnt eine Kapitulation ab.Putin sagte, dass sich Russland den Donbass – dazu gehören die Gebiete Donezk und Luhansk – auch militärisch einverleiben könne. Er warf Selenskyj in einem vom Kreml am Samstagabend veröffentlichen Clip vor, kein Interesse an einem Friedensabkommen zu haben.
Das ukrainische Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj will nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Sonntag mit europäischen Staats- und Regierungschefs beraten. Kiew strebe damit eine stärkere Position an, um eine Verschleppung des Krieges durch Russland zu verhindern, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Er habe bereits mit mehreren Partnern der Ukraine gesprochen, um die Prioritäten auf diplomatischem Wege abzustimmen. „Morgen, nach dem Treffen mit Präsident Trump, werden wir die Gespräche fortsetzen“, heißt es in dem Beitrag.
Die europäischen Verbündeten Kiews haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor seinem morgigen Treffen mit US-Präsident Donald Trump ihre anhaltende Unterstützung zugesichert. Selenskyj habe Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und weitere europäische Staats- und Regierungschefs am Samstagabend über den Verhandlungsstand informiert, erklärte der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius. „Die elf Staats- und Regierungschefs aus Europa und Kanada sowie die Spitzen von Nato und der EU sicherten der Ukraine ihre volle Unterstützung zu und unterstrichen, in enger Koordination mit den USA für einen nachhaltigen und gerechten Frieden in der Ukraine einzutreten“, fügte er hinzu. Selenskyj befinde sich auf dem Weg in die USA und halte die sogenannte Berlin-Gruppe über die Verhandlungen auf dem Laufenden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuvor auf Bitten Selenskyjs zu einer Telefonschalte im Format des jüngsten Berliner Treffens eingeladen, hieß es weiter.Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte in dem Telefonat die jüngsten russischen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew, wie aus dem Elysée-Palast verlautete. Diese hätten den Kontrast verdeutlicht zwischen der „der Bereitschaft der Ukraine, einen dauerhaften Frieden zu erreichen, und der Entschlossenheit Russlands, den Krieg fortzusetzen“. Von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ebenfalls an dem Gespräch teilgenommen hatte, hieß es auf der Plattform X, man begrüße „alle Bemühungen, die zu unserem gemeinsamen Ziel führen — einem gerechten und dauerhaften Frieden, der die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine wahrt.“
Der russische Präsident Wladimir Putin wirft der Ukraine vor, den Krieg nicht auf friedlichem Wege beenden zu wollen. Sollte die Ukraine keinen Frieden wollen, werde Russland alle Ziele seines „militärischen Spezialeinsatzes“ gewaltsam durchsetzen, sagt Putin staatlichen russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Die Regierung in Moskau bezeichnet den Konflikt nicht als Krieg.Russische Kommandeure melden nach offiziellen Angaben zudem die Einnahme mehrerer Städte in den Regionen Donezk und Saporischschja. Das ukrainische Militär erklärte am Morgen dagegen, russische Vorstöße in der Nähe einiger der genannten Orte abgewehrt zu haben.
Durch die jüngsten russischen Angriffe sind nach Angaben des Energieversorgers DTEK im Großraum Kiew mehr als eine Million Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten worden. In der ukrainischen Hauptstadt waren mehr als 700.000 Kunden betroffen und in der umliegenden Region weitere 400.000 Haushalte, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Einsatzkräfte arbeiteten daran, „die Stromversorgung wiederherzustellen, während weiterhin Luftangriffe zu hören sind“.Die russische Armee hatte Kiew und die umliegende Region am Samstag nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyjs mit 500 Drohnen und 40 Raketen angegriffen. Mindestens zwei Menschen wurden bei den Angriffen getötet. Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko wurden rund 2600 Wohngebäude und mehr als 300 Schulen getroffen.
Kanada sagt der Ukraine weitere Wirtschaftshilfe in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar zu. Sie solle es dem Land ermöglichen, Finanzmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten, sagt Premierminister Mark Carney bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums binnen drei Stunden 111 ukrainische Drohnen über sechs russischen Regionen abgewehrt, darunter acht über Moskau. Elf weitere Drohnen wurden dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge später auf dem Weg in die Stadt abgeschossen. Die Moskauer Flughäfen Wnukowo und Scheremetjewo schränkten den Flugverkehr aus Sicherheitsgründen vorübergehend ein, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.