FAZ 27.12.2025
13:25 Uhr

Krieg in der Ukraine: Stromausfall in Kiew nach russischen Angriffen


Mehr als eine Million Haushalte im Großraum der ukrainischen Hauptstadt betroffen +++ Ukrainisches Antikorruptionsbüro ermittelt gegen mehrere Abgeordnete +++ Viele Verletzte in Kiew nach russischen Angriffen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Stromausfall in Kiew nach russischen Angriffen

Das sind die wichtigsten Punkte beim Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida am Sonntag:Gebietsfragen: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj will abermals klarmachen, dass für Kiew eine Kapitulation und ein Diktatfrieden mit Moskau nicht infrage kommt. „Natürlich gibt es rote Linien für die Ukraine und das ukrainische Volk“, sagte Selenskyj in einer Mitteilung in seinem Telegram-Kanal vor dem Treffen in Florida. Selenskyj hatte etwa die auch von Trump geforderten Abtretungen jener Teile im Gebiet Donezk, die Russland bisher nicht kontrolliert, stets kategorisch abgelehnt. Es gebe Kompromissvorschläge für die offenen Gebietsfragen, sagte Selenskyj.Sicherheitsgarantien: Sprechen will der ukrainische Staatschef mit Trump über seine an Heiligabend präsentierten 20 Punkte für einen möglichen Friedensplan. Kernthema seien die Sicherheitsgarantien für die Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands, um vor einem neuen russischen Angriff dauerhaft geschützt zu sein. Selenskyj sagte auch, dass es parallel Verhandlungen mit den Europäern über Sicherheitsgarantien gebe. Er zeigte sich dankbar, dass die EU weitere finanzielle Unterstützung in Form von Krediten in Milliardenhöhe für die Ukraine beschlossen hat. Flugabwehr: Selenskyj sagte, dass Russland mit seinen täglichen Luftangriffen zeige, dass es kein Interesse an einem Frieden habe. Deshalb will er sich bei Trump auch für mehr Flugabwehrsysteme einsetzen. Die ukrainische Luftverteidigung brauche mehr Raketen, sagte Selenskyj angesichts der täglichen russischen Angriffe mit Drohnen und Raketen.Investitionen: Selenskyj sagte vor dem Treffen mit Trump, dass er mit dem US-Präsidenten auch über Investitionen für einen Wiederaufbau der Ukraine nach Beendigung des Krieges sprechen wolle. Dazu müssten Fonds gegründet werden, aufgebracht werden müssten bis zu 800 Milliarden US-Dollar (679 Milliarden Euro).

Kanada sagt der Ukraine weitere Wirtschaftshilfe in Höhe von 2,5 Milliarden ​Dollar zu. Sie solle es dem Land ermöglichen, Finanzmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten, sagt Premierminister Mark Carney bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. 

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums binnen drei Stunden ​111 ukrainische Drohnen über sechs russischen Regionen abgewehrt, darunter acht über Moskau. Elf weitere Drohnen wurden dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge später auf dem Weg in die Stadt abgeschossen. Die Moskauer Flughäfen Wnukowo und Scheremetjewo schränkten den Flugverkehr aus Sicherheitsgründen vorübergehend ein, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. 

Das ukrainische Antikorruptionsbüro (NABU) ermittelt gegen mehrere Abgeordnete des Landes wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Die Behörde erklärte am Samstag auf Telegram, sie habe eine „organisierte kriminelle Gruppe“ mit aktuellen Parlamentsabgeordneten enttarnt, die für ihr Abstimmungsverhalten „systematisch illegale Vorteile“ erhalten hätten. NABU-Ermittler versuchten demnach deswegen, Büros von Parlamentsausschüssen zu durchsuchen, seien aber von örtlichen Sicherheitskräften daran gehindert worden. Der abermalige Korruptionsvorwurf trifft die Ukraine in einer wichtigen Phase. Für Sonntag ist ein Gespräch von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump über den US-Plan zur Beendigung des Ukrainekrieges geplant. Es soll auf Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida stattfinden. Zugleich steht die Ukraine militärisch weiter massiv unter Druck. In der Nacht zum Samstag griff die russische Armee abermals mit zahlreichen Drohnen und Raketen an und sorgte für Stromausfälle.Erst Ende November war Selenskyjs enger Mitarbeiter und Präsidialamtschef Andrij Jermak wegen Korruptionsverdachts zurückgetreten. Kurz zuvor hatten NABU und die Antikorruptions-Staatsanwaltschaft über Durchsuchungen in Jermaks Wohnung informiert und dabei offen gelassen, ob die Ermittlungen gegen Jermak mit einem Korruptionsskandal im Energiesektor in Verbindung standen. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr ​Selenskyj ist zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in die USA aufgebrochen. Er werde sich bei einem Zwischenstopp in Kanada mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney treffen, sagte Selenskyj. Mit Blick auf die Gespräche mit Trump über einen Friedensplan erklärt er, die Ukraine habe ihre „roten Linien“. Er sei aber sicher, dass ein Kompromiss gefunden werden könne. 

In Kiew sind nach russischen Luftschlägen in zwei Hochhäusern nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko schwere Brände ausgebrochen. Klitschko berichtete in seinem Telegram-Kanal nach den Angriffen mit Drohnen und Raketen auch von mehr als zwei Dutzend Verletzten. Die Zahl erhöhte sich im Verlauf des Morgens immer wieder. Im Kiewer Gebiet starb laut Behörden eine 47 Jahre alte Frau bei den Angriffen. Wegen des Angriffs wurden nach Angaben der polnischen Flugsicherung die Flughäfen Rzeszow und Lublin im Südosten Polens vorübergehend geschlossen, nachdem polnische Kampfflugzeuge aufgestiegen waren. In der Hauptstadt fiel in Tausenden Haushalten die Heizung aus. Es gab auch Stromausfälle. Im ganzen Land gab es Luftalarm. Derzeit gebe es in der Hauptstadt mehr als 4000 Wohnhäuser, 187 Kindergärten, 138 Schulen und 22 soziale Einrichtungen ohne zentrale Wärmeversorgung, teilte Klitschko mit. „Energieversorger und Kommunalbetriebe arbeiten daran, die Energie- und Wärmeversorgung wiederherzustellen.“ Die Temperatur in der Hauptstadt liegt bei etwa null Grad Celsius. In der umliegenden Region Kiew sind den Behörden zufolge zudem 320.000 Haushalte ohne Strom. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte Russland fast 500 Drohnen und 40 Raketen ein. Ziele seien Energie- und zivile Infrastruktur. Wenn Russland selbst die Weihnachts- und Neujahrszeit in eine Zeit zerstörter Häuser und Kraftwerke verwandle, könne auf dieses „krankhafte Vorgehen“ nur mit „wirklich starken ​Schritten“ geantwortet werden, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.  

Vor den für Sonntag in Florida geplanten Gesprächen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump über einen überarbeiteten US-Plan für ein Ende des Ukrainekrieges hat Moskau Kiew vorgeworfen, die Gespräche zu „torpedieren“. Der neue Entwurf sei „radikal anders“ als der Text, über den Moskau mit Washington verhandelt habe, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Freitag. Die Ukraine und ihre Unterstützer – allen voran die EU, die „nicht für eine Einigung“ in dem Konflikt sei – hätten ihre „Bemühungen verstärkt, sie zu torpedieren“, sagte Rjabkow im russischen Fernsehen. „Ohne angemessene Lösung der Probleme, die zu dieser Krise geführt haben, wird es ganz einfach unmöglich sein, zu einer abschließenden Einigung zu gelangen“, betonte der russische Vizeaußenminister.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat in seinen Neujahrsgrüßen an Kreml-Chef Wladimir Putin die Beteiligung seines Landes an Russlands Krieg gegen die Ukraine hervorgehoben. 2025 sei ein „wirklich bedeutsames Jahr“ für das Bündnis der beiden Staaten gewesen, schrieb Kim in seiner am Samstag von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Botschaft an Putin. Russland und Nordkorea hätten „Blut, Leben und Tod im selben Graben“ geteilt.Das international isolierte Nordkorea hat nach Angaben der Geheimdienste Südkoreas und westlicher Staaten tausende Soldaten entsandt, die im Ukraine-Krieg an der Seite der russischen Armee kämpfen. Die Regierung in Pjöngjang hatte erst im April bestätigt, dass nordkoreanische Soldaten im Ukraine-Krieg kämpfen und einige von ihnen dabei getötet wurden.Im Dezember teilte Nordkorea mit, dass seine Soldaten im August Minen in der russischen Region Kursk geräumt hätten. Während des 120-tägigen Einsatzes seien neun nordkoreanische Soldaten getötet worden, sagte Kim in einer Rede anlässlich der Heimkehr der betreffenden Armeeeinheit.Nordkorea unterstützt Russland im Ukraine-Krieg außerdem mit der Lieferung von Artillerie-Munition, Raketen und Langstreckenraketen-Systemen. Experten zufolge erhält das Land im Gegenzug finanzielle Hilfe, militärische Technologie sowie Lebensmittel- und Energielieferungen von Russland.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will diesen Samstag an einer Telefonkonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teilnehmen. An dem Gespräch nehmen zudem weitere europäische Staats- und Regierungschefs teil, wie ein Sprecher der Kommission der Nachrichtenagentur Reuters mitteilt.

Die polnische Flugsicherungsagentur teilt auf X mit, die Flughäfen Rzeszow und Lublin im Südosten Polens seien wegen der schweren russischen Luftangriffe auf die benachbarte Ukraine vorübergehend geschlossen worden. Das polnische Militär habe Kampfflugzeuge aufsteigen lassen.

US-Präsident Donald Trump empfängt am Sonntag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Das Weiße Haus kündigte das bilaterale Treffen für Sonntagnachmittag 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MEZ) an.

Russlands Militär hat die Ukraine in der Nacht abermals mit Raketenangriffen überzogen. Die ukrainische Luftwaffe warnte vor Attacken unter anderem in den Regionen Tschernihiw, Mykolajiw, Charkiw und Schytomyr. Aus mehreren Orten wurden Explosionen und Brände gemeldet. Auch die Hauptstadt Kiew war betroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete auf Telegram von mehreren Explosionen. Die Flugabwehr sei aktiv.  Mindestens acht Menschen wurden den Behörden in Kiew zufolge verletzt. Ukrainischen Medienberichten zufolge kamen bei den Angriffen auch Hyperschallraketen vom Typ Kinschal zum Einsatz. Ziel sei unter anderem die Energieinfrastruktur gewesen. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht bekannt. 

Laut einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums auf Telegram hat Russland die Ortschaft Kossiwzewe ​in der südostukrainischen Region Saporischschja eingenommen. Zudem seien mehr als 23 Quadratkilometer Territorium besetzt worden. Dies diene ​den russischen Truppen als Basis für weitere Offensiven. Das ukrainische Militär räumt im Radio einen „unglücklichen Vorfall“ ein. Eine ukrainische Einheit sei nun ⁠dabei, die russischen Soldaten aus ​dem Dorf zu vertreiben.

​Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist ein Sicherheitsabkommen zwischen ​der Ukraine und den USA „fast fertig“. Der Entwurf eines 20-Punkte-Plans sei zu 90 Prozent ⁠fertiggestellt, schreibt Selenskyj in ​einem WhatsApp-Chat mit Reportern. „Er hat gar nichts, solange ich ⁠es nicht absegne“, sagt ‍US-Präsident Donald Trump dagegen ‍einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Politico“ zufolge. „Wir werden also sehen, was er ⁠hat.“ Selenskyj hatte zuvor dem Nachrichtenportal „Axios“ gesagt, ​die ​USA hätten ein 15-jähriges Abkommen ‌über Sicherheitsgarantien angeboten, das ‍verlängert werden könne. Kiew wünsche sich ‍jedoch eine längere ⁠Laufzeit.