FAZ 29.12.2025
11:51 Uhr

Krieg in der Ukraine: Selenskyj: Ukraine bekommt US-Sicherheitsgarantien für 15 Jahre


Ukrainischer Präsident äußert sich zu Treffen mit Trump +++ Grüne fordern mehr Druck auf Putin +++ Koalition der Willigen kommt im Januar in Paris zusammen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Krieg in der Ukraine: Selenskyj: Ukraine bekommt US-Sicherheitsgarantien für 15 Jahre

Nach dem Treffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntagabend in Florida haben die beiden in einer Videokonferenz mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs gesprochen, unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Ministerpräsidenten Keir Starmer. In Berlin hieß es dazu am Montag, es habe sich um ein „sehr konstruktives Gespräch“ gehandelt, besonders hinsichtlich der Sicherheitsgarantien, die die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands bekommen solle. Unklar sei jedoch weiterhin die Position Russlands zu den territorialen Fragen. Die Gespräche sollten „in hoher Intensität“ auf Beraterebene fortgesetzt werden. 

Die Grünen haben mit Blick auf die Gespräche über ein Ende des Kriegs in der Ukraine mehr internationalen Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin gefordert. „Er ist der Aggressor. Er führt diesen Krieg und fügt den Menschen in der Ukraine unendliches Leid zu“, sagte die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Es brauche daher jetzt „mehr Druck auf Putin“.„Die Ukraine ist es, die ein Ende des Krieges will. Sie ist es, die zu Verhandlungen bereit ist, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Haßelmann weiter. Dies habe der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zum wiederholten Mal bei seinem jüngsten Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Mar-a-Lago deutlich gemacht. Die Ukraine habe als angegriffener Staat zudem „für sich schmerzliche Angebote gemacht“.Hingegen bombardiere Putin die Ukraine mit unverminderter Härte weiter, warf Haßelmann dem russischen Präsidenten vor. Dieser sei „nicht zu einem Waffenstillstand bereit, geschweige denn zu ernsthaften Friedensverhandlungen“. Nur Putin sei es aber, der den von Russland begonnenen Krieg stoppen könne.Konkret forderte die Grünen-Fraktionschefin weitere Sanktionen gegen Russland sowie ein härteres Vorgehen gegen die sogenannte russische Schattenflotte. „Zögerliche Uneinigkeit“, wie sie die EU zuletzt bei den eingefrorenen Vermögenswerten gezeigt habe, müsse hingegen vermieden werden.„Wir müssen uns immer vergegenwärtigen, es geht Putin nicht nur um die Ukraine“, sagte Haßelmann zudem. „Es geht auch um unseren Frieden, unsere Sicherheit und unsere Freiheit in Europa, die es zu schützen gilt.“ Dafür sei ein „entschlossenes und gemeinsames Handeln Europas“ notwendig.Nach den Gesprächen mit Selenskyj in Mar-a-Lago hatte Trump von „Fortschritten“ gesprochen. Allerdings sind offensichtlich weiterhin noch zentrale Fragen ungeklärt. Zu Irritationen führten zudem lobende Worte des amerikanischen Präsidenten für Putin, mit dem Trump vor dem Treffen mit Selenskyj telefoniert hatte. „Fest steht: Nichts geht ohne die Ukraine und über den Kopf der Ukraine hinweg“, sagte dazu Haßelmann. Sie äußerte sich auch zurückhaltend zu der Frage, wie belastbar mögliche Absprachen zwischen Trump und Selenskyj sind. Das „bleibt offen“, sagte die Grünen-Fraktionschefin. 

In Moskau wird das Telefonat zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump sowie dessen anschließendes Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj positiv bewertet. „Es herrscht das Empfinden, dass sich eine Bewegung voran andeutet“, schrieb der Vizechef des Föderationsrats (Oberhaus des russischen Parlaments) Konstantin Kossatschow, der als einer der profiliertesten Außenpolitiker des Landes gilt, auf Telegram. Er lobte die US-Position als ausgewogen und zielorientiert.„Eins ist klar: Die Schlüssel zur Regulierung (des Konflikts) haben Russland und die USA, die Europäer werden nach wie vor Bosheiten machen und Selenskyj wird nervös am Spielfeldrand rauchen“, schrieb er. Der echte Verhandlungsprozess sei durch das Telefonat zwischen Trump und Putin angestoßen worden, meinte Kossatschow. Bedeutend sei die Abmachung über zwei Verhandlungszweige: einen zu Sicherheitsfragen und einen zu wirtschaftlichen Themen. Die Gespräche zwischen Europäern und Ukrainern hingegen bezeichnete er als wertlos. 

Mehrere Ukraine-Unterstützerstaaten wollen sich nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Anfang Januar in Paris beraten. „Wir versammeln die Länder der Koalition der Willigen (...), um die konkrete Beteiligung jedes einzelnen festzulegen“, schrieb Macron am Montag im Onlinedienst X. Er und weitere europäische Spitzenpolitiker hatten am Sonntag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenksyj und US-Präsident Donald Trump telefoniert.Zur „Koalition der Willigen“ aus Ländern, die über Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand mit Russland beraten, zählen gut 30 überwiegend europäische Staaten. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Treffen mit US-Präsident ​Donald Trump und führenden europäischen Politikern für Januar angekündigt. Trump werde sie in Washington ⁠empfangen, sagt ​Selenskyj. Weitere Einzelheiten nennt er zunächst nicht.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump, europäischen ​Staats- und Regierungschefs sowie dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj von „guten Fortschritten“ bei den Friedensverhandlungen. Europa sei bereit, weiter mit der Ukraine und den US-Partnern zusammenzuarbeiten, um diese Fortschritte zu festigen, sagt sie. Unerlässlich seien „unumstößliche Sicherheitsgarantien“ vom ersten Tag an. Das Gespräch anlässlich des Treffens von Trump und Selenskyj in Florida habe eine Stunde gedauert.

US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj haben bei ihrem Treffen in Florida nach Angaben Trumps „große Fortschritte“ erzielt. „Wir kommen (einer Einigung) viel näher, vielleicht sogar sehr nahe“, sagte Trump am Sonntag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Selenskyj in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago. Die kommenden Wochen würden zeigen, ob eine Lösung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erreicht werden könne.Trump sprach von einem fantastischen Treffen ​mit Selenskyj. Man sei einem russisch-ukrainischen Abkommen seiner Meinung nach viel näher gekommen. Allerdings gebe es noch ein oder zwei schwierige Fragen. Selenskyj bestätigte seinerseits, er habe eine großartige Diskussion mit Trump geführt. „Wir haben vereinbart, dass sich unsere Teams in den kommenden Wochen treffen werden, um alle besprochenen Angelegenheiten abzuschließen“, sagte Selenskyj. Das Problem der Sicherheitszusagen sei zu 100 Prozent gelöst, der US-Präsident meinte dagegen zu 95 Prozent.Dem US-Präsidenten zufolge schalteten sich auch europäische Staats- und Regierungschefs zu. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb anschließend auf dem Kurznachrichtendienst X, es seien gute Fortschritte bei der etwa einstündigen Schalte erzielt worden. Europa sei bereit, weiter mit der Ukraine und den US-Partnern zusammenzuarbeiten, um ⁠diese Fortschritte zu festigen. Unerlässlich seien „unumstößliche Sicherheitsgarantien“ vom ersten Tag ​an. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew schrieb in einer ersten Reaktion auf X: „Die ganze Welt würdigt die Friedensbemühungen von Präsident Trump und seinem Team.“Vor dem Gespräch mit Selenskyj hatte Trump angekündigt, im Anschluss abermals mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin zu telefonieren. Nach Angaben des Kreml ​fordern Trump und Putin von der Ukraine eine rasche Entscheidung über den Donbass. Darauf hätten sich die beiden Staatsoberhäupter in ihrem Telefonat verständigt, sagte der außenpolitische Berater des Kreml, Juri Uschakow. Moskau verlangt den Rückzug der Ukraine aus dem Donbass. „Um (den Konflikt) zu beenden, muss Kiew eine mutige Entscheidung treffen“, sagte Uschakow vor Journalisten in Moskau. Seinen Angaben nach sind Trump und Putin auch der Ansicht, dass ein von der EU und der Ukraine vorgeschlagener Waffenstillstand den Konflikt verlängern würde. 

US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Mar-a-Lago empfangen. Kurz vor dem Beginn der Gespräche sagte Trump, beide Konfliktparteien wollten Frieden, und er sei zuversichtlich, dass eine Einigung erzielt werden könne. Er habe dafür aber keine Fristen, so Trump auf Nachfrage. Man könne nun weiter vorankommen. Auch eventuelle Gebietsabtretungen sollen Teil des Gespräches sein, aber die Ukraine solle „große wirtschaftliche Vorteile“ davontragen. Er werde nach dem Gespräch mit Selenskyj abermals mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin telefonieren, sagte Trump weiter. Auch mit den europäischen Staats- und Regierungschefs wolle er sprechen.  Kurz zuvor hatte der Kreml mitgeteilt, ​Trump und der russische Präsident Wladimir Putin forderten von der Ukraine eine rasche Entscheidung über den Donbass. Darauf hätten sich die beiden Staatsoberhäupter in ihrem Telefonat verständigt, sagte der außenpolitische Berater des Kreml, Juri Uschakow. Moskau forderte dann kaum verhohlen abermals den Rückzug der Ukraine aus dem Donbass. „Um (den Konflikt) zu beenden, muss Kiew eine mutige Entscheidung treffen“, sagte Uschakow vor Journalisten in Moskau.  Seinen Angaben nach sind Trump und Putin auch der Ansicht, dass ein von der EU und der Ukraine vorgeschlagener Waffenstillstand den Konflikt verlängern würde. Uschakow ​zufolge ging das Telefonat auf die Initiative Trumps zurück und dauerte etwa eine Stunde und 15 Minuten. Nach dem Treffen Trumps mit Selenskyj in Florida wollen Trump und Putin demnach abermals miteinander sprechen. „Ich denke, wir sind in der Endphase der Gespräche“, sagte Trump vor dem Treffen mit Selenskyj. Sollte keine Einigung erreicht werden, würden die Kämpfe „für eine lange Zeit“ weitergehen. Der russische Präsident habe ebenso wie Selenskyj „ernste“ Friedensabsichten, sagte Trump. Der US-Präsident betonte, die Ukraine werde im Falle einer Einigung auf einen Friedensplan „starke“ Sicherheitsgarantien erhalten, an denen sich auch die Europäer beteiligen sollen. 

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben kurz vor seinem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Kreml-Chef Wladimir Putin telefoniert. Das Gespräch sei „gut und sehr produktiv“ gewesen, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Auch die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf das Präsidialamt in Moskau das Telefonat.Zuvor hatten Selenskyj und Trump mitgeteilt, nach ihren Gesprächen über Wege zur Beendigung des Ukraine-Krieges mit europäischen Staats- und Regierungschefs telefonieren. Die genaue Liste der Teilnehmer der Telefonkonferenz stehe noch nicht fest.Das sind die wichtigsten Punkte des Treffens von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Florida am Sonntagabend (ab 19 Uhr MEZ):Gebietsfragen: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj will abermals klarmachen, dass für Kiew eine Kapitulation und ein Diktatfrieden mit Moskau nicht infrage kommt. „Natürlich gibt es rote Linien für die Ukraine und das ukrainische Volk“, sagte Selenskyj in einer Mitteilung in seinem Telegram-Kanal vor dem Treffen in Florida. Selenskyj hatte etwa die auch von Trump geforderten Abtretungen jener Teile im Gebiet Donezk, die Russland bisher nicht kontrolliert, stets kategorisch abgelehnt. Es gebe Kompromissvorschläge für die offenen Gebietsfragen, sagte Selenskyj.Sicherheitsgarantien: Sprechen will der ukrainische Staatschef mit Trump über seine an Heiligabend präsentierten 20 Punkte für einen möglichen Friedensplan. Kernthema seien die Sicherheitsgarantien für die Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands, um vor einem neuen russischen Angriff dauerhaft geschützt zu sein. Selenskyj sagte auch, dass es parallel Verhandlungen mit den Europäern über Sicherheitsgarantien gebe. Er zeigte sich dankbar, dass die EU weitere finanzielle Unterstützung in Form von Krediten in Milliardenhöhe für die Ukraine beschlossen hat. Flugabwehr: Selenskyj sagte, dass Russland mit seinen täglichen Luftangriffen zeige, dass es kein Interesse an einem Frieden habe. Deshalb will er sich bei Trump auch für mehr Flugabwehrsysteme einsetzen. Die ukrainische Luftverteidigung brauche mehr Raketen, sagte Selenskyj angesichts der täglichen russischen Angriffe mit Drohnen und Raketen.Investitionen: Selenskyj sagte vor dem Treffen mit Trump, dass er mit dem US-Präsidenten auch über Investitionen für einen Wiederaufbau der Ukraine nach Beendigung des Krieges sprechen wolle. Dazu müssten Fonds gegründet werden, aufgebracht werden müssten bis zu 800 Milliarden US-Dollar (679 Milliarden Euro).

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat sich dafür ausgesprochen, die AfD wie bei den vorigen Malen auch im kommenden Jahr von der Münchner Sicherheitskonferenz auszuschließen. Der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Bundestag begründete das mit den Kontakten der AfD nach Russland und China. „Dort fließt auch Information“, sagte er. „Und deswegen wäre das ein Sicherheitsrisiko.“ Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eines der weltweit wichtigsten Treffen von Sicherheitspolitikern und -fachleuten. Sie findet 2026 vom 13. bis 15. Februar statt. Auch der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle sprach eine Warnung zum Umgang mit der AfD aus und wandte sich gegen eine Regierungsbildung mit deren Unterstützung. „Jede demokratische Partei muss sich fragen, ob sie mit einer Partei kooperieren will, die die Demokratie abschaffen will. Ich wäre hier sehr zurückhaltend“, sagte Voßkuhle dem „Tagesspiegel“. „Jeder sollte sich genau überlegen, ob er mit dem Teufel ins Bett geht.“ Dagegen wandte sich Peter Boehringer, stellvertretender Bundessprecher der AfD. Auch ein ehemaliger Richter habe „noch ein Mindestmaß an Wahrheits- und Mäßigungspflicht“, sagte Boehringer. Der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio äußerte sich zurückhaltend zu einem AfD-Verbotsverfahren. Es könnte Erfolg versprechend und sogar politisch notwendig sein, wenn die Partei sich weiter radikalisiere und darauf aus sei, die geltende Verfassungsordnung zu untergraben oder sogar abzuschaffen, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Aktuell bin ich nicht sicher, ob die Voraussetzungen für ein Verbot schon gegeben sind. Vielleicht sollte man das Pulver lieber trocken halten, weil man es womöglich später noch benötigt.“ 

Papst Leo XIV. hat zu Weihnachten Lebensmittelhilfen in die Ukraine geschickt. Drei Lastwagen hätten 100.000 Hühnchen- und Gemüse-Fertigsuppen in die Nähe der Front gebracht, wo sie an Bedürftige verteilt werden sollen, sagte Kurienkardinal Konrad Krajewski am Wochenende.Damit wolle der Papst seine Nähe zu den leidenden Menschen in der Ukraine zeigen, so der Sozialbeauftragte des Papstes, der schon häufig seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 Hilfslieferungen in die Ukraine brachte. Die Nahrungsmittel seien in Gegenden gebracht worden, die häufig bombardiert würden und wo es an Strom, Wasser und Heizung mangele, so der polnische Kardinal.Papst Leo habe bereits vor Weihnachten über das Almosenamt und Vatikanbotschaften (Nuntiaturen) Spenden in mehrere Länder geschickt, sagte Krajewski. Bei seinem Segen „Urbi et Orbi“ am Ersten Weihnachtstag appellierte Leo XIV., das „Dröhnen der Waffen“ in der Ukraine solle zum Schweigen gebracht werden. Moskau und Kiew sollten mithilfe der internationalen Gemeinschaft direkte Friedensverhandlungen führen. 

 Wegen mutmaßlich ukrainischer Drohnenangriffe wurde der Flugverkehr in der russischen Hauptstadt Moskau zeitweise lahmgelegt. Auf den Flughäfen Scheremetjewo und Wnukowo waren vor Beginn der bis 11. Januar dauernden landesweiten Ferien stundenlang keine Starts und Landungen möglich, teilte ein Sprecher der Luftfahrtbehörde mit. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti in der Nacht zu Sonntag meldete, mussten mehr als 300 Flüge annulliert werden – oder sie hatten Verspätung.Die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot teilte am Morgen mit, dass die auf Ersatzflughäfen umgeleiteten Maschinen im Laufe des Sonntags vollständig in Moskau landen sollten. Im Laufe des Sonntags solle es auch eine Rückkehr zum normalen Flugplan geben.Russland hatte am Samstag die Ukraine großflächig mit Drohnen angegriffen. Es gab nach ukrainischen mehr als 500 Angriffe mit Drohnen. Besonders betroffen waren Wohngebiete und die Energieversorgung in der Hauptstadt Kiew und in ihrem Umland. 

Bei Gefechten im ukrainischen Gebiet Saporischschja ist der für die Ukraine kämpfende russische Rechtsextremist Denis Kapustin ums Leben gekommen. Kapustin war Kommandeur des „Russischen Freiwilligenkorps“, das sei seit 2022 an der Seite der Ukraine gegen Russland kämpft.  Kapustin wurde den Angaben des „Russischen Freiwilligenkorps“ auf Telegram zufolge bei einem Drohnenangriff in der Nacht auf Samstag getötet. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Gruppe, als sie im Mai 2023 in das russische Gebiet Belgorod eindrang und in Grenznähe kurzzeitig einige Siedlungen kontrollierte. Mehr als ein Jahr nach Beginn der russischen Großinvasion setzten die Ukrainer durch punktuelles Eindringen auf russisches Gebiet auf Nadelstiche in umgekehrter Richtung. Denis Kapustin wurde 1984 in Moskau geboren und ist 2001 mit seiner Familie nach Deutschland emigriert. Bald machte sich Kapustin in der Szene rechtsextremer Fußball-Hooligans und Kampfsportler einen Namen. Oft trat Kapustin auch unter dem Pseudonym Nikitin auf. 2019 entzog ihm Deutschland die Aufenthaltsbewilligung und der russische Rechtsextremist wurde mit einem Einreiseverbot für den Schengenraum belegt.Nach zwischenzeitlichen Aufenthalten in der russischen Heimat soll sich Kapustin seit 2017 in der Ukraine aufgehalten haben. Dort führte er seine Geschäftstätigkeiten als Organisator von Mixed Martial Arts-Kämpfen weiter und galt als gut vernetzt mit Rechtsextremisten in der Ukraine, in Westeuropa und in Russland. Während andere russische Rechtsextremisten sich an Moskaus Invasion in der Ukraine beteiligten, lehnte die Strömung Kapustins diese ab. Auf die Frage, was er von der Idee ukrainischer Nationalisten halte, dass Russland zerfallen müsse, antwortete Kapustin einst: „Wenn sich Russland für die Russen auf Moskau und den europäischen Teil verkleinert, stellt mich als Nationalisten das vollkommen zufrieden.“

Russland betrachtet als Teil von möglichen Sicherheitsgarantien ​in die Ukraine entsandte europäische Truppen als legitime Ziele für ⁠seine Streitkräfte. ​Dies sagte Außenminister Sergej Lawrow in Äußerungen, die am Sonntagmorgen ⁠von der ‍russischen Staatsnachrichtenagentur Tass verbreitet ‍werden. Lawrow behauptete zudem, die europäischen Politiker seien von „Ambitionen“ getrieben und missachteten die Interessen ​der eigenen ​Bevölkerung sowie ‌der Ukrainer.Russlands Staatschef Wladimir Putin drohte zuvor, den Krieg gegen die Ukraine weiterzuführen, sollte diese keine „friedliche Lösung ​des Konflikts“ anstreben. Putins Äußerungen folgten auf einen massiven russischen Drohnen- und Raketenangriff auf die Ukraine. Allein die Hauptstadt Kiew und ihr Umland wurde nach ukrainischen Angaben am Samstag mit 500 Drohnen und 40 Raketen angegriffen. Mindestens zwei Zivilisten wurden dabei getötet. Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko wurden rund 2600 Wohngebäude und mehr als 300 Schulen getroffen.