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12.02.2026
01:12 Uhr
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Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew +++ Großbritannien verdoppelt Zahl seiner Soldaten in Norwegen +++ +++ Wahl in der Ukraine im Mai? +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Russischer Raketenangriff auf KiewDie ukrainische Hauptstadt Kiew steht Behördenangaben zufolge unter einem massiven russischen Raketenangriff. Bürgermeister Vitali Klitschko spricht von Treffern in Wohn- und Geschäftsgebäuden auf beiden Seiten des Flusses Dnipro. Der Angriff auf die Hauptstadt dauere an, teilt er mit. Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hören Explosionen in der Stadt.
Kiew: Verbesserung der Sicherheitslage Voraussetzung für Wahlen in der UkraineDie Ukraine macht eine Verbesserung der Sicherheitslage im Land zur Voraussetzung für das Abhalten von Wahlen. „Es sollte so schnell wie möglich Wahlen geben, aber nicht, bevor die Sicherheitslage dies zulässt“, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. „Im Moment geht der russische Terror weiter, und nichts weist darauf hin, dass Russland ein Interesse daran hat, den Krieg zu beenden“, hieß es weiter. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, dass die Ukraine im Hinblick auf die Friedensgespräche mit den USA und Russland erwäge, im Mai Präsidentschaftswahlen und ein Referendum über ein mögliches Abkommen abzuhalten. Die USA hatten dahingehend zuletzt den Druck auf Kiew erhöht.
NATO: 1,3 Millionen russische Soldaten getötet oder verletztDie russischen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Einschätzung der NATO zuletzt weiter erheblich gestiegen. Ein ranghoher NATO-Beamter bezifferte die Zahl der im vergangenen Jahr getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 400.000. Insgesamt summiere sich die Zahl der Verluste damit auf rund 1,3 Millionen. Darunter seien schätzungsweise 350.000 getötete russische Soldaten. „Moskau opfert damit mehr Männer und Frauen als in jedem europäischen Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte er.
Wadephul: Zentralasien soll Umgehung von Russland-Sanktionen stoppenAußenminister Johann Wadephul fordert die Regierungen der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken auf, stärker gegen die Umgehung von Sanktionen gegen Russland vorzugehen. „Versuche, diese Sanktionen zu umgehen, stützen den russischen Angriffskrieg und bedrohen damit direkt die Sicherheitsinteressen der Europäischen Union“, kritisierte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit Kollegen aus Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgistan, Usbekistan und Kasachstan.Er habe die zentralasiatischen Außenminister deshalb „darum gebeten, ihre Bemühungen beim Kampf gegen die Sanktionsumgehungen zu intensivieren und sich eng mit der Europäischen Union abzustimmen“, sagte Wadephul. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die Politiker aus den zentralasiatischen Staaten zuvor empfangen.
Wadephul will mögliche Wahlen in Kiew nicht kommentierenBundesaußenminister Johann Wadephul möchte einen Bericht, wonach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Wahlen für Mitte Mai ansetzen will, nicht kommentieren. Es sein „eine souveräne Entscheidung der Ukraine und des ukrainischen Präsidenten, wann und wie er mit dem weiteren Verhandlungsfortgang umgeht“, sagt Wadephul in Berlin. Er konzentriere sich darauf, „einen Beitrag dafür zu leisten, dass es überhaupt ein Verhandlungsergebnis gibt“. Er sehe bei Russland zum jetzigen Zeitpunkt „keine ernsthafte Bereitschaft dazu, Frieden zu schließen und die Waffen schweigen zu lassen“. Deswegen bleibe die Position Deutschlands klar: Der Druck auf Russland müsse aufrechterhalten werden. Zuvor hatte die Financial Times berichtet, Selenskyj plane am 24. Februar, dem Jahrestag der russischen Invasion, die Vorbereitung einer Präsidentenwahl und eines Referendums anzukündigen. Ausschlaggebend ist dafür dem Bericht zufolge Druck aus Washington. Ein Sprecher des Präsidialamts dementierte diese Darstellung umgehend gegenüber dem Medium RBK-Ukraina.
Luftangriff auf LwiwDie russischen Streitkräfte haben die Region Lwiw im Westen der Ukraine mit Raketen angegriffen. Die Flugabwehr sei zum Einsatz gekommen, teilt der Bürgermeister der gleichnamigen Stadt, Andrij Sadowyj, mit. Die Luftwaffe hatte zuvor vor russischen Raketen gewarnt.
Vater und drei Kinder bei Drohnenangriff in der Ukraine getötetBei einem russischen Drohnenangriff im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben ein Vater und seine drei kleinen Kinder getötet worden. Die Drohne sei am späten Dienstagabend in ein Wohnhaus in der Stadt Bohoduchiw westlich von Charkiw eingeschlagen, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Das Haus sei vollständig zerstört worden und in Flammen aufgegangen. Bei den Opfern handelt es sich dem Regionalgouverneur Oleh Synjehubow zufolge um zwei zweijährige Zwillingsjungen, ihre einjährige Schwester und den 34 Jahre alten Vater. Die schwangere Mutter der Kinder sei die einzige Überlebende.
90 Milliarden Euro Darlehen für die Ukraine Das Europäische Parlament hat den Plänen für ein neues Darlehen in Milliardenhöhe an die Ukraine zugestimmt. Es sieht vor, dem von Russland angegriffenen Land über zwei Jahre bis zu 90 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. 60 Milliarden davon sind für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. Der Beschluss sieht vor, dass die Ukraine mit dem Geld nur dann Rüstungsgüter in Ländern wie den USA kaufen darf, wenn diese auf dem europäischen Binnenmarkt und in der Ukraine entweder gar nicht oder nicht zeitnah verfügbar sind. Für das Nicht-EU-Land Großbritannien ist eine Sonderregelung geplant. Unter den Mitgliedstaaten hatte es intensive Diskussionen darüber gegeben, wie stark Vorgaben für die Verwendung des Gelds sein sollten. Als Kompromissen einigten sich die Staaten darauf, die sogenannte Buy-European-Klausel für das Darlehen an die Verfügbarkeit von Waffen und Munition in der EU zu knüpfen. Das Geld für das Darlehen soll zu günstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Die Ukraine soll es nur zurückzahlen müssen, wenn Russland nach einem Ende seines Angriffskriegs Entschädigungszahlungen für die entstandenen Schäden leistet. Zudem ist vorgesehen, in der EU eingefrorene russische Vermögenswerte für die Rückzahlung heranzuziehen, falls Moskau für Kriegsschäden keine Entschädigung leistet.
Brüssel stellt Aktionsplan zur Abwehr von Drohnen vorDie EU-Kommission will die Regeln für die Registrierung privater Drohnen verschärfen. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten rund um kritische Infrastruktur Flugverbotszonen ausweisen, die dann mit Hilfe von Software durchgesetzt werden. Diese Maßnahmen stehen im Zentrum eines Aktionsplans zur Abwehr von Gefahren durch Drohnen, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Die Kommission reagiert damit auf die wiederholten Luftraumverletzungen, die im vergangenen Herbst den Flugverkehr in mehreren EU-Staaten gestört haben. Weitere Details zu dem Aktionsplan finden Sie im Bericht unseres Brüssel-Korrespondenten Thomas Gutschker:
Wahlen in der Ukraine im Mai?Die „Financial Times“ nennt jetzt auch ein Datum für mögliche Wahlen in der Ukraine: den 15. Mai. Die britische Zeitung beruft sich auf ukrainische und westliche Verantwortliche, die mit den Überlegungen vertraut seien, zitiert aber nicht Selenskyj selbst.Demnach könnte Selenskyj am 24. Februar, dem vierten Jahrestag der russischen Invasion, die Wahl ausrufen. Dann solle im Mai parallel über das Staatsoberhaupt und eine bis dahin zu erreichende Friedensregelung mit Russland abgestimmt werden.
Mehr britische Soldaten in NorwegenGroßbritannien wird angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Russland deutlich mehr Soldaten nach Norwegen schicken. „Die Zahl der in Norwegen stationierten britischen Soldaten wird binnen drei Jahren von 1000 auf 2000 verdoppelt“, teilt der britische Verteidigungsminister John Healey mit. „Die Anforderungen an die Verteidigung steigen, und Russland stellt seit dem Kalten Krieg die größte Bedrohung für die Sicherheit der Arktis und des hohen Nordens dar.“ Der Minister dürfte zudem an diesem Mittwoch bei einem Besuch einer britischen Marinebasis im Norden Norwegens die Teilnahme Großbritanniens an der Arktis-Mission „Arctic Sentry“ bestätigen. Die NATO-Mission war im Zuge des Grönland-Streits mit US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufen worden und soll die Sicherheit in der Arktis stärken. Großbritannien und Norwegen haben im Dezember ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet, das den gemeinsamen Einsatz einer Fregattenflotte zur „Verfolgung russischer U-Boote“ im Nordatlantik vorsieht. Die Flotte wird zwischen Grönland, Island und Großbritannien patrouillieren und insbesondere für die Sicherheit wichtiger Unterwasserkabel zuständig sein.
Berichte über eine Wahl und ein Referendum in der UkraineDie Ukraine hat einem Medienbericht zufolge mit den Planungen für eine Präsidentschaftswahl und ein Referendum über ein mögliches Friedensabkommen mit Russland begonnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj werde das Vorhaben am 24. Februar vorstellen, meldete die „Financial Times“ am Mittwoch unter Berufung auf offizielle Vertreter aus der Ukraine und Europa, die in die Planungen eingeweiht sind. Als Termin ist früheren Medienberichten zufolge der Mai im Gespräch.
Gouverneur: Vier Tote bei russischem Angriff westlich von CharkiwUnter den Toten in der Stadt Bohoduchiw seien drei Kleinkinder, teilte der Gouverneur der Region mit. Zudem sei ein 34-jähriger Mann ums Leben gekommen, so Oleh Syniehubow. Eine 74-jährige Frau sei verletzt worden. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist zunächst nicht möglich. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor.
Selenskyj kündigt Änderungen bei der Flugabwehr anDer Präsident der von russischen Luftangriffen geplagten Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat Veränderungen bei der Organisation der Flugabwehr angekündigt. „In einigen Regionen wird die Arbeitsweise der Teams komplett umstrukturiert“, das betreffe Abfangjäger, mobile Feuergruppen und den gesamten Komplex der lokalen Flugabwehr, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Entsprechende Anordnungen seien bei einer Beratung mit der Militärführung getroffen worden.Die Ukraine leidet schwer unter den anhaltenden russischen Drohnen- und Raketenangriffen. Mitten im Winter bei tiefstem Frost ist die Strom- und Wärmeversorgung vieler Städte im Land massiv beeinträchtigt. Millionen Ukrainer müssen täglich stundenlang ohne Heizung und Strom auskommen.