FAZ 22.01.2026
16:02 Uhr

Krieg in der Ukraine: Selenskyj kündigt Gespräche mit Russen und Amerikanern an


Gespräche sollen in Abu-Dhabi stattfinden +++ Deutschland weist russischen Diplomaten aus +++ Treffen zwischen Trump und Selenskyj in Davos beendet +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Selenskyj kündigt Gespräche mit Russen und Amerikanern an

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Beschlagnahmung eines Öltankers bekannt gegeben. Macron zufolge enterte die französische Marine am Morgen ein von Russland kommendes Schiff, das unter internationalen Sanktionen stehe und „unter falscher Flagge“ fahre. Die Operation habe im Mittelmeer stattgefunden. 

Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Bedingungen für ein Ende des Ukrainekrieges reden. Die Gespräche sollen an diesem Freitag und Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, wie Selenskyj auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos sagte. 

Selenskyj geht mit den Europäern in seiner Rede hart ins Gericht. Der Kontinent müsse endlich lernen, sich selbst zu verteidigen. Nur auf diese Weise könne aus Europa eine echte Macht werden.  Selenskyj kritisiert auch die europäische Reaktion auf Trumps Grönland-Forderungen: „Wenn man 40 oder 50 Soldaten nach Grönland schickt, welche Botschaft sendet das? Welche Botschaft sendet das an China, Russland und vor allem an Dänemark – euren wichtigen Alliierten. Ihr riskiert, nicht ernst genommen zu werden.“ Die Ukraine könne mithelfen, wenn es um russische Schiffe in der Nähe von Grönland geht. „Wir können sie vor Grönland versenken, wie wir sie auch in der Nähe der Krim untergehen lassen.“Der ukrainische Präsident bezeichnet Europa als „schönes, aber fragmentiertes Kaleidoskop von Mittelmächten“. Das größte Problem der Europäer sei das eigene Mindset. Man müsse nun handeln, zur See, in der Luft und an Land, um eine neue Weltordnung zu formen. Nur so könne aus dem „Salat aus Mittelmächten“ eine Großmacht werden. „Denn wenn Europa vereint ist, ist es unschlagbar.“ Die gegenwärtigen Herausforderungen seien auch eine Bedrohung für den europäischen „Way of Life“. Europa müsse nun eine bessere Welt erschaffen, eine Welt ohne Krieg. „Dafür braucht es aber Stärke.“  Gegen Ende nimmt Selenskyj Bezug auf den Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“ von 1993. Lasst uns diesen „Groundhog Day“ (Originaltitel) beenden, sagt Selenskyj in Anspielung auf die immer gleichen Debatten. „Und ja, es ist möglich.“

Sobald ein Waffenstillstand in Kraft trete, werde es ausländische Truppen auf ukrainischem Boden geben, sagt Selenskyj. Man werde alles dafür tun, damit die „Koalition der Willigen“ zu einer „Koalition der Handlung“ wird. Man brauche aber Präsident Trump für Sicherheitsgarantien. Dann kritisiert Selenskyj die Europäer. „Warum kann Trump Öltanker stoppen und die Europäer bekommen das nicht hin?“ Wenn Putin kein Geld mehr habe, könne er seinen Krieg auch nicht fortsetzen. Selenskyj fordert: „Europa braucht starke und vereinte Truppen“.

\"Es ist das vierte Jahr des größten Krieges in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg\", sagt Selenskyj. Putin versuche noch immer, die beschlagnahmten Gelder zurückzubekommen. Zum Glück habe die EU sich dafür entschieden, das Geld einzufrieren. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht nun auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. 

Deutschland weist im Zusammenhang mit der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin für Russland ein Mitglied der russischen Botschaft in Berlin aus. Das teilte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Rande eines Besuches in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit. Bei dem ausgewiesenen Diplomaten handelt es sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins \"Spiegel\" um den stellvertretenden Militärattaché Andrej M. Er muss das Land nun innerhalb von 72 Stunden verlassen. Die Bundesregierung hatte den russischen Botschafter Sergej Netschajew einbestellt. Dem Botschafter sei mitgeteilt worden, dass ein in dem Fall Verdächtiger ausgewiesen worden sei, der \"im Auftrag von Russland spioniert hat\", teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. \"Spionage in Deutschland toleriert die Bundesregierung nicht - erst recht nicht unter dem Deckmantel des Diplomatenstatus\", teilte das Auswärtige Amt mit. Daher sei der Botschafter einbestellt und über die Ausweisung informiert worden.Die mutmaßliche Spionin war am Mittwoch festgenommen worden. Ilona W. wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft vorgeworfen, für einen Geheimdienst einer fremden Macht tätig gewesen zu sein. Sie sollte dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs zur Entscheidung über die Untersuchungshaft vorgeführt werden. W. soll spätestens seit November 2023 geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft in Berlin unterhalten haben. Zwei frühere Mitarbeiter der Bundeswehr stehen im Verdacht, ihr dienstliche Informationen gegeben zu haben. 

Ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten bezeichnete das Treffen mit Trump als \"gut\". Wie viele Minuten es gedauert hat, habe man aber nicht mitgezählt. 

In Davos beginnt jetzt nach Angaben der Regierung in Kiew das ​Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. 

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das russische ​Ölterminal Tamanneftegas in der südlichen Region Krasnodar angegriffen. Der Generalstab nennt keine weiteren Einzelheiten, erklärt aber, die Anlage liefere Treibstoff an die russische Armee. Eine Stellungnahme Russlands liegt zunächst nicht vor. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in Davos angekommen, um am Weltwirtschaftsforum teilzunehmen. Er soll sich dort auch mit US-Präsident Donald Trump treffen. Das berichtet das ukrainische Onlineportal „nv.ua“ unter Berufung auf Selenskyjs Pressesprecher. Demnach ist das Treffen der Präsidenten vorläufig für 13.00 Uhr geplant.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist auf dem Weg zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort will sich US-Präsident Donald Trump mit ihm treffen. Selenskyjs Kommunikationsberater bestätigte am Donnerstagmorgen, dass Selenskyj nach Davos abgereist sei. Er gab jedoch keine Auskunft darüber, ob für heute ein Treffen mit Trump geplant sei. 

Die Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs gehen an diesem Donnerstag an gleich zwei Orten in die nächste Runde. Auf dem Weltwirtschaftsforum will sich Donald Trump mit Wolodymyr Selenskyj treffen. Er glaube, dass sein ukrainischer Kollege einen Deal machen wolle, sagte der US-Präsident in Davos. „Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermaßen nah dran sind.“Derweil wird in Moskau der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach mehreren Gesprächen zwischen Amerikanern, Europäern und Ukrainern abermals bei Wladimir Putin erwartet. Dieser bestätigte am Abend das geplante Treffen. Dabei deutete er Bereitschaft an, auch über eine Bezahlung des Wiederaufbaus nach Kriegsende zu verhandeln. So sagte er zunächst, dass Russland eine Milliarde Dollar aus dem in den USA festgehaltenen Geld für eine Beteiligung am von Trump ins Leben gerufenen sogenannten Friedensrat verwenden könne – und schob dann nach: „Die übrig bleibenden Mittel der in den USA eingefrorenen Vermögenswerte könnten übrigens nach einem Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine auch zur Wiederherstellung der Territorien genutzt werden, die von den Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.“ Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte Witkoff, in den Verhandlungen gebe es große Fortschritte. Diese seien auf eine letzte Frage reduziert. „Wenn also beide Seiten eine Lösung wollen, werden wir sie auch finden.“ Die Schaffung einer Freihandelszone in der ​Ukraine wäre Witkoff zufolge „bahnbrechend“ für die Wirtschaft des Landes. Für eine Anreise Selenskyjs in Davos gab es unterdessen noch keine Bestätigung. Der ukrainische Präsident vor dem Weltwirtschaftsgipfel erklärt, angesichts der schweren russischen Angriffe aus der Luft habe er im eigenen Land genügend Probleme zu klären. Er werde höchstens fahren, wenn es Verträge zu unterzeichnen gelte oder neue Hilfszusagen gebe, etwa bei der Flugabwehr. Allerdings publizierte Selenskyj am Mittwoch nicht wie gewöhnlich seine abendliche Videoansprache, was ein Indiz für eine Reise in die Schweiz sein könnte.

Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Ziel der Angriffe sei die Stadt Krywyj Rih gewesen, teilte die regionale Militärverwaltung am Mittwoch mit. Bei den Opfern handele es sich um einen 77 Jahre alten Mann und eine 72 Jahre alte Frau. Russische Behörden meldeten derweil drei Tote und acht Verletzte nach ukrainischen Angriffen auf die südrussische Region Krasnodar.In der russischen Kaukasusrepublik Adygeja meldeten die russischen Behörden einen weiteren Drohnenangriff durch die ukrainischen Streitkräfte. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, neun von ihnen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Unter den Verletzten seien zwei Kinder, erklärten die örtlichen Behörden. Adygeja grenzt an die Großstadt Krasnodar. Die Region rund um das Schwarze und Asowsche Meer wird immer wieder zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.