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30.01.2026
12:23 Uhr
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Kreml stellt Trumps Bitte anders dar +++ US-Präsident sprach von Zusage Putins wegen „außergewöhnlicher Kälte“ +++ Selenskyj bedankt sich für die Unterstützung durch Deutschland +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Wladimir Putins Sprecher reagierte auch auf den ukrainischen Präsidenten, der den russischen Herrscher nach Kiew eingeladen hatte, nachdem der Kreml zuvor Wolodymyr Selenskyj unter Bedingungen nach Moskau geladen hatte. Putin habe Selenskyj „nirgendwohin initiativ eingeladen und Selenskyj keinerlei Treffen vorgeschlagen“, sagte Dmitrij Peskow. Vielmehr habe Selenskyj um ein Treffen gebeten. „Und als Antwort hat Präsident Putin ihm geantwortet, ja, wir sind bereit, aber in Moskau.“
Der Kreml hat bestätigt, dass der amerikanische Präsident Donald Trump den russischen Herrscher Wladimir Putin gebeten habe, „für eine Woche, bis zum 1. Februar, von Angriffen auf Kiew abzusehen“, wie der Sprecher Dmitrij Peskow am Freitag sagte. Erst auf Nachfrage bestätigte Peskow, dass man dieser „persönlichen\" Bitte entsprochen habe; er wollte aber nicht dazu sagen, ob es um einen Stopp von Angriffen allgemein gehe oder allein von Angriffen auf Objekte der Energieinfrastruktur. In den sogenannten Z-Kanälen russischer Angriffskriegsenthusiasten waren am Donnerstag Meldungen kursiert, den Streitkräften des Landes sei verboten worden, bis zum 3. Februar jedwede Objekte in Kiew und Umgebung sowie Objekte der Energieinfrastruktur im gesamten übrigen Nachbarland anzugreifen. Im Unterschied zu Trump, der gesagt hatte, Putin habe seiner Bitte entsprochen, sprach Peskow nun nicht von der extremen Kälte als Begründung für die Bitte, sondern gab als deren Ziel an, es gehe darum, „günstige Bedingungen dafür zu schaffen, Verhandlungen zu führen“.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Gespräch mit Journalisten auf die Aussage des Kreml-Beraters Jurij Uschakow, Selenskyj könne nach Moskau kommen, wenn er mit Putin sprechen wolle, reagiert. „Natürlich ist es mir unmöglich, Putin in Moskau zu treffen“, so Selenskyj. Es wäre dasselbe wie ein Treffen mit Putin in Kiew. „Ich kann ihn auch nach Kiew einladen. Ich lade ihn öffentlich ein, wenn er sich traut, natürlich.“ Putin hatte bisher direkte Treffen mit Selenskyj stets abgelehnt, zuletzt etwa mit der Begründung, dieser sei nicht mehr legitimer Präsident der Ukraine. Tatsächlich ist Selenskyjs reguläre Amtszeit im Frühjahr 2024 abgelaufen, doch erlaubt das Kriegsrecht in der Ukraine keine Wahlen, weshalb er nach wie vor rechtmäßig im Amt ist. Selenskyj sagte der „Ukrainska Prawda“ zufolge, die Ukraine wolle „konstruktiv ein echtes Ende des Krieges vereinbaren“, weshalb jedes ernstgemeinte Format für sein Land geeignet sei. Zugleich bezweifle er jedoch ernsthafte Absichten Putins. „Ich habe immer gesagt: Ich bin bereit für jedes Format, um den Krieg zu beenden, das funktioniert.“ Doch in Moskau oder Belarus sei das schlichtweg nicht möglich, „denn das sind Staaten, von denen einer ein Aggressor ist, der einen Krieg gegen uns begonnen hat, weiter führt und uns tötet, und das andere Land sein Partner dabei ist“. Zuvor hatte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärt, dass Selenskyj bereit sei, sich persönlich mit Putin zu treffen, um zwei entscheidende Fragen für ein Kriegsende zu klären: die Frage nach der Zukunft des Donbass, den Russland komplett für sich beansprucht, sowie nach Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die Russland bisher ablehnt.
Offiziell gibt es bisher keine russische Reaktion auf die Aussagen des amerikanischen Präsidenten, Russland habe auf seine, Donald Trumps, Bitte an den Herrscher Wladimir Putin hin wegen der großen Kälte die Angriffe auf ukrainische Ziele für eine Woche eingestellt. Es war auch nicht über ein neues Telefonat Trumps und Putins berichtet worden; allerdings hat der amerikanische Präsident auch nicht klargemacht, in welche Form er Putin gebeten habe. Dessen Sprecher hatte zu Gerüchten über eine „Energie-Waffenruhe“ am Donnerstagvormittag gesagt, er könne „das nicht kommentieren“. Darauf angesprochen worden war Dmitrij Peskow, da in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen entsprechende Gerüchte zirkulierten. In den vergangenen Tagen hatte Putins Propagandaapparat die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine gefeiert. Der russische Angriffskriegsblogger Wladimir Romanow schrieb als erster am Donnerstagmorgen, dass den russischen Truppen verboten worden sei, „Infrastrukturobjekte“ in der Ukraine sowie „jedwede Objekte“ in Kiew und Umgebung anzugreifen. Das Verbot gelte bis Dienstag kommender Woche. Später fügte der Blogger hinzu, „leider“ sei die Information wahr, die Armeeführung habe schon am Mittwoch den Befehl bekommen und er sei von Donnerstag an bis zu einer neuerlichen Anweisung gültig – also zunächst unbefristet. Derselbe Blogger postete später eine Aussage Trumps dazu sowie die Bestätigung und den Dank des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Trump, dann aber Meldungen über ukrainische Angriffe auf Ziele im besetzten Teil des Chersoner Gebiets, auf der besetzten Krim und in Südwestrussland sowie über russische Angriffe in der Stadt Dnipro und im Gebiet Saporischschja. Im vergangenen Frühjahr war ein 30-Tages-Moratorium für Angriffe auf die Energieinfrastruktur, das Trump und Putin im Frühjahr 2025 in einem Telefonat vereinbart hatten, unter gegenseitigen ukrainisch-russischen Vorwürfen, die Vereinbarung verletzt zu haben, ausgelaufen. Moskau hat alle Forderungen nach einer Waffenruhe an weitreichende Bedingungen geknüpft, welche die Ukraine maximal geschwächt hätten, mit der Begründung, man wolle Kiew keine „Atempause“ geben und strebe einen „langfristigen Frieden“ an. Trump hatte seine Forderung nach einer Waffenruhe nach dem Treffen mit Putin im vergangenen August in Alaska aufgegeben. Selenskyj gab jetzt auf der Plattform X an, über den neuen Vorstoß sei bei den trilateralen Verhandlungen in Abu Dhabi gesprochen worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für die Unterstützung seines Landes durch Deutschland bedankt und Kanzler Friedrich Merz gelobt. „Friedrich demonstriert echte Führungsstärke und ich schätze unsere Koordination sehr“, schrieb er bei Telegram Bezug nehmend auf ein Telefonat der beiden. Deutschland habe sein Land seit den ersten Kriegstagen unterstützt. Insbesondere die Lieferungen von Luftabwehrsystemen der Typen Patriot und Iris-T seien wichtig für den Schutz des ukrainischen Luftraums. Auch die nun geleistete Hilfe bei der Überwindung der Energiekrise sei wichtig, schrieb er.
Die Ukraine arbeitet nach eigenen Angaben mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk zusammen, um den Einsatz des Satelliten-Internetsystems Starlink durch Russland zu unterbinden. Dies sagte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Zuvor hatte die Regierung in Kiew erklärt, Starlink-Terminals an russischen Langstreckendrohnen gefunden zu haben, die für Angriffe genutzt wurden.Ein Berater Fedorows hatte im Laufe der Woche Bilder in sozialen Medien veröffentlicht, die Trümmer russischer Langstreckendrohnen mit Starlink-Terminals zeigen sollen. Ihm zufolge könnte Russland das System zur Steuerung von Drohnen eingesetzt haben, die am Dienstag einen ukrainischen Personenzug trafen. Bei dem Angriff wurden fünf Menschen getötet. „Wir sind SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Elon Musk persönlich für die schnelle Reaktion dankbar“, schrieb Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine Stellungnahme von SpaceX lag zunächst nicht vor.Der kürzlich berufene Berater Serhij Beskrestnow erklärte am Donnerstag, es habe bereits hunderte Fälle gegeben, in denen Russland mit Starlink ausgestattete Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt habe. „Die Komplexität dieses Prozesses liegt darin, dass Starlink nicht mit Mitteln der elektronischen Kriegsführung unterdrückt werden kann“, schrieb er. Eine Lösung sei daher nur über SpaceX möglich. Musk hatte den Starlink-Dienst 2022 kurz nach Beginn der russischen Invasion für die Ukraine freigeschaltet. Das ukrainische Militär ist für die Kommunikation auf dem Schlachtfeld und die Steuerung eigener Drohnen auf zehntausende Starlink-Terminals angewiesen. SpaceX hatte im Februar 2024 erklärt, keine Geschäfte mit der russischen Regierung oder deren Militär zu machen.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach eigenen Angaben dazu aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt Kiew für eine Woche nicht anzugreifen. Bei einem Kabinettstreffen im Weißen Haus sagte Trump der Nachrichtenagentur AP zufolge: „Ich habe Präsident Putin persönlich darum gebeten, eine Woche lang Kiew und die Städte und Ortschaften in dieser außergewöhnlichen Kälte nicht anzugreifen.“ Trump fügte hinzu, Putin habe „dem zugestimmt“. Eine Bestätigung aus Russland gab es dafür zunächst nicht.Ob die angekündigte begrenzte Waffenruhe zustande kommt, ist nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj ungewiss. Er dankte zunächst den USA für deren Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. „Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten“ werde zeigen, ob es tatsächlich zu einer Waffenruhe kommen werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Auch auf der Plattform X dankte Selenskyj Donald Trump.
Angesichts der humanitären Lage in der Ukraine hat die EU weitere Hilfen für das Land in Höhe von insgesamt 195 Millionen Euro angekündigt. Dies teilte die EU-Kommission mit. Davon sollen 50 Millionen Euro an das staatliche Energieunternehmen Naftogaz gehen, um das Energiesystem zu unterstützen; 145 Millionen Euro sind als humanitäre Hilfe vorgesehen. Letztere sollen unter anderem für Unterkünfte, Nahrungsmittel sowie Zugang zu Wasser und Gesundheitsversorgung aufgewandt werden.
Litauen wird zur Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit zwölf Brückenlegepanzer vom Typ Leguan im Wert von rund 210 Millionen Euro kaufen. Dies sei vertraglich mit dem Hersteller KNDS Deutschland vereinbart worden, teilten das Verteidigungsministerium des baltischen EU- und NATO-Staats und das Unternehmen mit.Die Brückenbausysteme, die auf Fahrgestelle der Leopard-2-Panzer montiert werden, werden demnach jeweils mit zwei 14-Meter-Brücken und einer 26-Meter-Brücke ausgestattet. Der Vertrag umfasse weiter auch Ersatzteile, Schulungen für Bediener und Mechaniker und Spezialwerkzeuge, hieß es.Nach Angaben des Verteidigungsministers Robertas Kaunas werden die Brückenlegepanzer die Mobilität und taktische Flexibilität der litauischen Armee auf dem Gefechtsfeld deutlich erhöhen. „Die gepanzerten Fahrzeuge können bei Bedarf natürliche und künstliche Hindernisse schnell überwinden, was in der modernen Kriegsführung von entscheidender Bedeutung ist. Diese Anschaffung stärkt die Verteidigung sowohl Litauens als auch der gesamten NATO-Ostflanke“, sagte er. Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und Belarus. Die Regierung in Vilnius rüstet wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine seine Armee massiv auf und wird unter anderem Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 aus Deutschland beziehen. Künftig wird dort eine gepanzerte Brigade der Bundeswehr fest stationiert sein.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat angesichts der fortgesetzten russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz inmitten des Winters vor fatalen Folgen gewarnt. „Es ist ein sehr harter Winter, und die Ukrainer leiden sehr. Es droht eine humanitäre Katastrophe“, sagte Kallas am Donnerstag vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Russland bombardiere die Ukrainer weiter in dem Bestreben, „sie frieren zu lassen, bis sie kapitulieren“.
Mehrere Flugobjekte aus Richtung Belarus sind nach Angaben der polnischen Armee in den Luftraum über Polen eingedrungen. Nach Analysen des Flugverhaltens und der Geschwindigkeit habe es sich dabei höchstwahrscheinlich um Ballons gehandelt, die vom Wind getragen wurden, wie das Oberkommando der Streitkräfte auf der Plattform X mitteilte. Der Grenzschutz bestätigte auf X, dass es sich bei den ersten untersuchten Objekten um Schmugglerballons handele. Der Vorfall ereignete sich den Angaben der Armee zufolge am Mittwoch zu nächtlicher Stunde. In der östlichen Region Podlachien gab es vorübergehend Einschränkungen für die zivile Luftfahrt. Eine Gefahr für die Sicherheit des Landes bestand demnach nicht.
Bei russischen Drohnenangriffen in der südukrainischen Region Saporischschja sind nach Angaben des Regionalgouverneurs drei Menschen getötet worden. Zwei Frauen und ein Mann hätten bei den Angriffen auf Wohnhäuser in der Stadt Wilnjansk in der Nacht zum Donnerstag ihr Leben verloren, ein weiterer Mann sei verwundet worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow im Onlinedienst Telegram. Die Angriffe hätten Häuser zerstört und Brände ausgelöst.Am Dienstag und Mittwoch hatten russische Angriffe auf die Ukraine nach Angaben aus Kiew 16 Menschen getötet. Sechs Menschen verloren bei einem Drohnenangriff auf einen Passagierzug in Charkiw ihr Leben.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den Blackouts in Kiew wegen russischer Luftangriffe abermals die Stadtverwaltung der ukrainischen Hauptstadt um Bürgermeister Vitali Klitscho kritisiert: „Die Ausrüstung hätte schon vor dem Winter besorgt und gekauft werden müssen\", sagte Selenskyi in einer Videosansprache. „Die Stadtverwaltung von Kiew sollte jetzt um ein Vielfaches schneller agieren, um den Menschen wenigstens im Februar das Leben zu erleichtern.\" Klitschko gilt als politischer Konkurrent Selenskyjs.Russische Angriffe mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern zu Jahresbeginn haben die Energieversorgung Kiews hart getroffen. Die Heizung ist bei starken Frosttemperaturen in tausenden Wohnblocks ausgefallen, auch Strom gibt es nur stundenweise. Nach Angaben Selenskyjs gibt es Hinweise darauf, dass Moskau eine neue schwere Angriffswelle plant.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat abermals einen schnellen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union abgelehnt. „Ein Beitritt zum 1. Januar 2027 ist ausgeschlossen. Es geht nicht“, sagte der CDU-Vorsitzende nach Beratungen der Spitzen von SPD und Union im Kanzleramt in Berlin. Jedes Land, das zur EU gehören wolle, müsse zunächst die sogenannten Kopenhagener Kriterien erfüllen, sagte Merz. Dieser Prozess dauere in der Regel einige Jahre.Dennoch ist es Merz zufolge aber wichtig, dass die Ukraine eine Perspektive hat, die den Weg zum Beitritt ebnet. „Wir können auf dem Weg dorthin die Ukraine langsam heranführen an die Europäische Union. Das ist immer möglich, aber ein so schneller Beitritt geht einfach nicht\", sagte Merz.