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23.12.2025
02:21 Uhr
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Trump: Gespräche über Ukraine-Krieg verlaufen „in Ordnung“ +++ Autobombe in Moskau explodiert – Generalleutnant tot +++ Selenskyj erwartet massive Angriffe an Weihnachten +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Noch beim Treffen Anfang vergangener Woche in Berlin schien die Einigkeit groß zu sein zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (Foto: Nadja Wohlleben/Getty Images)
Russland hat abermals die ukrainische Energie-Infrastruktur angegriffen. Dadurch sei es in mehreren Regionen zu Notabschaltungen bei der Stromversorgung gekommen, teilt das ukrainische Energieministerium mit. Betroffen waren demnach unter anderem die Hauptstadt Kiew und die umliegende Region. Russland greift seit Beginn seiner Invasion vor fast vier Jahren immer wieder gezielt die Energie-Infrastruktur der Ukraine an, um die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft zu stören.
Außenminister Johann Wadephul warnt davor, sich bei einem Erfolg der Bemühungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine in Sicherheit zu wiegen. „Unsere Analyse ist und wird auf absehbare Zeit bleiben, dass wir Sicherheit in Europa nur als Sicherheit vor Russland bekommen“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sicherheit sei „nur aus einer Position der Stärke, der Geschlossenheit im Bündnis und einer verteidigungsfähigen Bundeswehr“ zu erreichen.Er wolle nicht darüber spekulieren, wie groß die Gefahr sei, dass Kremlchef Wladimir Putin eine Waffenruhe dafür nutzen werde, sich noch schneller in die Lage zu versetzen, Nato-Gebiet anzugreifen. „Ich kann uns nur raten, dass wir uns darauf einstellen, dass diese Möglichkeit besteht“, fügte Wadephul hinzu. Dies geschehe mit einem Aufbau von Sicherheitsstrukturen im nordatlantischen Vereidigungsbündnis Nato und dem personellen und materiellen Umbau der Bundeswehr zu einer Armee, die wieder vollständig zur Landes- und Bündnisverteidigung fähig sei.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ruft kurz vor Weihnachten zur weiteren Unterstützung der Ukraine auf – und warnt zugleich vor Sicherheitsrisiken für europäische Bündnisstaaten. Um zu verhindern, dass Kremlchef Wladimir Putin einen Angriff auf einen Nato-Verbündeten wagt, müsse man dafür sorgen, dass die Ukraine stark bleibe, sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Zudem gelte es, wie beim Nato-Gipfel in Den Haag beschlossen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. „Wenn wir diese beiden Dinge tun, sind wir stark genug, uns zu verteidigen, und Putin wird es niemals versuchen“, sagte Rutte mit Blick auf einen möglichen Angriff Russlands.Die Aufrüstung muss aus Sicht des früheren niederländischen Regierungschefs allerdings rasch erfolgen. Nach unterschiedlichen Geheimdienst-Einschätzungen könnte es sonst ab 2027, 2029 oder 2031 gefährlich werden, sagte er. Zum Bedrohungspotenzial Putins erklärte Rutte, dieser gebe inzwischen mehr als 40 Prozent des Staatshaushalts für Rüstung aus. Zudem sehe man am Krieg in der Ukraine, dass Putin bereit sei, 1,1 Millionen Menschen zu opfern, sagte Rutte mit Blick auf Schätzungen zu Toten und Verwundeten auf russischer Seite.
Die Ratingagentur Fitch stuft die Kreditwürdigkeit der Ukraine für langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten auf „CCC“ von „RD“ (eingeschränkter Zahlungsausfall) hoch. Die Agentur begründet dies mit der Normalisierung der Beziehungen zu den meisten externen kommerziellen Gläubigern nach einer Umschuldungsvereinbarung.
US-Präsident Donald Trump äußert sich zum Stand der Friedensgespräche für die Ukraine. Diese verliefen „in Ordnung“, sagt er. Die USA haben in den vergangenen Wochen eine Reihe von Gesprächen zur Beendigung des Krieges gefördert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet nach eigenen Angaben ein Weihnachtsfest mit massiven russischen Angriffen auf sein Land. Es liege in der Natur der Russen, dass sie ausgerechnet an Weihnachten massive Schläge gegen das Land ausführen könnten, sagte Selenskyj in Kiew vor Diplomaten. Die Lage sei schwierig, weil es an Flugabwehrsystemen fehle, sagte er. Die Ukraine feiert anders als in früheren Jahren Weihnachten offiziell gemäß dem Wunsch der Führung in Kiew nach westlichem Brauch. Viele ukrainische Christen halten sich aber weiter an orthodoxe Traditionen, Weihnachten wie in Russland zum 7. Januar zu feiern.Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videobotschaft auch, dass er an diesem Dienstag sein Verhandlungsteam nach Gesprächen mit dem US-Sondergesandten Witkoff in Miami nun wieder in der Ukraine erwarte. Er wolle die Details über die Gespräche in den USA hören. Witkoff hatte nach getrennten Gesprächen mit der ukrainischen und der russischen Seite von konstruktiven Verhandlungen gesprochen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat eine Beteiligung der Bundeswehr an einer möglichen Friedenstruppe in der Ukraine offen gelassen. Das seien „hypothetische Überlegungen“, sagte der Minister der „Zeit“ einem Vorab-Bericht vom Montag zufolge. Schließlich sei Russlands Präsident Wladimir Putin noch nicht einmal zu einem Waffenstillstand bereit. Die Europäer hätten aber bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft zu einer von Europa geführten Truppe erklärt. Damit seien jetzt die USA am Zug. Sie müssten sich maßgeblich an Sicherheitsgarantien beteiligen.Pistorius (SPD) zeigte sich skeptisch, ob die Verhandlungen zwischen Europäern, der Ukraine und den USA in der vergangenen Wochen einem Frieden in der Ukraine tatsächlich näher gebracht hätten. Der Einzige, der den Krieg sofort beenden könne, sei Putin, sagte der Minister. Trotz der Bemühungen um einen Waffenstillstand gebe es dafür aber aus Moskau keine Anzeichen. Dennoch seien die Verhandlungen wichtig gewesen. „Kanzler Merz hat klar gemacht, dass die Europäer bei den Verhandlungen zur Zukunft der Ukraine ein Wörtchen mitzureden haben.“Pistorius sagte zudem, die sicherheitspolitische Lage in Deutschland sei so prekär wie seit 80 Jahren nicht mehr. Bei Begegnungen mit Schülern sage er daher stets: „Denk daran, wie du hier lebst. Du kannst lieben, wen du willst. Du kannst studieren, was du willst und demonstrieren, wofür oder wogegen du willst.“ Es lohne sich, für dieses Leben in Freiheit einzustehen und ein paar Monate Dienst zu leisten.
Tschechiens nationaler Sicherheitsrat soll am 7. Januar über die Zukunft der Munitionsinitiative des Landes für die Ukraine entscheiden. Das kündigte der neue Regierungschef Andrej Babis nach einer Kabinettssitzung in Prag an. Prinzipiell sei die Munitionsinitiative eine gute Sache gewesen, aber es stelle sich die Frage, ob alles ohne Korruption und Amtsmissbrauch abgelaufen sei, sagte der 71-Jährige. Der Milliardär und Chef der rechtspopulistischen Partei ANO hatte das Projekt bereits im Wahlkampf Das Verteidigungsministerium sei angewiesen, Unterlagen für eine Beendigung seiner Rolle bei dem Projekt vorzubereiten, teilte Parlamentspräsident Tomio Okamura mit. Im Zuge der Initiative wurden der Ukraine in diesem Jahr nach offiziellen Angaben mehr als 1,8 Millionen Schuss großkalibriger Munition geliefert.
Lettland wird aus Sicherheitsgründen den verstärkten Schutz seiner Grenze zum benachbarten Belarus bis Mitte kommenden Jahres verlängern. Grund für den Beschluss der Regierung des EU- und NATO-Landes ist dem Innenministerium in Riga zufolge die „weiterhin unverhältnismäßig hohe Anzahl illegaler Grenzübertrittversuche“. Demnach sind in diesem Jahr bislang mehr als 12.000 Versuche von Migranten unterbunden worden, unerlaubt vom autoritär regierten Nachbarland aus die Grenze zu überqueren. Die Sonderregelung, die bereits mehrfach verlängert worden war und bis zum Ende des Jahres gelten sollte, wird nun bis zum 30. Juni 2026 in Kraft bleiben. Damit werden dem lettischen Grenzschutz weitergehende Befugnisse in Gebieten im Osten des Baltenstaats eingeräumt. Parallel dazu soll bis Ende 2026 die Grenze mit weiterer technischer Infrastruktur ausgestattet werden.Lettland grenzt im Osten auf einer Länge von rund 172 Kilometern an Russlands engen Verbündeten Belarus. Der Ostseestaat beschuldigt – wie auch Polen und Litauen – den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Migranten an die EU-Außengrenze zu bringen, um Druck auf den Westen auszuüben.
Präsident Wladimir Putin will seinem Sprecher zufolge nicht die gesamte Ukraine erobern und beansprucht auch keine ehemals zur Sowjetunion gehörenden Teile Europas. Sollte ein Reuters-Bericht zutreffen, seien die Schlussfolgerungen der US-Geheimdienste falsch, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. „Dies entspricht absolut nicht der Wahrheit“, fügte er hinzu. Moskau wisse nicht, wie verlässlich die von der Nachrichtenagentur Reuters zitierten Quellen seien.Reuters hatte unter Berufung auf sechs nicht namentlich genannte Insider berichtet, dass US-Geheimdienstberichte weiterhin davor warnten, Putin habe sein Ziel nicht aufgegeben. Demnach wolle er die gesamte Ukraine erobern und Teile Europas zurückfordern, die einst zur Sowjetunion gehörten. Dies schließe auch Mitglieder der NATO mit ein.Die offizielle Haltung Russlands dazu wurde durch den stellvertretenden Außenminister Sergej Rjabkow untermauert. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA sagte Rjabkow, Russland wolle weder die NATO noch die EU angreifen. Moskau sei sogar bereit, dies in einer rechtlichen Vereinbarung zuzusichern.
Die von Russland angegriffene Ukraine hat von der EU weitere Finanzhilfen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro ausgezahlt bekommen. Damit sollen die Staatsfinanzen und die öffentliche Verwaltung des Landes unterstützt werden, wie die Europäische Kommission mitteilte.
Ukrainische Truppen sind nach eigenen Angaben an der Front auf einzelne berittene russische Soldaten gestoßen. Die 92. besondere Sturmbrigade der ukrainischen Armee veröffentlichte auf Telegram ein Video, das angeblich zeigt, wie zwei feindliche Soldaten auf Pferden oder Maultieren durch kleine FPV-Drohnen ausgeschaltet werden. „Die russischen Besatzer verlieren bei ihren „Fleischangriffen“ (gemeint sind verlustreiche Sturmangriffe) so schnell ihre Ausrüstung, dass sie gezwungen sind, sich auf Pferden fortzubewegen“, heißt es in dem Post. Mindestens eins der Tiere kommt dem Video zufolge zu Schaden. Die Aufnahmen könnten Analysen zufolge im südlichen Gebiet Dnipropetrowsk entstanden sein.Mit großen Kavallerieangriffen vergangener Jahrhunderte hat der Einsatz von Reittieren im Ukrainekrieg aber wenig zu tun. Dem Video nach versuchen die russischen Soldaten, möglichst schnell ein großes leeres Feld zu überqueren. Beide Seiten beobachten in diesem Krieg das gesamte Gefechtsfeld mit Drohnen; unbemerkte Bewegungen sind fast unmöglich. Für gepanzerte Fahrzeuge gibt es kaum ein Durchkommen.
In Moskau ist bei der Explosion einer Autobombe am Montagmorgen ein russischer General getötet worden. Wie das staatliche Ermittlungskomitee mitteilte, handelt es sich um Generalleutnant Fanil Sarwarow. Er leitete die Abteilung für operative Ausbildung der Armee im russischen Generalstab. Man untersuche auch, ob ukrainische Geheimdienste an dem Anschlag beteiligt gewesen sein könnten, hieß es weiter. Ein Strafverfahren wegen Mordes unter Verwendung einer allgemein gefährlichen Methode und wegen illegalen Handels mit Sprengstoffen sei eingeleitet worden. Aus Kiew gab es bisher keine Stellungnahme zu dem Vorfall. Die Explosion ereignete sich den Ermittlern zufolge um 7 Uhr morgens Ortszeit am 22. Dezember auf einem Parkplatz in der Jasenewaja-Straße im Süden der russischen Hauptstadt nahe einem Wohnhaus. Demnach war ein Sprengsatz unter dem Fahrzeug angebracht worden. Laut Informationen der Zeitung „Kommersant“ wurde für die Explosion eine Magnetmine verwendet. Wie russische Medien und Telegramkanäle unter Berufung auf Ermittlerkreise übereinstimmend berichten, war Sarwarow gerade mit seinem Auto losgefahren, als die Bombe explodierte. Der General sei dabei an den Beinen und im Gesicht verletzt worden. Er sei in ernstem Zustand ins Krankenhaus gebracht worden, wo er seinen Verletzungen schließlich erlag. Auf in den Medien veröffentlichten Bildern vom Tatort ist ein weißer Kia Sorento zu sehen; vor allem der vordere Teil des Fahrzeugs wurde stark beschädigt. Das russische Exilmedium „Doschd“ schreibt, dass es aus geleakten Daten hervorgeht, dass Sarwarow seit dem Jahr 2013 als Besitzer eine Kia Sorentos registiert sei. Aus denselben Daten geht dem Medium zufolge auch hervor, dass Sarwarow Miteigentümer einer Wohnung in der Jasenewaja-Straße war. Laut dem Medium „Agenstwo“ sei in der Nähe des Tatorts auch ein Haus, in dem mehrere Mitarbeiter des russischen Militärnachrichtendienstes GRU wohnen.Sarwarow wurde 1969 im Gebiet Perm geboren und schlug früh eine militärische Laufbahn ein. Dem Investigativmedium „Projekt“ zufolge war er zwischen 1992 und 2003 im Konflikt zwischen Inguschen und Osseten und im Tschetschenienkrieg im Einsatz. Nach seinem Abschluss der Militärakademie des Generalstabs 2008 setzte er seinen Dienst im Hauptoperationskommando des Generalstabs und im Kommando für operative Ausbildung der Streitkräfte fort. In den Jahren 2015 und 2016 war er für Operationen in Syrien verantwortlich. Danach wurde er der Leiter der Ausbildungsabteilung. Laut „Projekt“ war Sarwarow auch an der Invasion in die Ukraine beteiligt. Er war mehrfach für seine „Verdienste“ ausgezeichnet worden. Mehr zu dem Vorfall lesen Sie hier:
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Schiffe und zwei Anlegestellen beschädigt worden. Die gesamte Besatzung der Schiffe am Terminal Wolna in der Region sei sicher evakuiert worden, teilte der operative Stab der Region Krasnodar über den Nachrichtendienst Telegram mit. Die Beschädigungen hätten zu einem Brand geführt, der sich auf bis zu 1500 Quadratmeter ausgebreitet habe, fügten die Behörden hinzu.